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Donnerstag, 22. Mai 2014

GESCHAFFT

Martina

Die letzten beiden Tage hatten es wirklich in sich, alle begonnenen Arbeiten konnten wir am Mittwoch Vormittag abschließen. Um 14h und um 15h hatten wir einen Termin bei einem blinden Masseur. Das war notwendig, unsere geschundenen Muskeln wurden durchgeknetet, danach fühlten wir uns wirklich besser. Noch schnell auf den Gewürzmarkt um für euch Safran einzukaufen, und dann wieder ab in die Marina. Jetzt geht`s ans Aufräumen uns Schiff klar machen. Die Segel runter, das Dingi gut einpacken damit es nicht den UV Strahlen ausgesetzt ist. Seeventile schmieren, Ankerketten wieder mit dem Schiff verbinden und alles was flattern könnte gut verzurren.



Martin der Kranfahrer hat uns gesagt, dass sie unser Schiff auf einen anderen Platz stellen möchten. Florian hat ihm erklärt, dass unser Schiff erst nach 14 Tagen umgestellt werden darf, denn so lange dauert die Durchtrocknungszeit für unseren frischen Lack. Sicherheitshalber haben wir ein Schild gemalt!! Hoffe sie halten sich daran, denn wenn wir Abdrucke von den Gurten auf unserer Esperanza bekommen, dann Gnade ihnen Gott.


Es ist Donnerstag 13:40 unglaublich aber wahr, wir haben die Arbeiten abgeschlossen, und wieder alles im Schiff verstaut. Heute gibt`s noch Restlessen, dann noch schnell die Kühlbox abgetaut, ja und dann auf ein Abschiedsbier in die Strandbar. Morgen um 5:30 fahren wir zum Flughafen. Miami, Dallas und Higgensville rufen.

Dienstag, 20. Mai 2014

ENDSPURT

Martina

Ein Projekt lag mir noch im Magen, es sollten noch die beiden großen Innenbackskisten ausgeräumt, geputzt und gestrichen werden. Die Zeit wird schön langsam knapp, also habe ich am Sonntag die beiden großen Stauräume komplett ausgeräumt. Oh du Schreck, da tat sich gleich wieder eine neue Baustelle auf. Das Bodenbrett der Backbordseite hat sich von einem früheren Wassereinbruch (vor unserer Zeit) total aufgestellt und zerlegt. Egal wo wir unsere Nase hineinstecken stoßen wir auf weitere Probleme. Jetzt müssen wir das Bodenbrett erst ein mal mit Glasfasermatten und Epoxi verstärken, einen Tag trocknen lassen und dann kann ich die erste Seite streichen, danach alles umräumen und die zweite Seite bearbeiten. Somit verzögert sich schon wieder alles um einen Tag. Hoffentlich erlebe ich auf der zweiten Seite keine Überraschung mehr.




Sämtliche Schätze liegen im Salon, in der Plicht, am Vordeck und am Dach herum, bewegen können wir uns in und auf der Esperanza schon lange nicht mehr, aber bis Donnerstag muss alles fertig sein. Mir wird ganz schlecht, wie soll das alles gehen?



Am Abend ist uns von den ganzen giftigen Dämpfen richtig schlecht, wir schließen über Nacht unsere Kabinentüre um den Dämpfen besser entgehen zu können, und nehmen dafür eine heiße Nacht in kauf. Ja, alles kann man nicht haben, aber nächstes mal nehme ich mir ein Zimmer!!!!

Montag, 19. Mai 2014

AUSGEMALT

Florian

Gleich in der Früh habe ich den frischen ersten Deckanstrich mit Körnung 400 angeschliffen, wieder gesäubert und schließlich den Endanstrich aufgetragen – ganz dünn, damit es keine Tränen gibt – gar nicht so einfach; Rollen und mit dem Pinsel ganz leicht abstreichen. Zu Mittag war ich mit der Steuerbordseite fertig.


Dann wurde die SY BOXING KANGOROO von Brecht und Lynn aus Antwerpen – unsere Nachbarn – vom Kran abgeholt und gewassert. Dabei ist der Kran bis auf Zentimeter an uns herangefahren. Als er fertig war habe ich das Gerüst auf die Backbordseite gebracht und dort die gleiche Prozedur wiederholt. Abschleifen, abstauben, mit Spezialmittel abwaschen und mit Spezialtuch letzte Staubreste entfernen; dann vorsichtig letzter Deckanstrich. Um 16:30 war ich endlich fertig. Martin und Conny haben bereits gewartet, denn heute ist Feiern angesagt – Motorprojekt abgeschlossen und auch das Malen ist fertig!! Es war wirklich eine Sisyphusarbeit – ich bin ja nicht unbedingt der Geduldigste. Aber bei so einem 4-Wochen-Malprojekt geht gar nichts rasch. Es war eine Geduldprüfung für mich – ich denke ich hab´s bestanden; aber mühsam war´s trotzdem – und 10.000,00 USD habe ich uns auch gespart.



Ja und dann ging´s zum Schnitzelhaus nach St.George´s zum Feiern! Und beim Zurückgehen hat es geregnet – da wurde ich leicht nervös wegen meiner fischen Farbe – aber sie war glücklicherweise schon trocken genug und hat´s überlebt.

Sonntag, 18. Mai 2014

VORHER - NACHHER

Martina

Die Mechaniker haben wieder unser Schiff verlassen. Jetzt bin ich wieder dran, denn es muss noch ganz unten im Motorraum der ölige und dreckige Batz herausgeputzt werden und dann mit Bilgefarbe herausgestrichen werden.
Nicht jammern, rein in die Gummihandschuhe und nicht viel nachdenken. Ab nächster Woche Freitag haben wir ja dann Urlaub, und den werden wir genießen. Es ist ja schon verrückt, wir sind in der Karibik und freuen uns auf den Urlaub in den USA und in Österreich, es würde mich nicht wundern wenn ihr das nicht versteht!!!
Nach 3 Stunden Schwitzkasten kann sich das Endresultat sehen lassen, ich bin zufrieden.

























Samstag, 17. Mai 2014

GELBES HENDL

Martina

Nockerlteig: griffiges Mehl, Salz und Wasser zu einem Teig kneten, rasten lassen

1ne große Zwiebel grob schneiden und mit geschnittenem Inger (ca 1cm langes Stück) gut anrösten,
50 dag Hühnerfilets in streifen schneiden, salzen, pfeffern, und mit etwas edelsüss Paprika würzen und zum Zwiebel dazu geben. 2 Knoblauchzehen fein schneiden und 1ne würfelig geschnittene Melanzanie auch kurz mitrösten. Einen Suppenwürfel einrühren und mit Wasser aufgießen. Etwas Currypulver, Chilli und eine klein geschnittene Tomate unterrühren. Mit grenadischem Safran gut einfärben, geht sicher auch mit normalem Safran. Die Flüssigkeit muss alles bedecken, sobald alles zu kochen beginnt den Nockerlteig noch ein mal durchkneten und mit den Händen Nockerl wuzeln und gleich oben in die Flüssigkeit legen. Die Nockerl immer wieder etwas untertauchen. Ich hatte auch noch Okra, also eigentlich passt fast jedes Gemüse. Ca 30 min köcheln lassen.



Soll ich euch grenadischen Safran mitnehmen? Wenn ja dann schickt mir bitte rasche eure "Bestellung"

LETZTER (EXTREM-)HASH

Florian

Als Vormittagsbeschäftigung habe ich die Steuerbordseite geschliffen und pünktlich um 14:00 Uhr holte uns Dietmar und Caroline zum Hash ab. Diesmal ging´s tief ins Landesinnere in den kleinen Ort Morne Longue – eine abenteuerliche Anreise mit dem Auto.


Und der Hash hatte es in sich: zunächst steil bergauf; als sich ein Raster-Läufer in Straßenschuhen bei Shamal und mir an der Spitze anhängte forcierte Shamal das Tempo – und bald war der Straßenschuhläufer abgehängt. Dann ging´s durch den Dschungel – kleine Wege; ich finde wieder einmal einen falschen Weg. Dann heraus aus dem Dschungel und eine Zeit lang bergab auf einer befestigten Straße – da konnte ich meine langen Beine ausstrecken und Shamal konnte das Tempo nicht halten. Schließlich bogen wir nach rechts in ein Flussbett. Ich versuchte vorsichtig über die Steine zu balancieren und nicht ins Wasser zu steigen – doch dann rutschte ich ab und stand im Wasser. Es war auch schon egal, denn wir sollten weitere ca. 2 km im Flussbett teilweise schwimmend zurücklegen. Meine Laufbrille verabschiedete sich dabei und ich hoffte nur, dass sich meine Schuhe nicht auflösen würden. Shamal hatte schon fast wieder zu mir aufgeschlossen, da verließ der Hash endlich das Flussbett und es ging wieder steil auf einer Straße bergauf. Das war dann wieder mehr meine Strecke (obwohl ich Bergläufe überhaupt nicht mag) und Shamal verabschiedete sich wieder nach hinten.

Nach weiteren 2 km bergauf kam ich schließlich in bekanntes Gebiet und hörte auch schon die Lautsprecherboxen beim Start. Endspurt und ich hatte es geschafft. 7,27 km in exakt 50:00 Minuten – das sagt schon alles; es war mit Abstand der härteste Hash, den ich hier erlebt habe. Shamal kämpfte sich einige Minuten später ebenfalls fertig ins Ziel.





Dann aber war Party angesagt – und das kleine Bergdorf erzitterte beim Sound aus den Lautsprechern. Es gab hervorragendes Oil Down aus riesigen Töpfen und natürlich das eine oder andere Carib. Ein gelungener Hash Abschied – und ebenso von meinen Laufschuhen – die waren nun wirklich komplett zerstört. Danach herrschte eine karibische Partystimmung von jung bis alt.



Heute habt ihr den 100.000 Blogzugriff geknackt, vielen Dank für euer Interesse an unserer Reise!!!

Freitag, 16. Mai 2014

MOTORTEST

Florian

Für 9:00 Uhr hatten wir vereinbart, dass wir den Test durchführen würden. Um 8:30 Uhr stand der erste Mechaniker da – es geht ja doch. Die letzten Adaptierungen waren bald gemacht – Martin war mittlerweile (pünktlich um 9:00 Uhr) eingetroffen.
 Motor start! Und – dort eine Schraube nachgezogen, da Dieselleitung entlüftet. Schließlich beim dritten Mal – tuk, tuk, tuk – Motor läuft – allgemeine Erleichterung.



Schließlich wurden die Kopfschrauben nachgezogen und die Ventile neu eingestellt – wobei eine Stellschraube abreißt. Ein Ersatz wird auf der „Müllhalde“ der Mechaniker rasch gefunden. Und dann ziehen die Mechaniker von dannen – den Rest machen Martin und ich. Luftfilter aufsetzen, tropfenden Thermostatdeckel abdichten, irgendwo tropft noch Öl, Kühlsystem anfüllen, und Motor schließlich nochmals laufen lassen – alles sieht gut aus.


Wir sind glücklich!! Jetzt fehlt nur noch die Probefahrt, aber die findet erst bei der Wasserung im September statt.



Ja und in den Pausen habe ich die grundierte Backbordseite zum Lackieren endgeschliffen. Martina entrümpelt immer wieder Bilgen die dann auch wieder nach Farbe schreien, aber Licht am Ende des Tunnels wird sichtbar.

Donnerstag, 15. Mai 2014

JETZT REICHT´S

Florian

Um 9:30 kam der Mechaniker mit der neuen Pumpe. Wir spülten den Motor mit Säure. Nach 15 Minuten Spülen stoppte die Pumpe plötzlich. Sie war sehr heiß und ließ sich nicht mehr in Bewegung setzen. Der Mechaniker zog samt seiner Pumpe wieder ab. Um 11:00 Uhr kam er mit einer neuen (alten, der dritten) Pumpe zurück. Jetzt funktionierte sie endlich und wir spülten den Motor bis 14:00 Uhr.



Mir reichte es nun. Ich sprach ein ernstes Wort mit Stephan, dem Leiter der Mechaniker. Ich erklärte ihm - wie von Martin gewarnt -, dass durch das Säubern der Kühlgänge in den Zylinderköpfen Säure in die Zylinder gelangt ist und wir den Motor spätestens am Freitag – also Morgen – starten müssen. Starter und Lichtmaschine waren allerdings letzte Woche Mittwoch – zu Beginn der Arbeiten - zum Service irgendwo bei einem Servicetechniker auf der Insel gegeben worden. Er meinte ich solle ihm ein paar Minuten geben, er würde nachfragen, wie weit deren Service sei. Ich erklärte ihm, dass er mir das bereits seit vorgestern mitteilt, ich seither fünf Mal nachgefragt habe – und er mir nie eine sinnvolle Antwort gegeben hat – und er mir meinen Motor kaputt machen würde. Ich wollte wissen wo meine Teile seien, und wollte sie mir selbst zurück holen. Er bat um eine Stunde Zeit – die gab ich ihm.

Um 13:30 Uhr kam der Mechaniker und brachte Lichtmaschine und Starter – sie waren bislang nicht angetastet worden. Martin übernahm das Service der Teile – zwei Stunden später waren sie fertig – die Mechaniker konnten es nicht glauben.


Wir begannen den Motor wieder zusammenzubauen. Um 17:30 Uhr waren wir fertig. Morgen soll er getestet werden, ob er anspringt. 

Ach ja – und parallel zu all dem habe ich noch sämtliche Blasen, die die Grundierung verursacht hat aufgeschliffen und neu grundiert. Und Martina hat die Backskisten innen gestrichen. Langweilig wird uns nicht…..
Highlight des Tages: Eiernockerl mit grünem Salat auf der SY Alien, Conny`s Eiernockerl sind ein Traum!!


Mittwoch, 14. Mai 2014

DOMINO

Martina

Eine kritische Stimme:
In der Karibik geht alles sehr langsam, immer wieder hört man, "jeh meeeeeeeen", zur Beruhigung, als Versicherung es wird schon erledigt werden, aber bis es dann passiert, das dauert. Für uns Europäer ist das teilweise unerträglich. Schon alleine mit welcher unglaublichen Langsamkeit sie sich bewegen und schauen, das verlangt jede Menge Geduld. Florian war gestern in einem Bauzubehörgeschäft und hat nach verschiedenen Dingen gefragt, die Herren haben gemeint, dass sie das alles nicht haben. Als Florian dann, verfolgt durch einen Mitarbeiter, durch die Halle gegangen ist, und all das gefunden hat was er wollte, kam jedes mal die Antwort, ach ja, ach so, na ja. Sie haben einfach keine Ahnung und auch keinerlei Antrieb etwas zu verkaufen. Wie das Geschäftsleben hier funktioniert ist uns ein Rätsel.
Am Tag des Kranens der Esperanza haben wir uns in der Mittagspause einen Hamburger bestellt. Es waren noch 6 andere Gäste im Restaurant. Nach 50 Minuten haben wir nachgefragt, ob sie unser Essen vergessen haben. Die Antwort war unglaublich: Nein, aber sie hat noch eine Bestellung vor uns, dann macht sie unsere Burger. Wir haben dann storniert, denn die Mittagspause des Kranfahrers war jetzt auch vorbei, und wir mussten zurück zum Schiff. Es ist unglaublich!
Pünktlichkeit ist hier ein Fremdwort, Verlässlichkeit eine große Unbekannte und die Arbeitsmoral ist gering, aber in ihrer Mittagspause da zeigen sie sich plötzlich von einer ganz anderen Seite.

Unterhaltungsaktivität Nr.1 in der Karibik ist Domino spielen.


Pünktlichst um 12h zu Mittag strömen alle Arbeiter der Marina zusammen und schon geht´s lautstark zur Sache. Da werden die Dominosteine mit einer Wucht auf den Tisch geknallt, ich habe das Gefühl je lauter desto besser. Plötzlich sieht man auch Leben in ihren schläfrigen Augen aufflammen, und sobald ein Spiel vorbei ist, gibt es einen sehr schnellen Wechsel der 3 Verlierer, nur der Gewinner darf weiter spielen. Diese Energie und diese Spannung halten sie genau eine Stunde, und dann schlurfen sie zurück an ihren Arbeitsplatz und verfallen sofort wieder in ihrer Lethargie.


Ja, alles hat 2 Seiten, Herzinfarkt Aufgrund von Stress oder Burn out gibt´s hier sicher nicht!

Dienstag, 13. Mai 2014

STREICHFÄHIG

Martina

Am Montag waren wir auf Grund der Motorfortschritte sehr zuversichtlich, unsere 2 Mechaniker waren Vormittags und Nachmittags an Bord und haben die gesäuberten Zylinderköpfe wieder aufgesetzt.

Am Dienstag ist Florian um 5:15 aufgestanden und hat mit der Grundierung des Schiffes begonnen, um fertig zu sein bevor die Autos an unserem Schiff vorbei fahren und den Staub aufwirbeln. Des weiteren sollte auch die Sonne nicht auf die Bordwand scheinen, denn die 3 Komponentenfarbe zieht durch die Wärme sowieso schon schnell an und lässt sich nicht lange streichen, das muss wirklich rasch gehen wenn es schön werden soll. Und es sieht ja jetzt schon viel schöner aus!!



Die Vorankündigung der Mechaniker für Dienstag war: sie kommen in der Früh mit einer großen Pumpe und mit einer speziellen Säure und werden unseren Motor 3 Stunden lang durchspülen, dann sollte auch die Lichtmaschine und der Starter fertig sein, und alles wird wieder eingebaut.
Soweit der Plan für Dienstag, und jetzt zur Realität. Die Beiden sind zwar brav um 14:30 mit ihrem Gerät gekommen, aber es hat nicht funktioniert. Der Impeller ihres Gerätes geht nicht; das man ein Gerät vor Gebrauch ein mal kurz testet, das hat sich bis nach Grenada noch nicht herumgesprochen. Und so verlassen sie unverrichteter Dinge unsere Esperanza um einen neuen Impeller zu besorgen, aber wir haben sie den ganzen Tag nicht mehr gesehen. Wieder warten!!!
Wir warten auf den Mechaniker, aber er kummt net, kummt net, kummt net.
Florian ist nach dem Abendessen streichfähig und streckt die Patschen (extra für dich lieber Rudi)


Sonntag, 11. Mai 2014

STRASSENLAUF AUF GRENADISCH

Florian

Nach kleinen Sonntagsarbeiten ging´s mit Dietmar – aus Deutschland und Leiter der Metallverarbeitung von Grenada Marine – zum Straßenlauf nach La Digue im Bezirk St. Andrews. Es war überaus schwierig irgendwelche Information über den Lauf zu erlangen. Schließlich fand ich die Homepage des Veranstalters; es war ein Halbmarathon und eine 10 km Lauf mit tadellosem Preisgeld ausgeschrieben; Start war für 14:00 Uhr angesetzt.
Als wir um ca. 13:15 Uhr endlich den Startbereich gefunden hatten – auf ca. 200m Seehöhe auf einer der kleinen Straßen zwischen den bunten Häusern in den Hügeln - waren wir etwas verwundert, da nur eine Handvoll Leute herumsaßen. Ich wärmte mich wie üblich vor einem Straßenlauf 20 Minuten vor dem Start auf und als die Organisatoren schließlich eintrafen und ich zur Registrierung kam, erfuhr ich, dass der Start erst um 15:00 Uhr sein würde. Na super – wieder niedersetzen und warten. Um 14:30 machte ich mich langsam wieder ans Aufwärmen, als die meisten Läufer bereits an der Startlinie warteten. Der Veranstalter verkündete daraufhin, dass der Start innerhalb der nächsten 10 Minuten sein würde. Ich fragte nach, wann denn nun wirklich der Start sein würde und man versicherte, dass der Start doch nicht vorverlegt werden würde - also Aufwärmen.


Schließlich war es soweit. Die Läufer drängten zur Startlinie. Viele Schüler, viele Läufer barfuß oder in Socken, nur ca. 50 % in Laufschuhen. Der Halbmarathon wurde zuerst gestartet; ca. 50 Starter. Wir – 10 km Läufer – 5 Minuten später – ca. 100 Starter. Und es kam so wie es kommen musste. Alle preschten davon; nach 300m war ich ca. 54. Es ging steil und kurvenreich bergab – ich voll auf der Bremse. Nach ca. 500 m kamen mir die ersten Läufer entgegen. Kinder, barfuß, in Socken oder auch in Badeschuhen, die kämpften, um vor mir zu bleiben. Läufer um Läufer arbeitete ich mich nach vorne, bis ab ca. 3 km die Masse der Läufer vorbei war.


Bei 5 km waren wir unten am Strand von Grenville angelangt – ich war zu dem Zeitpunkt an 6. Position. Dann kam die Uferstraße nach Grenville hinein bis km 7; da war ich dann bereits 4. Und dann ging´s bergauf. Es war elend – steil und kurvenreich, typisch Grenada eben – und ich „liebe“ ja Bergläufe mit meinen langen Haxen. Endlich sah ich den 3. vor mir auftauchen. Er hielt sich gut und ich kam kaum näher. Neben ihm ein Auto, dessen Besatzung ihn heftig anfeuerten. Schließlich begann er zu gehen, dann wieder zu laufen und so weiter – da war es um ihn geschehen. Ich zog an ihm vorbei, er versuchte noch sich zu wehren, aber einige 100 Meter später war er weg und ich kämpfte mich weiter bergauf; dann musste auch ich gehen. Endlich kam ich beim Start vorbei – wo ist das Ziel?? Ich fragte die ersten Leute – „gleich da vorne“; ich zog den Endspurt an, aber das blöde Ziel kam und kam nicht. Ich fragte wieder nach dem Ziel, wieder keine sinnvolle Auskunft – auch das typisch Grenada. Ich setzte wieder zum Endspurt an – wieder kein Ziel. Ich fragte wieder – „noch 3-5 Minuten“ – ich schon leicht verzweifelt kämpfe einen Hügel hinauf, und da 50 Meter vor mir große Lautsprecherboxen und die Ziellinie – ein Endspurt zahlte sich nicht mehr wirklich aus – und ich war bereits fertig genug.


Also 3. Platz. Der örtliche Fernsehsender – MTV – interviewte mich und auch dem Platzsprecher durfte ich bei der Siegerehrung ein Interview geben – immerhin war ich der Exote, der einzige Weiße und der einzige Europäer. Ja, und ECD 300,00 Preisgeld bekam ich zur Medaille auch noch – ein höchst erfolgreicher Sonntag.


MUTTERTAG

Martina

Nach einem netten Muttertagsfrühstück schnell wieder in die Gummihandschuhe und rein in den Motorraum. Ich möchte den Motorraum zumindest an den schwer zugänglichen Stellen sauber und mit Bilgefarbe gestrichen haben, bevor am Montag mit dem Zusammenbau unseres Motors begonnen wird.
Viel Zeit habe ich nicht, denn ab 12h habe ich zum Oil down kochen aufgerufen. Seit Tagen hole ich mir letzte Tipps wie man ein "original" Oil down kocht, und es gibt nur eine Antwort. Jeder macht es anders, und jeder verteidigt sein Rezept.
Resümee: ich werde es auch so machen wie ich glaube.



Conny, Lynn und ich haben alle Wurzeln, Früchte,Kokosnüsse und Fleisch gewaschen, geputzt, und geschnitten. Danach alle Zutaten schichtweise in einen großen Topf gelegt und gewürzt.


Am Schluss die Kokosmilch aus dem Kokosfleisch gepresst, alles noch ein mal gewürzt und aufs offene Feuer gestellt. Dann noch schnell einen Nudelteig geknetet, die Riesennudeln gewuzelt und auf das bereits kochende Oil down gelegt.




Es kamen noch einige gute Ratschläge von Einheimischen, aber ich dachte mir dann, "zu viele Köche verderben den Brei", und so habe ich ein köstliches karibisch - wienerisches Oil down gezaubert. Unsere Schweiz - Österreichische Runde war begeistert.


Samstag, 10. Mai 2014

ARBEIT UND VERGNÜGEN

Florian

Zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen – so haben wir das gelernt. Also ging´s zunächst in den Motorraum um losgelöstes Laminat mit Glasfaser neu zu epoxieren; ebenso bei der Backbord Backskiste im Salon und im Ankerkasten – alles war schließlich verklebt. Dabei räumten wir die Backskiste im Motorraum aus – was da an „Schätzen“ zum Vorschein kam; wir haben nun ausreichend Tauschmaterial für einsame Inseln, um diese Teile gegen Lobster, Fisch und Kokosnüsse einzutauschen. Und Martina begann den Motorraum mit Bilgefarbe auszumalen.



Dann war Trocknen angesagt. Also ab zum Hash.

Der war diesmal besonders nett. Unsere österreichischen Freunde Annemarie und Roland von der SY ANGICAMARO waren zum ersten Mal beim Hash. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, ging bei einem Wasserfall vorbei, wunderschön durch den Dschungel. Ich habe mich diesmal (fast) nicht verlaufen, da ich die Angelegenheit gaaaaanz locker angegangen bin. Es war nur ein Aufwärmen für Morgen; da starte ich bei einem 10 km Straßenlauf (einer der seltenen Laufwettkämpfe auf Grenada). Und so habe ich mich diesmal bei anderen angehängt und habe daher die richtige Strecke gleich gefunden. In der Mitte der Strecke stand der Hash Master – Zwangsstopp Bier oder Wasser – ich habe mich für ein Bier entschieden; dann ging´s weiter. Mangels Verlaufen war ich trotzdem der erste im Ziel (vielleicht aber auch, weil ich einen kleinen Abschneider über die Gehstrecke genommen habe). Jedenfalls gab es im Anschluss wunderbares Essen – einen großen Krebs.



Als wir zum Schiff zurück kamen habe ich mich noch kurz in den Motorraum verzogen, um noch – nun leere - Backskiste ebenfalls zu epoxieren; damit unsere „Schätze“ nun sauber verstaut werden können.

Donnerstag, 8. Mai 2014

MOTORHOFFNUNG

Martina

Um 11:30 kamen die Mechaniker endlich wieder an Bord, und siehe da, sie haben sich den Ansatzteil um den Kompressionstest durchführen zu können wirklich zusammengebastelt. Hurra, jetzt geht´s los!
Der Kompressionstest (karibische Bastelei) wurde unter Martins genauer Beobachtung durchgeführt, und die Diagnose war wie vermutet, dass alle drei Zylinder gleiche Druckwerte hatten. Bei weiteren Zerlegearbeiten bestätigte sich die Vermutung, dass die Zylinderkopfdichtungen Nr.1 und Nr.3 altersbedingt beschädigt waren. Das ist der Hauptgrund für die ständige Überhitzung des Motors, und das Problem hatten wir ja schon ganz am Beginn unseres Abenteuers. Ja wenn wir das gewusst hätten, dann hätten wir das schon in Italien in der Marina machen lassen.
Wenn das Wörtchen WENN nicht wär!!
Dann ging es Schlag auf Schlag, der Auspuffkrümmer, die 3 Zylinderköpfe, der Wärmetauscher, der Starter, die 3 Luftfilter mit Ansauggeräuschdämpfer und die Lichtmaschine wurden ruck zuck abgebaut. Jetzt schaut unser Motor richtig nackt aus.


Das überaus erfreuliche an diesem Tag war, dass Martin (und der ist sehhhhhhhhhhhhr kritisch) den Zustand des Motors als gut beurteilt hat. Da keimt Hoffnung in uns auf, dass das Ganze doch noch zu einem relativ guten Ende führen wird, und das können unsere Nerven auch wirklich gut gebrauchen.


Die Zylinder selbst mussten nicht ausgebaut werden, weil sie für das Alter des Motors (7.000 Motorstunden) in einem relativ guten Zustand sind. Die Mechaniker sind mit der alten Technik überfordert, aber Gott sei Dank hat unser "alter Hase" Martin alles im Griff, und die beiden Volvo Mechaniker haben binnen kürzester Zeit überrissen wie der Hase läuft, und arbeiten gut mit Martin zusammen.

Mittwoch, 7. Mai 2014

MOTORREPARATUR

Florian

Um knapp nach neun Uhr war Gottfried, ein Mechaniker, bei uns an Bord. Es sollte ein Kompressionstest durchgeführt werden, um den Motor zu analysieren (quasi ein Motor-EKG). Die Halterungen der Einspritzdüsen wurden bei allen drei Zylindern entfernt und dann versucht das Messgerät in diese Öffnung eines Zylinders einzuführen. Aber irgendetwas passte nicht. Wunderbar, da fährt man zum Volvo Penta Mechaniker und sein Werkzeug passt nicht am Volvo Penta Motor. Gottfried zog ab, um das Werkzeug für unsere Bedürfnisse zu adaptieren. Da war es 11:00 Uhr.


Martin von der ALIEN und ich machten uns weiter über den Motor her. Ich reinigte ihn mit Diesel. Wir bauten die Luftfilter ab, entrosteten und lackierten sie. Wir zerlegten und reinigten das Kühlsystem, versuchten aus der Verkabelung der (nicht mehr originalen) Lichtmaschine klug zu werden und inspizierten die abenteuerliche 3 x 50 Ampere gebastelte Sicherung nächst dem Schwungrad – die wird durch eine handelsübliche sichere Sicherung ausgetauscht. Wir werden einige Bastellösungen an Bord so weit als möglich durch Originalteile und gekaufte Komponenten ersetzen.



Um 16:00 Uhr kam Gottfrieds Gehilfe vorbei und teilte uns mit, dass das Werkzeug fast fertig sei und sie morgen um 9:00 Uhr weitermachen würden. Naja, wenigstens haben sie uns nicht vergessen – man wird bescheiden.



Ja und schließlich haben Martina und ich uns noch über den bereits gereinigten Ankerkasten gemacht und den untersten Teil mit Epoxy gestrichen. Wir werden einen Schlauch zum Sammeln des Wassers von der Ankerkette einbauen, damit dieses Wasser nicht frei in die Bilge rinnen kann. Also fad wird uns sicher nicht.

Dienstag, 6. Mai 2014

AUSGESCHLIFFEN

Florian

Nach 9 Tagen Schleifen war ich endlich fertig. Das war tadelloses Kraft-Ausdauer-Training für die Arme. Jetzt geht’s ans Abkleben.




Martina

Und Morgen soll der Mechaniker einen Kompressionstest bei unserem Motor machen – die Reparatur also beginnen. Deshalb hat Florian den gesamten Motorraum ausgeräumt, jetzt schaut unser Schiff schon wie eine Obdachlosenbehausung aus. Ich ziehe bald ins Hotel, denn das ist schon grenzwertig.



Postitiv denken: Es geht endlich etwas weiter!!