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Samstag, 10. März 2018

DER KREIS SCHLIESST SICH

08./09./10.03.2018

Florian

Am letzten Abend - nach dem Martina und ich an einer Pilatesklasse teilgenommen haben - kocht Martina für Suzannes Familie nochmals Österreichisch. Es gibt Krautfleckerl und Apfelstrudel! Es war eine wunderbare und natürlich zu kurze Zeit bei Suzanne in Coffs Harbour.


Für uns gehts weiter über Grafton, wo wir unsere Schmutzwassertanks entleeren. Zum Glück gibt es überall diese Showgrounds (Areale für die Landwirtschaftsmessen), auf denen Entleerungsstationen kostenlos zu nutzen sind.


Danach fahren wir über Casino nach Lismore. Es regnet häufig und alles ist üppig grün und wir sehen erstmals seit Alice Springs Gemüsefelder.


Na wirklich?
Vor Lismore müssen wir unter einer niedrigen Brücke (3,5 m) durch; und unsere Fahrzeughöhe ist 3,5 m - es war knapp!



Am Showground die Nacht verbringen...


...und heute Morgen den dortigen Farmersmarket besuchen. Martina ersteht Macademianüsse und die beiden Farmer freuen sich, ihr alles über diese erklären zu können.


Zu Mittag sind wir in Byron Bay - die Hippie Hauptstadt von Australien. Wir besichtigen den berühmten Leuchtturm am östlichsten Punkt von Australien.




Und schließlich führt uns unsere Reise zurück nach Uki zu Anita, meiner AFS Gastschwester, wo wir unsere Weihnachstgeschenke zwischengelagert haben und diese nunmehr abholen. Damit hat sich unser Kreis um Südaustralien geschlossen.

Donnerstag, 8. März 2018

WIEDERSEHEN NACH 20 JAHREN

6.3./8.3.2018

Martina

Wir erreichen Coffs Harbour um 10 Uhr Vormittags und fahren direkt zur Werkstätte, die uns von Apollo vorgegeben wurde. Unser Kühlschrank springt unter Gasbetrieb leider nicht mehr an. Nach einer kurzen Inspektion ist klar, dass diese Werkstätte das Problem nicht lösen kann. Jetzt ist Florian wieder am Zug und beharrt auf eine rasche und Zufriedenstellende Lösung. Ein weiterer Werkstättenbesuch oder der Kauf einer Kühlbox, die wir täglich mit Eiswürfeln frisch befüllen sollen, schmettert Florian mit ein paar wenigen Argumenten ab.
Nach 2 Stunden verspricht man uns einen Austauschcamper. Der wird von Brisban geliefert und soll gegen 19 Uhr in Coffs Harbour eintreffen.
Um 20:30 Uhr ist das Auto dann auch wirklich da, und siehe da es ist ein viel jüngeres Baujahr, gepflegter und moderner. Bei strömendem Regen räumen wir unsere Sachen von einem Camper in den anderen und versuchen mögliche Mängel mit der Taschenlampe zu entdecken. Bis auf Kleinigkeiten wie einem fehlenden Innenrückspiegel, gebrochenem Kübel und abgeschlagenen Ecken und Kanten schaut alles gut aus. Wir dokumentieren alles und  schicken die Mängelliste per Mail an Apollo. Sicher ist sicher, denn man hört ja so einiges von Autovermietungsfirmen bei der Rückgabe eines Fahrzeuges.



Schon vor einem Jahr, als die Entscheidung gefallen ist, dass wir nach Australienen segeln werden,  habe ich Kontakt mit meiner ehemaligen Ballettkollegin Suzanne aus Brisbane aufgenommen. Sie ist 1989 von Australien nach Wien gekommen und hat 9 Jahre an der Volksoper getanzt. Danach hat sie ein 4 jähriges Engagement an der Staatsoper bekommen und im Anschluss an ihre Ballettkarriere machte sie eine Ausbildung für Pilates und Gyrotonic. Sie ist nach Australien zurück gegangen und lebt jetzt in Coffs Harbour.

Jetzt war es endlich so weit, ein herzliches Wiedersehen nach über 20 Jahren. Suzanne spricht noch immer ein unglaublich gutes Deutsch und ich muss über ihre wienerischen Ausdrücke lachen. Es gibt so viel über unsere gemeinsame Ballettzeit zu tratschen und es fließen so manche Tränen bei Suzanne, denn sie vermisst Wien mit unserer Kultur und unseren Traditionen. Sie wünscht sich von mir Käsespäzle, und ich erfülle ihr den Wunsch natürlich sehr gerne und so verbringen wir einen schönen und teilweise auch melancholischen ersten Abend bei ihr im Haus.

Während Suzanne arbeitet, erkunden wir Coffs Harbour. Sie haben einen massiven Anleger, denn Coffs Habour war ein großer Hafen für Holzverschiffung. Die beiden vorgelagerten Inseln Muttonbird und Corambirrer Point wurden durch massive Dämme mit dem Festland verbunden und ein langer Wellenbrecher ist gegen Osten errichtet.



Nachdem Sydney ihre Hafenanlagen errichteten, ging der Holztransport von Coffs Harbour stark zurück, bis er schlussendlich eingestellt wurde.
Jetzt liegt eine kleine Marina in der geschützten Bucht und die Bewohner von Coffs Harbour erfreuen sich an einem ruhigen Strandabschnitt.





Denn wenn man nördlich und südlich dieses Hafens schaut, dann sieht man mit welcher Wucht die Wellen die Ostküste Australiens treffen.



Am zweiten Tag schau ich mir ihr Studio - Suzannes Hara Studio - an.





Ich besuche natürlich auch eine Trainingsstunde von ihr - es ist eine Kombination aus Ballettstunde, Pilates und Gyrotonic Bewegungen. Gemeinsam an einer Ballettstange zu stehen erweckt weitere Erinnerungen an unsere Volksopernzeit und wieder fließen Tränen der Wehmut bei Suzanne. Sie sagt selbst, dass sie das Tanzen vermisst. Ist für mich nachzuvollziehen, denn sie hat mit 30 die Bühne verlassen, ein Alter in dem man am Zenit einer Ballettkarriere ist, und sie war eine sehr gute Tänzerin.


Wir werden noch einen Tag hier bleiben, denn bis jetzt hatten wir noch gar keine Zeit, um all die Fragen über unser Abenteuer zu beantworten.


Dienstag, 6. März 2018

VON BRAUN NACH GRÜN

04./05.03.2018

Florian

Von Armidale wollen wir über den Waterfall Way das Küstengebirge überqueren - die Great Dividing Range - und nach Coffs Harbour. Die Wiesen und Wälder sind eher braun - Trockenheit herrscht und die Menschen hoffen auf Regen. Auch der Wollomombi Wasserfall, mit 220 m Höhe der zweithöchste von Australien, fällt leider nur recht zaghaft.

Wollomombi Waterfall
Weiter gehts in den Cathedral Rock National Park zum Übernachten. Wir wollen Grillen, doch als endlich ein schönes Feuer brennt, fängt es zu regnen an, sodass das Fleisch in die Pfanne kommt - wir sind wieder einmal "Regenmacher".



Heute Morgen wandern wir zunächst um den Cathedral Rock. Die Felsen stapeln sich und es sieht ein wenig aus wie im Waldviertel in der Blockhaide.



Dann gehts weiter, die Wiesen werden immer grüner und der Wald immer mehr zum Regenwald. Kein Wunder, denn es schüttet.



In Dorrigo wollen wir den Nationalpark bewandern, doch es schüttet ebenfalls. Also nehmen wir vor Thora die Nebenstraße, die uns ins "Promised Land" - das "Gelobte Land" - führt. Hier ist nun alles saftig grün und blüht; hier regnet es reichlich.




Wir suchen uns einen Übernachtungsplatz - wild neben dem Bach - und der heftige Regen trommelt uns in den Schlaf. Zum Glück ist das Dach nun dicht; dafür geht der Kühlschrank nicht mehr. Na muss ich wieder ein wenig mit Apollo plaudern...

Sonntag, 4. März 2018

KURIOS UND LUSTIG

3.3.2018

Martina

Wir sind gestern am Abend nach dem Konzert noch ca. 20 Kilometer bis zu unserem Schlafplatz gefahren. Florian ist schön langsam und vorsichtig gefahren, denn so ein nachtaktives Känguru, Wallaby oder einen Wombat auf der Motorhaube wollen wir nicht.


Heute morgen geht es weiter Richtung Armidale. Die hügelige Landschaft ist nach wie vor extrem trocken und die Landschaft zeigt sich in Beige-, Grau- und Brauntönen. In der Zeitung lesen wir von Wassersparmaßnahmen der Alarmstufe 2, das bedeutet Einschränkungen bei Autowäsche, Gartengießen und ein Swimmingpoolbefüllverbot.


Im Zentrum von Armidale ist heute gähnende Leere, denn am Showground am Rande der Stadt findet eine 2-tägige Landwirtschaftsmesse statt. Wir spazieren einmal durch die Fußgängerzone, besuchen noch die Katholische Kirche....




.... dann werfen wir uns auch ins Countryleben.





Ein riesiges Freizeitgelände mit 4 Hallen und einer Grünflächen steht für dieses Fest bereit. In den Hallen ist von Kuchen, Blumen, Handarbeiten, Fotos und Kleintieren alles zu finden. Der gesamte Ort ist mit seinen Produkten bei der Ausstellung präsent und die schönsten und besten Ausstellungsstücke werden prämiert.

Wie nennt man diese Hühnerart?

Wir kommen gerade rechtzeitig zur Beurteilung des schönsten und besten Stieres.


Bewerbe wie der Wettkampf der Jungbauern mit Strohballentragen und Schafe von einem Gatter zum anderen treiben sind besonders lustig, denn einige der Schafe suchen das Weite und lassen sich nur schwer wieder einfangen.


Peitschen knallen ist - glaube ich - bei uns auch nicht sehr verbreitet, aber hier gibt es sogar Meisterschaften.

Um 21 Uhr erleben wir ein Feuerwerk der Extraklasse. ich habe so ein spektakuläres und langes Feuerwerk noch nie gesehen.

Der Abschluss der Messe ist sehr kurios - ein Demolition Derby. Cirka 20 speziell umgebaute Autos stellen sich mit Blickrichtung nach Außen in einen Kreis mit einem Durchmesser von etwa 60 Metern auf. Dann ertönt ein Startsignal und die Fahrer beginnen im Retourgang aufeinander los zu fahren. Sie schießen sie sich ab wie im Autodrom. Wer als letzter noch fährt, hat gewonnen.






Ein riesen Spaß und für uns etwas Neues.