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Dienstag, 22. November 2016

GEGENWIND RADPARTIE

19.11.2016

Martina

Der Regen ist vorbei, aber der Wind bläßt nach wie vor mit 20 Knoten aus SO, Spitzenböen zeigen rasch einmal 30 Knoten auf unserem Windmesser. Aber es scheint wieder die Sonne und ich verlasse nach drei Tagen endlich wieder unsere Esperanza.
Gleich vis a vis des kleinen Hafenbeckens von Tapuamu gibt es einen Souvenierstand, wo man auch Fahrräder mieten kann.
Für 8 h in der Früh haben wir zwei Räder reserviert, und die junge Dame winkt uns schon von weitem freundlich zu. Wir bekommen sogar ein Fahrradschloss und einen Inselplan und einige Empfehlungen für eine Perl- oder Vanille Farm.


Wir starten im Uhrzeigersinn und strampeln zufrieden Richtung Norden. Ein kurzer Stopp ohne Kaufrausch bei der empfohlenen Perlenfarm und dann gehts auch schon wieder weiter, denn es liegen 70 km vor uns.
Am Straßenrand entdecke ich eine Soursop Frucht am Boden liegen. Die hatten wir schon sehr lange nicht mehr. Sie ist wunderbar reif und wir verspeisen sie gleich an Ort und Stelle.


Kaum passieren wir das nordwestliche Inselende, pfeift uns der Wind gehörig um die Ohren. Jetzt haben wir mit unserem Drahtesel schlechte Karten, keine Gangschaltung und sehr hohe Lenkstangen. Florian übernimmt die Führung und ich versuche mich im Windschattenfahren. Jede gepflanzte Palmenreihe, die uns etwas Windschutz bietet, ist ein Segen.


Taha´a ist eine sehr gepflegte Insel mit lediglich 5 kleinen Orten. Es ist Samstag Mittag und die Insel wirkt ausgestorben, bis wir dann nach Faaaha kommen. Hier trifft sich dieses Wochenende der Großteil der Inselbewohner zum Volleyballturnier. Teilweise spielen die Damen sogar barfuß aber alle spielen mit viel Einsatz und Freude. Wir stärken uns mit einem frisch gepressten Mangosaft und einem Baguette. Im Hafenörtchen Haamene kaufen wir zuerst noch etwas Obst ein und queren dann die Insel, deren Strassen wie ein Achter über die Insel gelegt ist. Um wieder zurück auf die Westseite zu kommen, müssen wir unsere schweren chinesischen Gäule über einen steilen Hügel schieben.



Auf der Westseite gönnen wir uns eine Abkühlung im Meer, doch leider gibt es auf ganz Taha´a keinen Strand, also begnügen wir uns mit einem Sitzbad am Straßenrand. Auf unseren letzten Kilometern fahren wir an einigen verfallenen Häusern mit riesigen Mangobäumen vorbei. Wir bleiben stehen und füllen unsere Fahrradkörbe mit auf dem Boden liegenden großen Mangos. Rasch entsteht die Idee, die reifen aufgeplatzten Mangos noch heute zu einer Marmelade zu verarbeiten.


Wir geben die Räder um 16 Uhr zurück und dann starte ich mit der Marmelade. während Florian den Schiffsrumpf weiter schrubbt. Gekocht wird dann aber nicht mehr, Florian holt uns von einem Roulotte eine Pizza, eine willkommene Abwechslung.

Montag, 21. November 2016

REGENMACHER

16.-18.11.2016

Florian

Thorsten, danke für deinen Kommentar zu unserem letzten Blog. Du hast natürlich vollkommen recht. Korallen werden ohnedies nicht berührt und Martina wird mein gutes Brot nicht wieder an die Fische verfüttern - ich hab´s ihr eh gesagt, aber was soll ich dir sagen, Martina hört manchmal einfach nicht auf mich.

Aber hinkünftig werden wir eh weniger Zeit zum Schnorcheln haben, denn ich habe jetzt DIE Entdeckung des 3. Jahrtausends gemacht. Ich kann Regen machen!!! Kein Schmäh - die letzten drei Tage ausprobiert - funktioniert perfekt. Sobald ich die Luken unserer ESPERANZA öffne, fängt es binnen 2 Minuten zu regnen an - aber nicht nur ein bisschen, nein es schüttet wie aus Schaffeln. Meine Versuchsreihe von zehn Versuchen verlief erfolgreich und so werde ich nun in Kontakt mit Dubai treten und mit ihnen gute Geschäfte machen.


Tapuamu
Das Internet in Tapuamu an der Westseite von Taha´a war nicht existent, weswegen wir nichts von uns hören lassen konnten. So hatten wir ruhige Tage an Bord und ich war jeden Tag laufen. Nur unsere Ankerkette ratterte über den Grund. Wir haben sie bei 45 Metern mit unserem Kugelfender "aufgehängt", aber leider verhedderte sich der Fender immer wieder in unserer Ankersicherung und so musste ich jede Nacht mehrfach aufstehen und den Fender befreien, denn sonst glaubt man, jemand kratzt mit Fingernägeln an deinem Trommelfell - da ist an Schlaf nicht zu denken.

Kugelfender 
Die Sturmböen von bis zu 40 Knoten haben wir mit 70 Metern Ankerkette - fast - gut überstanden. In der ersten Nacht schau ich aus der Türe und - PENG -  bekomme einen Schlag auf die Stirn. Unsere Eingangstür war nicht eingehängt und ist in einer Böe zugekracht und mit dem Griff mir auf die Stirn - Platzwunde; 5 cm tiefer und meine Brillen sind hin und ich hab den Griff im Aug - Glück gehabt!  


Die Schlechtwetterfront ist jetzt durch und wir sehen wieder blauen Himmel - ich nehme an, weil ich die Luken nicht mehr geöffnet habe.

Eins noch: unsere Ankerwinsch ist eine französische LOFRANS Tigre. An der Unterseite der Kettennuss ist ein Niro-Dorn, der die Kette von der Nuss in den Kettenkasten ableitet. Die Befestigung ist aus Alu. Niro + Alu + Salzwasser = Korosion; da haben die Leute von Lofrans nicht nachgedacht. Es waren schon ordentlich Korosionsspuren zu sehen. Ich habe Korosionsschutzpaste draufgegeben, jetzt sollte alles ok sein.


Freitag, 18. November 2016

FRECHE FISCHE

15.11.2016

Martina

Wie bereits angekündigt haben wir heute gleich nach dem Frühstück unsere Schnorchelausrüstung und unsere beiden Photoapparate ins Dingi gelegt und sind den kurze Weg zum kleinen Motu Tautau hinüber gefahren.
Unseren Dingianker haben wir auf 50 cm Wassertiefe an der Südspitze von Tautau in den weißen Sandboden gelegt.


Wir schnappen unsere Sachen und gehen am Ufer des Motu Tautau ans Nordspitzerl der kleinen Insel. Dort angekommen kann man schon ganz deutlich die starke Strömung, die durch die beiden Motus fließt erkennen. Ausrüstung anlegen, Photoapparat schussfertig machen und dann hinein in die Fluten. Kaum hat man die Schnorchelposition eingenommen gibt es kein zurück mehr. Die Strömung ist so stark, dass man nur mit größter Anstrengung und für kurze Zeit seine Position halten kann. Man hat nur zwei Möglichkeiten, entweder an irgendeinem Korallenstock festkrallen oder eben wie ein Stück Holz treiben lassen.
Es ist herrlich, wie im Unterwasserkino, nur richtungskorrigierende Flossenschläge sind gefragt, denn manchmal ist es wirklich sehr seicht. Zar heißt dieser Schnorchelplatz "Korallengarten", aber die Korallen sind nicht aufregend. Das besondere sind die tollen Fische.




Ich habe ein Stück gutes Vollkornbrot in einem Sackerl für die Fische mitgenommen, und scheinbar wissen die Fische schon, dass das Futter für sie ist. Viele unterschiedliche kleine Fische umzingeln mich und treiben mit mir in der Strömung, ohne mein kleines Sackerl aus den Augen zu verlieren. Ich muss aber zuerst einen strömungsgeschützten Platz finden, damit ich das Fütterungsschauspiel auch beobachten kann. Kaum lasse ich die ersten Bröserl aus dem Sackerl, bestürmen mich die kleinen frechen Fische. Die Raubtierfütterung ist rasch vorbei und Florian, der das Schauspiel von der Nähe photographiert, wird sogar in den Finger gebissen.


Trotzdem, ich bin total begeistert und mache diesen Schnorcheltauchgang drei Mal, doch dann müssen wir zurück aufs Schiff, denn das Schlechtwetter braut sich um uns zusammen und wir müssen uns in die nach Osten geschützte Bucht Tapuamu verlegen, um uns vor dem herannahenden Sturm zu schützen.

Mittwoch, 16. November 2016

WEITER

14.11.2016

Florian

Die Nacht war bis auf einige wenige Fallböen ruhig und wir lagen sicher genug. Heute aber geht es weiter, denn so schön ist der Ankerplatz mit seinem braunen Wasser nicht. So motoren wir entlang der Westküste von Tahaa nach Norden, vorbei an üppiger Vegetation,


einfachen Häusern


und einer Kirche, die Martina wegen ihrer Farbe an die Kirche in Dürnstein an der Donau erinnert (das ist aber auch schon alles, das daran erinnert).


Wir ankern uns auf der äußeren Riffplatte knapp nördlich vom Tahaa Private Island & Spa ein - angeblich das exklusivste Hotel von Französisch Polynesien (aber das haben wir jetzt auch schon mehrfach gelesen).


Neben uns ankert ein witziges Schiff - da bekommt der Begriff Hausboot gleich eine neue Bedeutung.


Zwischen Hotelinsel und Nachbarinsel soll ein Korallengarten sein, durch den man sich mit der Strömung durchtreiben lassen kann. Den wollen wir morgen erkunden.

p.s.: Türenspiel: 5:1 für mich bzw. Wechseln; neues Spiel: ich wähle Tür 1

Dienstag, 15. November 2016

ÜBERFAHRT NACH TAHA´A

13.11.2016

Martina

Wieder einmal bestimmen nicht wir, sondern die Windvorhersage unseren Reiseplan. Wir müssen den heutigen NW Wind nützen um wieder ein Stückchen Richtung Osten zu kommen, denn ab Dienstag dreht der Wind nach SO mit bis zu 18 Knoten.
Um 10 h verabschieden wir uns von Bora Bora und segeln gemütlich entlang des breiten Riffgürtels nach Süden. Danach müssen wir nach Osten abdrehen um Kurs auf Taha´a nehmen zu können. Der Wind ist so schwach, dass vor dem Wind Abkreuzen keine Alternative für uns ist, denn wir würden die 26 Seemeilen bis Taha´a nicht vor Sonnenuntergang schaffen.

Blick zurück auf Bora Bora

6 Stunden segeln wir „Schmetterling“ – also mit Genua und Fock ausgebaumt – und werden wieder wie am Atlantik durchgebeutelt, nur mit dem einen großen und entscheidenden Unterschied, dass wir wissen, es ist bald vorbei.
Die Riffeinfahrt kennen wir schon, doch jetzt heißt es schnell einen Ankerplatz finden. Wir haben noch 45 Minuten bis zum Sonnenuntergang und  hinter uns brauen sich noch dazu mächtige dunkle Wolken zusammen.


Laut Informationsmaterial soll gleich vis a vis der Riffeinfahrt in der Bucht Hurepiti ein guter Hurrikanankerplatz sein, aber es soll auch einige unmarkierte Riffe in der großen Ankerbucht geben.


Florian tastet sich langsam vorwärts. Die Sicht ist aufgrund der tief stehenden Sonne schon sehr schlecht, und das Wasser ist durch einen Flusseinlauf braun. Ich stehe am Bug und versuche Untiefen und Riffe ausfindig zu machen. Der erste eingezeichnete Ankerplatz ist absolut ungeeignet, wieder raus aus der Minibucht und weiter suchen. Die Zeit drängt, die Sicht wird immer schlechter.
Wie aus dem nichts ragt plötzlich vor mir ein Riff bis knapp unter die Wasseroberfläche auf. Ich schreie leicht panisch: „ hart Steuerbord, RIFF voraus, super seicht, Steuerbord, Steuerbord“ Meine Stimmlage muss eindeutig gewesen sein, Florian macht einen 90° Haken und wir entkommen ohne Grundberührung der Gefahr. Jetzt ist die Stimmung an Bord explosionsartig gestiegen.


Unsere Navionics-Seekarten sind wieder einmal falsch, der Tiefenmesser springt zwischen 4 -und 16 Metern hin und her. Florian meint das können nur Sprungschichten sein. Langsam wagen wir uns tiefer in die Bucht hinein.
Erster Ankerversuch endet mit einem an unserem Heck aus dem Nichts kommenden Riff.
Zweiter Ankerversuch endet mit einem sehr steil ansteigenden Uferbereich an unserm Heck.
Wir haben noch 10 Minuten: noch ein Ankerversuch oder so bleiben? Nein: Anker auf!

Dritter Ankerversuch auf 16 Metern Wassertiefe, schaut gut aus, alles finster, nichts zu sehen, hoffentlich nicht nur weils schon finster ist. NA DANN GUTE NACHT !!!!!