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Mittwoch, 1. August 2018

ALLES HAT ZWEI SEITEN

31.7./1.8.2018

Martina

Wie angenommen sind wir das langsamste Schiff der Regatta. Wohl auch deshalb weil Florian nicht motoren will. Es ist auch nicht notwendig, denn wir haben viel Zeit, und die Wellenbedingungen sind sehr angenehm. Ja alles hat "zwei Seiten"! Mein Pflaster hinter dem Ohr beschert mir eine seekrankheitsfreie Überfahrt, und so versuchen wir unsere Schneckenfahrt zu genießen. Es bleibt viel Zeit zu lesen, flechten, kochen, schlafen und kleinere Wartungsarbeiten zu erledigen. Auch die Nachtwachen sind bei diesem gemütlichen Wellenbild kein Problem. Ich nehme an es liegt daran, dass wir während unserer Freiwachen wirklich gut schlafen können. Den Jet Lag aus Österreich haben wir hinter uns gelassen und so segeln wir langsam aber sicher Indonesien entgegen.


Die Esperanza ist brav, wenngleich ich das Gefühl habe, dass sie unterfordert ist. Wir segeln zwischen 1,5 - und 5,0 Knoten und das ist mehr ein Adriasegeln als Hochseesegeln.


Hoffentlich vertreibt uns die Strömung nicht nach Afrika, denn wir würden ganz gerne spätestens am 3.8.2018 in Kupang ankommen.

Unsere Position vom 1.8.2018 17 Uhr UTC: 10°54,588´S 125°32,540´O.

Montag, 30. Juli 2018

ADIEU AUSTRALIEN

27./28./29./30.07.2018

Florian

Am Donnerstag hole ich unsere Pässe vom indonesischen Konsulat (kleine Fahrradtour) - in einem Tag war alles erledigt und jetzt dürfen wir also nach Indonesien einreisen. Das Visum kostet AUD 70,00 pro Person gilt zunächst 60 Tage ab erster Einreise und wird dann einmal verlängert werden müssen, damit wir ordnungsgemäß bis Singapur kommen.

Am Freitag ist Ausklarieren aus Australien angesagt. Auch das ist Dank guter Organisation von Sail Indonesia in 5 Minuten erledigt. Der Grenzschutz gibt uns noch Informationsmaterial - wir sollen jegliche ungewöhnliche Erscheinung auf unserer Überfahrt melden; ebenso Fischereiaktivitäten von Indonesischen Schiffen: unsere Seglergruppe ist also nunmehr zu Grenzbeobachtern umfunktioniert. Die Sail Indonesia Organisatoren sind betreffend den Ablauf in Indonesien selbst planlos - alles  steht in den Sternen, alle sind korrupt und werden versuchen uns auszunehmen. Leichter Unmut regt sich, aber die Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen und zuversichtlich sein, dass wir auch Indonesien meistern werden.

Nochmals wird empfohlen indonesische Rupien zu wechseln; das haben wir ganz vergessen. Also in die Laufschlapfen und in die Innestadt gelaufen - nur leider ist heute Bankfeiertag - alle Banken geschlossen. Glücklicherweise finde ich bei einem Reisebüro den einzigen offenen Geldwechsler und so wechsle ich ca. AUD 240,00 in 2.400.000,00 indonesische Rupien - wir sind Millionäre!!


Die letzten Arbeiten sind erledigt, das letzte australische Geld geht für Mittagessen und ein Abschiedsbier drauf - es ist Zeit zu gehen.

Am Samstag startet die Sail Indonesia Rally um 10:00 Uhr mit einem offiziellen Regattastart mit Kanonenschüssen und allem Pi-pa-po. Sogar ein wenig Wind hat sich eingestellt und so segeln etwa 15 Schiffe über die Startlinie Richtung Indonesien; 470 Seemeilen sind es bis Kupang auf Timor. Der Wind ist schwach und drehend und die Gezeitenströme lassen uns nicht aus dem Beagle Golf (zwischen Darwin und Melville bzw. Bathurst Island). In der Nacht kreuzen wir in der Gegend umher und arbeiten uns in die Timor See hinaus. Auch am zweiten Tag ist wenig bis kein Wind und die Strömung spielt sich mit uns. Die meisten Schiffe motoren, aber wir segeln - es ist ja egal ob wir 2 oder 3 Tage länger brauchen - bis zum 4. August (Zielschluss) werden wir es schon schaffen. Am Abend kommt immer eine Brise auf - von Südwest, völlig untypisch - und wir segeln Raumschot mit 5 Knoten unter vollen Segeln ohne Welle - vom Feinsten.


Die Etmale liegen um die 75 sm und heute Montag haben wir ca. 150 sm hinter uns und also noch etwa 300 sm vor uns. Geduld ist angesagt...


Unsere Position am 30.07.2018 um 12:00 Uhr Ortszeit: 11°30,0´S 128°39,2´O, Alles ok.

Donnerstag, 26. Juli 2018

ADIEU TIPPERARY MARINA

25./26.7.2018

Martina

Wir haben nur einen Tag, um all unsere Vorbereitungen für die Überfahrt nach Indonesien zu erledigen. Ein rasches Frühstück nach einer relativ guten ersten Nacht auf unserer Esperanza und dann geht`s gleich im Eiltempo dahin.

Florian radelt zur Indonesischen Botschaft, während ich die letzten Sachen unseres Heimaturlaubes verstaue. Jetzt ist Wäsche waschen angesagt, denn Bettwäsche sowie Handtücher etc. habe ich vor dem Heimaturlaub nicht mehr gewaschen. Ich möchte natürlich auch noch das Schiff innen und außen ordentlich durchputzen, denn es liegen viele wassersparende Wochen vor uns.


Am frühen Nachmittag gilt es noch den Einkauf für die nächsten Wochen zu erledigen, denn laut Seglerinfos schaut es in Indonesien mit der Versorgung von Fleisch, Wurst, Käse und alles was man im Westen so gewohnt ist schlecht aus.

Ich komme mit 7 großen, prall gefüllten Einkaufstaschen, einer Kiste Bier, etwas Wein und Nutella für den Kapitän nach Hause.


Florian hat in der Zwischenzeit das zweite Deckfenster geschliffen und gestrichen, wir wollen ja einen guten Eindruck in Indonesien machen.


Um 23 Uhr sind wir fertig und dann fallen wir ins Bett. Diese Nacht sind wir aufgrund des Jet lag viele Stunden wach, aber um 6 Uhr in der Früh, als der Wecker läutet, hätten wir noch gerne weiter geschlafen.

Wir müssen aber auf, denn es fehlt noch ein Fensteranstrich, der Wassertank muss noch gefüllt, das Deck abgespritzt werden und um 7:30 Uhr müssen wir am Dock sein und die Marina verlassen. Später geht nicht, weil wir die seichten Stellen bis zum Ankerplatz in der Fannie Bay bei Hochwasser passieren wollen und müssen.


Alles geht gut und wir liegen wie vor 6 Wochen wieder in der Fannie Bay nur nicht mit 10, sondern mit mindestens 60 Schiffen.




Das Unterhaltungsprogramm für heute ist eine geschleppte Bohrinsel, Gott sei Dank sind wir schon vor Anker und nicht mehr in der Fahrwasserstrasse dieses Monsters.

Dienstag, 24. Juli 2018

HEIMWEG ZUM HEIMWEG

Florian

22./23./24.07.2018

Los gehts. Wir fliegen nach Hause zu unserer ESPERANZA. Der Abschied fällt dieses Jahr ein wenig leichter, da es das letzte Mal ist, dass wir uns verabschieden müssen, er ist aber dennoch tränenreich. Doch dann sitzen wir im Flieger und fliegen nach Hongkong. Die AUA Crew ist unüberbietbar nett und beschenkt uns von vorne bis hinten - schön wenn man Freunde dort hat und HERZLICHEN DANK!!!



Nach guten 11 Stunden landen wir in Hongkong und checken gleich bei Singapur Airlines nach Darwin ein. Das dauert sehr lange denn die Damen diskutieren angeregt (auf chinesisch), bis eine uns mitteilt, dass unser Australien Visum abgelaufen ist. Ich werde leicht unrund, denn man hat uns bei der Visumsausstellung mitgeteilt, dass das Visum 1 Jahr ab Ersteinreise gültig ist mit "multiple entries" (also beliebig vielen Einreisen). Leider war das offenbar falsch, denn das Visum läuft ab Antragstellung. Richtig ist zwar, dass man vor Ablauf des Visums ausreisen und neuerlich einreisen darf und dann noch ganze 12 Monate bleiben darf. Wenn man allerdings nach 12 Monaten ab Visumserteilung neuerlich einreisen möchte (so wie wir), dann geht das nicht mehr. Ein Jahresvisum mit multiple entries gilt also 12 Monate ab Visumserteilung und nicht Ersteinreise. Die Dame am Schalter meint jedoch, dass Singapur Airlines uns gerne ein Visum für Australien besorgt, was wir gerne annehmen und dafür HK$ 400,00 bezahlen dürfen (also umgerechnet ca. EUR 45,00). Ich bin wieder entspannt.

Da wir noch 6 Stunden bis zum Weiterflug haben, fahren wir mit dem Bus nach Hongkong/Kowloon hinein. Martina kauft Schmuckzubehör für ihre Perlen und ich gönnen mir eine - schlechte - Massage. Alles bei Dauerschütten - wir haben Monsum und die Erde ertrinkt.



Wegen des schlechten Wetters hat unser Flug nach Singapur 2 Stunden Verspätung, und so kommen wir erst um 01:30 Uhr Ortszeit in Singapur an. Der supermoderne Flughafen ist menschenleer, bis auf die Schlaflounges.


Wir finden eine leere Fensternische und schlafen dort am Boden. Nach  3 Stunden gelegentlichen Schlafs gehts weiter nach Darwin. Ich bin bereits müde genug, um sogar im Flieger schlafen zu können.


So erreichen wir um ca. 15:00 Uhr Ortszeit (7,5 Stunden Zeitverschiebung zu Österreich) das heiße und trockene Darwin/Australien.

Unsere ESPERANZA liegt gleichmütig an ihrem Platz in Tipperary Waters am Steg unserer neuen Freunde Peter und Ingrid. Alles funktioniert - alles ist perfekt. Nach einigen Telefonaten mit Sail Indonesia und einem Besuch im Darwin Yacht Club entsteht wie von selbst ein Zeitplan: Mittwoch Visum im Konsulat beantragen, Donnerstag ESPERANZA aus der Marina an den Ankerplatz der Sail Indonesia Rally in der Fannie Bay auf der anderen Seite von Darwin bringen, Freitag ausklarieren, Samstag 10:00 Uhr auf nach Indonesien - und dazwischen irgendwie sonst tausend andere Sachen fertig machen. Jaja, der Urlaub ist vorbei, doch ab Samstag sind wir am Heimweg!!

Fannie Bay, Darwin, Australien


Donnerstag, 21. Juni 2018

P.S. - VORTRAG

Zur Erinnerung:


VORTRAG



UNSER 5. JAHR - VON FIDSCHI NACH AUSTRALIEN


19. Juli 2018, 18:00 UHR

WOHNPARKKIRCHE ALT ERLAA

Wohnpark Alt Erlaa, Anton Baumgartnerstraße 44, 1230 WIEN

Öffentlich sehr gut mit der U6 oder Autobus 64A oder 66A erreichbar.
Günstige aber kostenpflichtige Parkplätze gibt es in der Wohnparkgarage

PLATZ FÜR WIRKLICH ALLE!!!

MIT KAVA-ZEREMONIE in der Pause!



Es gibt auch wieder die Möglichkeit Schmuck aus meiner PERLENKREATION zu kaufen!





Wir freuen uns auf euer Kommen
Martina & Florian

Sonntag, 17. Juni 2018

DIE LETZTEN STUNDEN

15.6.-17.6.2018

Martina

Die letzten Tage und Stunden vergehen wie immer wie im Flug. Zuerst denkt man, man hat viel Zeit, aber wenn man viel Zeit hat, hat man auch viel vor.
Unsere Pläne bei Ankunft in Darwin waren, täglich bis zu Mittag an Bord zu arbeiten und dann die Umgebung zu erforschen.

Und so war es wirklich: jede freie Minute sitze ich und arbeite an der Diashow. Florian, schleift, streicht, Motorölwechsel, Dingi abdichten,  AIS reparieren, Sitzbank reparieren etc, etc.....



Vorher

Nachher
Am Donnerstag ist am Mindil Beach Night Market, und so raffen wir uns auf, lassen an Bord alles liegen und stehen und besuchen den Markt.


Ein buntes Treiben zwischen Kunst- und Fresstandeln beherrschen die Szene. Touristen vermischen sich mit Australiern und dazwischen immer wieder kleinere Gruppen von Aboriginals.
Besonders gefragt ist der Stand, der Tacos mit Krokodilfleisch verkauft. Imposant ist der große Räucherofen in dem 7 ganze Krokodile geräuchert werden sowie die Krokodilschädel, die zum Kauf eines Tacos verleiten.



Am Tag darauf machen wir eine 3 stündige Tour durch Downtown Darwin. Die Stadt ist von Wasser umgeben und dies versprüht ein angenehmes Urlaubsgefühl. Das Parlament und das Governerhouse belegen die schönsten Plätze der Stadt. Verkehrsstau kennt man hier nicht und gestresst scheint hier auch niemand zu sein.


Government House

Parlament von Northern Territory

Am Samstag 16.06. bei Sonnenaufgang läuft Florian beim Park Run (5 km), erstaunt mit seinen Laufschlapfen (Huaraches) und beeindruckt, als er als erster durchs Ziel geht  (jetzt wollen alle in Darwin solche Schlapfen) http://www.parkrun.com.au/darwin/results/latestresults/.

Danach verlegen wir unsere Esperanza auf den Privatsteg von Ingrid und Peter. Unsere Esperanza fühlt sich hier sehr wohl und bekommt eine sehr elitäre Betreuung durch die beiden.



Wir essen die letzten Reste vergangener Tage, packen unsere Taschen und in 2 Stunden sind wir auf dem Weg zum Flughafen.

WIEN WIR KOMMEN !!!

Mittwoch, 13. Juni 2018

LANGEWEILE

09.-13.06.2018

Florian

Eigentlich hätten wir uns ja Langeweile verdient. Aber wenn man mit Ameisen im Hintern geboren wurde, dann kann man einfach nicht still sitzen. Und außerdem ist NACH der Überfahrt VOR der Überfahrt.

Uns wird also nicht langweilig. Am Sonntag gings ins Deckchair Cinema (Liegestuhl-Kino), wo wir australische Filmkost ("Breath" - ein Surferfilm) genießen durften. Das Freiluftkino liegt in sehr nettem Ambiente, an der Küste direkt unter dem Parlament in einem tropischen Garten.



Martina werkt an unserem Lichtbildvortrag für den 19. Juli - das wird was ganz besonderes!
Wir machen Großeinkauf der nicht-verderblichen Sachen für Indonesien.


Ich habe mittlerweile unsere Bordbatterien erneuert (die alten Trojan T105 haben uns gute Dienste geleistet sind aber auch schon 5 Jahre alt). Wir haben nun Delkor 4 x 6V, 232 Amp -also 12 V 464 Amp. als Hausbatterien (Deep Cycle). Die sollten uns gut nach Hause bringen.



Durch das an Land schleifen des Dingi war der Kiel abgeschliffen - also neu laminiert und gestrichen und ebenso unsere Plicht, damit sie wieder repräsentativ ist (immerhin haben wir Österreicher ja bald EU Vorsitz).



Und schließlich bin ich unter die Bierbrauer gegangen und habe Root Beer angesetzt. Man muss sich ja schließlich um die Notversorgung kümmern.


Unsere ESPERANZA dürfen wir während unseres Heimaturlaubs an einem Privatsteg von Freuden von Freunden von Freunden lassen - dort ist sie gut aufgehoben und bewacht und wir sparen uns auch noch ein wenig Geld. Es geht uns also gut und wir freuen uns bereits auf unsere Lieben zu Hause!!

Sonntag, 10. Juni 2018

DIE LETZTEN MEILEN

Martina

8.6.2018

Wir stellen unsere Uhren um eine halbe Stunde zurück, denn in Northern Territory ist die Zeitzone UTC + 9:30 Stunde.
Florian möchte noch in der Fanny Bay Diesel auftanken und so fahren wir bei derzeitigem Tidenstand von mehr als 3 Meter über Niedrigwasser bis zur Tankstelle. Es ist ein eigenartiges Gefühl in der Seekarte 0,1 Meter Wassertiefe zu lesen, und den Kurs über diese Tiefen in die Einfahrt der Tankstelle anzulegen. Alles gut, wir haben nie weniger als 4 Meter auf unserem Tiefenmesser stehen.


Die letzten 8 Meilen bis zur Tipperary Waters Marina, wo wir uns schon vor Wochen einen Liegeplatz reserviert haben, führen uns rund um Darwin in eine große Bucht.


Hier ist es ebenfalls teilweise sehr seicht, aber es gibt eine gut betonnte Fahrwasserrinne durch die Mangroven. Blöd ist aber, dass viele Fischer- und Segelboote kreuz und quer in diesem Fahrwasser ankern. Es ist ein Slalomkurs zwischen Mangroven, Schiffen an Bojen und Moorings.


Durch die extremen und bis zu 8 Meter hohen Tidenunterschiede haben alle Marinas eine Schleuse. Dani, die Schleusenmeisterin der Tipperary Waters Marina hat uns auf Grund unseres Tiefganges einen Schleusentermin um 12 Uhr gegeben.

Wir sind pünktlich und sie wartet schon mit offenen Schleusentoren auf uns. Florian steuert langsam und präzise in die enge Schleusenbox. Das Schleusentor geht zu, wir werden ca. 2 Meter hinauf geschleust und dann gleiten wir in die entzückende Minimarina. Umgeben von Privathäusern mit eigenem Anleger befindet sich in der Mitte ein Schwimmsteg für externe Schiffe.


Wir machen unsere Esperanza fest und somit haben wir wirklich unser 5. Segeljahr abgeschlossen.
Schön langsam stellt sich auch das Gefühl der Erleichterung ein und wir lassen das letzte Jahr Revue passieren. Mit Sushi und Sashimi genießen wir einen wunderschönen, glücklichen und entspannten Abend.


Freitag, 8. Juni 2018

VERSÖHNUNG

07.06.2018

Florian

Bei Sonnenuntergang passieren wir New Year Island.


Am Morgen wird der Wind schwach und dreht zu sehr nach Ost, sodass wir vor dem Wind abkreuzen müssen. Von der Cobourg Halbinsel bläst wieder Rauch in unsere Nasen - es duftet weihnachtlich (und kalt ist es auch).

Wir genießen bei angenehmen Segelbedingungen unsere Tunfischsteaks, aber den passenden Weißwein lassen wir weg.


Zu Sonnenaufgang gibts einen ordentlichen Squall, 15 bis 20 Knoten pfeifen uns um die Ohren. Nur hört der Wind dann nicht mehr auf. Um 09:00 Uhr (3,5 Stunden VOR Darwin Hochwasser - Segelführer empfiehlt 5 Stunden VOR Darwin Hochwasser) sind wir bei Cape Don und unsere Geschwindigkeit legt mit der Strömung auf bis zu 10 Knoten zu.
Der Van Diemen Golf empfängt uns mit weiterhin gutem Wind und so zischen wir mit 8 bis 10 Knoten unter Vollzeug Richtung Südwest und machen Zeit gut. Ich wähle die direkte Route  - Cape Don zu Wegpunkt 11°49,419 S 131°25,585 O - und zurück auf die Schifffahrtsspur - und die Rechnung geht voll auf! Wer wagt gewinnt!!
Der scheinbare Wind fällt nie unter 15 Knoten - bis wir den Wegpunkt passiert haben. Dann schläft der Wind ein und ich starte um 15:00 Uhr die "Eiserne Genua". Um 17:30 Uhr (5 Stunden NACH Darwin Hochwasser) sind wir in der Einfahrt zu den Vernon Islands. Eigentlich sollten wir 2,5 Knoten mit uns haben, doch leider "schiebt" uns maximal 1 Knoten (wenn überhaupt). Bei Sonnenuntergang haben wir die Inseln passiert.



Der "berüchtigte" Van Diemen Golf liegt hinter uns - wieso berüchtigt ist mir nicht klar geworden. Wir motoren in die Nacht und mit der Flut weiter Richtung Darwin, das bereits am Nachthimmel leuchtet. Die einlaufende Flut ist strömungstechnisch nur mit etwa 1/2 Knoten zu bemerken - aber "einem g´schenkten Hund schaut man nicht in Mund" - man nimmt, was man kriegen kann. Die Einfahrt nach Darwin ist spannend, da auf der Seekarte vielfach Wassertiefen von lediglich 1-2 Meter aufscheinen - tatsächlich hat es laut Tiefenmesser zumindest 7 Meter - Darwin hat eine Tide von bis zu 6 Meter!
Um 23:30 Uhr bei Windstille fällt in der Fannie Bay der Anker und wir einander in die Arme. Wir haben es geschafft - Darwin wir sind da!! 415 sm seit den Wessel Islands. Ein versöhnlicher Abschluss unserer 2029 sm langen Odyssee von Bundaberg nach Darwin.

PS: Fotos der letzten Blogeinträge sind soeben nachgetragen!