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Freitag, 17. Juni 2016

UNVERHOFFT KOMMT OFT

Martina

Eigentlich wollten wir morgen nach Nuku Hiva segeln und uns in aller Ruhe die letzte Insel der Marquesas anschauen. Wir hätten eine Woche dafür geplant, um dann Richtung Tuamotos/Raroia zu segeln. Doch eine letzte Wetterkontrolle verändert all unsere Pläne.
Der Wind wäre zwar für die Fahrt nach Nuku Hiva perfekt, aber danach schauts traurig aus. Der Wind wird Mitte der Woche immer schwächer und dann dreht er sogar auf SSO.
Wir rechnen für die 425 Seemeilen mit guten 3 Tagen, also müssten wir am Samstag von Nuku Hiva wieder aufbrechen, um noch mit dem letzten Windhauch nach Raroia zu kommen. Das macht wirklich keinen Sinn.

So werden wir also gleich von hier aufbrechen. Mit dem großen Nachteil, dass es keine Möglichkeit gibt Gemüse einzukaufen. Jetzt gehen wir noch rasch Milch, Brot und Leckerlies einkaufen, Wasser bunkern und Esperanza segelfertig machen.
Die nächsten Tage gibt es nur Textnachrichten von uns, wie es dann auf den Tuamotos mit Internet ausschaut wissen wir nicht. Also bitte nicht nervös werden, wenn wir uns nach Ankunft nicht täglich melden, denn dann sind wir nur im Internet-freien Paradies.

Donnerstag, 16. Juni 2016

TOURISTENAUFLAUF

Florian

Gestern habe ich mich wieder einmal in den Motorraum gezwängt und Motorölwechsel durchgeführt - alle 150 - 200 Motorstunden mache ich das, damit unser Motor zufrieden bleibt.
Heute in der Früh wurden wir von lautem Läuten geweckt - die Aranui 5 läuft ein; das Versorgungs-/Kreuzfahrtschiff, das von Tahiti aus die Marquesas versorgt. Sie gehört einer chinesischen Gesellschaft.


230 Touristen marschieren kurze Zeit später durch Hakahau, das sich für den Besuch herausgeputzt hat. Überall wird Kunsthandwerk angeboten und der Höhepunkt ist eine traditionelle Tanzvorführung. Leider haben viele der hiesigen Tänzerinnen Ihr Diätprogramm vernachlässigt, und so sehen manche Damen furchteinflössender aus als die tanzenden Krieger. Auch Manfred ist hier und verkauft - sehr erfolgreich - seine Schokolade.



Die Aranui 5 ist wohl der wichtigste Wirtschaftsfaktor für den Ort; und sie kommt alle 14 Tage vorbei. Das Publikum an Bord besteht fast ausschließlich aus älteren Herrschaften, die langsam durch die wenigen Straßen flanieren. Eine einfache Balkonkabine kostet für die 14-tägige Kreuzfahrt ca. EUR 6.000,00 pro Person - also eine luxuriöse Angelegenheit. Und wir hängen uns in den Touristenstrom und dürfen auch von den angebotenen Früchten kosten und uns die Tänze anschauen. Haben wir ein Glück...


Mittwoch, 15. Juni 2016

SCHARFE SACHE

Martina

Das muss ich jetzt gleich klar stellen. Ich habe gestern trotz Erschöpfung das Geschirr abgewaschen, nur war Florian schon so kaputt, dass er das gar nicht registriert hat.

Bei der Wanderung habe ich extrem scharfe Chillischoten entlang unseres Weges gepflückt. Heute habe ich mir ein Chilliöl angesetzt. Ich nehme an, dass ich dieses dann noch stark verdünnen muss, denn sonst verätzen wir uns noch die Speiseröhre.


Wir haben in Erfahrung gebracht, dass bei der Bibliothek eine gute und gratis Internetverbindung gibt. Deshalb sind wir wieder mit unseren beiden Laptops im wasserdichten Rucksack ausgerückt und erledigen unsere Internetarbeiten. Nicht so gemütlich und auch der Ausblick ist mit Atuona nicht zu vergleichen, aber wir sind ja schon froh, wenn es funktioniert.



Dienstag, 14. Juni 2016

WANDERUNG HAKAHETAU NACH HAKAHAU

Florian

Um 06:00 Uhr läutet der Wecker, denn heute wird gewandert. Frühstück gibts im kleinen Geschäft und dann gehts per Autostop vorbei am abenteuerlichen Flughafen (einer der gefährlichsten der Welt; kurze Landebahn und man landet bergauf gegen die Bergwand) vorbei nach Hakahetau.



Wir marschieren durch den Dschungel zum Wasserfall Vaiea und genießen ein kurzes, kühles Bad.


Danach wandern wir weiter zu Manfred, ein Deutscher, der seit 20 Jahren hier lebt und in Handarbeit 100 % Schokolade und sogar Pralinen herstellt - teuer (EUR 8,00 für eine 60 Gramm Tafel Schokolade und 2 Pralinen) aber sehr gut und wenn man sich die Arbeit ansieht auch absolut angemessen vom Preis.





Schließlich müssen wir uns von Manfred verabschieden und steigen eine steilen Dschungelpfad hinauf auf den Bergrücken. Dort verlaufen wir uns zunächst ganz hervorragend, aber schließlich finden wir doch wieder einen Weg und hoffen, dass es auch der richtige ist (wir wollen ungern im Dschungel übernachten).




Der Weg ist abenteuerlich und eine Herausforderung - selbst für mich; und Martina hält sich ganz hervorragend. Die Vegetation und die Ausblicke sind einzigartig. Endlich erreichen wir einen guten Aussichtspunkt und sehen nach Hakahau - wir sind also richtig und auch sehr erleichtert, denn nach 5 Stunden Wanderung ist es bereits spät.



Vorsichtig, um Martinas Beine so weit als möglich zu schonen, steigen wir ab und gelangen wieder nach Hakahau. Im chinesischen Minimarkt löschen wir den ersten Durst, danach mühen wir uns die letzten Meter zum Strand, wo wir eine ausgiebige Dusche genießen.


Zurück auf unserer ESPERANZA füllen wir die leeren Kohlenhydratspeicher mit Spaghetti auf und um 19:30 Uhr liegt Martina tot im Bett (nur ich muss noch diesen Blog schreiben und Geschirr abwaschen).

Montag, 13. Juni 2016

HAKAHAU

Martina

Auch dieser kleine Ort besticht durch seine Sauberkeit und die Liebe, mit der die kleinen Gärten bestellt sind. Die Menschen sind auch hier sehr freundlich, und wir begrüßen sie mit einem herzlichen "Kao ha"!


Hakahau liegt im Nordosten und ist der größte Ort der Insel Ua Pou. Die beiden Fähren die in 2 wöchigem Rhythmus hier anlegen bekommen einen neuen Anleger, der alte ist auch wirklich schon etwas wackelig.



Ob Kinder oder Erwachsene, die Sportart Nummer 1 ist auch hier das Rudern mit den Auslegerbooten. Das große Bootshaus direkt am Strand zeugt vom Stellenwert dieses Sports.


Wir schlendern durch den Ort und besuchen natürlich auch wieder die sehr musikalische Sonntagsmesse.


Das besondere dieser Steinkirche sind die von einheimischen Künstlern gestalteten Holzarbeiten. Ganz besonders fällt der wunderschöne Ambo auf. Er wurde aus dem Stamm- und Wurzelstock des Baumes geschnitzt, der vor Errichtung der Kirche an dieser Stelle gewachsen ist. Auch das Tabernakel mit dem Sockelrelief des letzten Abendmahles ist absolut sehenswert.




Im Reiseführer lese ich von einem Künstler, der aus Knochen schöne Kunsthandwerke schnitzt. Dort muss ich natürlich hin, und selbstverständlich habe ich auch einige kleine Andenken erstanden.



Beim Verabschieden gibt er uns noch eine große Bananenstaude, 5 Pomellos und etliche Zitronen mit. Jetzt freut sich auch mein Florian über unsere Schätze.
Kleinere Reparaturarbeiten wie eine festgefressene Salzwasserpumpe, Näharbeiten am Sonnenschutz erledigen wir am Sonntag Nachmittag.


Ich genieße auch den Luxus in ein Lebensmittelgeschäft gehen zu können, etwas aus der Tiefkühltruhe zu nehmen und dann am Schiff gleich zu verkochen. Ich mache uns beiden eine Freude, es gibt ungesunde Cheesburger, mit Ketchup, Mayo, Tomate und Gurke, das musste heute sein!!

Sonntag, 12. Juni 2016

ÜBERFAHRT UA POU

Florian

Jetzt ist es also so weit. Freitag 10. Juni 2016, um 16:45 Uhr heißt es "Anker auf" und wir tuckern mit unserer ESPERANZA aus dem Hafen. 16 Knoten Wind aus Südost sind angesagt, die sich angeblich weiter auf Ost drehen. Zunächst sieht es so aus. als ob die Wettervorhersage wieder einmal völlig falsch ist. Bei 7 Knoten Wind schlagen die Segel gleich heftig. Dann geht es aber durch den Kanal zwischen Hiva Oa und Tahuata und in dieser Düse bläst der Wind natürlich ordentlich - und es schaukelt auch genauso ordentlich; Martina hat eine Tablette gegen ihre Seekrankheit eingeworfen und legt sich ins Bett.


Wir kreuzen vor dem Wind ab und ich schaue, dass ich nicht ins Lee der beiden Inseln gerate. Knapp 15 Seemeilen westlich gehe ich dann auf NW-Kurs und den halten wir die ganze restliche Nacht.  Der Wind bläst mit 15-20 Knoten und wir fliegen mit Genua und Groß im 3. Reff mit 6 Knoten durch die Nacht. Martina übernimmt eine Wache von Mitternacht bis 2:30 Uhr, sonst bin ich wach. Bei Sonnenaufgang halsen wir wieder und nun legen wir bereits Kurs Einfahrt in die Bucht von Hakahau an.


Ordentlich durchgeschüttelt erreichen wir um 08:00 Uhr unser Ziel - gerade rechtzeitig, um mit Blick auf die prächtigen Basaltfelsen ein ordentliches Frühstück nach durchwachter Nacht zu genießen. Da wir vor dem Wind abgekreuzt sind, legen wir statt 65sm tatsächlich 90 sm zurück - aber sonst wären wir eh bei Dunkelheit angekommen, und bequemer war´s so angeblich auch.


... und dann geht´s ins Bett - Ausschlafen!