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Montag, 29. Januar 2018

GEISTERWALD

28.1.2018

Martina

Unsere heutige Tagestour geht von Omeo weiter Richtung Norden.


Die kurvige Strasse führt uns immer höher bis wir den Wintersportort Dinner Plain erreichen. Im derzeitigen australischem Sommer ist hier nicht viel los, viele Häuser stehen leer, und manche sind auch zum Verkauf angeboten.


Wir fahren weiter über den Mount Hotham und mit 1845 m erreichen wir den höchsten mit einem Auto erreichbaren Punkt in Australien. Es gibt ein Hotel mit dem Namen Arlberg, und wenn Schnee liegen würde, wäre es schwierig Florian zum Weiterfahren zu bewegen.


Auch hier ist alles geschlossen, und bis auf einige wenige Wanderer ist es menschenleer.




Ab jetzt geht´s wieder bergab und der grüne Eucalyptuswald verändert sich. Wir fahren nunmehr durch eine abgestorbene Baumlandschaft.


Ein Geisterwald liegt so weit das Auge reicht vor uns. Auf einem Parkplatz kommen wir ins Gespräch mit zwei Australierinnen und sie klären uns auf. Es gab 2003 und 2013 zwei verheerende Waldbrände, entzündet durch Blitzschläge. Der niedrige Snow Gum Tree wächst wieder langsam aus den Wurzeln nach,


aber der bis zu 90 Meter hohe Ash Gum Tree kann sich nur über seine Samen vermehren. Der Baum entwickelt aber erst nach 20 Jahren Samen, die durch einen Waldbrand aufplatzen und so zu Boden fallen. Der alte Baum stirbt meistens bei einem Waldbrand ab. Nachdem es aber im Abstand von 10 Jahren zwei mal gebrannt hat, sieht man derzeit keine jungen Ash Gum Trees. Ein Ranger erklärt uns, dass zur Not Samen mittels Flugzeugen in betroffenen Gebieten gesät werden müssen.


Wir erreichen Harrietville, der Ort wurde 1865 durch den Goldrausch in Victoria bekannt, was blieb ist eine Bronzestatue von Goldgräbern, ansonsten liegt der Ort im Dornröschenschlaf.


Anschließen besuchen wir den Ferienort Bright. Eine breite, von riesigen Bäumen gesäumte Strasse führt in das Ortszentrum. Bright liegt am Ovens River, und dieser ist am heutigen Tag bei 32° bestens besucht. Wir gönnen uns ein Eis im italienischen Eissalon und fahren im Anschluss nur noch zu unserem heutigen Nachtplatz.



In Germantown etwas außerhalb von Bright schlagen wir unser Nachtlager auf, wir finden einen idyllischen Platz am Oven River für uns ganz alleine. Das ist LUXUS!


Samstag, 27. Januar 2018

ALLES GREAT

27.01.2017

Florian

Die Great Ocean Road haben wir ja bereits hinter uns, nun geht es zur Great Alpine Road - wir wollen in die Berge.

Den Princess Highway gehts zunächst entlang, dann vorbei an großen Braunkohlekraftwerken und Braunkohlegruben (die Braunkohle wird im Tagbau abgebaut),

Braunkohlekraftwerk Yallourn

Braunkohleabbau
und schließlich sind wir in Bairnsdale am Beginn der Great Alpine Road.


Über das Küstengebirge ist die Straße verwinkelt, eine Traumstrecke für Motorräder, wie die Kreuze am Straßenrand bezeugen. Dann werden die Täler weit und der Wald wird von riesigen Grashügeln abgelöst.


ACHTUNG WOMBATS!!




In Omeo finden wir einen sehr netten Platz zum Übernachten und die unzähligen Kakadus krächzen uns ihr lautes Gute Nacht Lied.




p.s.: Sonnenuntergang im Südwesten: 
Für alle, die noch immer an der Lösung kiefeln: in mitteleuropäischen Breiten steht die Sonne immer im Süden (sie kommt ja nur bis 23,5° Nord am 21. Juni). Geht man weiter nach Norden, dann sieht man die Sonne über die Erdkrümmung hinweg immer mehr in nördlicher Richtung. Befindet man sich nördlich vom Polarkreis kann man die Sonne im europäischen Sommer über die Polkappe hinweg sogar im Norden sehen - daher gibts ja auch die Mitternachtssonnne. Der Spruch: "Im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen", gilt also nur für Mitteleuropa.

So, und bei uns auf der Südhemisphäre ist es natürlich genau umgekehrt und wir sind auf 36° Süd gewesen und also bereits so weit südlich, dass wir die Sonne im Südwesten untergehen sehen. Zu Mittag steht sie bei uns natürlich im Norden, verschiebt sich dann allerdings immer weiter nach Süden, bis sie eben im Südwesten untergeht. 

Mit zwei Bällen und einer Schnur kann man das leicht demonstrieren. Mangels Bällen war bei uns die Erde zwar nur eine Wasserflasche, aber das hat auch gereicht. Wie man das ausprobiert überlasse ich jetzt wieder euch herauzufinden, ist aber recht interessant und war für mich ein Aha-Erlebnis.

AUSTRALIA DAY

26.1.2018

Martina

Heute ist Australia Day. Wir fahren vom Campingplatz am Rande von Melbourne in die Stadt und parken in einer der wenigen Zonen, in denen man sein Auto für 4 Stunden abstellen darf. Parken in Melbourne ist eher eine Katastrophe, überall sind Kurzparkzonen, Parkplätze nur für Anreiner, oder unverschämt teure Parkhäuser in die wir aber wegen unserer Fahrzeughöhe sowieso nicht einfahren können.

Mit der Gratisstrassenbahn, die sozusagen den Inneren Bezirk abdeckt, fahren wir ins Zentrum und kommen gerade rechtzeitig zu den ersten Feierlichkeiten. Die Swanston Street ist für die große Parade gesperrt und es stehen bereits tausende Schaulustige entlang der Absperrungen und wir versuchen auch noch einen guten Stehplatz für die Parade zu bekommen.

Nach einigen Ansprachen gehts dann mit der Parade los. Zuerst marschiert die Marine danach die Polizei in militärischer Präzision durch die Strasse, dann tragen Kinder voller Stolz die riesige Australische Flagge.


Im Anschluss ziehen Gruppen verschiedenster Einwanderer, in ihren nationalen Gewändern, und schwenken dabei stolz die Fahne ihrer neuen Heimat.





Hier hat man es geschafft, dass alle friedlich miteinander Leben. Diesen Eindruck haben wir schon seit unserer Ankunft in Bunderberg.

Die einzigen, die bei der Parade fehlen, sind die Aboriginals. Im Anschluss an die Parade findet eine Demo statt, in der Sprechchöre von dem Aboriginalland sprechen, das wieder zurück zu geben ist, und das sich Australien schämen soll. Die Veranstaltung verläuft friedlich, wenngleich sie schon gewaltige Energie verspüren lässt.


Es ist viel Polizei zu sehen, und zum Thema in Österreich passend, ist die Polizei auch teilweise auf Pferden präsent.

Wir besuchen noch ein Fest im Kings Domain Park, dort steht eine Drehorgel und versprüht mit ihren einzigartigen Tönen nostalgische Gefühle.



Eine Oldtimershow mit wunderschönen alten Autos bringt von jung bis alt alle zum staunen.



Am frühen Abend beginnt es zu regen und wir schauen uns das Halbfinale der Australien Open von Federer und Chung auf einem überdachten Public Viewing Platz an. Nachdem es regnet, verzichten wir auf das Feuerwerk um 21 Uhr und verlassen Melbourne. Es gilt noch 100 Kilometer zurückzulegen, denn das ist die erste Möglichkeit mit unserem Wohnmobil kostenlos zu übernachten.


Donnerstag, 25. Januar 2018

MELBOURNE II.

25.01.2018

Florian

Wir haben einen Schlafplatz gefunden - kosten- und schmucklos, aber auf Grund der späten Stunde alternativlos. Er war ein bisschen laut, direkt in der Einflugschneise des Flughafen Melbourne mit Landungen alle drei Minuten ab 5 Uhr früh.


Es ist schon ein erhebendes Gefühl, wenn ein Airbus 380 in den frühen Morgenstunden zum Greifen nahe über einen hinweg fliegt - extrem laut ist es jedenfalls.

Also suchen wir uns heute Morgen als erstes gleich einen neuen Schlafplatz - und finden auch einen: am Campingplatz mit eigenem WC/Dusch-Häuschen - das gibts natürlich nicht kostenlos, dafür sollten wir schlafen können.


Mit der Straßenbahn geht es anschließend ins Stadtzentrum. Wir besichtigen die Gedänkstätte für die gefallenen sämtlicher Kriege,




und den wunderschön angelegten botanischen Garten.



Über den Yarra River gehts zum Olympic Stadium der Olympischen Sommerspiele von Melbourne 1956. Viel ist nicht mehr übrig.



Allerdings finde ich die Statute, die an die australischen Meisterschaften über die Meile von 1956 erinnert. Ron Klark stürzt kurz vor der letzten Runde. John Landy dreht um, läuft ein paar Meter zu Klark zurück, hilft ihm auf, nimmt das Rennen wieder auf und gewinnt trotzdem. Dafür hat man ihm dieses Denkmal samt netter Gedenktafel gesetzt.



Gleich daneben wird Tennis gespielt und auch wir verfolgen ein wenig davon im Public Viewing Bereich.






Danach besuchen wir mit der historischen Straßenbahn die Docklands. Besonders aufmerksam finde ich es, dass sämtliche innerstädtischen Straßenbahnen von Melbourne kostenlos sind.


Es ist leicht zu erkennen, dass die Entwicklung der Docklands überwiegend mit chinesischen Geld durchgeführt wurde.


Schließlich finden wir zurück zu unserem Campingplatz und werden jetzt ganz bestimmt hervorragend schlafen.