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Dienstag, 10. Februar 2015

FLEXIBEL

Martina

Gemeinsam mit Peer und Uli wollten wir Barbuda erkunden. Wir organisierten uns für Montag 9:30 ein Taxi, um zu den Höhlen und den Fregattvögeln zu fahren. Doch das Wetter spielt nicht mit. Die Voodoochile muss Barbuda zeitig in der Früh verlassen, da der Wind am Dienstag auf Süd dreht, und sie zurück nach Antigua segeln müssen. Schweren Herzens verlassen sie um 8 h in der Früh Barbuda, und wir sind alle traurig, denn unsere Seewege werden sich höchstwahrscheinlich nicht mehr kreuzen.


Unser Taxi ist wirklich pünktlich da und wir fahren zuerst nach Codrington, um auszuklarieren. Danach gehts weiter an die NO Küste in den Two feet Nationalpark. Wieder einmal betreten wir ein traumhaftes Platzerl, die Höhle ist jetzt nicht wirklich berauschend, aber der Blick von oben über den ungestümen Atlantik lässt mich immer wieder ehrfürchtig werden.




Das Highlight unseres Ausfluges soll aber die Codrington Lagune mit ihren tausenden Fregattvögeln sein. Man darf nur mit einem Führer in das Vogelschutzgebiet fahren, und so organisieren wir eine 80 minütige Bootsfahrt in die größte Lagune der gesamten Karibik. Ich habe schon Photos von den balzenden Fregattvögeln gesehen, aber wagte nicht zu hoffen sie in dieser Vielzahl und aus dieser Nähe beobachten zu können. Mein super Teleobjektiv kam nicht zur Ruhe und es sind mir wirklich einige sehr gute Schnappschüsse gelungen.






Montag, 9. Februar 2015

K-Club

Florian

Auch der Schnee im heimatlichen Annaberg (Niederösterreich) klingt verlockend - aber ich bin mit unserem Wetter hier auch zufrieden.

Wir ankern hier also 100 m vor dem Princess Diana Beach vor dem legendären K-Club (Habe ich auch nicht gekannt,bevor ich hierher kam. Der K-Club war ein Jet-Set Treffpunkt; quasi das Paradies am Ende der Welt (im Internet findet ihr Fotos, wie es einmal ausgesehen hat).


Das Bild hat sich gewandelt. Der Club wurde 2006 geschlossen und ist seither verfallen. Alle 25 Bungalows mit 32 Zimmern sind mit Hurricaneschutz verbarrikadiert. Ich habe allerdings die Bungalows begutachtet und bin in einen hinein gekommen. Drinnen sind noch die noblen Loungemöbel in Plastikfolie eingepackt.




Strom oder Wasser gibt es natürlich nicht mehr. Die Bewährungseisen stehen verrostet aus den Mauern und der Beton bröckelt ab. Der mondäne Swimmingpool ist leer und vergammelt. der K-Club sieht aus wie am Day after - entrisch! Dafür gibt es kostenlos hervorragende Kokosnüsse (wenn man sie nur von den Palmen herunter bekommt).


Die Natur hat wieder einmal gesiegt und wo einst der exklusive Golfplatz angelegt war, kommen uns wilde Esel entgegen. Wie wir erfahren haben soll Robert de Niro den Club mit einem australischen Investor gekauft haben und es sei geplant US$ 250 mio zu investieren, um den Club wieder auf Vordermann zu bringen. Ich bin nicht sicher, ob der Herr de Niro weiß, was er sich da antut. Ich wünsch ihm viel Glück dabei...

Sonntag, 8. Februar 2015

NOSEEUMS

Martina

Auf Antigua haben wir uns bereits auf Barbuda vorbereitet, Seekarten studiert, nautische Führer durchstöbert und Touristeninfos nach Highlights durchsucht. Als Florian mir vom Prinzessin Diana Beach vorgelesen hat, kam ein eindeutiger Jubelaufschrei von mir:"da möchte ich hin".


Noch nie in meinem Leben habe ich so einen schönen Strand gesehen oder gar betreten. Der Stress vom Anlanden durch die vielen Riffe ist es bei weitem wert. Nach unserer ersten Kurzbesichtigung beschlossen wir am Abend am Strand zu grillen. Gesagt getan, wir packen den Cobb Griller, Tisch, Sesseln, Rotweingläser, Gitarre etc ins Dingi und fahren an Land. Wir schleppen alles unter einen Schirmchentisch am weißen Sandstrand und sind einfach nur überwältigt von der Einsamkeit und Schönheit.



Leider war das nur ein allzu kurzes Vergnügen, denn kurz bevor wir so weit waren, um den Griller anzuzünden, überfallen uns die Noseeums (Sandflöhe). Wir haben wirklich ernsthaft versucht die Minnibiester zu ignorieren, aber wir mussten uns geschlagen geben. Zu schmerzhaft sind die Bisse der unsichtbaren Kreaturen, und somit haben wir das Paradies wieder fluchtartig verlassen.


Mit Sack und Pack haben wir die Voodoochile geentert und den Griller am Achterdeck aufgebaut. Florian hat noch Kokosnüsse von den Strandpalmen herunter geschnitten und uns dann zwei herrliche Cocktails gemixt. Wir ließen uns den Abend nicht verderben und betrachteten unsere Esperanza im Sonnenuntergang.



Samstag, 7. Februar 2015

VON ANTIGUA NACH BARBUDA

Florian

Martina und Uli waren noch mit den Fahrrädern einkaufen - dick bepackt kamen sie zurück; jetzt stand - auch provianttechnisch - der Überfahrt nach Barbuda am Freitag nichts mehr im Wege.


Um 6:00 Uhr beim ersten Tageslicht läutete der Wecker. Um 6:15 geht der Anker auf. Kein Wind - beim Auslaufen aus unserer Bucht setzen wir das Groß. Als wir jedoch die Bucht der Hauptstadt St. Johns passieren, ist der Wind plötzlich da und wir legen gleich das erste Reff ins Groß. Wir lassen Antigua hinter uns; schwere Regenwolken am Himmel befürchten wir jeden Moment einen Squall. Bei 17-20 Knoten aus 45 % Steuerbord segelt unsere ESPERANZA unter Genua und mit dem Groß im 1. Reff mit 5 - 7 Knoten Richtung Barbuda; sie macht ihre Arbeit wieder einmal ganz hervorragend. Das Wasser rauscht und kommt oft über und Martina sitzt fest eingepackt im Cockpit und fixiert den Horizont.

Ich hänge die Angel hinaus und schon nach ca 30 Minuten haben wir den ersten Fisch. Kaum ist dieser gut im Kübel verstaut beißt auch schon der zweite an. Ich bin begeistert und werfe die Angel gleich noch einmal hinein. Es dauert nicht lange und die Angel macht einen gewaltigen Ruck; das muss etwas großes sein. Wir haben einen großen Barrakuda gefangen, den wir aber auf Grund von Ciguatera wieder in die Freiheit entlassen.


Wir haben aber trotzdem genug Fischfilets, auch für die Voodoochile.


Um 11:00 Uhr erreichen wir bereits die Einfahrt zur Südwestküste von Barbuda; die VOODOOCHILE hatte inzwischen zu uns aufgeschlossen. Die Gewässer um Barbuda sind gespickt mit Riffen. 200 Wracks bezeugen, dass diese Gewässer gefährlich und nur mit äußerster Vorsicht zu befahren sind. Wir bergen die Segel und ich schicke Martina als Ausguck auf die Saling.

Mit 2,5 Knoten motoren wir der Küste entgegen. Das Wasser um uns ist von türkisblau, über dunkelblau, blaubraun bis braun gefärbt. Die Korallenstöcke sind schwierig auszumachen. Doch im Abgleich mit der Seekarte entdecken wir die Riffe, die gelegentlich die Wasseroberfläche durchbrechen. Wir sind hoch konzentriert und nervös; ein Fehler wäre fatal.


Schließlich sind wir an den Riffen vorbei und der Anker fällt in 4 Meter auf Sand. 45 m Kette sollte genug sein, der Anker ruckt gut ein - Barbuda, hier sind wir! Weißer Sandstrand so weit das Auge reicht, dahinter Kokospalmen; wir liegen vor dem Lady Diana Beach des berühmten K-Club - aber das ist eine andere Geschichte...