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Donnerstag, 21. Juni 2018

P.S. - VORTRAG

Zur Erinnerung:


VORTRAG



UNSER 5. JAHR - VON FIDSCHI NACH AUSTRALIEN


19. Juli 2018, 18:00 UHR

WOHNPARKKIRCHE ALT ERLAA

Wohnpark Alt Erlaa, Anton Baumgartnerstraße 44, 1230 WIEN

Öffentlich sehr gut mit der U6 oder Autobus 64A oder 66A erreichbar.
Günstige aber kostenpflichtige Parkplätze gibt es in der Wohnparkgarage

PLATZ FÜR WIRKLICH ALLE!!!

MIT KAVA-ZEREMONIE in der Pause!



Es gibt auch wieder die Möglichkeit Schmuck aus meiner PERLENKREATION zu kaufen!





Wir freuen uns auf euer Kommen
Martina & Florian

Samstag, 23. September 2017

GUTE WINDE

Martina

23.09.2017

Wir studieren die Windvorhersagen und mein Drängen gleich weiter nach Port Vila zu segeln hat sich bestätigt. Das Wetter verspricht in den nächsten Tagen östliche- und angenehme Windstärken die bis Mittwoch den 27.September anhalten sollen, danach dreht der Wind wieder nach Süden und zeigt viel weniger östliche Komponenten mehr bis 6. Oktober. Nachdem wir gerne nach Neu Kaledonien möchten, und der Windwinkel für die Strecke nach Australien von dort auch viel besser für uns ist, verlassen wir Vanuatu schon heute.

Bei den Ausreisebehörden treffen wir weitere Segler, die so wie wir weiter nach Noumea - Hauptstadt von Neu Kaledonien - oder gleich nach Australien segeln wollen. Unsere Entscheidung ist offenbar richtig und wir freuen uns auch wieder auf neue Abenteuer.

Unsere Einkaufsliste ist kurz und rasch erledigt. Gekauft wird nur das Notwendigste, denn in Neu Kaledonien, das zu Frankreich gehört, erwartet uns wieder ein Supermarktparadies.
Es bleibt uns noch Zeit für eine 1 1/2 stündige Massage und dann verbringen wir noch mit SY Time Bandit und SY Randivag einen netten Abend in einem Texanischen Bier- und Steakhaus. Florian ist besonders begeistert.
Ich klebe noch am Abend mein Seekrankheitspflaster hinters Ohr und hoffe auf eine angenehme 2 1/2 tägige Überfahrt. Neu Kaledonien wir kommen!

Freitag, 22. September 2017

KAMPF ZURÜCK

21./22.09.2017

Florian

Bei Tagesanbruch um 05:10 Uhr läutet der Wecker. Ich mache das Schiff fertig, Martina ist sämtlicher Pflichten entbunden, sie soll nur rasch gesund werden. Also ist Einhandsegeln angesagt. Unter Motor und Segel verlassen wir die Maskelyn Islands. Sobald wir das schützende Riff hinter uns lassen beginnen natürlich die Wellen. Unser Ziel Epi liegt 20 sm im Osten - Kurs 105° - genau gegen den Wind. Doch wir haben Glück, denn die Strömung drückt uns in die richtige Richtung und so müssen wir nur zweimal aufkreuzen und erreichen zu Mittag Epi.

Martina ist wieder auf den Beinen und hat natürlich gleich übermütige Ideen - wir könnten doch gleich nach Port Vila weitersegeln und nicht erst morgen (wie ursprünglich geplant). Ich lasse mich überreden und nach einer Pause gehen wir um 15:00 Uhr wieder Anker auf und legen Kurs 178° nach Port Vila an. Die Strömung drückt uns nach Süden, aber der Wind kommt aus Südost - wir kämpfen um jedes Grad in die richtige Richtung.

Als wir in der Nacht Epi hinter uns lassen, kommt die Strömung auf einmal von Osten und schiebt uns nach Westen. Wir können die Höhe nicht halten, segeln so hart am Wind, wie es die ESPERANZA kann und knallen natürlich in die Wellen - so geht es die ganze Nacht - an Schlaf ist nicht wirklich zu denken. Bei 15-20 Knoten scheinbarem Wind schieben wir so viel Lage, dass oft auch die Scheuerkante im Wasser ist. Aber wir sind sehr schnell und so sollten wir bereits um 02:00 Uhr bei der Einfahrt nach Port Vila ankommen.

Tatsächlich kommen wir um 03:30 Uhr 10 Meilen westlich der Einfahrt an. Also Wende und aufkreuzen in die stockdunkle Nacht. Haben wir nach Süden Kurs 175° gemacht, schaffen wir nun Kurs 25° auf der Kreuz - es ist frustrierend, wir kommen Port Vila nur ganz langsam näher. Dafür entschädigt uns ein wunderbarer Sonnenaufgang für die Strapazen.


Um 06:00 Uhr sind wir 5 sm näher an der Einfahrt. Wir spüren, dass es ruhiger wird - wir sind im Wind und Wellenschatten der Insel Efate angekommen. Ich starte die eiserne Genua und wir motoren nun auf direktem Weg ans Ziel  - um 09:45 Uhr fällt der Anker vor Port Vila dort, wo wir vor einem Monat waren - und 132 sm von Sakao Island entfernt, wo wir gestern Früh gestartet sind. Kampf gewonnen!





INVASION

20.09.2017

Florian

In der Nacht war es ziemlich unruhig: Stimmen, Taschenlampen, Außenbordmotoren - und all das um 4 Uhr früh. Am Morgen trauen wir unseren Augen nicht. Am Strand liegen 17 Boote von Einheimischen. Man winkt uns und ein Einheimischer - Kit - ruft, ob er zu uns kommen und mit uns sprechen darf. Selbstverständlich, und so kommt er mit seinem Boot längsseits und fragt uns nach dem woher und wohin. Wir fragen ihn nach dem Grund für die vielen Boote, und er klärt uns auf, dass das Versorgungsschiff kommt. Die genaue Uhrzeit kann er nicht sagen und daher sind sie alle schon mitten in der Nacht angereist, um Dinge abzuliefern und andere zu übernehmen.




Um 11:00 Uhr Vormittags dann endlich das große Brummen - das Versorgungsschiff kommt um die Kurve und macht an einer Boje fest. Es werden zwei kleine Boote ins Wasser gekrant und dann wird hin und her geladen. Nach einer Stunde ist der Zauber vorbei und sowohl das Versorgungsschiff als auch alle Einheimischen sind verschwunden und wir haben den Ankerplatz wieder alleine.


Da wir durch die starken Gezeiten derzeit (wir haben Neumond) am Ankerplatz schon zweimal den Grund berührt haben, legen wir uns an die Boje des Versorgungsschiffes - und natürlich pumpert sie uns gleich gegen den Rumpf, da wir im Strömungswirbel liegen. Ich ziehe sie aus dem Wasser und hänge sie uns an den Bug, sodass sie nicht mehr schlagen kann und wir - hoffentlich - ruhig schlafen können.

Morgen wollen wir bei Tagesanbruch nach Epi hinübersegeln - also hinüberkreuzen, denn Epi liegt ostsüdöstlich. Um nach Port Vila zurückzukommen, müssen wir aber dorthin. Das wird mühsam, denn beim Kreuzen ist die ESPERANZA nicht so toll. Und Martina hat sich beim Rumpfputzen gestern offenbar verkühlt oder in der Banam Bay angesteckt und hat 38,5° Fieber - das kann ja nett werden Morgen.

Montag, 18. September 2017

BOXENSTOP

Florian

Unsere ESPERANZA benötigt zwar permanent Hege und Pflege, das Motorservice habe ich ja vor kurzem durchgeführt, aber hier am ruhigen Ankerplatz von Sakao können wir wieder einige notwendige Arbeiten durchführen. Zunächst habe ich die Grossschotbefestigung erneuert. Bislang hing das alles an einer Schraube - nicht so optimal; ich habe das jetzt umgebaut, sodass der Block zur Großschotsicherung mit zwei Dyneemaleinen am Traveller befestigt ist; ich denke das das besser halten müsste, als die bisherige Lösung - wir werden es erleben.


Als nächstes hat die Fernbedieung von unserem Autopilot gesponnen und wir konnten sie nicht mehr verwenden. Ich habe also alles zerlegt und festgestellt, dass einige Lötstellen gebrochen waren. Ich habe mir die Finger "gebrochen" beim Löten der Kabel im Stecker, bis ich herausgefunden habe, dass man die einzelnen Stecker aus dem Gesamtstecker herausziehen kann, wodurch das Löten wesentlich einfacher wird. Wenn man weiß, wie es geht ist alles einfacher. Jetzt funktioniert die Fernbdienung wieder einwandfrei.
Schließlich war Rumpfputzen dran. Das letzte Mal haben wir ja vor gut einem Monat in Fiji geputzt, und diesmal habe ich auch die Pressluftflasche verwendet, damit geht es wesentlich einfacher - jetzt haben wir wieder einen sauberen Rumpf, was auch die seglerischen Leistungen der ESPERANZA verbessern sollte. Und natürlich ist die Rostbehandlung eine Permanentarbeit - damit sind wir nie fertig. Diemal habe ich eine 7,5 % Phosphorsäurelösung zum Rostbekämpfen verwendet, das ist eine gute Mischung und der Rost löst sich langsam auf. Und Martinas Permanentarbeit ist die Wartung unseres Lazybag (darin wird das Grosssegel verpackt, wenn wir nicht segeln). Die Sonne greift die Nähte an und Martina muss immer wieder die zerfallenden Nahtstellen nachbessern.

Und parallel zu all dem bin ich gerade dabei meine Schokomanufaktur aufzubauen. Ich habe von unseren Freunden in der Banam Bay ein Kilo getrocknete Kakaobohnen um 200 Vatu (ca. EUR 1,60) gekauft und bin dabei zu erlernen, wie man Schokolade macht. Nach dem Rösten und Schälen liegt das Problem derzeit darin, dass ich die Kakaobohnen nicht fein genug reiben kann; ich verwende zum Zerkleinern derzeit noch eine Konkosnussschale und eine abgebrochene Koralle - ich schätze da gibt es noch Verbesserungspotential. Schmecken tut meine Schokolade aber bereits jetzt ganz wunderbar. Nach meinen überaus erfolgreichen Laufsandalen wird das wohl mein zweites wirtschaftliches Standbein - Diversifikation lautet das Zauberwort.



Sonntag, 17. September 2017

MÜHSAM RICHTUNG SÜDEN


Martina

Sam kommt um 8 Uhr mit seinem Auslegerkanu zu uns gerudert, denn er hätte noch gerne eine Leine für seine beiden Kühe von uns. Florian hat bereits etwas geeignetes herausgesucht und übergibt sie an das Familienoberhaupt. Generell ist zu sagen, das kaum eine Reaktion der Menschen von Vanuatu zu erkennen ist, wenn man ihnen etwas schenkt. Egal ob sie darum gebeten haben, oder ob man ihnen eine Freude machen will. Sie bedanken sich mit einem kurzen Dank, aber das war´s dann auch schon. Sie schauen die Geschenke auch nicht in unserer Gegenwart genauer an, packen sie nicht aus, probieren zB das T-Shirt oder die Lesebrille nicht. Das ist für uns sehr ungewohnt, denn wir erfreuen uns normalerweise an der Freude der anderen, dies fehlt hier, das kennen sie nicht.

Wir machen unsere Esperanza wieder segelfertig und gehen um 9 Uhr Anker auf und setzen die Segel. Wir kreuzen hart am Wind Richtung Süden. Die Welle ist sehr unangenehm, da der Wind aus Ost-Süd-Ost bläst und die uns helfende Strömung mit bis zu 2 Knoten nach Süden fließt. Strömung gegen Wind bedeutet eine steile und kurze Welle die im Abstand von 5 Sekunden auf uns zurollt. Die Esperanza neigt sich auf Grund des Kurses und der Windstärke von bis zu 22 Knoten ordentlich zur Seite, bis wir mit der Scheuerkante durchs Wasser pflügen. Manchmal hebt sie zum Sprung über zwei Wellen ab und landet mit ihren 13 Tonnen im übernächsten Wellental. Beeindruckt ist sie nicht, und so wiederholt sie diese akrobatischen Einlagen 4 Stunden lang. Ich lege mich im Salon auf die Bank und wechsle bei jeder Wende die Seite. Alles was nicht extra gut verzurrt ist macht sich selbständig, und binnen kürzester Zeit liegt einiges am Boden herum, was dort nicht hin gehört.

Bei der letzten Wende ruft Florian plötzlich: "Schei.., das Gross ist gerissen!" Ich springe auf und hechte in die Plicht hinaus. Das Gross ist noch oben und Florian steht relativ entspannt da und sucht nach einer Lösung. Es ist Gott sei Dank nur die Befestigung der Grossschot gebrochen und nicht, wie von Florian verkündet das Gross. Entwarnung, wir bergen das Grosssegel und segeln die letzten drei Meilen nur mit der Genua.

Unser heutiges Ziel sind die Maskelyn Islands im Süden von Malekula. Wir segeln mit zwei von einander unabhängigen Computerkarten in das von Riffen gespickte Inselparadies.


Der Anker fällt in 6 Meter Wassertiefe im Schutz der Insel Sakao. Die ehemals bewohnte, aber jetzt unbewohnte Insel wird von den Einheimischen für ihren Obst- und Gemüseanbau genützt. Das Ambiente unsere Ankerbucht erinnert an den Film "Cast away" mit Tom Hanks.


Glasklares Wasser in allen nur erdenklichen Grün- und Blautönen, goldfarbener Sandstrand, hohe Kokospalmen und 2 kleine verlassene Buschhütten - nur mit dem enormen Vorteil, dass unser Versorgungsschiff Esperanza sicher und ruhig vor Anker liegt.


NACHTRAG - KINO

Florian

Wir haben ja ganz vergessen von unserem Kinofreitag zu berichten. Am Freitag kommen die Kinder von der Schule nach Hause. Da die Transportwege auf Malekula mühsam sind, gehen fast alle Kinder in ein Internat bzw. sind fast alle Schulen Internate. Am Freitag geht Martina zunächst Muschelsammeln; sie ist schon ganz wurlert, weil sie schon so lange nichts mehr gefunden hat, aber hier wird sie wieder fündig und kann einige sehr schöne Exemplare ihrer Sammlung hinzufügen. Auch ich finde beim Tauchen eine wunderschöne Kaurischnecke. Martina will sie haben, aber ich will keine Schnecken töten, damit ihr Haus dann irgendwo in einer Vitrine endet, also fotografiere ich sie nur und dannn kommt sie zurück ins Wasser.
Am späten Nachmittag rücken wir also mir Laptopund BlueTooth-Lautsprecher aus und machen für unsere einheimischen Freunde einen Kinoabend. Es gibt "Ice Age 4". Alle sind aufgeregt. Es werden Palmblättermatten am Boden aufgelegt und dann gehts los.


Der Kinofilm ist auf Englisch, allerdings können die Menschen hier zu weng Englisch, um den Wortwitz zu verstehen und so werden sie bald schläfrig. Die kleinen Kinder schlafen ohnedies bald ein. Irgendwie erzeugt ein Kinofolm hier nicht jene Begeisterung, die wir gedacht hätten. Kino oder Fernsehen gibt es hier nicht, und das ist gut so. Die Menschen unterhalten sich, das ist ihre Freizeitbeschäftigung. Und Freizeit haben sie sehr viel, also wird auch sehr viel geplaudert, TalkTalk nennt man das. Als Gast muss man auch zunächst TalkTalk machen, bevor man die Erlaubnis bekommt, sich frei im Ort zu bewegen. So lernt man einander kennen und wird vom Fremden zum Gast, der den Ort besuchen darf.

Samstag, 16. September 2017

SPEZIALTRAINING

Florian

Morgen wollen wir weiter. Für mein letztes Training mit der Fussballmannschaft habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht - einen Wetttlauf, um den Männerm die Bedeutung von Ausdauer und Wetttkampfeinteilung deutlich zu machen. Als Siegespreis habe ich eine gute Taucherbrille ausgesetzt, die von den Männern mit großen Augen begutachtet wird.

Wir laufen vom Fussballplatz weg die Hauptstraße hinunter durch Vartavo, wo man uns verwundert nachsieht - so etwas hat an hier noch nie gesehen. Bei der Wendemarke in Batakfive (man muss als Wende die Lacke auf der Straße berühren) liege ich an zweiter Stelle. Der Führungsläufer - barfuß - hält sich gut. Zurück geht es und in Vartavo feuert man uns mittlerweile an. Bis zum Fussballplatz habe ich zum Ersten aufgeschlossen und so sprinten wir das Fussballfeld hinunter. Nach gut 2,5 km in 9:17 min komme ich mit 2 Meter Rückstand als zweiter ins Ziel - und das ist gut so, denn ich muss meine Taucherbrille nicht gewinnen. Die restlichen Männer trudeln ein wenig kleinlaut herein. Sie haben die Bedeutung von Ausdauer und Wettkampfeinteilung verstanden.


Am Abend gibt es ein nettes Abschiedsessen, wir tauschen wechselseitig Dankesworte aus und überreichen den Stammeseltern Sam und Jan eine Lesebrille mit eingebautem LED-Licht. Es war eine besonders nette Woche hier und sehr spannend, das einfache Leben der Eingeborenen in ihrer Großfamilie hautnah miterleben zu dürfen. Wir werden Batakfive in der Banam Bay auf Malekula nie vergessen. Morgen gehts weiter nach Süden...

Dienstag, 12. September 2017

BANAM BAY

Martina

Noch am frühen Samstag Abend gleich nach unserer Ankunft wurden wir von Afon und zwei Jugendlichen in ihren Auslegerbooten besucht. Sie bringen Obst und Gemüse und wünschen sich Schulsachen. Endlich können wir Hefte, Kugelschreiber, Bleistifte (Danke Marlene!) und Florian´s T-Shirts eintauschen. Wir verschenken auch Zuckerl in Kombination mit Zahnpasta und Afon bekommt eine Taucherbrille von Florian - seine Augen leuchten, daran erkennen wir, dass er sich sehr freut, denn großartige Dankesworte kennt man hier nicht.

Wir beginnen den Sonntag gemütlich, ein nettes Frühstück an Deck unserer Esperanza, das erste Mal seit wir in Vanuatu angekommen sind, können wir draßen sitzen. Bis jetzt war es immer zu kühl oder es war regnerisch.

Florian beginnt mit einigen kleineren Bordreparaturen und ich erledige Haus- Schiffsarbeiten. Im Anschluss ist für Florian der Ölwechsel bei Motor und Getriebe dran und ich muss Brot backen und kochen. Die Zeit verfliegt und es ist uns bereits zu spät, um dem Ort unseren ersten Besuch abzustatten. Als ob die Bewohner unsere Gedanke gelesen hätten, kommen zwei Auslegerkanus auf uns zugerudert. Zuerst bekommen wir von Afon wieder Gemüse geschenkt und im zweiten Boot sitzen 4 kleiner Kinder, die natürlich von unseren Tauschobjekten gehört haben. Wir bekommen zwei Eier, 2 Trinkkokosnüsse und Papayas und dafür gibt`s Kekse und Zahnpasta. Wir sagen uns für Montag im Dorf an, und Afon meint wir können jederzeit kommen.


Wir suchen allerlei Tauschsachen auf unserer Esperanza zusammen und machen uns am Montag Vormittag auf den Weg ins Dorf Batakfive (das bedeutet Pandanus in der hiesigen Sprache). Unser Dingi ist noch nicht ganz aus dem Wasser gezogen, kommt schon eine riesige Kinderschar laut und freudig schreiend auf uns zugelaufen. Sie nehmen uns Tasche, Sackerl und Trinkflasche aus der Hand. Jeder will etwas von uns tragen und sie nehmen uns an der Hand und führen uns zum Dorf.


Wir begrüßen zuerst den Chief mit seiner Frau, überbringen eine Sitzmatte und T-Shirts, ein Feuerzeug und einen Kugelschreibenr als Gastgeschenk. Überfreundlich und mit einem strahlenden Lächeln bekommen wir die Erlaubnis uns bei ihnen frei zu bewegen.


Ein Bub wird ausgesucht, der uns den Weg zur nächsten Familie in der Bucht zeigt. Auch hier bleiben die Söhne, wenn sie heiraten, im Dorf und die Töchter ziehen zu ihren Ehemännern. Zuerst treffen wir auf Noah, der sehr gut englisch spricht, in Luganville Mechaniker gelernt hat und jetzt wieder hier auf Malekula lebt. Er hat bereits seine Hütte gebaut und einen eigenen Obst- und Gemüsegarten auf dem Familienterritorium und somit hat er alle Voraussetztungen, um heiraten zu können erledigt.

Das Dorf sitzt gemeinsam unter einem Palmendach und sie essen Taro Lap Lap. Wir bekommen jeder ein Stück zu kosten und erzählen und erklären ihnen alles, was sie so über uns wissen wollen: Woher wir kommen - Austria - "yes we know Australia", es ist immer dasselbe, und ab jetzt beginne ich immer mit Europe und dann erst Austria, so habe ich bessere Chancen sie auf die richtige Fährte zu bringen.


Am Nachmittag geht Florian mit den Männern Fussball spielen und ich lerne und helfe mit, um Lap Lap aus Kochbananen und Maniok zu machen. Die Maniokwurzeln werden geschält, gewaschen und ganz fein gerieben. Die Kochbananen werden der länge nach halbiert und mit einer Muschelschale die Banane aus der Schale herausgeschabt. Etwa 10 große Bananenböättter werden sternförmig überkreuz übereinander gelegt, diese Fläche großzügig mit frischer Kokosmilch beträufelt und danach die Bananenmasse in der Mitte daraufgeleert und anschließend die Maniokmasse um die Bananenmasse dazuplatziert. Die Maniokmasse ist eher trocken, die Banenmasse ist ein Brei. Danach wir das ganze gesalzen und wieder mit Kokosmilch beträufelt. Der Hund hat am Nachmittag ein wildes Ferkel im Wald erlegt, das wird wild zerteilt und auf das Lap Lap gelegt, das nun fast wie eine Pizza aussieht und ca. 1 Meter Durchmesser hat. Kunstvoll wird die Masse in Bananenblätter verpackt und dann in einem großen kreisrunden Erdofen auf die Glut gelegt. Im Anschluss wird das Lap Lap komplett mit heißen Steinen sowie alten Bananenblättern zugedeckt und ganz zum Abschluss noch mit alten Juttesäcken abgedeckt.




Nach ca. 40 Minuten sitzen wir in der Gemeinschaftshütte auf Pandanusmatten am Boden und zwei Frauen bringen das noch in Bananenblättern eingepackte heiße Lap Lap auf den Juttesäcken. Ein von den Zustaten einfaches in der Zubereitung aber aufwändiges Essen. Gegessen wird natürlich mit den Händen. Wir lehnen den uns angebotenen Löffel ab und genießen die Gastfreundschaft. Bei Dunkelheit kehren wir aufs Schiff zurück. Viele Wünsche nach diversen Dingen wurden an uns herangetragen. Mal schauen, was wir davon erfüllen können.



Samstag, 9. September 2017

WEITER NACH SÜDEN

Florian

Heute gehen wir bereits um 5:30 Uhr Anker auf, um den Wind so lange als möglich zu nutzen, der uns nach Süden blasen soll. Der Anker ist zweimal verhängt, aber Martina kann mich glücklicher Weise so dirigieren, dass wir die Kette frei bekommen und um 5:45 Uhr dann doch aus der Bucht laufen. Ich wäre nicht gerne Tauchen gegangen - es ist kühl und regnerisch.

Wind gibt es keinen, und so motoren wir aufs offene Meer. Unsere Freunde TIME BANDIT und RANDIVAG mit ihren "Motorbooten" haben vor bis Epi in die Lamen Bay zu motoren - 50 Seemeilen. So will ich unsere ESPERANZA mit ihren 36 PS nicht quälen, doch zum Glück kommt Wind auf, wenngleich nicht von Osten wir angesagt sondern von Südost. Also kreuzen wir nach Ostnordost, um nach 3 Stunden zu wenden und zurück nach Malekula zu segeln. So schaffen wir die ersten 10 sm die Küsten von Malekula nach Südost. Dann kreuzen wir weiter auf, doch als wir draußen sind, schläft der Wind komplett ein und wir motoren zwei Stunden zurück in die Banam Bay schon recht weit im Süden von Malekula. Der Anker fällt und bald kommen zwei Auslegerkanus herangepaddelt. Neugierige Eingeborene begrüßen uns. Wir sind die erste Yacht seit einem Monat in dieser Bucht.



Hier in der sicheren Bucht werden wir den vorhergesagten stärkeren Wind aus Südost (20 Knoten laut Vorhersage) abwarten und uns dann weiter nach Südost weiterarbeiten. Und ich bin schon neugierig auf die Eingeborenen, aber die besuchen wir erst Morgen. Jetzt haben wir uns nach zwei anstrengenden Segeltagen einemal eine Pause verdient.

Freitag, 8. September 2017

BLUE HOLE

07.09.2017

Martina

Gemeinsam mit SY Time Bandit und SY Randivag mieten wir einen PickUp Truck, um Espiritu Santo für einen Tag zu erkunden. Es gibt nur eine asphaltierte Strasse, und die führt im Osten der Insel nach Norden.
Rasch packe ich noch schnell unsere Schmutzwäsche zusammen, denn wir haben eine Wäscherei in Luganville entdeckt, die bis zu 10 Kilo Wäsche um ca. € 10.- wäscht und trocknet.
Um 9 Uhr sind wir dann so weit, wir sitzen im Auto und der Jüngste, also Florian, erklärt sich bereit die Strecke auf der Ladefläche zu verbringen.
Der erste Stop ist bei einem riesigen landwirtschaftlichen Forschungszentrum. Ohne Vorankündigung teilt man uns sofort einen Führer zu, der in unser Auto steigt und uns fachkundig durch große Teile der Forschungsstation führt. Hier wird versucht die Artenvielfalt von möglichst vielen vanuatischen Nutzpflanzen zu sammeln und immer wieder anzubauen. Es gibt hier 300 verschiedene Yams und 400 verschiedene Tarowurzeln. Auch 68 Kakao- und 65 verschiedene Kaffeepflanzen beherbergen sie hier und eine große Aufmerksamkeit liegt auf den 44 unterschiedlichen Kokospalmensorten. Es wird experimentiert und versucht eine Kokospalme zu züchten, die den starken Winden in der jährlichen Hurrikanzeit standhalten. Kopra - das getrocknete Fleisch der Kokosnüsse - ist eine wichtige Einnahmequelle für viele Familien in ganz Vanuatu.



Die Fahrt führt uns weiter zu einem der sogenannten "Blue Holes", wir entscheiden uns für Matevulu und haben das Glück, dass wir ganz alleine hier sind. Der Eintritt kostet 500 Vatu pro Person und wir erfreuen uns an einem erfrischendem Bad in einem smaragdgrünen Grundwassersee. Es ist idyllisch hier und wir haben Spaß an langen Seilen, von denen man sich aus 5 Metern Höhe in das kühle Nass schwingen kann.



Die Zeit verfliegt und es stellt sich der Hunger ein. Manch verstecktes Restaurant und sämtliche Resorts, die auf Essen hoffen lassen sind geschlossen. Wir müssen bis ans Ende der Strasse im Norden fahren, um doch noch unseren Hunger stillen zu können.

Der Ort nennt sich Port Olry und liegt an einem wunderschönen Strand; es ist wieder einmal ein traumhaftes Plätzchen und das Essen schmeckt auch.


Am Heimweg bleiben wir noch bei einer Kavabar stehen und kosten den gegenüber Fiji sehr starken Kava. Hier wird die Kavawurzel frisch gerieben und dann mit Wasser vermengt, in Fiji wird dies ja aus getrockneten Wurzeln zubereitet.


Ebenfalls kosten wir das Nationalgericht LapLap. Eine in Bananenblättern gefüllte Masse bestehend aus Manjok-, Taro- oder Yamswurzel mit Kokosmilch und etwas Salz. Kann auch noch mit Hendl, Fisch, Fleisch oder Fledermaus verfeinert werden. Wir haben die vegetarische Version bekommen.


Am Abend gönnen wir uns noch eine Massage bei Adeline, wo wir auch schon gestern waren und ich kann ihr einen kleinen, von ihr geflochtenen Wandteppich abkaufen. Der bekommt sicher einen schönen Platz wenn wir wieder in Österreich sind.

Angeblich soll der Wind morgen auf NO drehen, wenn er das wirklich tut, segeln Richtung Süden nach Malekula. Dann sind wir wieder in der Wildnis!

Donnerstag, 7. September 2017

LUGANVILLE

06.09.2017

Florian

Fiji Air hat den Kaufpreis für unsere stornierten Tickets abzüglich einer Bearbeitungsgebühr storniert. So hat uns die ganze Aktion lediglich etwa 140 US$ gekostet - und die Verpflichtung über ein Rückreiseticket zu verfügen, um nach Fiji einreisen zu dürfen ist eine Frotzelei.

Naja, nachdem wir also wieder reich sind, haben wir heute die Stadt Luganville erobert. Man darf das Dingi am Strand des Beachfront Resort gleich beim Ankerplatz anlanden und den Müll bekommt man vom Resort auch gegen eine kleine Gebühr abgenommen. Luganville liegt dann etwa 20 Minuten zu Fuß vom Resort entfernt, gleich hinter dem Fluss.




Der Markt hat 5 Tage die Woche 24 Stunden geöffnet - erstaunlich; jeden Tag dürfen die Menschen einer anderen Ortschaft von Espirito Santo ihre Waren hier anpreisen. Gleich neben dem Markt gibt es auch wieder Essbuden, die gutes und sehr günstiges Essen anbieten.


Ansonst ist Luganville unansehnlich; kein Flair; Zweckmäßigkeit herrscht vor.



Dafür gibt es beim Fleischer ganz frisches Hühnerfleisch.


Und es gibt einen Massagesalon in dem wir uns jeder eine Stunde Massage gönnen - super angenehm! Danach finden wir einen Getränkeladen, bei dem ich ein Bier von den Salomonen Inseln bekomme (und Martina eins aus Holland - total exotisch).


Und weil wir ja wieder reich sind (s.o.), gönnen wir uns am Abend im Beachfront Resort jeder ein Steak. Espiritu Santo ist berühmt für sein gutes Rindfleisch (85 % werden nach Japan exportiert) und es ist tatsächlich ein ganz hervorragendes Steak, das wir da vorgesetzt bekommen.

Mittwoch, 6. September 2017

ZIVILISATION

05.09.2017

Florian

Wir gehen um 06:00 Uhr Anker auf und verlassen mit gutem Vorsprung auf unsere Freunde von der TIME BANDIT und der RANDIVAG die Insel Ambae mit ihren doch sehr ursprünglichen Bewohnern. Faszinierend fand ich hier das Gespräch mit Chief Jimmy im entlegenen Dorf an der Nordküste über das Chief-System. Quasi ein föderalistisches Staatssystem, wobei die Stimme der 16 Inseln durch die gewählten Insel-Chiefs abgegeben wird. Wobei das nationale Parlament nicht an deren Beschlüsse gebunden ist. Das Parlament dürfte auch sonst eher unabhängig agieren. Im Jahr 2015 wurden jedenfalls 15 von 52 Parlamentsabgeordnete wegen Bestechung verurteilt - ein Beweis dafür, dass das Gerichtssystem offenbar funktioniert. Wenn sich also jemand über unsere europäischen Parlamente beschweren sollte - viel Spaß in Vanuatu.

Interessant ist auch, dass es bis auf Efate und einem Teil von Espiritu Santo keine Frauen als Chiefs gibt. Allerdings herrscht in Efate das Matrimonial-System - nur Frauen sind Chiefs - und gerade diese Insel beherbergt die Hauptstadt Port Vila und ist wirtschaftlich am stärksten.

Warum es auf den anderen Inseln keine Frauen als Chiefs gibt ist jedenfalls für Ambae klar. Laut Chief Jimmy gibt es zwei Götter auf Ambae. Und der höhere der beiden meint, dass nur Männer Chiefs werden dürfen. Wer nun verwundert an rückständige Südseeinsulaner denkt, darf die Monarchien Europas studieren und schauen, seit wann es bei uns Frauen auf dem Thron gibt (abgesehen vom Frauenwahlrecht - aber das sind ja nur Details...). Es ist jedenfalls spannend die Ähnlichkeiten der politischen Systemen im Gespräch mit Chief Jimmy zu entdecken.

Aber wir segeln ja mittlerweile entlang der Nordküste nach Luganville auf der Insel Espiritu Santo. Im Windschatten des hohen Volkans auf Ambae ist der Wind naturgemäß weg. Wir motoren, als ein großer Fisch beißt. Ich stoppe diesmal die Maschine, um den Fisch einzuholen, doch leider haut er Martina im letzten Moment dann doch wieder ab - Schade!! Als wir Ambae dann im Kielwasser lassen, wird der Wind wieder aufgedreht und wir segeln unter Vollzeug mit 6-7 Knoten nach Westen. Obwohl sich unsere ESPERANZA hervorragend schlägt, kommen unsere Freunde mit ihren größeren Schiffen bald an uns vorbei.

Um 17:00 Uhr haben wir die 51 Seemeilen dann doch geschafft und wir ankern im Schutz der vorgelagerten Inseln vor Luganville, der zweitgrößten Stadt von Vanuatu - zurück also in der Zivilisation - wir haben wieder Internet! Morgen gehen wir diese erkunden....



Dienstag, 5. September 2017

INSEL AMBAE

03.09.-05.09.2017

Martina

Mit gutem achterlichem Wind sind wir die 18 Seemeilen von Pentecoste nach Ambae gesegelt. Unser Anker fällt in der Vanihe Bay in gut haltenden schwarzen Lavasand, wo schon die SY Time Bandit und SY Randivag ankern.


Für die viel geschütztere Nebenbucht Loloway haben wir zu schlechte Sicht und zu ungenaues Kartenmaterial. Die Einfahrt dorthin wäre schwierig, nur bei erstem Hochwasser und bei guter Sicht empfehlenswert. Keiner dieser drei Empfehlungen können wir erfüllen, und deshalb widersteht Florian der Verlockung in diese malerische Bucht einzulaufen.
Wir erkunden gemeinsam die nähere Umgebung und ich kann die Meinung des bekannten amerikanischen Schriftstellers James Michener, dass die Insel Ambae die schönste Insel der Welt ist,  nicht nachvollziehen. Erstmalig sehen wir auf einer Insel von Vanuatu sehr viel Zivilisationsmüll, wie Dosen, Plastik, Autowracks und Snacksackerl aller Art herum liegen. Wir treffen auf zwei junge Frauen aus Australien, die für ein Jahr  auf Ambae versuchen ein Müllsammelsystem zu erarbeiten. Sie erzählen, dass die Menschen extrem offen für dieses Thema sind und man kann nur hoffen, dass sie in 12 Monaten etwas bewegen.


Zur Verteidigung muss man aber auch sagen, dass es hier seit 6 Monaten nicht mehr geregnet hat, alles sehr staubig ist und die Pflanzen speziell an der windigen Ostseite sehr vertrocknet ausschauen.
Gemeinsam mit den beiden uns bereits bekannten Yachten und mit einem Seglerpaar aus Australien von der SY Heemskirk mieten wir für einen Tag ein Auto mit Fahrer und Führer, um die Insel zu erkunden.


Zu elft, denn es gibt immer Einheimische die eine Mitfahrgelegenheit suchen, sitzen wir auf der Ladefläche eines PickUp Trucks und die Tour geht entlang der Nordküste Richtung Westen. SY Time Bandit sind schon erprobte PickUp Mitfahrer, denn sie sind kluger Weise mit dicken Sitzpölstern und Fendern für den Po ausgestattet. Ich habe zwar auch eine kleine Sitzmatte mit, doch der Rand der Ladefläche in Kombination mit den schlechten „Strassen“ hinterläßt seine Spuren auf unseren Sitzknochen.
Wir stoppen in einem kleinen gepflegten Ort - hier nennt man jede Ansammlung von mehr als zwei Häusern „Village“ –, der aus ca. 10 kleinen Hütten besteht.


Die Menschen sind freundlich und zeigen uns ihre natürlich gewachsenen Schätze wie etwa  riesige Mandarinen (sie haben die Größe von großen Orangen),  Pampelmusen, verschiedene zart schmeckende Nüsse und noch einige Obstbäume, deren Früchte wie Mango, Bananen, Papaya und Lyche noch nicht reif sind.


Immer wieder fragt man uns, ob wir beim Segeln Fische fangen, denn sie dürften nicht sehr erfolgreich beim Fischen sein. Sie haben zwar ihre Auslegerkanus, aber nur wenige haben ein Boot mit einem Außenborder. Wenn man eine Fischerleine nachzieht, hat man erst ab 5 Knoten Fahrt eine bessere Chance einen etwas größeren Fisch zu fangen. Rifffische sind wegen Ciguatera auch hier ein Problem. Die Einheimischen haben Blätter als Medizin, die sie zerquetschen und als Tee zubereiten. Nach drei Tagen mit diesem Zaubertrank sind sie angeblich wieder gesund.
Wir besuchen eine Schule, eine katholische Mission und die Grabstätte vergangener wichtiger „Chiefs“, wie z.B. von Tare Mule Mule, mitten im Urwald. Die Grabsteine sind alle ohne mechanische Hilfsmittel vor hunderten von Jahren von den Bergen an diesen Ort - im wahrsten Sinne des Wortes - angeschleppt worden. Als Anreiz für die Männer, um diese Strapazen  durchzuhalten, ist ihnen angeblich eine Jungfrau voraus gegangen.



Zu Mittag sind wir im Ort unseres Führeres zum Essen eingeladen. Zur Begrüßung bekommen wir alle einen duftenden Blütenkranz umgehängt und eine Trinknuss zur Stärkung. Seine Frau hat für uns Taro Palmenbrot, Tarochips, Hendl, einen köstlichen Christophine – Nudelsalat, Nüsse und Pampelmusen vorbereitet. Auch hier sind die Wege innerhalb des Orts sehr gepflegt und jeder freie Fleck wird zur Pflanzung für Obst und Gemüse genützt.






Copra wird hier auf einem großen Ofen in dicken Schichten zwei Tage getrocknet und dann in Säcke verpackt und nach Luganville/Espiritu Santo gebracht. 48 Vatu (also umgerechnet etwa 45 Eurocent) bekommen sie für ein Kilo dieser Copra. Die 14000 Vatu, die wir acht Yachties in Summe für die Tour bezahlen, sind also ein sehr guter Verdienst für sie.



Gegen 13 Uhr verabschieden wir uns mit einigen Geschenken für die Kinder und mit Zahnbürsten und Zahnpasta, denn diese sind hier Mangelware. Uns gibt dieser Ausflug einen Einblick in das richtige Leben der Menschen und in ihre Natur. Sie haben wenig aber sie sind glücklich. Erstmalig in Vanuatu das wirkliche Leben der Einheimischen und nicht bloß eine Show für Touristen.

Ich konnte nun auch Fotos zu den letzten Beiträgen hinzufügen. Viel Spaß !!!