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Montag, 7. Januar 2019

CREW

07.01.2019

Florian

Es ist nicht ganz einfach geeignete Crew für eine Überfahrt zu finden. Zwar gibt es immer wieder Menschen, die sich anbieten, aber viele sind mühsam und daher ungeeignet. Ich hatte mit einigen Personen Kontakt, die dann aber doch nicht in Frage gekommen sind und habe angenommen alleine nach SriLanka zu segeln.

Gestern habe ich von einem befreundeten Segler die Nachricht erhalten, dass er eine Person Crew zu viel hat. Ich habe mir den Herren angesehen - Angelo D´Ugo, Chirurg aus Pescara/Italien, 60 Jahre, hat bei Ärzte ohne Grenzen gearbeitet und "stoppt" seit 2012 um die Welt.

Angelo D´Ugo

Angelo ist heute auf die ESPERANZA gekommen. Wir haben bereits ausklariert und werden morgen am 8.1. gemeinsam mit dem Katamaran SANGANEB von Paolo aus Italien, den ich auch schon seit Bundaberg kenne, bei Sonnenaufgang Anker auf nach Sri Lanka gehen. Der Sturm hat sich verzogen und die Windvorhersage ist gut. Meine Zeit in Thailand geht zu Ende und der Endspurt ins Mittelmeer beginnt.

Sonntag, 6. Januar 2019

DER STURM

05.01.2019

Florian

Ich verkatte den Hauptanker der ESPERANZA. Nach 20 m Kette hänge ich ein 20 m Kettestück und den Stockanker ein und lasse in Summe nochmals 30 m Kette ins Wasser. Jetzt  ist die ESPERANZA sicher angekettet, da rutscht sicher nichts.


Anker Verkatten

Der Abend zieht heran und die Wolken ziehen zu - der Wind kommt in mittelstarken Böen bis etwa 15 Knoten vom Land. Es kann sich also keine Welle aufbauen. Den ganzen Tag über war es schon gespenstig still. Keine Schiffe am offenen Wasser und es sind noch einige Schiffe die Bucht gekommen, um Schutz zu suchen.

So vergeht Stunde um Stunde und der Sturm will und will nicht losbrechen. Zwar nieselt es manchmal leicht, aber sonst ist vom Sturm und dessen Starkregenfällen nichts zu sehen. 1 m Niederschlag ist in 24 Stunden angesagt. Ich habe daher mein Wassersammelsystem aufgebaut, aber bislang ist in die Kanister kein Tropfen geflossen.

Um 3 Uhr früh wirds mir zu blöd, ich beende meine Wache und lege mich schlafen. Als ich um 9 Uhr aufwache, ist nichts passiert. In beiden Kanistern haben sich in Summe etwa 4 Liter Wasser gesammelt, das war die ganze Ausbeute des Tropensturms Pabuk.

Donnerstag, 3. Januar 2019

DECKUNG

03.01.2019

Florian

Ein Tropensturm - "Pabuk" - zieht heran. Ich gehe in der Chalong Bay in Deckung, die gegen Westen schützt, denn die stärksten Winde sollen morgen von Westen kommen.


Das Zentrum des Systems zieht genau über Phuket - falls sich der Sturm an seine Vorhersage hält. Morgen Nacht sollte mir also nicht langweilig werden. Ich werde die ESPERANZA mit einem zweiten Anker absichern und hoffe, dass die Schiffe um mich herum ihre Anker ordentlich eingegraben haben. Der heutige Sonnenuntergang in der Chalong Bay ist jedenfalls spektakulär. Die Ruhe vor dem Sturm.


Mittwoch, 2. Januar 2019

COUNT DOWN

02.01.2019

Florian

Es waren besinnliche und ruhige (Feier-)Tage in den Inseln vor Phuket. Jetzt bin ich zurück in der Zivilisation.




Ich bin mit dem Agenten in Sri Lanka - agency.lk@gac.com - in Kontakt. Das Visum für Sri Lanka habe ich bereits in der Tasche.

Ein wenig Bordarbeit ist noch angesagt, der Rumpf ist fast fertig geputzt; die Woche in der Marina von Langkawi hat eine Muschelkolonie verursacht. Aber alles im Plan. Der Count Down läuft!


Montag, 24. Dezember 2018

FROHE WEIHNACHTEN

24.12.2018

Florian

Es sind natürlich ganz andere Weihnachten für mich dieses Jahr, denn eigentlich bin ich gar nicht in Weihnachtlicher Stimmung. Dafür laufen die Vorbereitungen auf die große Überfahrt ins Mittelmeer auf vollen Touren.

Ich wünsche allen da draußen FROHE WEIHNACHTEN und einen GUTEN RUTSCH ins NEUE JAHR!

Ich werde mich in den nächsten Tagen irgendwo in der Inselwelt vor Phuket herumtreiben und weiß nicht, ob ich Internetzugang habe. Also bitte keine Sorge, wenn ihr länger nichts von mir hört. Es geht mir gut, ich putze der ESPERANZA den Rumpf, damit wir schnell vorankommen und mache meine Lady fit für die 4700 sm bis ins Mittelmeer.




Samstag, 22. Dezember 2018

VON LANGKAWI NACH PHUKET, 2. TEIL

17./18.12.2018

Florian

Bei Tagesanbruch gehts wieder weiter. Die beiden längsten Etappen habe ich ja nun hinter mir, also sollte es einfacher werden. Der Wind ist noch da und es ist Traumsegeln.


Traumsegeln

Vielleicht schaffe ich es ja heute noch bis Phuket - bei 6-7 Knoten Geschwindigkeit würde es sich ausgehen. Vorbei gehts am Tauchspot Ko Ha Yai,


Ko Ha Yai


...doch dann dreht der Wind und wird immer südlicher und leichter, also doch nach Ko Phi Phi (hier wurde irgendwann ein James Bond gedreht).

Ich passiere Ko Phraya Nak, wo der Film The Beach mit Leonardo di Caprio gedreht wurde, seither ein Touristenziel, voll von Besucherbooten und abgesperrt, so dass Ankern praktisch nicht möglich ist.


Ko Phraya Nak

Rechts The Beach

Also weiter nach Ko Phi Phi Don. Ein heftiger Squall erwischt mich noch und wascht das Deck sauber. Doch dann bin ich in der Bucht und mache an einer der Besucherbojen fest - 39 sm. Es ist ganz offensichtlich eine sehr beliebte Insel, Besucherboote, Jetskis, Paddelboote und laute Partymusik - Zivilisation du hast mich wieder.


Die Nacht ist erholsam, wenngleich die Bojen so eng gesetzt sind, dass die Schiffe zusammenstoßen könnten. Also bin ich der erste, der am Morgen aufbricht. Raus aus dem Windschatten und schon gehts Buttterfly der Chalong Bay auf Phuket zu. Die Welle ist wieder blöd und es wackelt ordentlich, bis der Wind dreht und ich wieder auf Raumschot umbauen kann. Die Einfahrt zur Chalong Bay ist einfach, die Bucht mit 5 - 6 m Tiefe ist die perfekte Ankerbucht und daher auch voll mit Schiffen. Ich brauche einige Zeit, um einen halbwegs akzeptablen Ankerplatz zu finden. Um 13:00 Uhr fällt nach 26 sm der Anker. Insgesamt warens 157 sm von Langkawi hierher,  davon 12 unter Motor (davon 8 am ersten Tag).


Chalong Bay/Phuket

Verschnauffen, Dingi ins Wasser und Einklarieren. Das neu geklebte Dingi funktioniert super - wie neu; kein Wasser kommt mehr herein - super!

Nirgendwo sonst auf der Welt war das Einklarieren so angenehm wie hier (naja vielleicht noch in Martinique, da wars auch super easy). Am Ende des 800 m langen Stegs steht ein Gebäude und darin sind alle Behörden nebeneinander untergebracht. Zunächst muss man seine Daten eigenhändig in den Computer eingeben, dann gehts ruck zuck, denn Harbour Master, Customs und Immigration drucken die Daten nur noch auf ihre entsprechenden Formulare aus - in 15 Minuten ist alles fertig. Immigration nimmt sogar Indonesiche Rupien statt Thailändische Baht als Bezahlung - woher sollte ich auch schon Baht haben?


Der berühmte Steg von Chalong Bay mit dem Behördengebäude am Ende

Alles wunderbar - jetzt hole ich mir Geld und dann gehe ich gut essen!

Freitag, 21. Dezember 2018

VON LANGKAWI NACH PHUKET, 1.TEIL

16./17.12.2018

Um 8:00 Uhr stehe ich beim Ausklarieren und das ist rasch erledigt. Noch die Marina bezahlen (ca. MYR 1.700,00 für 3 Wochen - das geht) und schon sind die Leinen los.  Auf geht´s, schau ma, ob ich noch segeln kann.

Bei leichtem Wind gehts aus der weitläufigen Bucht von Langkawi. Meine niederländischen Freunde von der BLUE ROGER laufen auch gerade aus, sind aber ob ihres größeren Schiffes viel schneller als ich. Der Wind ist schwach bis nicht vorhanden aber ich nütze, was ich bekommen kann. Es geht nach Ko Lipe, 8 Stunden Motoren mit und ohne Segel, nach 46 sm fällt um 18:45 Uhr - nach einem heftigen Squall - der Anker im Schutz von Ko Rawi, der Nachbarinsel von Ko Lipe, hier scheint es besser geschützt zu sein - Willkommen in Thailand!



Ko Lipe

Die Nacht ist holprig, denn Wind ist aufgekommen und so breche ich bei Tagesanbruch auf. Als ich aus der Bucht und dem Schutz der Insel komme verstehe ich, warum ich fast alleine am Meer bin - gute 20 Knoten und einen blöde steile Welle empfangen mich - aber WIND!! Was ganz Neues. Und da ist die ESPERANZA ja immer gut unterwegs.

Es ist eine sportliche Fahrt, dafür aber auch schnell und so mache ich bereits um 16:00 Uhr nach 44 sm an der Boje von Ko Rok Nok fest. Die Seekarten von Navionics am Plotter und der Navionics App unterscheiden sich ordentlich -  es heißt aufpassen!

Navionics App links -  Navionics am Plotter rechts

Hier ist Nationalpark und die Parkranger wollen 100 Baht Gebühr. Als ich Ihnen mitteile ich können lediglich in Indonesischen Rupien bezahlen oder mit Kreditkarte meinen Sie: "Ist schon ok, nächstes Mal."


Nachbarn - Fischer

Ko Rok Nok




Das Wasser ist endlich wieder sauber und ich schau mir den Rumpf der ESPERANZA an. Drei Wochen im Hafen haben eine Kolonie an Seepocken auf dem Rumpf hinterlassen, die müssen weg, bevor ich nach Sri Lanka aufbreche.