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Sonntag, 17. Dezember 2017

4.460 KILOMETER

16.12.2017

Martina

Nach einer gemütlichen letzten Nacht am Strand südlich von Wellington geht´s ans Zusammenpacken. Dies müssen wir nacheinander erledigen, weil zu wenig Platz im Jucy für zwei sich bewegende Menschen ist. Wir haben uns gestern noch schnell einen rosa Koffer bei der Heilsarmee um 5 Euro gekauft, damit wir unser Gewand für die bevorstehende Australienreise besser einpacken können.

Den Camper müssen wir sauber übergeben, und so putzen wir Damen rasch den Innenraum und Florian erledigt den Außenputz. Tanken, Gasflasche füllen, Schmutzwasser entleeren und dann geht´s noch rasch zum Mt. Victoria. Ein 196 Meter hoher Hügel mit einem letzten Rundumblick über Wellington.



Es ist 14 Uhr und wir können in unser 4-Bettzimmer in der Jugendherberge YHA im Zentrum von Wellington einchecken. Florian und ich waren ja noch nie in einer Jugendherberge, und so haben wir keinerlei Vergleiche, aber Babsi ist begeistert. Sie meint: "In so einem schönen Hostel war sie noch nie", und es hat nur  38 NZ$ pro Person gekostet.



Florian returniert das Auto mit 4.460 km mehr am Tacho an Jucy, Babsi und ich erfreuen uns in der Zwischenzeit an einer ausgiebigen Dusche. Sobald Florian laufend von der Aurorückgabe zurückkommt, treibt uns der Hunger zum letzten Mal in die Stadt. Zuerst genießen wir frische Sushi und dann stolpern wir über ein kleines Straßenfest mit den unterschiedlichsten Esstandeln.


Von indisch über marokkanisch, syrisch, japanisch und chinesisch ist alles vertreten. Florian schlägt beim Inder zu, und ich erstehe mit den letzten neuseeländischen Dollars ein marokkanisches Hühnerwrap. Ich bekomme es sogar billiger, weil ich statt 12 NZ$ nur noch 10,50 NZ$ habe. Ich bedanke mich herzlich und vermerke in meinen Erinnerungen, dass diese Freundlichkeit der Neuseeländerin sich in unserer gesamten Rundreise wiederspiegelt.

Geschlafen wird nur sehr kurz weil der Wecker um 3:30 Uhr läutet. Kurzes Frühstück, mit dem Taxi zum Flughafen, Abflug 6:45 Uhr und 3 Stunden 30 Minuten später sitzen wir auch schon wieder in Brisbane.


Jetzt nehmen wir unser reserviertes Mietauto entgegen, fahren 400 km nach Bundaberg, besuchen die Esperanza, tauschen warmes Gewand gegen Sommergewand und dann geht´s gleich wieder zurück nach Brisabane.

Samstag, 16. Dezember 2017

LETZTER SONNENUNTERGANG MIT JUCY-VAN

15.12.2017

Barbara

Nach einem Frühstück mit tollem Ausblick geht es in die Innenstadt von Wellington, um die letzten Erledigungen zu machen, da sich unsere Neuseelandreise dem Ende zuneigt. 

Wir schlendern durch die belebten Straßen, kehren nach ein paar Stunden zu unserem Van zurück und fahren auf den Stellplatz, an dem genau vor 24 Tagen meine Neuseelandreise mit Florian und Martina begonnen hat. Somit ist dieser Platz vor allem für mich ganz besonders und ich freue mich, dass wir wieder hier sind. Wellington macht gerade an diesem Tag seinem Namen "Windy City" alle Ehre, und um dem kühlen Wind zu entfliehen, laufen Florian und ich noch eine schöne, lange Runde an der Küste entlang, damit uns warm wird. Der Plan funktioniert und nach einer Erfrischung in einem kleinen Bach, kocht uns Martina zum letzten Mal ein ausgezeichnetes Abendessen im Van.



Zum Abschluss schenkt uns Nueseeland noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und somit beginnt unsere letzte Nacht im Jucy-Van.


Mittwoch, 22. November 2017

MÄDL AN BORD

21.11.2017

Martina

Es liegen nur noch 150 Kilometer bis nach Wellington vor uns. Wir haben noch genug Zeit, um einen Strandspaziergang einzuschieben. Neuseeland ist bereits so weit südlich, dass hier nicht mehr die Passatwinde aus dem Osten anzutreffen sind, sondern der Wind wieder aus dem Westen kommt.  Daher ist die wilde und raue Küste der Insel nicht mehr die Ost- sondern die Westseite.

Ein kilometerlanger menschenleerer schwarzer flach abfallender Sandstrand breitet sich vor mir aus. Meine Muschelschatzsuche ist eröffnet, und während Florian ein Schläfchen einlegt, marschiere ich zwei Stunden den Strand entlang und erfreue mich an einigen schönen neuen Muscheln.


Danach geht es weiter nach Wellington wo wir Babsi, unsere Nichte, vom Flughafen abholen. Sie strahlt übers ganze Gesicht und springt fröhlich in unseren kleinen Jucy Camper. Sie fühlt sich gleich wohl und hat keinerlei Probleme mit der kuscheligen Enge.




Es ist bereits dämmrig, bis wir an unserem Camperabstellplatz ankommen. Florian wählt ganz bewusst einen Schlafplatz direkt am Strand und wir schlafen mit Meeresrauschen ein. Der Ausblick in der Früh ist umwerfend und Babsi meint, dass sie sich bereits jetzt schon in Neuseeland wohler fühlt als in Australien, wo sie in den letzten drei Wochen war.



Dienstag, 14. November 2017

NAPIER

14.11.2017

Martina

Nach einer warmen Dusche und einem gemütlichen Frühstück in der wärmenden Frühlingssonne brechen wir Richtung Napier auf.


Es liegen 250 Kilometer vor uns und diese führen vorwiegend durch Weideland. Wir rätseln worin der Unterschied zum Landschaftsbild von Österreich liegt, und nach einigem hin und her kommen wir zu dem Schluss, dass es bei uns keine so weitläufigen Weideflächen gibt. Hier werden die Weideflächen mit riesigen Beregnungssystemen in einem dauerhaft saftigem Zustand gehalten.  Pferde-, Rinder- und Schafherden bestimmen das Landschaftsbild in beeindruckender Weise.




Rechtzeitig zur Mittagszeit kommen wir an der seit 1889 bestehenden TUI Bierbrauerei in Mangatainoka vorbei. Ein Pflichtstop mit einer Bierverkostung und Fisch& Chips sind die Folge.




Am Nachmittag weckt ein Werbeschild in dem Ort Eketahuna meine Aufmerksamkeit: "Real Kiwi Country". Bei einem kurzen Stop in der Tourist Info erhalten wir eine ernüchternde Auskunft. Die Dame lebt seit 40 Jahren hier, hat aber noch nie einen Kiwi in freier Wildbahn gesehen. Also da brauchen wir uns auch nicht in der Nacht auf die Lauer legen, um die kleinen nachtaktiven Laufvögel zu sehen.


Wir erreichen Napier am späteren Nachmittag und spazieren durch die 1931 von einem schweren Erdbeben zerstörte Stadt.


Die Art Deko Stadt Napier liegt in der Hawke´s Bay an der Ostseite von Nord Neuseeland. Die Stadt wurde zum Teil wieder restauriert und die Fußgängerzone besticht durch seinen Art Deko Charme.






Wir verbringen einen gemütlichen Abend auf einem Gratisparkplatz, der nur für Camper, die einen Schmuzwassertank haben, benützt werden darf. Auf kleinstem Raum brate ich uns Neuseelandlachsfilets mit frischen Rosmarinkartoffeln und Salat.
Wir stehen gut und es wackelt nicht.


JUICY

13.11.2017

Florian

Wir genießen ein hervorragendes Abendessen im original chinesischen Restaurant bei Ente und Reisnudelsuppe


- typisch neuseeländisch eben - und suchen uns ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten, was auf dem Parkplatz neben dem neuseeländischen Nationalmuseum "Te Papa" schwierig ist wegen unklarer Parkgebühren. In einer kleinen Seitengasse finden wir dann ein halbwegs ruhiges, wenngleich schiefes Plätzchen.

Erste Nacht also in unserem Jucy Condo Campervan. Er ist ein wenig schlampig: abgerissene Druckknöpfe, sodass die Vorhänge nicht schließen und man von der Straße herein sehen kann, eine Lampe, die nicht funktioniert, ein teilweise ausgerissener Tisch - offenbar übliche Verschleißerscheinungen für einen Campervan mit 120.000 km. Die Nacht geht vorüber,



aber wir fahren heute Morgen zurück zur Autovermietung und ich spreche mit Ihnen ein ernstes Wort. Dieses wird schuldbewusst erhört, und man repariert fast alle kleinen aber ärgerlichen Mängel. Offenbar ist man hier nur Packpacker gewöhnt.

Und so geht es mit generalsaniertem Fahrzeug zunächst zum Campingausstatter Katmandu - wir brauchen warme Jacken, denn wir frieren uns den Hintern ab. Ausgestattet mit je einer neuen warmen Daunenjacke geht´s ins Te Papa - Neuseeländisches Nationalmuseum. Die Ausstellung über die Besiedelung Neuseelands durch die Briten ist höchst interessant. Die Briten haben mit 500 maorischen Häuptlingen 1840 einen Vertrag geschlossen. wonach diese sich der britischen Krone unterwerfen und gleichzeitig Schutz durch die Krone erhalten - die Geburtsstunde Neuseelands. Die maorische Fassung des Vertrages hat allerdings eine andere Bedeutung als die englische, was man erst nach und nach merkte. Die Konsequenz daraus waren naturgemäß heftige auch bewaffnete Streitigkeiten, deren Schlichtung bis heute andauert. Aus juristischer Sicht wäre die Lage ja eindeutig: mangels Konsens gibt es keinen Vertrag und würde Neuseeland daher nicht zur britischen Krone gehören. Das ist halt in realiter reine Theorie, und so versucht man mit allerlei juristischen Kunstgriffen seither den verunglückten Vertrag irgendwie rechtlich am Leben zu erhalten - wie gesagt für mich als Jurist eine spannende Geschichte.





Das Te Papa ist ein sensationelles Museum und kann 7 Tage die Woche kostenlos besucht werden. Die zweite Ausstellung, die wir uns noch kurz ansehen ist eine große Gallipoli Ausstellung. Australien und Neuseeland haben unter der Bezeichnung ANZAC am 1. Weltkrieg teilgenommen und sind auf der Halbinsel Gallipoli (am Nordeingang zu den Dardanellen) 1915/16 vom Osmanischen Reich besiegt worden.


Bis heute wird dieser erfolglose Feldzug in Australien und Neuseeland heroisch dargestellt, am 25. April als ANZAC Day gefeiert, und ist ein sehr verbindendes Element zwischen diesen beiden Ländern.

Nach so viel Kultur verlassen wir Wellington und fahren durch saftig grüne Landschaft bis nach Martinborough, eine Weingegend 80 km östlich von Wellington.





Martinborough ist eine entzückende kleine Ortschaft inmitten von Weingärten. Bei gutem Rotwein gönnen wir uns ein hervorragendes Abendessen und quartieren uns zu Versuchszwecken für die Nacht auf einem Campingplatz ein. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 15 Grad, aber es geht uns gut!