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Donnerstag, 20. Dezember 2018

ZURÜCK NACH LANGKAWI

15.12.2018

Florian

Um 6 Uhr Morgens verabschiede ich mich von David und Lia und es geht mit dem Chauffeur zurück zum Flughafen. Zum Glück ist der Verkehr nicht ganz so dicht und so komme ich um 10:00 Uhr gut an. Man fliegt etwa 2 Stunden nach Kuala Lumpur und von dort nochmals ca. 1 Stunde nach Langkawi.


Zurück nach Malaysien

Um 21:00 Uhr stehe ich abholbereit am Ausgang des Flughafens von Langkawi, denn Nasir möchte mich abholen, damit ich ihm die Seekarten für seine Gegend auf seine Navionics App auf sein Handy herunterlade. Am Heimweg kaufe ich auch noch schnell ein, denn morgen in der Früh gehts los Richtung Phuket.

Malaysien - Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!

Dienstag, 11. Dezember 2018

GUNUNG RAYA

08.12.2018

Florian

Obwohl ich erst um 02:30 Uhr ins Bett gekommen bin, wache ich um 7 Uhr auf und bin auch halbwegs fit. Fit genug, um den mit 881 m höchsten Berg von Langkawi, den Gunung Raya zu besteigen - der steht schon lange auf meiner Liste.

Mit dem Motorrad gehts zum Beginn des Weges, und dieser Weg ist etwas Besonderes, denn er besteht aus 4287 Stufen.




Besonders gepflegt ist er nicht mehr, viele Bäume liegen quer und immer wieder muss ich in den Dschungel ausweichen. Aber es ist ein spannender Aufstieg und ich komme rasch voran. Es geht durch den Dschungel steil bergauf.




Dann auf 800 m sind die Stufen zu Ende und eine Straße führt zum Gipfel (ja man kann auch mit dem Auto hinauf fahren). Nach einer knappen Stunde bin ich oben.




Leider ist der Aussichtsturm nicht mehr aktiv, zu verfallen, offenbar ist dieses Ausflugsziel nicht hoch angeschrieben bei den Touristen in Langkawi. Die Aussicht ist allerdings hervorragend. Man sieht bis weit in die thailändische Inselwelt hinein. Dorthin werde ich in einer guten Woche segeln.




Zurück im Tal genieße ich ein Bad im Fluss,  danach zurück zur ESPERANZA, denn ich muss mich für unseren heutigen Auftritt mit Los Capuccinos fertig machen. Heute spielen wir um Essen und Getränke in einem Boutique Hotel - Lot 33; mehrere Bands sind eingeladen die musikalische Untermalung für die zahlenden Gäste zu gestalten. Leider gestaltet sich der Auftritt nicht so gut wie gestern, denn Nasir vetwendet nicht viel Zeit für den Soundcheck, und so sind wir zu leise, als wir drankommen, was ihn wieder aus dem Konzept bringt.


Vorbereitung auf den Auftritt

Aber nach 35 Minuten ist alles vorbei, das Essen ist gut und sogar Bier gibt es hier. Meine Gage stimmt heute also, und nett war´s überdies.

Montag, 10. Dezember 2018

EIN KÜNSTLERLEBEN

07.12.2018

Florian

Heute ist der erste Auftritt mit Nasir und seiner Band - wir sind die "Los Cappuccinos" (na wenn er meint). Drei Musiker reisen vom Festland an, zwei davon - Leadgitarre und Schlagzeuger sind Profimusiker und spielen bei der State-Combo; in Malaysien hat jeder Bundesstaat seine eigene Staatsband.


Soundcheck

Wir spielen vor dem Restaurant Rotiboy in Chenang, dem Touristenzentrum von Langkawi. Rotiboy ist so eine Art Bäckerei-Kette, sehr beliebt in Malaysien. Die Weckerl, die man hier bekommt sind aber nicht nach meinem Geschmack, weich und mit diversesten Füllungen von Würstel, über Huhn und Fisch - naja, es geht halt nichts über eine ordentliche Semmel.


Irgendwie ist das Logo von KFC besser als das von Rotiboy


Um 20:00 Uhr gehts los, wofür Nasir allen Musikern so eine Art Indianergilet als Bandgarderobe gibt. Und man spielt als angesehene Band offensichtlich in langen Hosen, trotz der Hitze. Das muss man erst einmal herausfinden, jedenfalls trage ich als einziger Shorts. In kurzer Zeit ist der Platz vor dem Geschäft voll. Die Musiker sind gut, und wir finden gut zusammen. Ich steuere meinen Teil am Klavier und der Gitarre dazu bei. So macht es Spaß Musik zu machen!

Los Capuccinos

Voll in Einsatz

Bis Mitternacht spielen wir. Offenbar hat Nasir einen entsprechenden Vertrag mit Rotiboy, denn Zuhörer sind nur noch wenige da. Naja, helfe ich ihm eben seinen Vertrag ordentlich zu erfüllen, auch wenn ich keine Gage bekomme. Man muss sich eben erst hinaufarbeiten im Musikbusiness.
Nach dem Gig gehen wir noch in ein indisches Straßenrestaurant essen, bis ich mich verabschiede, denn es ist 2 Uhr morgens - ich bin todmüde. Das harte Künstlerleben!!

Donnerstag, 6. Dezember 2018

ALLTAG LANGKAWI ZWEITER TEIL

05.12.2018

Florian

Am Nachmittag ist immer Bootsarbeit angesagt. Stück für Stück bessere ich die Fugen vom Teakdeck aus bzw fräse diese tiefer. Das Dingi ist geklebt und fertig.

Bildunterschrift hinzufügen

Und die Näharbeiten an der Lazybag sind ebenfalls abgeschlossen - mal schauen, wie lange das hält.


Lazybag

...in kompliziertem kreuz-und-quer-hin-und-her-Stich

Für die Überfahrt nach Phuket habe ich eine polnische Mitseglerin, die - wenn sie sich halbwegs geschickt anstellt - womöglich auch nach SriLanka und ins Mittelmeer mitsegelt. In SriLanka kommt auch noch ein Mitsegler aus Österreich an Bord, der, wenn alles passt, ebenfalls ins Mittelmeer mitsegeln will. Und mit anderen Seglern wird gerade versucht eine Gruppe für den Transit zum und durchs Rote Meer zusammenzustellen. Die Vorbereitungen auf die große Überfahrt laufen also auf vollen Touren.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

ALLTAG IN LANGKAWI

03. - 04.12.2018

Florian

Der Tag beginnt mit Laufen. Gleich nach dem Aufstehen zieh ich mir die Laufschuhe an und erkunde die Gegend. Sind meine Beine und vor allem meine Achilessehne am Anfang noch recht steif, so gehts nach 5 Minuten schon lockerer.  Und so laufe ich halt meine 5-7 km und schau mir die Gegend an, bevor ich einige Übungen mache und mich dann in den Swimmingpool der Marina zum Abkühlen werfe.

Anschließend gibts Frühstück und um 10 Uhr proben wir jeden Tag für unseren Auftritt am 8. und Nasir eröffnet mir, dass wir nun auch einen Auftritt am 7. haben. Die Witwe des verstorbenen Sultans dieses Bundesstaates hat ein Geschäft im größten Einkaufszentrum von Langkawi - "Rotiboy", offenbar eine Art Bäckerei - und wir sollen zur Eröffnung spielen; na ich bin ja gespannt.

Nasir will mir täglich etwa 5 neue Lieder beibringen und er ist - sagen wir - nicht sehr koordiniert in seinen Erklärungen und springt von vorne nach hinten in seinen Stücken. Nicht ganz einfach, aber irgendwie krieg ich´s schon hin.


Probenarbeit

So gegen 13:00 Uhr sind wir fertig. Gestern hat mich Nasir zum Mittagessen eingeladen. Ein typisches malaysisches Restaurant; es gibt etwa 20 verschiedene Speisen, von denen man wählen kann und es herrscht Selbstbedienung. Zum Trinken gibts Eistee, denn es ist ein muslimisches Restaurant. Man isst mit den Fingern und auch an das habe ich mich bereits gewöhnt (mit der rechten Hand wohlgemerkt; die linke Hand ist für das Gegenteil - nicht verwechseln!!). Das Essen ist sehr schmackhaft, gut gewürzt und nicht zu scharf (aber aufpassen muss ich schon, denn es gibt auch unessbar scharfe Gerichte). Und in echt Einheimischen-Restaurants gibts natürlich auich Einheimischenpreise: 38 Ringit in Summe - für fünf Personen samt Getränken - also etwa EUR 9,00.

Mittagsrestaurant

Mit den Fingern essen

p.s.: Von der Regattaleitung der Raja Muda Regatta habe ich nachstehenden Zeitungsartikel aus Penang bekommen





Dienstag, 4. Dezember 2018

CHINESISCHE FREUNDE

01.12.2018

Florian

Nasir hat Gäste an Bord der MV ADVENTURE, die quasi ein schwimmendes Hotel ist. Er macht mit ihnen heute eine Ausflug mit der SY SWORDFISH und bittet mich mitzukommen, da er keine Seekarten und keinen funktionierenden Tiefenmesser hat. Ich helfe ihm gerne und er zeigt mir die ADVENTURE - die ist so ein richtiges Schiff. Großzügig angelegt mit Platz für 8 Gäste, allerdings fehlt es ein wenig an entsprechender Pflege, weswegen der Eigentümer auch versucht beide Schiffe zu verkaufen.

Das Speisezimmer der ADVENTURE

Steuerstand - ein richtiges Schiff eben

großzügig angelegt

Eine nette malaysisch-chinesische Gruppe ist zu Besuch; drei Jungunternehmer, die in Kuala Lumpur ein Bürobedarfsunternehmen mit 28 Mitarbeitern betreiben und die Eltern von Julian, einem der drei Unternehmer, der 10 Jahre in London gelebt und studiert hat.

Wir legen mit der SWORDFISH ab und motoren an der Ostküste von Langkawi nach Norden zu einem Nationalpark. Nasir ist kein Segler, das erkennt man sofort. Er ist begeistert von der Navionics-App auf meinem Handy, die ihn sicher durch die Gewässer leitet.

Die SY SWORDFISH

Diese Seite von Langkawi ist landschaftlich wunderschön, nur das Wasser ist trüb. Zum Schnorcheln oder Tauchen muss man nicht herkommen.







Ich genieße den Tag als "Tourist" und lade meine neuen chinesischen Freunde zum Sundowner auf die ESPERANZA ein und erhalte anschließend eine Gegeneinladung auf die ADVENTURE zum Abendessen - es wird ein sehr netter Abend und ich soll nun unbedingt Kuala Lumpur besuchen.


Neue Freunde!

Sonntag, 2. Dezember 2018

NEUE FREUNDE

28.11.2018

Florian

Letztens gehe ich durch die Marina und höre Gitarrenklänge aus einem Geschäftslokal. Drinnen spielt ein Mann sehr gut Gitarre. Er fragt mich, ob ich denn auch Gitarre spiele, was ich ihm kurz darauf demonstriere. Nasir - so sein Name, Ex-Militar - lebt mit seiner Familie auf einem Schiff, das er für den australischen Eigner beaufsichtigen; eigentlich sind es ja zwei Schiffe, die Luxusmotoryacht MS ADVENTURE (ein umgebauter Hochseeschlepper) und die Ketch SY SWORDFISH. Er fragt mich, ob ich mit ihm und seiner Band am 8. Dezember bei einer Veranstaltung spielen könnte, und so kommt es, dass wir seither fast täglich proben. Ich mit Gitarre und Klavier (denn ein Klavier gibt es hier überhaupt nicht), er mit Gitarre und seine Frau an den Percussions.

Heute lädt mich Nasir mit seiner Familie zu einem indischen Deepavali-Fest (das indische Lichterfest) ein. Thema des Festes ist Bollywood und so muss ich mir noch etwas Ensprechendes zum Anziehen besorgen.


Nasir samt Familie

Das Fest am Abend ist farbenfroh und multikulturell, denn Nasir und seine Familie sind malaysische Moslems, die Veranstalter des Festes sind malaysische Inder und malaysische Chinesen - Langkawi zeichnet sich durch eine multikulturelle und multikonfessionelle Bevölkerung aus. Nasir ist mit zwei Frauen verheiratet; eine hier in Langkawi, die auch zwei Töchter aus einer früheren Ehe mitbringt und eine Frau in Kuala Lumpur, mit der er drei erwachsene Kinder hat, und die er einmal im Monat besucht.

Der Abend geht mit viel Musik und Tänzen, vielen Farben, vielfältigem indischen Essen, einer Tombola und netten Gesprächen vorbei.


Indische Tänze


Nasir gewinnt eine Flasche Whisky, die er mir schenkt, da er als Muslim keinen Alkohol trinkt und ich gewinne ebenfalls eine Flasche Whisky beim abgehaltenen Mr. Bollywood-Wettbewerb. Gäste an Bord des ESPERANZA bekommen bei Besuch ab sofort einen guten Schluck Whisky serviert.






Freitag, 30. November 2018

HAFENZEIT

29.11.2018

Florian

Ich wurde bereits gefragt, warum ich noch immer im Royal Langkawi Yacht Club bin. Es ist unüblich für mich und die ESPERANZA so lange in einer Marina zu liegen.

Die Antwort ist einfach:




Mein Dingi zerfällt. Doch gibt es auf Langkawi ein Unternehmen - SWIFT Inflatables -, das  Hypalon-Dingis mit Alu-Boden herstellt (270cm 9900 MYR, 250 cm 8900 MYR). Also ein sehr günstiges Hypalon Dingi, falls jemand eines brauchen sollte.

Sie kleben allerdings auch Dingis - und daher ist mein Zodiac Dingi nach 5 Jahren beim Rundumzusammenkleben. Danach sollte es mir bis ins Mitelmeer noch gute Dienste erweisen. Und das dauert eben - so etwa zwei Wochen. Also abwarten, ESPERANZA pflegen und Tee trinken.

Und es gibt viel schlechtere Plätze zum Warten als Langkawi. Moped habe ich mir ausgeborgt um ganze 20 MYR pro Tag und einen Swimmingpool hab ich auch in der Marina, denn ins Wasser braucht man hier im Hafenbereich nicht gehen. Mir wird sicher nicht fad.

Dienstag, 27. November 2018

ZUSAMMENFASSUNG


25.11.2018

Rudi

Die 10 Tage mit Florian als Team Esperanza auf der Raja Muda Selangor International Regatta sind vorbei und ich fliege heute wieder von Langkawi über Kuala Lumpur und Bangkok nach Wien.

10 ereignisreiche Tage liegen hinter uns und die Zeit ist unglaublich schnell vergangen. Ich habe viele Eindrücke und Erlebnisse im Kopf und ich durfte vieles mitnehmen:

Etwa dass man den Naturgewalten auf See in einem kleinen Boot viel näher ist, als in der Luft in einem Verkehrsflugzeug -  meinem eigentlichen Metier.

Ich habe gelernt, dass die Esperanza durch Wind nicht kentern kann … sagt zumindest Florian … J

Ich habe gesehen, dass es viele Parallelitäten zwischen Seefahrt und Luftfahrt gibt: Eine gute Planung ist Grundvoraussetzung für eine gute und sichere Durchführung. Entscheidungen müssen getroffen werden. Erfahrung und Können sind Grundlagen für eine sichere Fahrt. Man lernt auf jeder Fahrt und man darf nie den Respekt vor dem, was man tut, verlieren. All das und noch viel mehr zeichnet einen guten Skipper aus.

Ich durfte erleben, dass Segler eine große Familie sind. Ich habe viele großartige Menschen kennengelernt und ich habe gesehen, mit welchem Respekt man einander begegnet. Im  Wettbewerb hart kämpfen und am Abend gemeinsam feiern. Vom Hobby Skipper bis zum Profisegler – alle vereint die Leidenschaft für ihre Tätigkeit. Wir haben mit dem Scallywag Team um Ocean Race Star Skipper David Witt und anderen Profi Teams genauso gefeiert wie mit den Teams von Rona, Prime Factor, WindSikher, Antipodes, Insanity und allen anderen.

Besonders berührt hat mich, wie nach dem tragischen Todesfall auf der Lady Bubbly, alle geschlossen hinter Chris und seiner geschockten Crew standen. Jeder drückte sein Beileid aus, es wurde organisiert und gespendet um die Überstellung des Verstorbenen zu ermöglichen und es wurde gemeinsam entschieden, dass es im Sinne des verstorbenen Steve sei, dass die Crew die Regatta fortsetzt. Und als die Lady Bubbly Crew dann ihre Klasse gewinnen konnte, war die Freude unbeschreiblich – es gab standing ovations als die Crew die Bühne betrat und jeder freute sich mit ihnen.

Auf der Esperanza zu segeln war ein tolles Erlebnis. Florian und ich haben in langen Passage Races und abwechslungsreichen Inshore Races alles aus ihr herausgeholt. Von Flaute bis Sturm war alles dabei und Florians seglerische Fähigkeiten gemeinsam mit meinem Einsatz haben uns drei 2. Plätze und zwei 3. Plätze in den Rennen und den 2. Platz in der Gesamtwertung beschert. Mit 6 Trophäen ausgezeichnet kann die Esperanza nun stolz ihre Weltumrundung fortsetzen.

Schließlich war die Zeit mit Florian großartig. Wir haben als Team zusammengearbeitet und er hat mit großer Erfahrung und Können versucht, aus mir in kurzer Zeit einen passablen Vorschoter zu machen. Wir haben uns schnell den Respekt der anderen Teams erarbeitet. Die Tatsache, dass Florian um die Welt segelt war schon ein Alleinstellungsmerkmal für sich. Da wir zusätzlich zum Segeln in jeder Stadt gemeinsam Laufen gingen und spätestens nach unserem Auftritt beim Rikshaw Race waren wir in aller Munde und es gab immer viel zu erzählen. Die langen Fahrten boten auch zahlreiche Gelegenheiten für gute Gespräche und sogar die Gitarre wurde einmal ausgepackt.

Lieber Florian, vielen Dank für 10 großartige Tage, die ich auf deiner Esperanza erleben durfte!

Always sail well and be safe!

P.S. Beim nächsten Rikshaw Race bin ich der Läufer …


So sehen Segler aus!!

Montag, 26. November 2018

DAS LETZTE RENNEN

24.11.2018

Florian

Die gestrige In Shore-Wettfahrt wurde abgesagt, da die Yachten unserer Gruppe erst in den frühen Morgenstunden von der Penang-Etappe ins Ziel kamen. Heute ist daher für uns die letzte Wettfahrt. Wieder eine In Shore-Wettfahrt, es geht also im Inselbereich von Langkawi um Bojen - ca. 8 sm.

Und wieder ist kein Wind. Der Start verzögert sich, bis doch ein "Lüfterl" aufkommt. Wir mit unseren schweren historischen Schiffen kommen fast nicht voran. So zupfen Rudi und ich da und dort an den Segeln und versuchen doch irgendwie Vortrieb zu bekommen. Aus Rudi ist in dieser Woche schon ein richtiger Segler geworden und unsere Manöver sind daher ganz gut. Unsere größte Gegnerin ist wieder EVELIN, die offensichtlich schneller ist mit einem großen blauen Gennaker-ähnlichen Segel, aber dafür immer wieder eigenartige Manöver fährt und dadurch den auf uns herausgefahrenen Vorsprung wieder verliert.

Wir kämpfen uns zur zweiten Boje durch und haben mehr Höhe als sie, die mit Ach und Krach diese Boje mit etwa einem Meter Abstand direkt neben uns passiert. Da fällt mir auf, dass bei EVELIN der Motor läuft und Kühlwasser ausbläst. Ich rufe hinüber, was der Motor soll und ernte lediglich die Antwort, dass sie ja keinen Gang eingelegt und daher keinen Vortrieb haben. Offenbar haben sie den Motor eingesetzt, um doch noch um die zweite Boje zu kommen, ohne neuerlich kreuzen zu müssen. Das hätte sie viel Zeit auf uns gekostet. Ich schnappe mir die Kamera und mache Fotos und ein Video vom laufenden Motor. Schließlich erreicht EVELIN etwa 6 Minuten vor uns das Ziel.


EVELIN mit laufendem Motor (erkennbar am austretenden Kühlwasser)

Ich halte das für unsportliches Verhalten, obwohl es für unser Ergebnis völlig egal ist, aber im Sport darf man nicht schummeln. Zurück im Hafen reiche ich daher einen formellen schriftlichen Protest ein und um 19 Uhr gibts die Verhandlung dazu. Diesmal besteht das Schiedsgericht aus 5 Schiedsrichtern. Heute gibt es noch 2 weitere Proteste in anderen Bootsklassen; Protestieren gehört offenbar zu einer Regatta dazu.

Das Schiedsverfahren dauert nicht lang. Nach kurzer Befragung wird mein Protest aus formellen Gründen abgewiesen, da ich nicht "Protest" gerufen habe und auch keine rote Flagge gehisst und bis zum Ende der Wettfahrt gesetzt lassen habe. Daher ist der Protest formell nicht ordnungsgemäß eingebracht - causa finita. Wieder etwas gelernt! Sollte ich jemals wieder an einer Regatta teilnehmen, werde ich mir vielleicht doch einmal die Regeln durchlesen.

Aber egal - eine Disqualifikation von EVELIN hätte lediglich unseren Freunden von der RONA geholfen, die nun am 4. Platz bleiben.

So gibts am Abend die Siegerehrung für unseren 3. Platz in der heutigen Wettfahrt. 
Und schließlich erhalte ich aus den Händen des Raja Muda (des Kronprinzen) des malaysischen Bundesstaates Selangor, Tengku Amir Shah Ibni Sultan Sharafuddin Idris Shah die Trophäe für den zweiten Gesamtrang in der Klasse "Historische Schiffe".

Unsere "Ausbeute"

Eine erfolgreiche, spannende, teilweise dramatische, sicherlich sehr lehrreiche und jedenfalls anstrengende Regatta geht für uns damit gut zu Ende. Danke Rudi für deine Hilfe und Unterstützung!!!


Schön war´s

Sonntag, 25. November 2018

RAJA MUDA REGATTA 3.ETAPPE

22./23.11.2018

Florian

Die letzte Etappe der Regatta führt uns von Penang nach Langkawi - etwa 56 sm. Beim Start ist wieder kein Wind, und so motoren wir die Strecke entlang. Nach einer halben Stunde kommt Wind auf und die Wettfahrt wird gestartet.


RONA auf dem Weg zum Start

Start zur dritten Etappe

Der Wind ist diesmal halbwegs akzeptabel und wir kommen immer besser in Fahrt. SY EVENLIN haben wir zwei Meilen hinter uns gelassen. Doch dann kommt sie stark auf und ist einen Knoten schneller als wir - wie machen die das?? Ich schaue, ob sie vielleicht den Motor aufgedreht haben - Fehlanzeige. Sie ziehen vorbei und ich versuche aus der ESPERANZA das letzte herauszuholen, aber EVELIN läßt uns "stehen".


EVELIN fliegt heran...

...schließt auf ...

...und zieht vorbei.

Rudi ist schon ein ordentlicher Segler und hilft mir wo es geht - eine große Unterstützung. So geht es in die Nacht - und in die nächste Flaute. Wieder dümpeln wir mit 2-3 Knoten dahin und genießen unser Nudel-Abendessen bei Sonnenuntergang.

Langsam, langsam nähern wir uns dem Ziel. Hatte es zunächst so ausgesehen, als ob wir vor Mitternacht im Royal Yacht Club Langkawi ankommen würden, so schaut es jetzt nach 8 Uhr Morgens aus.

Um Mitternacht braut sich ein Unwetter zusammen. Immer dunklere, höchst bedrohlich aussehende Wolken türmen sich auf, bis ich die Segel einhole und wir nur mit der gerefften Genua den Weltuntergang abwarten. Der bleibt glücklicherweise aus, und wir bekommen lediglich 15 Knoten Wind - aber aus 90 ° versetzt.

Segel umbauen und weiterkämpfen - Meile um Meile dem Ziel entgegen. Wir wechseln uns mit Schlafen ab, und Rudi bringt uns gut voran. Als wir gegen 3 Uhr nur noch 3 sm vom Ziel entfernt sind, taucht links von uns die EVELIN auf. Leider hat sie uns auch entdeckt und zieht schon wieder heran. Wir müssen hart am Wind Richtung Ziel segeln - das geht sich nicht aus, da ist die Zielinsel im Weg. Wir wenden, um die nötige Höhe zu schaffen, EVELIN segelt hart am Wind weiter. Nach einer Meile wenden wir wieder und "zittern" uns hart am Wind dem Ziel entgegen. Wir es sich ausgehen?

Aus der Dunkelheit tauchen die Silhouetten von vor Anker liegenden Schiffen auf - unter anderem von dem Dreimaster "Lilli Marleen". Und dann sehen wir links von uns die rot blinkenden Positionslichter von EVELIN (grün hat sie nicht) schräg vor uns. Sie ist wesentlich langsamer als wir und wir schieben uns Meter um Meter näher an sie und das Ziel heran. Schließlich muss auch EVELIN wenden, sie hat sich mit der Höhe verkalkuliert und wir gleiten vorbei und um 3:40 Uhr, gute 6 Minuten vor ihr ins Ziel - das war spannend!! Auf Grund ihres schlechteren Handicaps ist EVELIN in der zeitberichtigten Wertung allerdings ca. eine halbe Stunde schneller als wir auf dem zweiten Platz.

Dafür schlagen wir sie auf anderem Gebiet. Auf Grund meines Protestes hat der Regattaleiter Jerry gegen das Ergebnis des Inshore Races einen "Redress" (also quasi einen Antrag auf Korrektur) eingebracht, weswegen ich vor dem Segelschiedsgericht erscheinen muss, um meine Sicht der Dinge darzulegen. Die Sache wird höchst professionell behandelt und schlussendlich wird der ESPERANZA der wohlverdiente zweite Rang vor EVELIN zuerkannt. Und ich bin wieder entspannt!

Mein Segel-Schiedsgericht

Samstag, 24. November 2018

VOLLGAS MIT TRAGÖDIE

21.11.2018

Florian

Heute ist das erste Inshore Race. Es geht eine Runde um Bojen und der Wind ist beim Start wieder einmal nicht vorhanden. So dümpeln wir dahin. Es gibt eine neue Gegnerin SY EVELIN, die erst hier in Penang in das Regattageschehen einsteigt. Sie ist unsere größte Gegnerin.

Mühsam erreichen wir die erste Boje und nun gehts auf der Kreuz weiter zur zweiten Boje - wieder mühsam hin und her kreuzen - wir halten EVELIN in Schach. Die ganze Zeit schon sind schwarze Wolken aufgezogen und nun legt das Wetter los - Sturm, sintflutartiger Wolkenbruch, Sicht keine 100m und wir mitten drin auf dem Weg zur dritten Boje. Rudi meint das Schiff würde kentern, aber ich erkläre ihm, dass die ESPERANZA von Wind alleine niemals kentern kann.

Mitten im Chaos ein Funkspruch von LADY BUBBLY. Sie btrauchen sofortige Medical Assistance - also medizinische Hilfe. Die Funksprüche werden immer aufgeregter. ein Crewmitglied dürfte in diesem Wetterchaos einen Herzinfarkt erlitten haben.

Wir kämpfen uns währenddessen mit 7-8 Knoten um die dritte Boje, als die SCALLYWAG vor uns vorbeifliegt - 39 Knoten fahrt, auf einer Kufe mit dem Kronprinzen an Bord - Wahnsinn!!



2. Boje 
3. Boje



4. Boje

Nun heißt es Vorwind segeln. Das Groß auf Backbord und die Genua voll ausgebaumt auf Steuerbord segeln wir durch den dichten Regen Richtung Ziel. Ich gehe unter Deck den Kurs kontrollieren, als es einen Knall und eine Erschütterung im Schiff gibt. Der Bolzen vom Teleskopbaum ist gebrochen und der Baum hat sich zusammengeschoben. Also Baum abbauen und mit fliegender Genua Richtung Ziel - wir nass bis auf die Unterhose. Vor uns taucht die Silhouette eines Schiffs auf, das hier nicht hingehört. Ist das schon das Ziel?? Das kann nicht sein!

Ich rufe Regatta Control und bekomme die Aufklärung, dass das Ziel für uns links von der blauen Flagge ist. Rudi am Bug hält Ausschau und dirigiert mich souverän ins Ziel. Ich frage zur Sicherheit nochmals per Funk nach, ob eh alles korrekt war und wir erhalten die Bestätigung, dass wir die Ziellinie korrekt passiert haben.


Unsere zurückgelegte Strecke

EVELIN kommt mit einer guten halben Stunde Verspätung an, doch durch ihr schlechteres Handicap beträgt unser Vorsprung am Ende lediglich 12 Minuten - wir sind also wieder Zweite.

Zurück in der Marina erfahren wird, dass das Crewmitglied von LADY BUBBLY am Vordeck einen Herzinfarkt hatte. Man ist in die Marina gefahren, da die Übernahme der Person auf ein schnelles Motorboot wegen des schweren Wetters unmöglich war. Dies hat etwa eine Stunde gedauert, bis das Crewmitglied in der Marina war. Die permanenten Wiederbelebungsversuche waren leider nicht erfolgreich und die Person ist verstorben. Der Schock im Regattafeld über diese Tragödie ist groß.

Am Abend ist dennoch Siegerehrung mit einer Gedenkminute an den Segler. Bei der anschließenden Siegerehrung - mit dem Kronprinzen - werden wir "vergessen" - was ist da los?? Ich erfahre, dass wir disqualifiziert wurden, weil wir das Ziel nicht korrekt passiert hätten - na das werde ich mir genauer anschauen. Ich verfasse noch am Abend einen offiziellen Protest gegen die Entscheidung. So können die mit uns nicht umspringen!

Freitag, 23. November 2018

RICKSHAW RACE

20.11.2018

Florian

Heute ist Rickshaw Race - für uns ein kleiner Höhepunkt der Regatta, denn es muss gelaufen werden und da rechnen wir uns einiges aus. Konkret sieht der Wettkampf so aus, dass der Passagier ein Bier möglichst schnell zu trinken hat, dann die Rickshaw besteigt und vom Läufer die Strecke gezogen wird. Es geht etwa 30 Meter geradeaus, dann eine 90° Kurve, wieder 30 m, Wendemarke und retour. Es wird im k.o.-System gekämpft und wir müssen gleich einmal gegen ein starkes Team.

Austrian Alpine Attack

Rudi ist Sportler und nicht Biertrinker, und so kommen wir erst nach den Gegnern weg. Ich muss mich voll ins Zeug legen, denn die Rickshaw hat mit Rudi zusammen etwa 120 kg, die ich ziehen muss. Bei der ersten Kurve fahre ich "hoch" an, komm aber nicht an den Gegnern vorbei und so gehts zur Wendemarke. Wieder "hoch" anfahren und so bekomme ich die Nase vor. Jetzt voll hineintreten, die Gegner setzen alles ein, doch ich schaffe es, die Führung zu behalten und wir kommen als erste ins Ziel - PFUH! - das ist echt anstrengend - mein Puls rast.

Rudi verbessert seine Biertechnik als auch unsere Lauftechnik insofern, als er am Anfang mitanschiebt, bevor er auf die Rickshaw aufspringt. Wir starten mit 2 Sekunden Vorsprung, ich habe freie Bahn und kann Kräfte sparen. Bequem halten wir unseren Vorsprung bis ins Ziel und werden bejubelt, denn wir treten unter dem Namen "Austrian Alpine Attack" an. Die Anfeuerungsrufe und der Jubel ist groß als wir uns durch den zweiten Sieg für das Finale qualifizieren.




Im Finale gehts gegen das Team von Scallywag - der superschnelle Trimaran - gesteuerte von Skipper David Witt, der auch Skipper der Scallywag beim Volvo Ocean Race war. Seine Crew sind allesamt Volvo Ocean Race Teilnehmer - jung, fit und voll motiviert. Jetzt wirds ernst!

Rudi ist beim Biertrinken schnell und wir kommen fast gleichzeitig weg. Die Gegner versuchen uns in die Bande zu drängen, doch ich halte voll dagegen und so schrammen wir nur an der Ecke, die anderen eine halbe Rickshaw-Länge voraus. Bei der Wendemarke fahre ich wieder hoch an, doch die anderen sind auch nicht blöd. Nun versuche ich sie von der Bahn in die nächste Mauer zu drängen, doch ich kann die gegnerische Rickshaw auch nicht quer verschieben also gehts mit Vollgas in die letzte Kurve. Auf der Zielgerade komme ich an die Gegner heran, versuche sie noch zurückzuhalten, doch mit einer Nasenlänge Vorsprung kommt Scallywag vor Esperanza ins Ziel. Die Menge tobt, jetzt bekomme ich auch endlich ein Bier, der Rennleiter meint, so ein spannendes Finale hatten sie noch nie. Die Presse interviewt uns und die ESPERANZA-Crew ist ab sofort bekannt.




2. Platz

Mittwoch, 21. November 2018

RAJA MUDA REGATTA 2. ETAPPE

19./20.11.2018

Florian

Nach einer durchgeschlafenen Nacht sind wir wieder fit, Rudis Seekrankheit hat sich verflüchtigt und wir sind guter Dinge für die zweite Rennetappe von Pangkor nach Pulau Penang - etwa 65 sm.

Rudi wieder voll fit

Der Start ist wieder um 13:00 Uhr, doch der Start wird abgebrochen - kein Wind! Wir motoren die Strecke entlang, bis sich ein wenig Wind zeigt, und dann gehts los.


Regattastart
Die SCALLYWAG "fliegt" vorbei - 6 Knoten Wind, 10 Knoten Fahrt!!

Diesmal müssen wir nicht kreuzen und so schauen wir, dass wir unsere größte Konkurrentin - SY RONA - in Schach halten. Leider ist der Wind bald wieder weg bzw. müssen wir kreuzen, denn der minimale Wind von 3-4 Knoten kommt natürlich genau aus der Zielrichtung. So "zittern"wir uns dahin. Dafür haben wir Zeit das Dingi zu kleben, das zerfällt jetzt komplett. Alle Klebestellen gehen auf, ich werde ein neues kaufen müssen.


Dingi kleben

Es wird mühsam, wir kämpfen um jeden Meter und so geht es in die Nacht. Von 19:00 Uhr bis 01:00 Uhr früh legen wir 3 sm Richtung Ziel zurück - hin und her kreuzen und Strömung gegen uns - frustrierend.


SY RONA - unsere größte Gegnerin gleichauf

SY ESPERANZA - die größte Gegnerin der SY RONA

Also entscheide ich um 01:00 Uhr den Motor zu starten. Wir hätten keine Chance vor Ablauf des 24 Stunden Zeitlimits das Ziel zu erreichen. Dafür können wir ein wenig schlafen und sind um 8 Uhr halbwegs fit, als wir die Ziellinie passieren. Jetzt haben wir auch wieder Internet und sehe auf der Regatta App, dass RONA schon viel früher aufgegeben hat und bereits am Ankerplatz liegt.

So motoren wir gemütlich Penang entlang und lassen um 12:00 Uhr nach 92 sm den Anker vor Georgetown fallen. Erst etwa die Hälfte der Yachten ist angekommen, die anderen kämpfen noch darum ins Ziel zu kommen.


Penang Island