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Sonntag, 7. Januar 2018

ALICE SPRINGS

07.01.2018

Florian

Nach zwei Tagen in der Wüste gibts heute Regeneration, und daher erkunden wir lediglich Alice Springs. Falls sich jemand fragt, warum es mitten in der Wüste eine solche Stadt mit knapp 28000 Einwohnern gibt - das frage ich mich auch.

Die Erklärung liefert das Internetz:

Alice Springs entstand 1872 im Zuge des Baus der Transaustralischen Telegrafenleitung. Der Kommunikationswissenschaftler und Astronom Charles Todd war als Direktor der Postdienste im Auftrag der Kolonialregierung von South Australia für dieses Projekt verantwortlich. Da die Telegraphenverbindungen aufgrund derWiderstände der Leitungen nur eine begrenzte Strecke überbrücken konnten, musste eine Reihe von Telegraphenstationen inmitten des Outbacks errichtet werden. Eine davon war Alice Springs.
Der als Landvermesser im Dienste dieses Projektes stehende William Whitfield Mills hatte die Aufgabe, für diese Telegraphenstation geeignetes Gelände auszuwählen. Er fand am Rand der MacDonnell Ranges einen großen Teich, den er irrtümlich für eine Quelle hielt; zu Ehren der Ehefrau seines Chefs, Alice Todd, nannte er die Wasserstelle Alice Springs. Sie ist Teil eines Flussbetts, das nur nach schweren Regenfällen Wasser führt, das sich aber an dieser Stelle länger hält. Hier wurde die Telegrafenstation, heute ein Museum, errichtet, und erhielt den Namen der Wasserstelle.

Alice Springs ist jedenfalls das Infrastrukturzentrum von Zentralaustralien. Es gibt hier praktisch alles. Die Stadt ist aber bald vorbei und man ist hinter den Häusern gleich in der Wüste und dort ist es sehr heiß. Das erfahre ich am eigenen Leib in der Früh beim Laufen. Ich drehe aber bald um, denn ohne Wasser darf man sich hier nicht blöd spielen.


 

Wir fahren also kreuz und quer durch die Stadt, 



hinauf auf den den Stadthügel mit dem obligaten ANZAC-Denkmal (ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps und ist enorm wichtig für das Selbstverständnis der Australier und Neuseeländer als von Großbritannien unabhängige Staaten).
Alice Springs vom ANZAC-Hügel aus
Die Aborigines wohnen in einfachsten Häusern und viele streunen auf den Straßen umher und versuchen uns ihre Bilder mit dem "Ich habe Hunger"- Schmäh zu verkaufen. An den Einfahrten zu den Wohngebieten der Aborigines stehen Schilder gegen familiäre Gewalt, und Verbotstafeln gegen Klebstoff und unverbleites Benzin (beides Drogen, wenn man daran schnüffelt). 

In den Wohngebieten der Aborigines
Den ganzen Tag ziehen dicke Wolken auf 


und am späten Nachmittag ist es dann so weit: heftiger Regen mit Sturmböen zieht über uns hinweg. Ja, ja wir Zehs sind ja schon seit langem als Regenmacher bekannt.


Morgen wird´s spannend, denn dann übernehmen wir ein Überstellungsfahrzeug, das wir am 13. im ca. 1600 km entfernten Adelaide abliefern müssen (kostet und ganze AU$ 50,00). Auf dem Weg dorthin machen wir einen "kleinen" (500 km) Abstecher zum Uluru (Ayers Rock).

Samstag, 6. Januar 2018

ALLES ROT

6.1.2018

Martina

Unsere neu gekaufte Kühlbox ist mit Wasserflaschen und Eis gut gefüllt, denn wir brechen zu einer Tagestour in den Tjoritja/West MacDonnell National Park auf. Viele beeindruckende Naturschauspiele liegen vor uns, und so machen wir uns in der erbarmungslosen Hitze auf den Weg.


150 Kilometer westlich von Alice Springs beginnen wir mit Glen Helen. Ein kleiner See, eingebettet zwischen roten Felsbergen und zartem Grün. Ein Grün, das hier wirklich eine Seltenheit ist. Für das Auge ist diese Farbkombination ein Augenschmaus.



Ebenfalls gibt es hier einen Campingplatz, ein kleines Wüstenrestaurant und eine Zapfsäule mit deutlich überteuertem Sprit.


Das Autothermometer zeigt uns 47°, wir trinken so viel wir können, müssen aber kaum auf die Toilette. Bevor wir zu schwitzen beginnen, ist der Schweiß auch schon wieder verdunstet. Es bleibt nur noch eine dünne und vertrocknete Salzkruste auf unserer Haut.


Weiter zu  Ormiston Gorge und dann zu Ochre Pits, ein ganz spezieller Platz. Hier haben sich die Aborigines das ockerfarbene Gestein abgebaut, einerseits zur Heilung und andererseits zur Körperbemalung weiterverarbeitet. Die Farbpalette ist zauberhaft und erweckt in mir den Wunsch einmal ein Bild zu malen.




Unser Abstecher zum Ellery Creek Big Hole - ein beliebter Badeplatz in dieser Wüste - ist nur kurz, denn es ist schon 16 Uhr, und wir wollen noch unbedingt zum Standley Chasm. Die einzige Natursehenswürdigkeit, für die Eintritt verlangt wird. 10 Minuten bevor das Eingangstor geschlossen wird schaffen wir die Einfahrt. Ein kurzer bereits im Schatten liegender Spazierweg führt uns immer tiefer in eine Schlucht. Wir sind ganz alleine und genießen einen atemberaubenden Blick inmitten zweier senkrechter roter Felswände.






Schwer beeindruckt genießen wir dieses unvergessliche Naturwunder.

Freitag, 5. Januar 2018

AB IN DIE WÜSTE

05.01.2018

Florian

Wir haben unser Wüstenabenteuer in den letzten Tagen zusammengestellt, Hotel, Mietauto, Hotel, Flug, Wohnmobil, Hotel, Überstellungsfahrt - und obwohl wir zuerst zu lange gewartet haben, um die Überstellung für ein Wohnmobil von Alice Springs nach Adelaide zu fixieren und es, nachdem wir Flug, Hotel, Mietauto und alles andere gebucht hatten, schon weg war, hat es jetzt dann doch irgendwie - wenn auch anders - funktioniert - aber das erfahrt ihr alles im Laufe der nächsten Woche. Es gibt nur einen Fixpunkt: am 15. Jänner übernehmen wir unser Wohnmobil in Adelaide, davor müssen wir ein wenig improvisieren.

Wir müssen heute um 3:30 Uhr aus den Federn, Bernds Haus absperren und mit dem Taxi zum Flughafen, denn es geht mit Qantas um 6:05 Uhr von Perth nach Alice Springs.


Der Flug ist wieder spektakulär


und wir haben sogar einen wunderbaren Ausblick auf den Uluru (Ayers Rock).


In Alice Springs ist es heiß - sehr heiß, 37° C.


aber dass uns warm werden wird, haben wir eh gewusst - es ist Sommer in der australischen Wüste.


Wir übernehmen unser Mietauto wieder von Europcar (das war bislang die beste Mietwagenfirma) und die Klimaanlage fährt auf Vollgas.

Hinein nach Alice Springs zu unserem Hotel (Aurora Alice Springs), aber unser Zimmer ist natürlich noch nicht fertig. Wir haben 1 1/2 Stunden Zeitverschiebung von Perth (ja wirklich 1,5 Stunden - ist so) und es ist ob unseres zeitigen Fluges erst 10:30 Uhr.
Eines fällt uns sofort besonders auf: hier gibt es überall Aborigines - also Australische Ureinwohner. Bislang haben wir Aborigines praktisch noch nie irgendwo auf den Straßen gesehen, aber hier sind sie eindeutig die Mehrheit.

Wir erstehen eine Kühlbox, Eis und 24 Flaschen Wasser und dann gehts ab in die Wüste östlich von Alice Springs. Verkehr ist wenig und die Straßen sind ziemlich gerade.


Wir besichtigen zunächst das Corroboree Rock Conservation Area - eine Felsformation in der Landschaft (heiliger Felsen für die Aborigines - nicht hinaufklettern!). Hunderte Fliegen surren um unsere Köpfe. Zum Glück haben wir uns noch in Perth Hutnetze gekauft, sonst würde man hier wahnsinnig werden.


Weiter gehts zum Trephina Gorge Nature Park. Wir kommen beim Ghost Gum Tree vorbei - laut Hinweistafel der größte seiner Art im Lande. Es gibt wenig Touristen - genauer gesagt sind wir die einzigen bei sämtlichen  Sehenswürdigkeiten.


Weiter geht´s über eine Schotterstraße bis zum Campground am Ende der Welt. Von hier wandern wir einen kleinen 2 km langen Rundwanderweg - bei 40°C Grad im Schatten ist uns ziemlich warm. Die Gesteinsformationen des Canyon sind beeindruckend. Wir finden auch Felszeichnungen der Aborigines und das - schon bekannte Schild - heilige Stätte der Aborigines (nirgendwo hinaufklettern).




Am Heimweg kommen wir noch bei zwei "Gaps" vorbei - Durchbrüche in dem Mini-Gebirgszug, der von Alice Springs nach Osten verläuft. Auch dies sind heilige Stätten der Aborigines und man soll nicht fotografieren. Es gibt schon sehr viele heilige Aborigine-Stätten, aber gut, wir haben ja auch eine Kirche in jedem Ort.

Zurück in Alice Springs gibt´s ein kühles Bad im Hotelpool und dann spazieren wir Abendessen. Es ist bereits dunkel und angenehm "kühl" geworden - nur noch etwa 30°C.