Posts mit dem Label Tonga werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tonga werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 19. Mai 2017

ÜBERFAHRT FIJI TEIL 1

Florian

Noch in der Ausfahrt aus der Vava´u Gruppe von Tonga setzen wir unsere Segel Butterfly - Genua Backbord an Luv, Fock an Steuerbord, jeweils ausgebaumt - und so rollen wir los. Die Wellen gleich nach Vava´u sind unregelmäßig und daher rollen wir natürlich auch ganz gut, aber natürlich wesentlich angenehmer als am Weg von Niue nach Tonga. Der Wind bläst mit 20 Knoten, nimmt aber im Laufe des Tages auf 15 Knoten ab, und so gehts eigentlich recht entspannt dahin. Schon kurz nach der Ausfahrt fangen wir einen schönen Mahi Mahi (eine Golddorade) - endlich wieder frischer Fisch. Martina ist durch die Rollerei natürlich schlecht und sie liegt die meiste Zeit.


Auch am 19. gehts in dieser Art weiter - konstante 6 Knoten Fahrt bringen uns rasch unserem Ziel näher. Keine Squalls - eigentlich perfekt und auch die Welle legt sich ob des leichteren Windes. In der zweiten Nacht vom 19. auf den 20. Mai schläft der Wind noch mehr ein und so schaukeln wir bei gemütlichen 13 Knoten Wind mit 5 Knoten Fahrt Richtung Westen, gerade an der Grenze, dass die Segel noch nicht schlagen. Ich reduziere unsere Segelfläche, um nicht bei Dunkelheit die Lakemba Passage zu erreichen, die Durchfahrt durch die riffgespickte Lau Inselgruppe. Heute werden wir den 180. Längengrad überqueren und kommen wieder auf östliche Länge, ab dann zählen wir die Längengrade wieder hinunter bis in die Adria. Alles läuft gut! Daumen halten, dass wir gut durch sämtliche Riffe kommen!!

Unsere geplante Strecke nach Ovalau/FIJI


Unsere Position am 20.05.2017 um 06:00 Uhr: 17°51´S 178°13´W, Einfahrt Lakemba Passage


Dienstag, 16. Mai 2017

SO ODER SO

16.05.2017

Martina

Heute war ich am Mast, die Tausendfüßler beginnen sich aufzulösen. Ich versuche sie zu retten und habe dabei einen wunderbaren Blick auf unsere Ankerbucht und auf die Ausfahrt, die wir morgen nach Fiji nehmen.



Bei Sonne schaut´s so richtig gemütlich aus, und bei Regen und 25 Knoten Wind bleibt man besser gut geschützt vor Anker.



Am späteren Nachmittag verlegen wir uns in die letzte Ankerbucht vor dem Ort Neiafu, denn morgen wollen wir für Donnerstag ausklarieren.

Hier treffen wir die Amerikanischen Charterer wieder, die auch beim tonganischen Abendessen waren. Sie fliegen morgen ab und überlassen uns viele ihrer Lebensmittel, die sie nicht mitnehmen möchten. Herrliche Leckereien am Ende der Welt, Olivenöl, Balsamicoessig, Dijonsenf und Kaffee aus der Schweiz.



p.s.:
IRIDIUM

Florian

Offenbar bin ich nun bei der richtigen Adresse angelangt, die mir helfen kann. Noch nicht alles perfekt aber ich bin guter Hoffnung, dass es klappen wird. Danke für alle eure e-mails - war sehr hilfreich!!

Montag, 15. Mai 2017

SWALLOWS CAVE

15.05.2017

Florian

Zunächst müssen wir heute einige Bordarbeiten erledigen. Martina näht die Lazybag und ich repariere unseren Autopiloten (das Wunderding vom Schwiegerpapa). Er hat uns gut durch die schwierige Überfahrt von Niue hierher gebracht, doch als wir in der geschützten Bucht nur noch motorten, hat er auf einmal den Geist aufgegeben. Des Rätsels Lösung habe ich heute gefunden - korrodierte Kabelverbindungen.Also alles neu gelötet und geschmiert und das Ding läuft nun wieder wie ein Glöckerl.


Nach getaner Arbeit fahren wir mit dem Dingi zum Swallows Cave am Eingang unserer Bucht, eine vom Meer aus befahrbare Höhle mit Tropfsteinen - sehr mystisch!


Im Schutz der Höhle tummeln sich Fischschwärme. Tausende kleine Fische umschwimmen einen, wenn man abtaucht - spektakulär und atemberaubend.


Vom Wetter her siehts derzeit so aus, als ob wir am Donnerstag unsere Überfahrt nach Fiji wagen könnten. Na hoffentlich wirds diesmal eine angenehme Passage.

p.s.:

IRIDIUM

Vorab: Danke, dass ihr alle  so fleißig e-mails an INMARSAT und SELEX schickt, aber BITTE schickt mir keine Kopien eurer e-mails - ihr verstopft meinen e-mail Eingang!

Wo stehen wir: INMARSAT hat mir die e-mail Adresse von SELEX übermittelt, an die ich gleich mein Anliegen geschickt habe. Diese meine e-mail kam retour - die von INMARSAT angegebene e-mail Adresse von SELEX existiert nicht?!? Zurück zu INMARSAT. Mit Entschuldigung erhalte ich eine neue - hoffentlich korrekte - e-mail Adresse.

Also bitte eure e-mails mit der Bitte mein IRIDIUM Guthaben aufzuladen nunmehr an diese Adresse: airtime@sirm.co.uk

Und BITTE KEINE Kopie an mich!

DANKE FÜR EURE HILFE!!!


Hier die für  mich wenig amüsante Korrespondenz:


"Dear Florian,

Thank you for your email.

I apologise that we had sent you an older email address for Selex, having contacted them directly this is now handled at the following email address:

airtime@sirm.co.uk

Please address further correspondence to the email address above to handle your Iridium Topup.
Kind regards,
Robert Seale
Customer Support Executive
Global Customer Operations
Inmarsat
99 City Road
London EC1Y 1AX
United Kingdom
T   +44 (0)20 7728 1020
W inmarsat.com

------------------- Original Message -------------------
From: Florian zeh
Received: 5/15/2017
To: Global Customer Support; Globalcustomersupport@inmarsat.com; LMRSales@selex-es.us; London Customer Support; Wendy SELEX
Cc: tedzeh@gmail.com
Subject: Re: 10410878: Iridium TopUp 500 min INMRST:00380009398; Undelivered Mail Returned to Sender
Ladies and Gentlemen,

you referred me to SELEX and gave me their e-mail address. I do atttach your
e-mail of May 15th below:


"Dear Florian,

Apologize for the late reply, however the only solution we can give is to
contact Selex as previously advised, unfortunately in this case Inmarsat
work as a wholesaler for the Iridium SIMs therefore you actual account/SIM
is under Selex.

Unfortunately I am not sure if Selex work on weekends however they will be
available to assist you tomorrow on the contact details previously provided.


airtime.support@selex-es.com

We will now proceed with closing your case, please contact us back if you
have any further questions or concerns.

Kind Regards,
Katey Davidson
Global Customer Operations
Inmarsat
99 City Road
London EC1Y 1AX
United Kingdom"


I did send an e-mail to trhe e-mail adress you gave me. The e-mail was
rejected! Please see below.

What now?????????????????

I do sincerely hope that you do not consider this case as being closed on
your side and I may inform you that our correspondence has and will be
published on my blog www.zeh.at.  I certainly hope to be able to inform my
many readers of a positive outcome in this matter. So far this matter has
only been extremely frustrating. It is surprising to me that an expensive
device such as my IRIDIUM phone is so badly supported. I am sure a company
like INMARSAT can do bettter than that.

Regards

Florian Zeh
SY ESPERANZA
www.zeh.at



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Mail Delivery System [mailto:MAILER-DAEMON@elcgepulmx07.selex-es.com]
Gesendet: Montag, 15. Mai 2017 17:33
An: florian@zeh.at
Betreff: Undelivered Mail Returned to Sender

This is the mail system at host elcgepulmx07.selex-es.com.

I'm sorry to have to inform you that your message could not be delivered to
one or more recipients. It's attached below.

For further assistance, please send mail to postmaster.

If you do so, please include this problem report. You can delete your own
text from the attached returned message.

                   The mail system

<airtime.support@exch2.priv>: host uksmtp1.selexgalileo.ukext[62.255.51.199]
    said: 550 #5.1.0 Address rejected. (in reply to RCPT TO command)"


_____________________

Sonntag, 14. Mai 2017

MUTTERTAG AUF TONGA

13.+ 14.05.2017

Martina

Florian lernt beim Laufen David kennen. Er lebt mit seiner Frau und drei seiner 11 Kinder auf der einsamen Insel Vakaeito. Er berichtet von einem tonganischen Fest, zu dem wir auch eingeladen sind. Wie sich etwas später klärt, sind wir nicht eingeladen, sondern wir können auch kommen und pro Person 50 Paanga bezahlen. Wenn wir vorab bezahlen, könnte er auch mit dem Geld noch schnell ein Schwein kaufen. Wirtschaftliches Denken in Tonga ist nicht sehr verbreitet. Das Essen kostet das selbe, ob mit oder ohne Schwein. Na dann nehmen wir natürlich mit Schwein.

Um 17 Uhr brennt das Feuer, das Schwein wird auf einen frisch zugespitzten Ast gesteckt und händisch 2 Stunden über dem Feuer gedreht.
Seine Frau Hika zaubert eine große Auswahl an verschiedensten Gerichten mit Oktopus, Huhn, Fisch, Reis, Salat und von allem reichlich. Getränke nehmen wir selbst mit.
Die reichlichen Reste bringt David noch in der Nacht zum Lehrer auf einer anderen Insel. Sie wollen teilen, und Kühlschrank haben sie auch keinen, um die Sachen gut aufheben zu können.

Für den nächsten Morgen ist eine Messe speziell für die Mütter auf der Insel Nua Papu angesagt und davor eine Kavazeremonie für die Männer. Wir spazieren mit David, Hika und 6 Seglern eines Charterschiffes vom Anleger in das Dorf Nua Papu, das ältere und größere der beiden Dörfer der Insel.

Die Männer gehen gleich Richtung Kavazeremonie und ich bitte um die Erlaubnis mitgehen zu dürfen, um diese Zeremonie fotografisch festhalten zu können. David dürfte einer der Einflussreicheren sein und er erlaubt mir dabei zu sein.
Habe mir eigentlich etwas besonderes erwartet, war aber nicht. Die Männer sitzen im Kreis am Boden, dann wird spirituell angehaucht etwas gesprochen, dann trinken alle reihum aus Kokosschalen Kava. Danach wird geplaudert, viele der Männer rauchen ihre Zigaretten, danach wird wieder etwas spirituelles verlautbart, noch eine Runde Kava und dann ist es auch schon vorbei. Laut Florian schmeckt Kava hauptsächlich nach Wasser mit einem leicht bitteren Geschmack. er hinterlässt eine leichte Taubheit im Mund. Bin beruhigt, hab nichts versäumt!



Danach gehen wir wenige Schritte zur Kirche. Die Frauen und Mädchen sind alle hübsch angezogen, geschminkt und frisiert.






Alle tragen die geflochtenen Matten um die Hüften und sie singen mit Begeisterung. Die Messe ist in der Methodistenkirche, sie wird ausschließlich auf Tonganisch gehalten, dauert 2 Stunden und danach geht es nahtlos in eine Muttertagszeremonie über. Die Kinder hängen ihren Müttern, Großmüttern, Schwiegermüttern unzählige Zuckerlhalsketten um.


Dabei weinen sie vor Rührung und holen immer weitere Ketten, bis die Hälse der Mütter unter den Ketten verschwunden sind. Ich bekomme auch zwei Ketten und Florian freut sich schon jetzt auf die Schokolade.


Die Kinder und Jugendlichen führen dann noch eine Art Muttertagsgeschichte auf, diese ist sehr tränenreich und sehr langatmig. Wir verabschieden uns etwas früher und verlegen uns in eine andere Ankerbucht. Heute koche ich mir etwas Wienerisches. Schnitzerl!!!!


p.s.:WICHTIG!!!

Florian

IRIDIUM

Danke für die Hinweise auf die diversen Homepages zum Iridium Aufladen. Die laden nur jene Karten auf, die sie auch verkauft haben. Habs etwa bei Cramer in Deutschland versucht; sie laden meine Karte nicht auf. Laut INMARSAT hat mir SELEX-ES meine Karte verkauft. Also kann nur SELEX meine Karte aufladen, wenn INMARSAT nichts ändert.

Irgendwie geht bei INMARSAT aber nichts und bei SELEX-ES schon gar nichts weiter. Täglich lesen über 1000 von euch diesen Blog - und so soll es auch bleiben, nur dafür brauchen wir oft auch mein Iridium Telefon. Wäre doch gelacht, wenn wir gemeinsam INMARSAT oder SELEX-ES nicht zum Reagieren bringen.

Ich bitte daher alle von euch und auch alle, die ihr kennt folgende e-mail an INMARSAT und SELEX-ES zu senden:

globalcustomersupport@inmarsat.com
LMRSales@selex-es.us

"Ladies and Gentlemen,
please sell and TopUp the IRIDIUM of Florian Zeh, florian@zeh.at, SY ESPERANZA (www.zeh.at) no. +88 163 153 6408, SIM-Card no. 8988 1693 1200 2147 308 before his number and units will expire on May 17th, 2017.
Thank you and Best Regards"

DANKE FÜR EURE HILFE!!!


Samstag, 13. Mai 2017

IRIDIUM - ODER NICHT

13.05.2017

Florian

Ich danke allen, die mir versuchen zu helfen, dass ich meine Iridium Nummer und mein Guthaben behalten kann bzw. die jährlich erforderlichen 500 min aufzuladen. Bislang waren wir jedoch noch nicht erfolgreich.

So ist der aktuelle Stand:
Ich habe sowohl in Deutschland bei Expeditionstechnik.de als auch in Österreich bei Hof & Turecek GmbH versucht eine Aufladung zu bekommen. Beide meinen, Sie können nicht und versuchen auch nicht die Genehmigung von Iridium einzuholen mir mein Iridium Konto um die erforderlichen 500 min aufzuladen.

Expeditionstechnik.de meinte:

Entweder bestätigt Ihnen Iridium schriftlich, dass diese SIM 8988169312002147308 mit Tel: +881631536408 nun auch von einem unserer Partner IEC Telecom oder Satcom Global geladen werden kann und Sie kaufen dann nur die Aufladung und bestätigen nach der Bestellung den gewünschten Aufladetermin und wir versuchen dies auf Ihr Risiko vor Ablauf bei Iridium umzusetzen oder Sie bestellen eine neue SIM und eine neue Aufladung.

Mit besten Grüßen
René Därr
Expeditionstechnik Därr GmbH
Ottweilerstr. 2 f
D-81737 München

Wenn ich die Genehmigung einhole und die Aufladung nicht rechtzeitig erfolgt, sind meine Iridiumnummer und mein Guthaben weg.

Hof & Turecek meinte lediglich:

Sehr geehrter Herr Zeh,
Wir können diese SIM Karte leider nicht für sie aufbuchen, weder wir noch unser Lieferant findet die Karte im System.
Mit freundlichen Grüßen
Alex Sprachmann
Ihr Hof&Turecek Team


Iridium gehört oder wird verwaltet von INMARSAT. Also habe ich INMARSAT kontaktiert und folgende e-mails bekommen:

Hi Selex,
I can see we provide this SIM to you - please can you respond to Florian regarding the below top-up request? Many thanks.
Kind regards,
James Larner
Customer Support Consultant
Global Customer Operations
Inmarsat
99 City Road
London EC1Y 1AX
United Kingdom
Global Operations Centre
T    +44 (0) 207 728 1020
F    + 44 (0) 207 728 1142
E    GlobalCustomerSupport@inmarsat.com
W   inmarsat.com


und

Hi Florian,
I have just mailed to Selex on your behalf - if you need to contact them to chase, please see http://www.us.selex-es.com/contact-us.
Kind regards,
James Larner
Customer Support Consultant
Global Customer Operations



Ich habe mich also an SELEX gewendet, sowohl per Anruf (kam auf den Anrufbeantworter und habe Nachricht hinterlassen) als auch per mehrfacher e-mails. Bislang keine Antwort.

Also zurück zu INMARSAT. Von dort habe ich dann folgende e-mail bekommen:

Hello,
Thank you for your email unfortunately you will need to get in contact with Selex.
What happened when you try calling them.
Kind Regards,

Carlian Thomas
Global Customer Support Consultant
Global Customer Operations Inmarsat 


Da SELEX nicht reagiert - was ich INMARSAT mitgeteilt habe, habe ich INMARSAT gebeten zu veranlassen, dass meine Iridium Telefonnummer und mein aktuelles Guthaben von gut 500 min nicht verfallen.

Das ist der Letztstand.

Warum es INMARSAT so kompliziert macht ein Iridium Guthaben aufzuladen, habe ich gefragt, aber bislang keine Antwort erhalten.

Ich verstehe es nicht.

Eure Hilfe ist sehr erwünscht!


ORTSWECHSEL

11.+12.05.2017

Martina

Wir verlassen den Ort Neiafi und segeln bei 25 Knoten einige Meilen nach Süden.


Auf der Insel Kapa, in der Bucht Port Maurelle liegt schon seit Tagen die SY Plastik Plankton. Die beiden Österreicher haben wir ja zuletzt in den Tuamotus getroffen. Ist immer wieder nett und gibt ein klein wenig Heimatgefühl, wenn man Landsleute trifft.


Wir plaudern über die letzten Überfahrten, tauschen unsere Erlebnisse beim Einklarieren aus, und besprechen die weiteren Segelpläne dieser Segelsaison. Die beiden werden wie wir über Fiji, Vanuatu, Neukaledonia nach Australien segeln.

Nach einer ruhigen Nacht in dieser gut geschützten Bucht gehen wir Anker auf und segeln bei noch immer 20-25 Knoten Wind weiter Richtung Süden. Es ist sehr angenehm, keine Welle und kaum Riffe, ein entspanntes Kurzzeitsegeln. Es soll auf Nua Papu einen Ankerplatz geben, der unweit vom schönsten Schnorchelriff der Vava´u-Gruppe ist. Vorbei an großen dicht bewachsenen Felsen, die vereinzelt aus dem tiefen Blau des Meeres ragen, nähern wir uns unserem Ankerplatz.



Rasch wird klar, der Ankerplatz ist bei diesen Windbedingungen nicht anzulaufen. Umdrehen und 10 Minuten gegen den Wind in die gegenüberliegende Bucht motoren, dort ist ein kleiner Ort der bei Nordostwind wunderbar geschützt liegt.

Der Ankergrund ist mit vielen großen Korallenblöcken übersät und so machen wir an einer der 6 guten, von der Charterbootfirma Moorings, gesetzten Bojen fest.



Die Wettervorhersage beruhigt uns, denn der Taifun "Ella" nördlich von Tonga zieht Richtung Westen weiter und soll sich in den nächsten zwei Tagen auflösen.

Alles wunderbar, wir haben eine ruhige Nacht vor uns.

Donnerstag, 11. Mai 2017

NEIAFU/TONGA

09./10.05.2017

Florian

Wir legen an der Zollmole an, eine zu hohe verrostete Mole, die für Frachtschiffe und Fischer geeignet ist, für Segelyachten sicher nicht. Mit Mühe und vielen Fendern schaffen wir das Anlegemanöver und uns von den verrosteten Molenwänden fern zu halten.

Kurz nachdem wir angelegt haben, kommt auch schon der erste Beamte an Bord, schaut, dass wir nichts Unerlaubtes einführen, verrechnet 22,50 Paanga und schnorrt uns ein Bier ab. Kurz danach kommen zwei Beamte vom Zoll und schließlich die Dame vom Gesundheitsamt. Ich fülle eine Vielzahl an Formularen aus, dann darf ich zur Bank Geld abheben (900 Paanga gibt´s beim Bankomat um umgerechnet ca. 380 EUR) und die offenen Gebühren (das Gesundheitsamt will auch noch 100 Paanga) begleichen. Dann sind wir frei und verlegen uns an eine Boje vor dem Ort.


Wir gönnen uns ein gutes Abendessen im Restaurant und einige Biere und die Anspannung der vergangenen 24 Stunden löst sich schön langsam auf und Müdigkeit setzt ein, der wir nun gerne nachgeben.

Nach 12 Stunden traumlosem Schlaf beginnt ein grauer Tag in Neiafu, dem Hauptort von Vava´u, Tonga. Auf zur Besichtigung! Zerbröselnde Straßen und Gehsteige, zerbröckelnde Häuser, lieblose Geschäfte, fahrende Rostschüsseln, wenig Farben, viele Hunde und fast so viele Schweine (ja hier grasen wirklich Schweine an fast jeder Ecke) – es erinnert mich an die besten Ostblockzeiten im tiefsten Ungarn oder der Tschechoslowakei. 





Eine mächtige Kirche thront über dem Ort, wir sind ja im sehr katholischen Tonga.


Tonga ist dritte Welt. Aber wir sind dennoch froh festen Boden unter den Füßen zu haben und es gibt doch einige Köstlichkeiten. Am Markt erstehen wir Obst und Gemüse – sehr erfreuliches Angebot.



Und es gibt sogar ein Eisgeschäft mit gar nicht so schlechtem Eis.


Als ich zurück an Bord noch eine Besorgung mit dem Dingi erledigen muss, setzt – von einer Sekunde zur nächsten – unsere Außenborderin „Auguste“ aus. Sie will wieder einmal Betreuung. Ich versuche gegen den Wind nach Hause zu paddeln, was sich als fast unmöglich erweist. Zum Glück sieht mich unser Bootsnachbar, kommt mit seinem Dingi und schleppt mich ab. Also Auguste zerlegen, im Vergaser viel Schmutz, alles reinigen. Der Schmutz im Vergaser deutet auf schmutziges Benzin hin. Ich tausche das Benzin im Tank aus, baue alles wieder zusammen und – HURRAH! – nach 3 Stunden Werkeln ist unsere Auguste wieder happy und läuft. Streicheleinheiten erledigt!

Mittwoch, 10. Mai 2017

FLACH GELEGT

06.05.-08.05.2017

Martina

Wir verlassen den bereits seit Tagen ungemütlichen Bojenplatz von Niue und setzen Segel. Noch denken wir: „ Alles besser als hier an der Boje zu schaukeln, als wären wir im Wellenbad!“
Die Windvorhersage lautet: zuerst schwacher Wind aus SW, für den zweiten Tag ist der Winddreher auf SO mit bis zu 30 Knoten vorhergesagt. Florian meint: "Kein Problem, wir können ja reffen!“
Erstaunlicherweise haben wir zu Beginn eine angenehme Brise aus Süd, und segeln gemütlich in die erste Nacht. Um 4 Uhr in der Nacht stellt sich eine nicht vorhergesagte Flaute ein, wir bergen die Segel und treiben im Südpazifik. Gegen 5 Uhr Früh, während meiner Freiwache, kehrt der Wind zurück, und der geplante Ostwind setzt ein. Jetzt sind wir so richtig schnell, aber mit Genua und Großsegel können wir nicht Richtung Tonga segeln. Entweder müssen wir vor dem Wind abkreuzen und dadurch eine viel längere Überfahrt in Kauf nehmen, oder wir stellen die Besegelung auf 2 Vorsegel um, können dadurch direkten Kurs auf Tonga nehmen,  aber wir rollen die letzten 160 Meilen nach Tonga.


Florian entscheidet mit zwei ausgebaumten Segeln direkt Kurs auf Tonga zu nehmen. Wir überqueren die Datumsgrenze am Sonntag den 07.05.2017 und verlieren von einer Sekunde auf die andere einen Tag, jetzt haben wir Montag den 08.05.2017. Haben davor viel spekuliert, was denn da passieren wird! Eigentlich passiert nichts, außer dass man einen Tag übersprungen hat. Zwei Tage Überfahrt in drei Tagen.
Trotzdem, wir werden diesen Sonntag nicht so schnell vergessen. Der Wind nimmt ständig zu, und wir verkleinern die Segelfläche im Halbstundentakt. Die Welle wird immer größer und unsere Esperanza beginnt die Wellenberge hinunter zu surfen. Der Himmel ist grau in grau, es regnet bis auf kurze Unterbrechungen permanent. Der Anblick des stillen Ozeans hat sich in ein wildes graues Ungetüm verwandelt.


Ich liege im Salon, mein Seekrankheitspflaster verweigert seit Stunden seine Wirkung, und der Wind legt weiter zu. Wir verriegeln alle Luken und sperren uns in der Esperanza ein. Immer wieder knallen Wellen an die Bordwand, steigen in unser Cockpit ein und verwandeln die Plicht in ein Schwimmbad. Wenn sich die Welle am Bug aufstellt, dann bricht sie auf unser Deck, dass selbst durch die kleinsten Spalten der Esperanza Salzwasser eindringt.


Eine große Welle und eine kurze Unaufmerksamkeit von Florian, schleudert ihn von der Pantry (Küche) auf den Navigationstisch. Er knallt mit dem linken Oberschenkel gegen den massiven Tisch. Ein starker Schmerz, aber Gott sei Dank kein Bruch oder Platzwunde, raubt ihm für einige Minuten den Atem. Immer eine Hand fürs Schiff, jetzt sind wir wieder daran erinnert.
Mittlerweile hat der Wind auf 35 Knoten zugelegt und die Welle übersteigt teilweise eine Höhe von 4 Metern. Wild und mächtig kommt sie von achtern angerollt und presst sich unter unser Schiff, packt uns und spült uns einige Meter später wieder aus. Das sind dann die Momente in denen wir unkontrolliert durchs Wasser driften.


Die Stimmung an Bord ist angespannt, verängstigt und sprachlos. Florian schaut mich an und sagt: „Jetzt nur nicht durchdrehen!“ Ich weiss, ich darf meine Ängste nicht aussprechen, und so schlucke ich sie hinunter und schweige. Ich erinnere mich an die Aussage eines erfahrenen Seglers der meinte: „Wenn so richtig schlechtes Wetter ist, dann lege ich mich schlafen und lasse das Schiff alleine fahren!“ Also lege ich mich wieder im Salon nieder und hoffe dass der Kelch gut an uns vorüber geht. Kaum fertig gedacht, knallt es an der Bordwand, es schleudert uns auf die Steuerbordseite, und die gut verstauten Dinge beginnen wie in Zeitlupe zu fliegen. Zuerst sehe ich die Sitzauflagen, Polster, Hüte und Zeitungen fliegen. Ich verspreize mich reflexartig zwischen Tisch und Sitzrückwand und werfe einen Blick Richtung Naviplatz wo Florian sitzt. Mein Blickfeld wird von fliegenden Auflaufformen, die sich gerade aus dem Herd verabschieden gekreuzt. Sie knallen auf den Boden und eine Glasform zerbricht in tausend Scherben. Wir haben quergeschlagen und uns erfreulicherweise gleich wieder aufgestellt. Es ging alles so schnell, ist aber trotzdem wie ein Zeitlupenfilm abgespeichert. Die nächsten Wellen haben dann die Scherben brav im Schiff verteilt. Florian kämpft sich hinaus ins Cockpit und schaut. ob es irgendwelche Schäden gibt und bringt die ESPERANZA wieder auf Kurs. Ich bahne mir über die Salonbank einen Weg um Schuhe aus dem Kasten für uns zu holen. Nur keine Schnittverletzungen jetzt, das wäre ein schlechter Moment.
Entwarnung, abgesehen von Weltuntergangsstimmung ist seglerisch alles ok. Ich schlucke meine hochkommenden 2 Toastbrotscheiben der letzten 30 Stunden wieder hinunter, und versuche alle Glasscherben einzusammeln.


Die restliche Nacht bleibt wild aber ohne weitere Katastrophen.  An Schlaf ist zwar nicht zu denken, aber wir dösen abwechselnd und sehnen uns nach der aufgehenden Sonne. Um 7 Uhr in der Früh ruft Florian die erlösenden Worte: „Land in Sicht!“ Jetzt geht alles leichter, die letzten Meilen werden wir auch noch schaffen, und dann, ja dann wird alles Gut!!



Die längsten 265 Seemeilen, und die aufregensten 45 Stunden unseres Abenteuers, hätte gerne darauf verzichtet. Ich dachte nur:“Wenn jetzt jemand zu mir sagen würde, wir sind auf Urlaub, dann kratze ich ihm die Augen aus“.  Also Vorsicht!!!