Samstag, 19. Januar 2019

PHUKET - SRI LANKA - 2./3. Tag

10./11.01.2018

Florian

Der Wind ist angenehm, wenngleich natürlich das ewige Spiel zwischen Vorwind- und Raumschotkurs mich fit hält, denn insbesondere mitten in der Nacht ist es eine Herausforderung am Vordeck mit den beiden Bäumen zu hantieren und dann das Großsegel zu bergen oder zu setzen.
Angelo ist ein angenehmer Begleiter, macht seine Nachwachen zuverlässig und ist Gesprächspartner, wenn es zu lange still ist.

Wir schaffen es nicht unter Tags zu Little Nicobar Island, wo ich einen Ankerstop einlegen wollte. Vielleicht gut so, denn ein anderer Segler berichtet mir, dass er heute in der Früh zwei Flugzeuge von der Coast Guard dort gesehen hat. 


Um 22:00 Uhr sind wir im Sombrero Channel zwischen Katchall Island und Little Nicobar Island, als es plötzlich einen Knall macht und ich die Genua nur noch flattern höre. Natürlich - Spinnakerbaum gebrochen. Bei stark rollendem Schiff baue ich am Vordeck den gebrochenen Baum ab, schneide mit der Metallsäge das geknickte Stück heraus, ziehe das hintere Reststück aus dem Teleskopbaum und baue mit dem vorderen Reststück einen verkürzten Spi-Baum wieder zusammen. Jetzt ist er 1 m kürzer, aber er funktioniert. In einer Stunde ist alles erledigt und ich darf mich ins Bett verabschieden - Angelo übernimmt die Wache.


Spi-Baum gebrochen


Die Nicobaren liegen auf 093° E also habe ich bis nach Hause in die Adria noch 80 Längengrade vor mir - 78 % Weltumsegelung hinter mir, 22 % Weltumsegelung noch vor mir - das klingt doch gut!

Heute Morgen haben wir die Inselgruppe nach einer sonst ereignislosen Nacht bereits 50 sm hinter uns. Die Wellen lassen die ESPERANZA ordentlich rollen, das Leben an Bord ist also durchaus anstrengend. Der neue Tag begrüßt uns mit leichten Wolken, wir haben ca. 12 Knoten Wind genau aus Achtern und segeln mit ca. 5 Knoten auf Kurs 263° unserem Ziel, Sri Lanka, entgegen - 350sm geschafft noch 750sm vor uns.

Position ESPERANZA, 11.01.2019, 0200 UTC, 07°31´N 092°44´E. Alles ok!



Und der hat sich eindeutig verschwommen - kein Köder, der ist echt


PHUKET - SRI LANKA, 1. TAG


(Verspätet aber doch alle Berichte von der Überfahrt! Irgendwie hat das mit meiner Hilfe beim Blog diesmal nicht so geklappt. Daher erst jetzt.)


08/09.01.2019

Florian

Gestern abends sind wir - Angelo, ESPERANZA und ich - noch zur Tankstelle in der Chalong Bay motort, um Wasser aufzubunkern und einen Kanister Diesel nachzufüllen. Die Tankstelle war besetzt mit Ausflugsbooten und es war sehr sehr eng. Ich bin schließlich an ein Ausflugsboot längseits gegangen, und wir haben alles vollgefüllt.

Nach einer letzten Nacht vor Anker brechen wir bei Tagesanbruch auf - der Katamaran SANGANEB II des Italieners Paolo ebenso. Der Wind ist gut und wir kommen schnell von Phuket weg.

Ausfahrt Phuket

Etwa 25 sm westlich fahre ich erstmals in eine "brodelnde" See - völlig unruhig und Schaumkronen, als ob ein Orkan herrschen würde - offenbar kommen hier starke Strömungen an die Oberfläche. Noch mehrmals durchqueren wir solche Gebiete, jeweils etwa einen Seemeile im Durchmesser; das ist schon gespenstisch.

Gegen Abend nimmt der Wind ab und so auch die Welle und wir segeln in eine gemütliche Nacht. Angelo ist hilfreich und hat eine erstaunliche  Lebensgeschichte - er war ua Rot-Kreuz-Chirurg im Irakkrieg an der Front - mehr muss ich glaube ich nicht erzählen. Es ist jedenfalls angenehm die Nachtwachen teilen zu können und so bekomme ich ganz guten Schlaf.

Angelo

Heute Morgen ist der Wind zurück und ich darf wieder alle Segel umbauen, denn der Wind hat von Nordost auf Ost gedreht - mir wird nicht langweilig.

Unsere Position am 09.01.2019 02:00 UTC, 07°42´N 096°44´E. Alles ok!



Montag, 7. Januar 2019

CREW

07.01.2019

Florian

Es ist nicht ganz einfach geeignete Crew für eine Überfahrt zu finden. Zwar gibt es immer wieder Menschen, die sich anbieten, aber viele sind mühsam und daher ungeeignet. Ich hatte mit einigen Personen Kontakt, die dann aber doch nicht in Frage gekommen sind und habe angenommen alleine nach SriLanka zu segeln.

Gestern habe ich von einem befreundeten Segler die Nachricht erhalten, dass er eine Person Crew zu viel hat. Ich habe mir den Herren angesehen - Angelo D´Ugo, Chirurg aus Pescara/Italien, 60 Jahre, hat bei Ärzte ohne Grenzen gearbeitet und "stoppt" seit 2012 um die Welt.

Angelo D´Ugo

Angelo ist heute auf die ESPERANZA gekommen. Wir haben bereits ausklariert und werden morgen am 8.1. gemeinsam mit dem Katamaran SANGANEB von Paolo aus Italien, den ich auch schon seit Bundaberg kenne, bei Sonnenaufgang Anker auf nach Sri Lanka gehen. Der Sturm hat sich verzogen und die Windvorhersage ist gut. Meine Zeit in Thailand geht zu Ende und der Endspurt ins Mittelmeer beginnt.

Sonntag, 6. Januar 2019

DER STURM

05.01.2019

Florian

Ich verkatte den Hauptanker der ESPERANZA. Nach 20 m Kette hänge ich ein 20 m Kettestück und den Stockanker ein und lasse in Summe nochmals 30 m Kette ins Wasser. Jetzt  ist die ESPERANZA sicher angekettet, da rutscht sicher nichts.


Anker Verkatten

Der Abend zieht heran und die Wolken ziehen zu - der Wind kommt in mittelstarken Böen bis etwa 15 Knoten vom Land. Es kann sich also keine Welle aufbauen. Den ganzen Tag über war es schon gespenstig still. Keine Schiffe am offenen Wasser und es sind noch einige Schiffe die Bucht gekommen, um Schutz zu suchen.

So vergeht Stunde um Stunde und der Sturm will und will nicht losbrechen. Zwar nieselt es manchmal leicht, aber sonst ist vom Sturm und dessen Starkregenfällen nichts zu sehen. 1 m Niederschlag ist in 24 Stunden angesagt. Ich habe daher mein Wassersammelsystem aufgebaut, aber bislang ist in die Kanister kein Tropfen geflossen.

Um 3 Uhr früh wirds mir zu blöd, ich beende meine Wache und lege mich schlafen. Als ich um 9 Uhr aufwache, ist nichts passiert. In beiden Kanistern haben sich in Summe etwa 4 Liter Wasser gesammelt, das war die ganze Ausbeute des Tropensturms Pabuk.

Donnerstag, 3. Januar 2019

DECKUNG

03.01.2019

Florian

Ein Tropensturm - "Pabuk" - zieht heran. Ich gehe in der Chalong Bay in Deckung, die gegen Westen schützt, denn die stärksten Winde sollen morgen von Westen kommen.


Das Zentrum des Systems zieht genau über Phuket - falls sich der Sturm an seine Vorhersage hält. Morgen Nacht sollte mir also nicht langweilig werden. Ich werde die ESPERANZA mit einem zweiten Anker absichern und hoffe, dass die Schiffe um mich herum ihre Anker ordentlich eingegraben haben. Der heutige Sonnenuntergang in der Chalong Bay ist jedenfalls spektakulär. Die Ruhe vor dem Sturm.


Mittwoch, 2. Januar 2019

COUNT DOWN

02.01.2019

Florian

Es waren besinnliche und ruhige (Feier-)Tage in den Inseln vor Phuket. Jetzt bin ich zurück in der Zivilisation.




Ich bin mit dem Agenten in Sri Lanka - agency.lk@gac.com - in Kontakt. Das Visum für Sri Lanka habe ich bereits in der Tasche.

Ein wenig Bordarbeit ist noch angesagt, der Rumpf ist fast fertig geputzt; die Woche in der Marina von Langkawi hat eine Muschelkolonie verursacht. Aber alles im Plan. Der Count Down läuft!


Montag, 24. Dezember 2018

FROHE WEIHNACHTEN

24.12.2018

Florian

Es sind natürlich ganz andere Weihnachten für mich dieses Jahr, denn eigentlich bin ich gar nicht in Weihnachtlicher Stimmung. Dafür laufen die Vorbereitungen auf die große Überfahrt ins Mittelmeer auf vollen Touren.

Ich wünsche allen da draußen FROHE WEIHNACHTEN und einen GUTEN RUTSCH ins NEUE JAHR!

Ich werde mich in den nächsten Tagen irgendwo in der Inselwelt vor Phuket herumtreiben und weiß nicht, ob ich Internetzugang habe. Also bitte keine Sorge, wenn ihr länger nichts von mir hört. Es geht mir gut, ich putze der ESPERANZA den Rumpf, damit wir schnell vorankommen und mache meine Lady fit für die 4700 sm bis ins Mittelmeer.