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Sonntag, 22. Februar 2015

HOFFENTLICH JETZT

Martina

Eigentlich wollten wir schon gestern auf die BVI´s aufbrechen. Die letzte Möglichkeit durch den Kanal zu fahren ist täglich um 16 h, aber das haben wir mit unseren Wanten etc nicht geschafft. Egal, wir bleiben noch die Nacht hier am Steg, verlegen uns zeitig in der Früh in die Lagune und fahren dann um 16 h hinaus.
Warum erst um 16 h, weil unsere Strecke auf die BVIs ca.80 Meilen beträgt, und das geht sich nur mit einer Nachtfahrt aus. Wir wollen nur bei guten Lichtverhältnissen in den Korallenjungel der BVIs einlaufen.
Apropos ankommen: wenn wir es morgen schaffen, dann haben wir unser Wunschziel BVI´s mit einer Verspätung von 10 Monaten erreicht. Soviel zu geschmiedeten Plänen ;-)

Durch die neuerliche kleine Verzögerung hatten wir noch einen weiteren Tag in der Lagune und entdeckten wieder einige Superyachten. Zum Beispiele die MS Venus vom verstorbenen Apple Boss Steve Jobs.


Ich muss schon sagen, dass sie wirklich sehr schön geputzt ist. Werde die Mannschaft für unsere Nirosterteile auf der Esperanza anheuern.


BVI`s wir kommen

Samstag, 21. Februar 2015

VORSTAGERNEUERUNG

Florian

Martina und ich hatten ja bereits am gestrigen Abend erfolgreich die beiden Vorstage von Fock und Genua demontiert. Heute in der Früh hat sich dann der Fachmann von FKG Rigging darüber gemacht; ein älterer Herr, der nicht will, dass man ihm beim Arbeiten zusieht. Er hat sich auch entsprechend schwer getan die alten Vorstage (also die Drahtseile, die den Mast noch vorne befestigen und an denen die Vorsegel angeschlagen sind) zu demontieren. Aber nach zwei Stunden war das Vorstag der Fock fertig. Also wider montieren und daher ab in den Mast und das Procedere von gestern verkehrt abgewickelt. Nach einer halben Stunde war alles wieder montiert.


Die Genua hat dann  nochmals 2 Stunden gedauert - inzwischen waren wir einkaufen - doch dann war auch diese fertig allerdings hat der Techniker festgestellt, dass das Gewinde am unteren Ansatz ein wenig verbogen ist (da könne man nur eine gesamte neue Rollreffanlage kaufen - für unsere gibt es keine Ersatzteile mehr, also muss sie noch länger halten). Wieder hinauf - diesmal ins Masttop. Es ist schon unangenehm auf knapp 17 m Höhe herumzuturnen und zu versuchen die Teile dort oben zusammenzufügen. Aber nach 20 Minuten Kampf war auch das geschafft und Martina hat mich gut gesichert.


Schließlich musste ich noch alle Wanten und Vorstage neu einstellen, damit die Spannung passt und der Mast gerade steht - aber ich denke jetzt passt er. Das ganze Abenteuer hat USD 1.025,00 gekostet - man gönnt sich ja sonst nichts...

Donnerstag, 19. Februar 2015

SHRIMPY

Florian

In der Früh kommen die Mannen vom Riggingunternehmen FKG und kontrollieren unsere Wanten. Wir wollen austauschen, was zum Austauschen ist. Das ist natürlich schwierig, denn wir wissen nicht wie alt unser Rigg ist (aber 15 Jahre wird es zumindest sein) und wir wollen natürlich auch nichts tauschen, das noch tadellos in Ordnung ist. Schwierige Entscheidung, wann man so etwas austauschen soll.


Anschließend fahren wir mit dem Dingi in die französische Seite der Laguen.


Gleich hinter der Brücke in die Lagune auf der französischen Seite wohnt Shrimpy mit seiner Frau. Shrimpy heißt eigentlich Michael Glatz, stammt ursprünglich aus Wien und ist seit Ewigkeiten in aller Welt unterwegs. Er betreibt eine Wäscherei sowie einen Ersatzteilhandel mit gebrauchten Schiffsersatzteilen. Er ist fünf mal um die Welt gesegelt, seit 15 Jahren auf St.Martin und betreibt außerdem die allmorgentliche Funkrunde um 7:30 Uhr auf VHF Kanal 10. Wir plaudern sehr nett und erstehen zwei Ruckdämpfer und ich ein 5,4 m² Surfsegel - jetzt kann ich mein altes zerrissenes endlich bei einem Inselhäuptling entsorgen.


Am Nachmittag hole ich mir das Angebot vom Rigger ab; dieses fällt erwartungsgemäß ein wenig heftig aus - USD 2.700,00 für neue Wanten und Vorstage. Wir werden hier dennoch die beiden Vorstage für Fock und Genua austauschen. Was man hat, das hat man, und dort, wo wir hinsegeln, werden wir diese Arbeiten lange nicht mehr machen können. Also bergen wir unsere beiden Vorsegel vor Anker, legen uns an den Steg des Riggers, ich klettere auf den Masttop und demontieren gemeinsam mit Martina die beiden Vorstage von Genua und Fock. Wir sichern den Mast mit einer kräftigen Leine anstatt des Gehnuavorstags. Na hoffentlich geht das alles gut...


Zufällig und glücklicherweise treffen wir Christiane und Wolfgang von der SY LIBERTINA II (die wir schon aus Grenada kennen) und deren Freunde Horst und Eva - auch Langzeitsegler. Horst und Eva sind vor Jahren mit ihrem 30 Fuss Schiff in 55 Tagen von Florida direkt in den Kanal von England gesegelt - 55 TAGE offene See!! - unglaublich. Wir genehmigen uns ein gutes Bier für die erfolgreichen Arbeiten und hoffen, dass Morgen alles gut verläuft und wir zu Mittag wieder ein funktionierendes Segelschiff haben.

TOLLE EINLADUNG

Martina

Wir haben ja im Sommer auf dem Kreuzfahrtschiff Norwegian Getaway den Hoteldirektor aus Österreich kennen gelernt. Sean war von unserm Aussteigerleben fasziniert und wir waren einander auf Anhieb sehr sympatisch. Beim Verabschieden hat er die Einladung ausgesprochen, wann immer wir mit unserer Esperanza einmal neben der Getaway stehen, dann hat er immer eine Dusche und ein Essen für uns.


Jetzt auf St.Maarten hat uns der Zufall wirklich zusammen geführt und wir durften als Besucher einen Tag auf der Getaway verbringen. Sean hat sich trotz Stress unglaublich viel Zeit für uns genommen und wir haben es genossen einige Stunden mit einem neuen sehr interessanten Freund zu verbringen.





Mittwoch, 18. Februar 2015

ST.MAARTEN

Martina

Wir haben am  Sonntag den 15.Februar um 6:20 die Marina Port Zanto verlassen.52 Seemeilen lagen vor uns, und wie immer wollen wir vor Einbruch der Dunkelheit in uns unbekannten Gewässern ankommen.
Bei der Überfahrt gab´s einen kleinen Schreckensmoment. Die Megayacht SY KOKOMO (194 Fuss) kam auf Kollisionskurs von Steuerbord auf uns zu; wir mit Backbordschoten, sie mit Steuerborschoten - wir hatten also Vorrang. Florian rief sie am Funk mehrfach an - keine Reaktion. Als sie nur noch 1/4 sm entfernt waren drehte Florian ab, startete die Maschine und flüchtete. KOKOMO zog ca. 50 Meter achtern an uns vorbei - die Herrschaft in den weißen Loungemöbel beim Cocktail. Wer sie trifft - bitte eine Ohrfeige an den Skipper von mir.


Also weiter nach St.Maarten. Die Einfahrt von  der Simpson Bay in die Simpson Bay Lagune führt durch einen kurzen Kanal, über den eine Zugbrücke führt. Die letzte Durchfahrt ist um 17 h möglich, und das wollten wir gerne schaffen. Leider war der Wind um einiges schwächer als vorhergesagt, und deshalb haben wir die Durchfahrt knapp verpasst. Es war aber kein Problem, denn vor der Laguneneinfahrt ist ein großes Ankerfeld, etwas wackelig in der Nacht, aber was soll`s.

Florian hat am nächsten Morgen wieder die Einreiseformalitäten erledigt, und uns für die Durchfahrt um 9:30 h angemeldet. Die Einfahrt kostet USD 27.-  und die Ausfahrt binnen einer Woche USD 7.- (und eigentlich gehört ST. Maarten ja zu den Niederlanden, aber offenbar nimmt man auch in den EU bereits lieber US Dollar als Euro.


Kurz bevor die Zugbrücke geöffnet wird stellen sich die großen und kleinen Yachten im Gänsemarsch an. Es muss alles zügig gehen, denn die Brücke ist nur kurz geöffnet und die Autofahrer warten schon hupend, dass die Brücke wieder geschlossen wird. Die Anspannung liegt in der Luft, aber wir schaffen die Durchfahrt problemlos. Die Lagune ist sehr seicht, überall gibt es Fahrwassermarkierungen für die Bereiche die angeblich immer wieder ausgebaggert werden. Es erinnert mich an einen Verkehrsgarten von den verschiedenen Autoclubs, ein echter Dschungel am Wasser.

Im Ankerfeld liegen schon sehr viele Schiffe und es ist schwierig einen guten Platz zu finden. Florian steuert auf eine freien Platz zu und schon stecken wir im weichen Gatsch-Sand. Nicht gut, gar nicht gut, wir stellen uns beide ganz vorne auf den Bugspriet und schaffen so die Esperanza wieder frei zu bekommen. Glück gehabt!! Wir suchen weiter und entscheiden uns dann für einen Platz ganz an der Grenze zu einer Fahrwasserrinne; hier ist es mit 3,3 m tief genug für unseren Kiel.


St.Maarten ist ein Paradies für alle Schiffsbesitzer. Hier gibt es alles an Ersatzteilen und Professionisten, was man sich nur vorstellen kann. Wir wollen uns noch gut mit Ersatzteilen eindecken; es wäre so praktisch vorher zu wissen was nachher kaputt wird ?!?!

Dienstag, 19. August 2014

ST.MAARTEN

Martina

Wir waren schon vor ca.8 Jahren bei unserer ersten Kreuzfahrt hier. Damals haben wir uns ein Mofa ausgeborgt und sind ganz gierig kreuz und quer über die Insel gefahren. Schnell ein Photo vom höchsten Berg, ein kurzer Stop in einer Strandbar wo es das Bier um 1$ oder um 1 Euro gab. Danach noch schnell an den traumhaften Strand schwimmen gehen und dann wieder ab aufs Schiff. Ja das war unser altes Leben, und jetzt sitzen wir ausnahmslos an einer gemütlichen Bar und genießen die entschleunigte Karibik.