Posts mit dem Label Carriacou werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Carriacou werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 30. März 2014

MOUSSE AU CHOCOLAT

Martina

Unser Freund Martin hat uns beauftragt mit dem Säubern unseres Motorinnenlebens zu beginnen.
Das bedeutet: * Ausgleichsbehälter täglich mit frischer Essigwasseressenz zu versehen, Motor starten und ca 1/4 Std laufen lassen, einwirken lassen, und dann wieder laufen lassen. Nachdem der Motor etwas abgekühlt ist, das helle und dunkle "Mousse au Chocolat" wieder aus dem Ausgleichsbehälter entfernen.



Danach bei * wieder beginnen.
Für Florian mit seinem Heißhunger auf Schokolade ist das eine echte Quälerei, schaut es doch so herrlich süüüüüüüüüüüß aus ;-))

Samstag, 29. März 2014

MY LADY IN RED

Florian

Meine Martina ist ja wirklich die beste Bordfrau von allen. Nicht nur, dass sie eine Künstlerin in kulinarischer Hinsicht ist, perfekte Hilfsdienste leistet, wenn ich wieder einmal als Mechaniker im Einsatz bin, als erster Ankeroffizier unsere ESPERANZA bislang immer gut verankert hat, ist sie auch eine ganz hervorragende Schneiderin und Designerin. Sie näht Segel und meine zerrissenen Hosen - und jetzt hat sie sich ein extravagantes Strickkleid angefertigt. Der Kapitän ist hocherfreut und stolz auf seine hübsche Bordfrau.




Und meinem Bruder Martin wünsche ich heute am 30.März alles Gute zu seinem 49. Geburtstag. Genieße dein letztes Jahr der ersten Hälfte deines ersten Jahrhunderts!

Freitag, 28. März 2014

DIE VERUNSICHERTEN

Martina

Wir liegen nach wie vor in der Tyrrel Bay auf Carriacou und entspannen, recherchieren und beratschlagen was mit unserm Motor geschehen soll.
Es ist ja wirklich nicht leicht wenn man kein Fachmann ist. Volvo Penta meinte, da muss ein neuer Motor rein, den greifen wir nicht mehr an. Mein Papa sagt, da müssen nur die Zylinderkopfdichtungen getauscht und der Motor von möglichen Verkalkungen befreit werden und fertig. Martin von der SY Alien meint, da gehört dann auch gleich ein ordentliches Kopfservice gemacht. So, und dann hat Florian und ich natürlich auch noch jeder eine Meinung dazu, und fertig ist das Chaos.
Nach ein zwei Bieren in der "off the hook bar" mit Martin und Conny war der Schlachtplan fertig.



Wir werden in die Grenada Marine zu einem anderen Volvo Penta Mechaniker segeln, dort die Zylinderköpfe abnehmen lassen, und unter der fachmännischen Beobachtung von Martin ein Kopfservice mit allem was dazu gehört machen lassen. Martin wird dem Mechaniker die ganze Zeit auf die Finger schauen, und dafür sorgen, dass alles Notwendige gemacht wird. Dabei werden wir auch die Kühlkanäle der Zylinderköpfe von sämtlichem Kalk befreien, dann sollte alles wieder perfekt sein.
Seit drei Tagen liegt auch noch ein österreichischer Kat in der Bucht. Ulli, Heinz und Sohn Florian mit ihrer "SY VIVEKA".



Sie sind auf dem Weg nach Haiti, Kuba und dann Richtung Panama und Südsee. Sie sind schon länger unterwegs, und so habe ich mir von Ulli einige hilfreiche Tipps bezüglich, Joghurt, Sprossen und Brot backen geholt. Ihr Schiff ist im Verhältnis zu unserem ein Luxusliner, großes Bad mit moderner Dusche, elektrische Vacuumtoiletten, Wassermacher, Waschmaschine etc...., ja davon kann ich nur träumen!!

Donnerstag, 27. März 2014

ABWECHSLUNG

Florian

Ich habe in einem Geschäft zufällig erfahren, dass die regionalen Schul-Leichtathletikmeisterschaften hier
auf Carriacou abgehalten werden. Zwei Schulen aus Hillsborough und eine von der Nachbarinsel Union Island traten gegeneinander an; nachdem Union Island zum Nachbarstaat St.Vincent & the Grenadines gehört waren es quasi sogar internationale Schulmeisterschaften. Nur die Oberstufen traten jahrgangsweise gegeneinander an. Gestern waren die technischen Bewerbe - heute die Laufbewerbe. Da musste ich natürlich hin und Martina war so nett mich zu begleiten - als Abwechslung.


Es war Volksfeststimmung: bunt, laut, tausende Leute und das alles auf dieser kleinen Insel - die Organisation war wirklich sensationell. Und spannend war es auch. Viele Mädchen sind während und nach ihren Läufen zusammengebrochen und wurden vom Platz getragen. Oftmals gingen die Athleten und Athletinnen "vollgas" ins Rennen, nur um nach einer Runde erbärmlich zu verenden (und dann eben zusammenzubrechen und von den Sanitätern vom Platz getragen zu werden); dann gab es gewaltige Zwischensprints - also wirklich abwechslungsreich - und alles ohne Zeitanzeige - es ging nur um den Kampf Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau. Die Mütter kreischten sich die Lungen aus dem Leib.



Gelaufen wurde übrigens auf dem Rasen des örtlichen Cricketstadions, auf den eine Sechserbahn gezeichnet wurde. Die meisten Schüler liefen barfuß oder in Socken. Und zur Halbzeit gab es einen Wettkampf im Formationsmarsch durch die Athleten.

Gewonnen hat die Leichtathletikmeisterschaften mit großem Vorsprung die Hillsborough Secondary School.
Und eine Leistung war wirklich außergewöhnlich. Bei den Juniors (also 7.Klasse Gymnasium) lief der noch 16-jähriger Mickel Joseph neuen Meisterschaftsrekord über 100m - 10,6 Sekunden - am Rasen. Ich habe natürlich sofort mit ihm Kontakt aufnehmen müssen. Vielleicht werde ich doch wieder Athletenmanager.



Mittwoch, 26. März 2014

CARENAGE TYRELL BAY

Martina

Wir genießen es das zweite Mal an einem Ort zu sein. Die Wahl wo man ganz gut essen gehen kann, wo es gutes Internet gibt, wann der Fischer und der Obsthändler mit einem lauten "hallo oh,  so lange ruft bis man endlich aus der Kajüte schaut, ist einfach. Heute haben wir Fisch gekauft, es ist ein "Red Snapper" geworden.

Dieses mal haben wir hier in der Tyrellbay völlig unproblematisch einklariert. Danach ging`s auf eine herrliche Pizza mit Blick über die ganze Bucht, wo wir amerikanische Segelfreunde von der "Plan to Sea" getroffen haben. Die Beiden sind auch auf dem Weg nach Grenada, wo es sicher ein weiteres Wiedersehen geben wird.

Heute sind wir mit dem Dingi in die Carenage gefahren, laut nautischem Revierführer ein Hurrican hole. Es ist nur bei angekündigten Hurricans erlaubt mit dem Schiff hinein zu fahren. Einige Schiffe haben es trotzdem nicht unbeschadet überstanden.



Es wird auch seit Jahren an einer Marina gebaut, aber mit nur 2 Arbeitern auf der großen Baustelle ist der Fortschritt dem entsprechend langsam.


Sonntag, 9. Februar 2014

STREET PARTY

Überall auf der Insel sieht man herrlich bunte Plakate die für die Carneval Street Party werben. Da wollte Florian unbedingt hin. Kurz bevor wir mit dem Dingi an Land fahren wollten, kam eine sehr große Autofähre angefahren, und wir waren verdammt knapp zu diesem Anleger. Also wieder alles retour und Anker auf, wir müssen unser Schiff verlegen. Der schlechter Ankergrund hat uns 3 Ankermanöver abverlangt.
Zu meiner Beruhigung ist Florian dann noch schnell ein mal zum Anker getaucht, und hat die Situation für ok erklärt. Also jetzt doch rein ins Dingi und ab zur Party.
Als wir am Platz der Begierde ankamen, fanden wir dort gähnende Leere, fast keine Leute, aber rießige Boxen mit Musik die einem den Magen in Schwingungen versetzten die schon Schmerzhaft sind. Tote Hose, wir haben ein Bier getrunken und sind wieder zurück gefahren.




In diesem Zeitraum von 2 Stunden sind wir doch wieder ca 30m gerutscht. Also wieder Anker auf und jetzt etwas weiter raus, ins etwas tiefere Wasser, hinter uns kein anderes Boot mehr, und dann hat`s geklappt. Wir haben hier auf Carriacou sehr stark Böen, und das verlangt natürlich einen sicheren Ankerplatz. An einen guten Schlaf ist seit Tagen nicht zu denken, denn bei jeder Böe wird man munter und beobachtet die Situation, Ankeralarm ist natürlich auch die ganze Zeit aufgedreht.
Heute fahren wir weiter über Petit Martinique ( Grenada) und dann morgen nach Union Island ( St.Vincent and the Grenadines).

Samstag, 8. Februar 2014

SANDY ISLAND

Florian

Sandy Island ist eine kleine Insel in der Bucht von Hillsborough – und jeder Segler hier kennt dieses kleine paradiesische Eiland. Also hin mit uns. Unter Motor und gegen 20 Knoten Wind tuckerten wir aus der Tyrell Bay „einmal ums Eck“ – und da lag sie – Postkartenkitsch vom Feinsten.



Da Sandy Island in einem Marine Nationalpark liegt mussten wir EC 25,00 Eintrittsgebühr berappen. Dann aber gab´s kein Halten mehr. 


Mit dem Dinghy und mit Taucherbrillen bewaffnet gings an den weißen Sandstrand. Das Wasser war angenehm klar und so genossen wir das Schnorcheln im Fischreichtum wie in einem Aquarium. Es war wunderbar!




Anschließend tuckerten wir weiter und ankerten unsere ESPERANZA unmittelbar vor Hillsborough. Ein kleiner Spaziergang durch die Ortschaft bringt uns am Stadion vorbei, wo gerade ein Cricketmatch läuft – quasi Simmering-Kapfenberg oder Annaberg-St.Äegyd; bei Barbecue Hendl mit Pommes und einem Carib verfolgen wir die Angelegenheit – wir haben natürlich keine Ahnung wie das Spiel genau funktioniert, aber die Gesamtatmosphäre war schon toll - auch ohne Kenntnis des Regelwerks.


Freitag, 7. Februar 2014

HILLSBOROUGH

Heute ging`s mit dem Fahrrad im Dingi zum Strand, vorbei an gestrandeten Seglern, Aussteigern und Lebenskünstlern.


Wir erkundeten die Hauptstadt von Carriacou. Ca 6km one way, Florian laufend und ich am Fahrrad, bergauf und bergab von der Tyrell Bay bis nach Hillsborough. Vorbei an Ziegen, frei laufenden Hühnern und Kühen, es erinnerte  mich an die Zeiten bei meiner Oma am Land - vor 40 Jahren.


Hillsborough selbst ist wie schon im Reiseführer beschrieben nicht sehr spannend,


es gibt einige sehr nette Strandbuden, alle servieren leider das gleiche Klumpert, Hamburger und Pommes. Florian hat seinen Arbeitsspeicher mit einem extra Burger wieder aufgeladen und dann ging`s auch wieder nach Hause.


Donnerstag, 6. Februar 2014

KREUZFAHRT

Florian:

Die Nacht in der Halifax Bay war angenehm ruhig. Wir wurden am Morgen von unseren Bootsnachbarn - das einzige Schiff in der Bucht außer uns - aufgeweckt, als diese den Anker lichteten. Dies nahmen wir uns zum Vorbild und lichteten ebenfalls um 7:00 Uhr den Anker - Martina sogar ohne Kaffee!!!

Der Wind war noch sehr schwach, allerdings fast auf die Nase. So motorten wir nur mit dem Groß die Küste entlang; vorbei an Gouave - dem Heimatort des Helden von Grenada Kirani James - Weltmeister und Olympiasieger von London über 400m (43,87?); vorbei an der Kakaofarm, die wir besichtigt hatten und dann waren wir an der Nordspitze von Grenada und die Welle wurde höher. 5 sm nördlich von Grenada liegt ein unterseeischer aktiver Vulkan - "Kick em Jenny" - in ca. 150m Tiefe; man soll diese Gebiet großräumig umfahren. Nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass wir nicht ostseitig am Vulkan vorbei kommen - also Genua raus und hart am Wind samt Strömung aus Ost konnten wir knapp westlich des Vulkans nach Norden segeln; 36° wären erforderlich gewesen, um direkt in die Tyrell Bay von Carriacou zu gelangen - keine Chance.
Also wurden wir zu Kreuzfahrern und kämpften uns Meile um Meile unserem Ziel entgegen, das Schiff zwischen 15 und 30 Grad geneigt; es war alles ziemlich schief. Durch die Strömung vom Atlantik her war nicht klar, ob wir überhaupt hinkommen würden.


Das Wetter tat sein Übriges. Gäbe es einen Bewerb Wetterslalom, wir hätten heute olympisches Gold geholt; ein Wolkengebirge nach dem anderen näherte sich von Nordosten; Wende und Backbord liegen lassen, der Regen streifft uns; dann die nächste Wolkenbank, wieder Wende, wieder bekommen wir nur einen "Streiffschuss" ab - direkt unter der Wolke herrscht "Weltuntergang".
Schließlich waren wir im Strömungs- und Wellenschatten von Carriacou und steuerten direkt unser Ziel an. Da ein Aufschrei von Martina - WAL!! - und diesmal habe ich sie auch gesehen; zwei Wale in ca. 60 m Entfernung; behäbig glitten sie durchs Wasser - mir war es nicht unangenehm, als sie an uns vorbei waren - waren schon ziemlich groß. Schließlich schafften wir es dann doch gegen 17:00 Uhr in die Tyrell Bay - 42 sm in 10 Stunden.



Erleichtert und müde ließen wir den Anker fallen - 100 andere Schiffe hatten bereits das gleiche gemacht. Bei einer Pizza im Lazy Turtle kamen die Lebensgeister wieder zurück - die Seglergemeinde hat uns wieder.