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Sonntag, 16. Februar 2014

LIMIN´

Martina

Also in der Karibik wird nicht "gechilled" sondern "gelimed". Das hat uns die Jugend schon auf Grenada erklärt. Ich habe mir das heute zu Herzen genommen, und während Florian sich mit seinen Halsen abgemüht hat, habe ich gelimed. Wirklich sehr nett, auf großen Doppelbett Strandliegen oder in der Hängematte mit cooler Musik, einfach nichts tun. Die Kiter sind auch eine sehr nette Gruppe, zwar fast alle um einiges jünger als wir, aber das macht nichts. Einer kam zu mir, und hat mich gefragt ob der Surfer mein Mann ist, denn er hat ihn ein paar Mal fluchen gehört. Ja, auch auf diese Weise werden die Leute auf uns aufmerksam und wir kommen ins Gespräch.
Viele sehen unsere Reise mit großem Respekt und die Meisten bewundern uns den Atlantik nur zu zweit bezwungen zu haben.
Erst vor ein paar Tagen trafen wir ein sehr nettes deutsches Ehepaar, die wir schon von Barbados kennen, sie erzählten uns von einem Pärchen, die heuer zum dritten Mal den Atlantik überquert haben. Aber wenn sie solche Bedingungen wie heuer, also so wie wir sie auch hatten, schon beim ersten Mal gehabt hätten, wären sie sicher nicht noch ein Mal gefahren. Wir haben bis jetzt noch niemanden getroffen der in dieser Saison eine gute Überfahrt hatte. Deshalb haben wir es verdient zu  L I M I N !!!!



Samstag, 15. Februar 2014

WINDSURFEN

Florian

Endlich und erstmalig auf unserer Reise packte ich heute meinen Windsurfer aus. Mit dem Dinghy ging´s schwer beladen mit sämtlichem Zubehör in die Lagune zu den Kitesurfern. Das Zusammenbauen war die erste Herausforderung, da ich das Ding überhaupt erst einige Male und zuletzt vor knapp zwei Jahren in Kroatien zusammengebaut habe. Zum Segeln viel Wind ist zum Surfen wenig Wind, also großes 7,2 m² Segel aufgezogen und dann der erste Versuch.



Mein Surfer ist nur 2,9 m lang und ein „Floater“, man kann darauf also nicht stehen, wenn man nicht entsprechend schnell vorankommt. Leider war der Wind zu schwach, und so bin ich bald verhungert und vom Brett gefallen. Irgendwie habe ich in einer Böe doch einen Wasserstart geschafft (aufziehen mit der Startschot ist nicht möglich) und bin ganz gut gefahren – auf einmal – peng und ich liege im Wasser; Diagnose – Gabelbaum am Mast aufgegangen. Das alte Material ist leider schon so weich, dass es die Belastung nicht mehr wirklich aushält.

Glücklicher Weise war ich in der Nähe der ESPERANZA und so habe ich mich dorthin gerettet. Mit Kämpfen habe ich alles am Schiff gesichert und dann habe ich den Gabelbaum mit einer Leine – auf nicht mehr aufgehen können – an den Mast befestigt; sieht abenteuerlich aus, aber hält nun auch in einem Orkan.

Martina hat mich zwischenzeitlich mit dem Dinghy gesucht (jawohl sie hat ganz alleine das Dinghy angestartet und ist zum Schiff gefahren) und hat mich nach erledigtem Segel-Tuning wieder an den Startplatz gebracht. Nun war auch der Wind besser, und so bin ich doch ganz gut hin und her gesurft – im Surferslang quasi „echt geil“. Nur das mit dem Halsen funktioniert nicht so recht, da haut´s mich jedes Mal ins Wasser; das wird Morgen geübt - irgendwann muss das doch funktionieren.



Freitag, 14. Februar 2014

41 MINUTEN

Martina

Heute hatten wir wieder Zeit um die Insel zu erkunden. Rasch das Fahrrad ins Dingi und ab die Post.


Zuerst Richtung SW steil bergauf, mit herrlicher Aussicht über unsere Ankerbucht, dann weiter nach Ashton, hier gibt`s wirklich gar nichts, 4 Minimarkets, ein Guest House, und Ziegen. Es ist sehr, sehr einfach, aber trotzdem sehr sauber. Die Menschen pflegen ihre "Häuser und Gärten" auf den Straßen gibt es kaum Mist, das könnten sich die Italiener etwas abschauen. Danach ging es auf die Nordseite zum Big Sands Beach,


vorbei am Salzsee und  traumhaften Blick auf unser nächstes Ziel die Insel Mayreau.


In 41 Minuten reine Laufzeit - abgesehen von den vielen Photostops - waren wir wieder in Clifton Harbour. Wir erfrischten uns mit einem Bier in der Strandkneipe, neben uns 6 Belgier von einem Männertourn, na danke, die waren schon streichfähig. Noch schnell ab ins Wasser und dann zum Valentinstag ein nettes Abendessen.
Heute hab ich`s nicht mehr ausgehalten und hab mir doch so eine arme Languste bestellt. Shame on me, aber er war herrlich!!!







Donnerstag, 13. Februar 2014

NO PROBLEM

Florian

„No Problem“ in der Karibik bedeutet in unsere Sprache übersetzt so viel wie: „Ich weiß zwar nicht genau wie das geht, aber wir versuchen es einmal, vielleicht funktioniert es ja sogar“.
Man zahlt sein Lehrgeld bzw. schwitzt seinen Lehrschweiß, bis man das herausgefunden hat.

Nachdem es natürlich keine geeignete Wasserpumpe für unseren Kühlschrank gab musste ich eine Benzinpumpe verwenden. Diese bekam ich erst heute, weil die Fähre aus St. Vincent gestern erst um 22:15 Uhr eingelaufen war und nicht wie erwartet um 20:00 Uhr. Aber sie war da meine nagelneue Benzinpumpe. Jerry hatte sogar einen passenden Anschlussstutzen für die Ansaugöffnung; also zurück an Bord und eingebaut.



Das sah ja durchaus nach „No Problem“ aus. Ich schloss die Schläuche für die Kühlflüssigkeit an die Benzinpumpe und setzte den Kühlschrank in Betrieb. Da spritzte aus einem winzig kleinen Loch die Kühlflüssigkeit heraus – na super – undicht!

Also zurück zu Jerry. Der hatte sofort eine „No Problem“ Lösung parat. Mit einem Zwei-Komponenten Kitt verklebten wir die Öffnung; zwei Bier, um die Trocknungsphase abzuwarten, und dann testeten wir das Ergebnis. Kein Herausspritzen mehr, aber dafür pumpte die Pumpe jetzt nicht mehr ordentlich – offenbar irgendwo Luft. Mir dämmerte es zwischenzeitlich, dass das Loch offensichtlich zum Enttlüften der Pumpe notwendig ist – Jerry war das nicht ganz so klar.

Jedenfalls zurück aufs Schiff und nächster Versuch, den Kühlkreislauf mit Flüssigkeit zu füllen bzw. die Luft herauszubringen. Es ging nicht wirklich. Also letzte Idee – Kitt wieder heraus aus dem Loch – jetzt pumpte sie super aber es spritzte natürlich wieder.

Schließlich war ein Zahnstocher die Lösung, der nun – nachdem der Flüssigkeitskreislauf voll und die Luft aus dem System war - im kleinen Loch steckt - Patentlösung!!




Der Kühlschrank funktioniert jedenfalls wieder – bis auf weiteres – No Problem!

Mittwoch, 12. Februar 2014

CLIFTON HARBER

Wer sich jetzt unter dem Titel Clifton Harber einen großen Hafen vorstellt der irrt gewaltig. Hier gibt es nur einen Anleger für den Fährverkehr zwischen den vielen Inseln, einige mini Schwimmstege für ein paar Yachten und das war`s dann schon.
Gleich bei der Einfahrt in die von Riffen umgebene Lagune schießt ein Motorboot auf uns zu, und will uns zu einer Boje führen, da der Ankergrund und der starke Wind angeblich nicht gut zum Ankern seien. Wir lehnen dankbar ab, denn erstens liegen wir nicht gerne an einer Boje, da die Leinen immer Tag und Nacht ächzen und quietschen, zweitens weiß man nie wie diese Bojen am Meeresgrund verankert sind, und drittens wollen wir die Gebühr lieber in Carib Bier investieren. Unser Anker hält mit 50m Kette perfekt!!


Beim Anlegesteg des Anchorage Yacht Club gibt es ein "lustiges" Schild, so dachte ich zuerst,


aber dann sah ich, dass da wirklich Haie drinnen schwimmen.


Der Ort selbst ist in 20 Minuten gesehen, es gibt versorgungstechnisch wenig bis nichts. Obst und Gemüse ja, Fisch nur zeitig in der Früh, also auch nicht , Fleisch, Käse, Milch oder gar Schinkengelüste bleiben unerfüllt.


Florian wartet noch immer auf die Pumpe, denn die Fähre ist erst sehr spät am Abend gekommen, wir waren schon im Bett, und so warten wir noch auf den ersehnten Ersatzteil und auf ein kaltes Bier an Bord.