Samstag, 11. Mai 2019

ASTIPALAIA - AMORGOS


09.05.2019

Florian

Wieder sind wir die ersten unterwegs und – oh Wunder! – niemand hat seine Ankerkette über unsere gelegt – wir kommen gut weg. Heute ist der Wind leicht, wenngleich wieder schwierig, denn zunächst kommt er von unserem Ziel und soll später auf West drehen – also zunächst nach Westen segeln und dann mit dem Winddreher hoffentlich dorthin, wohin wir wollen.


Frühstück nach Ablegen

Astipalaia Westküste

Noch immer kalt

Also schaukeln wir gemütlich nach Westen Richtung Santorini und eine zeitlang überlege ich sogar dorthin zu segeln, aber dann lässt der Wind doch nach und dreht, sodass wir motorsegelnd Amorgos ansteuern können.


Amorgos Westspitze

Hinter dem Westspitzel ankern wir in der Bucht von Kalotaritissa – und diesmal sind wir die einzigen. Jetzt gibt’s was zu Essen. Ich koche Südostasiatisch, und alle schwitzen wegen der Schärfe. Trotz auffrischendem Wind, der im Rigg pfeift,  liegen wir ruhig. Bei 50 Meter Kette auf 6 Meter Wassertiefe und Ankeralarm fühlen wir uns sicher.


Kolotaritissa

ESPERANZA liegt sicher!

p.s.: Betreffend Anfrage, wo auf Ugljan am 20.06.2019 meine Heimkehr sein wird: Ortschaft Ugljan auf der Insel Ugljan

NYSIROS - ASTIPALAIA


08.05.2019

Florian

Wir haben lange genug gewartet, das Wetter hat sich ausgetobt und nun sollten wir gut zu unserem nächsten Etappenziel – Astipalaia – kommen. Bei Tagesanbruch geht’s los. Die Hafeneinfahrt war schwierig, die Hafenausfahrt ist es nicht mehr – ohne Aufsitzer kommen wir problemlos aufs offene Meer.


Wieder ein Sonnenaufgang

Der Admiral hat alles unter Kontrolle

Frühstück

Sobald wir aus der Windabdeckung von Kos kommen, haben wir wunderbaren Segelwind. Der Wind ist zwar nach wie vor frisch bei ca. 16 Grad, aber es ist Genusssegeln angesagt. Nach 7 Stunden sind wir im Wellenschatten von Astipalaia, und da die Insel nicht hoch ist, pfeift der Wind drüber, sodass wir unserem Ziel mit bis zu 7 Knoten entgegenfliegen.


Astipalaia voraus

Warm ist es nicht

Gutes Segeln!
Astipalaia


Papa ist bereits versiert beim Anlegemanöver und auch ich lerne es langsam aber sicher. Wir sind lediglich zwei Segelschiffe an der Mole. Jetzt haben wir uns ein gutes Essen verdient.


Fast alleine

Essenssuche


Essen gefunden!


Als wir zur ESPERANZA zurückkommen, sind wir nicht mehr alleine. Und als eine türkische Yacht sich zwischen die ESPERANZA und das Nachbarschiff noch hineinzwängen möchte bleiben sie zunächst mit ihrer Schraube an unserer Ankerkette hängen und würgen dabei den Motor ab, worauf sie an unserem Bugspriet hängen und als sie wieder flott sind, zunächst einen Scheinwerfer von deren Bimini und dann eine kleine Holzabdeckung vom Bugkorb der ESPERANZA abreißen. Als der Skipper endlich festgemacht hat bitte ich ihn an Bord, zeige ihm das kleine Malheur und lasse ihn die Sache reparieren. Oft hat er noch keinen Schraubenzieher in der Hand gehabt – aber so regelt sich alles in Freundschaft.


Nicht mehr alleine

Astipalaia ist noch ziemlich ausgestorben, aber sehr nett an den Hang gepickt. Sehenswert und schön!



Abendspaziergang
Blick nach Osten

Malerisches Astipalaia

Mittwoch, 8. Mai 2019

NYSIROS

06.05.2019

Florian

Das Wetter wird uns einige Tage auf Nysiros festhalten. Wir sind inmitten einer Wetterküche - zuerst Starkwind aus Ost, dann Starkwind aus West - der Wind wechselt schneller seine Richtung, als ich meine Unterhosen. Heute mieten wir daher ein Auto, um die Insel zu erkunden. Nysiros hat ein Straßennetz von insgesamt 100 km, da sind aber auch die kleinsten Feldwege miteingerechnet. Also perfekt für einen Tag Besichtigung.


Unser Mietauto VW Up!

Wetter - unfreundlich!

Blick auf Paloi mit seiner schwierigen Hafeneinfahrt

Neben den sehr netten kleinen Ortschaften Mandraki und insbesondere Nikia in den Bergen ist DAS Highlight der Krater bzw. Kaldera, der das Zentrum der Insel einnimmt. Über verwinkelte kleine Straßen kurvt man die Insel ab, und mehr als 50 km zurückgelegte Strecke bringen wir in Summe nicht zusammen, obwohl wir sogar an der Südostküste hinunter bis nach Avlaki fahren.



Der Kaldera

Es riecht nach Schwefel

Nikia oben am Kraterrand ist besonders sehenswert mit seinen kleinen Gassen - hier kommt man nur zu Fuss durch.


Nikia - malerisch und regnerisch


Enge Gassen auch in Mandraki

Die Kirche oberhalb von Mandraki

Ein Tag ist absolut ausreichend für die Inselbesichtigung, und da das Wetter noch nicht geeignet ist, um weiter nach Westen zu segeln, werden wir halt Paloi und das Nichtstun genießen.

Dienstag, 7. Mai 2019

SYMI - NYSIROS

04.05.2019

Florian

Beim ersten Tageslicht wache ich auf und lege ab - es ist windstill. Durch die enge Durchfahrt im Norden von Symi gehts aufs offene Meer und unter der türkischen Küste nach Westen Richtung Nysiros. Es ist kein bis wenig Wind und Mutti ist happy und hat keine Probleme mit Seekrankheit. Der Motor der ESPERANZA schnurrt brav und es ist eine friedlich Überfahrt. Kurz vor Nysiros kommt ein wenig Wind auf und wir können gemütlich segeln - so soll es sein.


Sonnenaufgang

Da müssen wir durch


Gegen 13 Uhr kommen wir in Paloi an der Nordküste von Nysiros an. Die Hafeneinfahrt ist seicht und ich arbeite mich daher im Schritttempo voran. Der Tiefenmesser zeigt seicht und immer seichter, es ist bewölkt und man sieht de Tiefe nicht und dann - eine sanftes BUMM - wir sitzen auf. Nicht gut!


Paloi

Hafeneinfahrt

Papa beobachtet entspannt

Schaut gut aus


Ich gehe in Retourgang und wir drehen uns wegen des Radeffekts nur nach Steuerbord. Dann komme ich frei und kann nur nach vorne - nach 10 Metern - sanftes BUMM - wir stecken schon wieder. Mutti Papa am Bugspriet, Retourgang Vollgas - nichts.


Wir sitzen auf

Also Dingi ins Wasser - das erste Mal seit Suakin. Auguste - mein Außenborder - startet sofort. Ich nehme die ESPERANZA am Bug in Schlepptau und fahre mit Schwung ins Seil - Gleitreibung ist geringer als Haftreibung - ich muss sie nur einmal in Bewegung bringen. Beim dritten versucht klappts und wir kommen frei. Rasch an Bord, denn der Wellenbrecher mit seinen großen Steinen ist nicht so weich, wie die Sandbank, auf der wir aufgelaufen sind, und dem sind wir gefährlich nahe.


ESPERANZA freischleppen


Haarscharf am Wellenbrecher arbeiten wir uns ins offene Wasser. Draußen lasse ich meine Eltern  alleine an Bord und zische mit dem Dingi in den Hafen, um mir Infos von anderen Seglern zu holen - und die bekomme ich von Paul aus Südafrika. Die Lösung: ganz rechts am äußeren Wellenbrecher entlang bleiben - 2 Meter Abstand!



Das war knapp!!


Also wieder zurück zur ESPERANZA, Dingi im Schlepptau und getan wie empfohlen. Es ist schon ein wenig nervenaufreibend so knapp an den Felsen entlang zu motoren. Meter um Meter schieben wir uns Richtung ausgebaggertes Hafenbecken. Und dann sind wir drinnen - Pfuh - die Spannung fällt ab.


2. Versuch

Ganz nahe am äußeren Wellenbrecher entlang

Papa hilft mir an der Ankerwinsch uns römisch-katholisch anzulegen; das muss ich noch üben - war ja nie notwendig um die Welt und alleine ist´s schwierig. Aber es klappt perfekt und bald liegen wir sicher an der Außenmole.


Ankermanöver - Papa souverän

ESPERANZA an der Außenmole

Gegen Abend nimmt der Wind zu und drückt uns genau von der Seite auf den mächtigen Bug der ESPERANZA. Das ist immer kritisch für den Anker, eine seitliche Belastung, perfekte Voraussetzungen um auszubrechen. Mir ist nicht wohl das zu sehen und so gehen wir vor Einbruch der Dunkelheit Anker auf und legen uns an die ortseitige Mole. Auch das klappt wunderbar. Mit 50 Meter Kette und dem Wind von Achtern aufs Heck liegen wir bombensicher. Jetzt fühle ich mich wohl, hier können wir bleiben!


ESPERANZA sicher!


Sonntag, 5. Mai 2019

BESUCH

02./03.05.2019

Florian

Meine Eltern kommen zu Besuch. Ich hole sie vom Flughafen ab, und sie bekommen gleich eine gute Einstimmung auf Griechenland, denn der Bus, mit dem ich zum Flughafen fahre, hat 20 min Verspätung und sie müssen daher auf mich warten. Doch dann darf ich sie zum ersten Mal seit Juli 2018 umarmen. Es ist nicht einfach für zwei Herrschaften im reifen Alter von 83 bzw. 84 Jahren diese Reise zu unternehmen und so freue ich mich doppelt, dass sie dieses Abenteuer dennoch auf sich genommen haben. Wir haben natürlich jeder viel zu erzählen und es ist ein freudiger Tag.


Mutti und Papa  an Bord

Nach einem Spaziergang durch die Altstadt und einem netten Abendessen gehen wir bald ins Bett, denn wir brechen um 8:00 Uhr auf nach Symi. Wir müssen den Hafen verlassen, kein Platz mehr für uns, und so müssen wir hinaus, obwohl der Wind aus Symi bläst - also genau auf die Nase, und nicht zu wenig davon.


Unangenehme Bedingungen


Meine Eltern werden also gleich einmal seglerisch geeicht und Mutti umarmt den Kübel - ordentlich seekrank, denn es schaukelt nicht wenig - arme Eltern! Es wird eine sportliche Fahrt, und ich kann eine Idee von Rotes Meer-Feeling vermitteln.


Symi Ostküste
Meine Mutti - harte Seglerin

Als wir die Windabdeckung an der Ostseite von Symi erreichen, lässt die Welle nach und wir motoren schlussendlich in den Hafen des malerischen Ortes. Ein Bier, Retsina und griechischer Salat bringen die Lebensgeister zurück. Wir sind gut angekommen und ich hoffe, und versuche, dass dies der schlimmste Segeltag war - ich hoffe das Wetter spielt mit.


Symi voraus

Geschafft!! Grüß Gott Symi!

Mittwoch, 1. Mai 2019

RHODOS MANDRAKI

01.05.2019

Florian

Der historische Hafen von Rhodos ist Mandraki. Und dorthin verlege ich die ESPERANZA heute. Über der Einfahrt in den Hafen soll einst der Koloss von Rhodos gestanden haben, sodass man zwischen seinen Beinen hindurch in den Hafen einfahren musste.

Vor Anker und Heckleine muss angelegt werden, bei Seitenwind ist das sicherlich sehr schwierig ohne Bugstrahlruder. Zum Glück kommt bei mir der Wind genau von Achtern. Besonders viel Übung in diesem Anlegen habe ich ja nicht, aber es klappt. Doch von den 70 m Kette, die ich habe, brauche ich etwa 65 - also es geht sich ziemlich knapp aus. Ich hoffe nur, dass sich beim Ablegen dann die Kette nirgendwo verfängt, denn das ist hier sehr häufig der Fall, hat doch jeder seinen Anker da draußen.


Anlegemanöver geglückt

Die drei Windmühlen - Wahrzeichen von Rhodos


Der Hafen ist jedenfalls sehr nett und zentral. Natürlich gibt es viele Touristen, die jedes Schiff begutachten. Es gibt sogar Strom und Wasser, Toiletten und Duschen - und kostet für die ESPERANZA etwa EUR 17,00 pro Tag, also fast die Hälfte als die Marina Rhodos. Mir gefällts, und um Besuch zu empfangen eignet sich der Hafen perfekt. Und Besuch bekomme ich ja in Kürze.


Mandraki