Montag, 20. November 2017

ON THE ROAD

20.11.2017

Florian

Wir haben mit unserem Campervan auf der Roselands Farm übernachtet, genießen ein ausgedehntes Frühstück mit Kiwis, die man mit Schale essen kann, und bringen unseren Blog up to date.



Dann geht es Richtung Wellington, wo wir morgen meine Nichte Babsi abholen werden. Durch grüne Landschaft gehts nach Süden.



Wir entdecken eine Alpaka Farm und dürfen beim Scheren zusehen.


Die Alpakas sind aus Südamerika und erst seit 27 Jahren in Neuseeland anzutreffen. Diese Farm hat die größte Alpakazucht Neuseelands mit 700 Tieren.



Alpakawolle ist unglaublich weich; viel weicher als Schafswolle.

Weiter geht es auf gut 800 m über eine Hochebene und vorbei am höchsten Berg/Vulkan der Nordinsel dem Mount Ruapehu


sowie dem Berg/Vulkan Mount Ngauruhoe, der auch als Schicksalsberg in "Herr der Ringe" zu finden ist.


Die Straße führt uns wieder hinab Richtung Westküste


und schließlich finden wir im kleinen Ort Feilding in einem Park unser Nachtlager. Mit unserem selfcontained Campervan dürfen wir hier übernachten.



P.S.: NACHTRAG PREDICT WIND

Ich habe nach meinem letzten Bericht über Predict Wind intensive Korrespondenz mit Jon Bilger, dem Geschäftsführer von Predict Wind, geführt, um meinen Bericht zu erörtern.

1. Ich darf festhalten, dass das SSB Funkgerät auf unserer ESPERANZA nicht optimal funktioniert. Wetter herunterladen ist daher gleich schlecht, ob ich nun von Predict Wind oder aber die "normalen" Grib Files über AirMail herunterlade. Die Predict Wind files benötigen auch nicht mehr Daten, als andere Programme. Wer also ein ordentlich funktionierendes SSB Funkgerät hat, sollte die Predict Wind Daten in akzeptabler Zeit erhalten.

2. Wir haben weiters die Frage erörtert, wie viel Wetterinformation ein Skipper für seine Entscheidung haben möchte. Ich meine, dass es angenehm wäre lediglich eine Wettervorhersage von den Profis von Predict Wind zu bekommen. Jon meint, dass es sinnvoller und besser ist, vier verschiedene Wettermodelle von Predict Wind als Vorhersagen zu bekommen, damit man sich daraus selbst seine Entscheidung ableiten kann. Ich bin geneigt dem Profi Jon zu glauben, würde aber gerne wissen, wie ihr Skipper, die ihr unseren Blog lest, das beurteilt. Wann bekommt man schon die Möglichkeit das beste Wettervorhersage- und Wetterroutingprogramm der Welt weiter zu verbessern? Schreibt mir bitte, wie ihr das seht! florian@zeh.at

TINMAN - TAURANGA

19.11.2017

Florian

Gestern Samstag sind wir mit Caroline und ein paar Freunden auf den Mount Maunganui gegangen/gelaufen - das Wahrzeichen der Stadt Mount Maunganui mit wunderbarem Ausblick über die Gegend der beiden Ortschaften Mt. Maunganui und Tauranga, die zu einer Stadt mit über 150.000 Einwohnern zusammengewachsen sind.




Anschließend gab´s ein kleines Frühstück im Kaffeehaus und ich löste erhebliches Erstaunen aus, als ich nach einem Bier fragte (nach dem Sport das beste Elektrolytgetränk). Am Vormittag trinkt man kein Bier in Neuseeland und in einem Kaffeehaus schon gar nicht (abgesehen, dass es dort auch gar kein Bier gibt).

Na jedenfalls wurde beim Frühstück unter Freunden erwähnt, dass morgen - also heute - der Tinman stattfindet; der örtliche Triathlon. Ich habe natürlich sofort gemeint, da sollten wir mitmachen und nach kurzem Zögern hatten wir ein Team für die Staffel beisammen und waren auch bereits angemeldet.

Wir stehen heute Sonntag also um 6:00 Uhr auf, denn um 07:00 Uhr fahren wir mit unserem Camper zum Startbereich. Diane, eine Freundin von Caroline übernimmt die 1500m Schwimmstrecke, Rob die 36 km Radstrecke und ich die 10 km Laufstrecke.


Das Wetter ist regnerisch, windig und kühl, das Wasser hat 16,7° C, aber Diane wirft sich furchtlos in die Fluten, zieht ihre zwei Runden in der Bucht des Mount Maunganui und übergibt an Rob nach etwa 32 Minuten. Rob hat kein Straßenfahrrad und ist daher als einziger mit seinem Mountainbike unterwegs, was dann doch einige verwunderte Blicke auf uns zieht - abgesehen, davon, dass er mit kurzer Hose, statt mit enger Fahrradhose fährt. nach ca. 1:24 Std. ist er von seinen 36 km zurück und übergibt gemächlich an mich, der ich schon in den Startlöchern scharre.


Und so übernehme ich das Band mit dem Zeitchip und begebe mich auf die 10 km, die um die Halbinsel von Mount Maunganui zum Wendepunkt führt, dann zurück, um den Mt. Maunganui herum und schließlich ins Ziel. Da ich weit hinten im Feld von Rob übernehme, kann ich viele Läufer überholen, doch 10 km sind schon sehr lang für mich und an der Rückseite des Mt. Maunganui geht es über einen hügeligen Pfad und sogar an einem Abschnitt, wo das Meer den Weg weggeschwemmt hat; über Stufen 20 m hinauf und wieder hinunter. Aber es läuft ganz gut und mit meinem Endspurt komme ich nach knapp 43 Minuten mit einem 4:15/km Schnitt als Drittschnellster Staffelläufer ins Ziel, war halt ein wenig länger als 10 km.




Wir sind erschöpft und zufrieden und ich habe ein Wettkampfresultat aus Neuseeland - auch was.

Nach erfolgreichem Wettkampf geht´s für uns ans Verabschieden. wir müssen weiter. Quer über die Nordinsel führt uns der Weg nach Otorohanga in den Kiwipark, ein Vogelpark mit einheimischen Vögeln, wo wir erstmals einen Kiwi sehen - ein unglaubliches Tier; ca. 50 cm groß, keine Flügel, langer Schnabel und nachtaktiv, weswegen die wenigsten Kiwis (also Neuseeländer) bislang einen echten Kiwi (also den Vogel) gesehen haben.


Ein echter Kiwi
Damit wir den Kiwi - es ist eine Kiwidame und der einzige Kiwi im Park, den man sehen kann - überhaupt sehen können, wurde ein Nachthaus geschaffen, in dem die Tageszeiten umgedreht wurden, sodass die Kiwi gleichzeitig mit uns munter ist, obwohl es für uns Tag und für sie Nacht ist.

Weiter gehts Richtung nach Westen. Wir kommen an einer Straußenfarm vorbei und ich sehe erstmals einen ausgewachsenen Vogelstrauß - auch ein gewaltiges Tier, insbesondere seine mächtigen Beine mit der gefährlichen Mittelkralle halten mich auf Abstand.


Schließlich erreichen wir Waitomo - berühmt durch seine Glühwürmchen. Wir spazieren den Ruakuri Bush Walk, der durch wilde Schluchten und Höhlen führt.



Das Kalkgestein ist hier über die Jahrtausende zu tollen Landschaftsformationen ausgewaschen.



Nach unserem Spaziergang bei Tageslicht warten wir bis zur Dunkelheit und gehen nochmals hinein. Und dann sieht man das Wunderbare an diesem Ort - tausende kleine Lichtpunkte, wie LEDs an den Gesteinswänden und im Unterholz. Es sind irgendwelche Larven, die Licht produzieren um Beute anzulocken. Es sieht außerirdisch oder auch irgendwie weihnachtlich aus mit all den vielen Lichtern. Leider kann man das in Fotos nicht einmal annähernd einfangen.


Und beim zurückgehen entdecken wir im Schein der Taschenlampe auch noch ein Opossum.


Neuseeland ist für Naturliebhaber ein wundersames Paradies!

Sonntag, 19. November 2017

MATAMATA

18.11.2017

Martina

Vielen Empfehlungen diversester Segler und Neuseelandreisender sind wir gefolgt und so begeben wir uns nach Matamata. Dieses Nest kennen nur eingefleischte Hobbits- und Herr der Ringe Fans. Nachdem wir das nicht sind, kannten wir diesen Ort natürlich auch nicht. Auf Anraten des Reiseführers buchen wir eine Movie Set Tour übers Internet, damit wir uns einen Besichtigungsplatz sichern.

Unsere Segelfreunde Rob und Caroline stellen uns ihr Auto zu Verfügung, und so erreichen wir Matamata nach einer einstündigen Fahrt durch verspieltes, saftiges und sanft hügeliges Grasland.

Schon bei der Anfahrt zum Parkplatz ist die gigantische Besucherzahl dieses Hobbit Drehplatzes zu erahnen. Ein Besucherzentrum und unzählige grüne Autobusse stehen für die 2 stündige Tour durch Hobbiton zu Verfügung. Im 5 Minutentakt steigen 40 Menschen in den Bus und kommen 2 Stunden später strahlend wieder zurück.
Wir steigen um 1:10 Uhr in den Bus und sind 10 Minuten später am Drehort der 1. Szene des ersten Teiles und der letzten Szene des 3.Teiles der Hobbit Trilogie.
Florian stand diesem Ausflug vor Beginn etwas misstrauisch gegenüber, aber schon beim ersten Anblick dieses Drehortes ist auch er begeistert.


Selbst wenn man keinen dieser Filme gesehen hat, ist man sofort verzaubert. Das Zwergenland mit seinen kleinen bunten, mit Gras bedeckten Dächern zieht alle in seinen Bann. Niemand kann sich an dieser Märchenwelt satt sehen. Die Photoapparate laufen heiß und unsere Ohren lauschen aufmerksam den Geschichten manch einer Drehszene.

Zum Beispiel gibt es einen künstlichen Baum, der mit tausenden in Taiwan hergestellten Blättern bestückt wurde. Als alles fertig war, kam der Regisseur Sir Peter Jackson an den Drehort, betrachtete den Baum und meinte: "All good, but the color of the leavs are not good enough!" Alle Blätter wurden wieder abgebaut, die Farbe verbessert und dann wieder auf den Ästen angebracht.

künstlicher Baum
Dies alles für eine Szene die gerade einmal 30 Sekunden zu sehen ist. Weiters gab es einen Schwenk über das Hobbitgelände in dem Wäsche auf Wäscheleinen zu sehen sind. Nachdem die Hobbits angeblich sehr oft Wäsche waschen, mussten Pfade zu den Wäscheleinen entstehen. Dies musste natürlich aussehen, und so wurden Studenten engagiert die Tagelang einen vorgegebene Pfad spazierten, bis Sir Peter Jacksen mit dem Anblick zufrieden war.



Auf dem 505 Hektar großen Gelände der Alexander Farm, wurde im März 1999 mit den gewaltigen Umbauarbeiten für Herr der Ringe begonnen. 1,5 km Strassen wurden vom Neuseeländischen Militär errichtet. Die Dreharbeiten begannen 8 Monate später und wurden in nur 3 Monaten abgeschlossen. Die Kulissen wurden laut Vertrag anschließen wieder abgebaut.

Martin Freeman alias "Bilbo Beutlin"



Das Bilbo Beutlin Hauss

2009 wurde die Kulisse für die 3 teilige Hobbitverfilmung wieder aufgebaut. Diesmal aber in massiver Bauweise die 2 Jahre andauerten, um die Filmkulisse anschließend als Touristenattraktion nützen zu können. Auch dieses Mal war Sir Peter Jackson sehr penibel, denn nachdem Hobbits eigentlich 60 Jahre vor Herr der Ringe spielt, mussten die Bäume kleiner sein. Die Bäume wurden zurecht geschnitten und mit künstlichen kleineren Blättern und Äpfeln versehen.




Es waren bis zu 400 Menschen am Drehort beschäftigt und die gesamte Region profitiert heute von dieser Einrichtung.
Egal ob Hobbitfan oder nicht, es ist ein wunderschönes Plätzchen auf der Erde!!!


Am Rückweg zu unseren Freunden in Tauranga bleiben wir noch bei den Mc Laren Falls stehen. Ein weiterer Wasserfall, aber auch dieser hat seine Reize.



TAURANGA

16.11.2017

Martina

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zu den "Craters of the Moon". Es erwartet uns ein Thermalfeld, das erst durch den Bau eines Kraftwerks 1958 im Waikato River (das erste geothermische Kraftwerk der Welt) entstand. Dabei wurde nämlich der unterirdische Wasserspiegel gesenkt und dadurch veränderte sich der Druck. Dies führte dazu, dass neue Dampfquellen und blubbernde Schlammlöcher an die Oberfläche gelangten. Ein nett angelegter Pfad führt durch eine spärliche und kleinwüchsige Pflanzenwelt, durchwachsen von rauchenden und nach Schwefel riechenden Erdlöchern.




Vor zwei Tagen haben wir noch einen Geheimtipp von Schweizern erhalten. Sie haben uns einen Badeplatz empfohlen, an dem zwei Flüsse zusammen treffen. Das tolle an diesem Platz ist, dass ein Fluss kalt und der zweite ein heißer Thermalfluss ist. Je nachdem, welche Temperatur man bevorzugt, sucht man sich ein Plätzchen an der einen oder anderen Seite der gemächlich dahinfließenden Bäche.




Anschließend geht es weiter Richtung Bay of Plenty. Zuerst führt uns die Straße entlang des großen Lake Taupo weiter nach Norden bis wir den Ort  Rotorua erreichen. An einem gerade entstehenden Kreisverkehr entdecke ich neben der Baustelle große brodelnde Schlammlöcher, die immer wieder größere Batzen an Schlamm meterhoch in die Luft schleudern. Dieser Anblick ist natürlich einen ungeplanten Stopp wert und wir können das Schauspiel aus ungefähr 5 Meter Entfernung bestaunen.


Nach weiteren 125 Kilometer kommen wir in Tauranga bei unseren Segelfreunden Rob und Caroline an. Sie sind selbst erst vor 4 Tagen aus Bunderberg angekommen und wir verbringen hier die nächsten Tage und tauschen unseren Camper gegen ein riesiges Doppelbett und warme Dusche ein.



Das Haus ist in sehr schöner Lage mit Blick über die Bucht, den Hafen und dem 232 m hohen Mount Maunganui.

Mittwoch, 15. November 2017

TAUPO

15.11.2017

Florian

Völlig unverwackelt wachen wir auf - es war eine angenehme Nacht. Ich schmeiße mich in meine Laufsandalen und genieße den breiten Stranbdboulevard von Napier als einsamer Läufer. Bei der Touristinfo brauche ich einen "Boxenstop". Toilettenbenutzung 20 cent - ich laufe leider Bargeldlos, aber die Dame, die die Toiletten kontrolliert und meine Situation erkennt meint: "Egal, ich soll sie trotzdem benutzen" (so etwas ähnliches muss es wohl gewesen sein, das sie in unvergleichlichem Neuseeländisch - das ist ein Sprache, die entfernt an Englisch erinnert - lächelnd zu mir sagt). So sind die Neuseeländer: sie denken mit und sind entgegenkommend; das habe ich jetzt bereits mehrfach erfahren dürfen. Etwa beim Jackenkauf im Katmandu, als der Käufer meinte, wir sollten mit unserem Kauf bis zum Wochenende warten, denn dann wären die meisten Jacken in Aktion. Oder heute beim Mountainbikepark, als neben dem Campingverbot ein Zettel hängt, dass der nächste kostenlose Campingplatz nur 3,2 km entfernt ist. Da können wir uns in Österreich und Europa eine dicke Scheibe davon abschneiden.

Mein Morgenlauf geht erleichtert - im wahrsten Sinne des Wortes - zu Ende und wir brechen Richtung Taupo auf. Es geht durch hügelige, saftig grüne Landschaft; Schafe, Rinder und überall blühender Ginster schmücken die Landschaft.





Erstaunlich finde ich die riesigen Wald-Kahlschläge, die nicht geräumt sind. Borkenkäfer gibt es hier offensichtlich nicht.


Eine ausgedehnte Hochebene gilt es zu überqueren und dann nach ca. 120 km fällt die Straße nach Taupo ab. Taupo liegt am Lake Taupo, dem größten See Neuseelands, und im Zentrum einer höchst aktiven vulkanischen Landschaft. Neben der Straße sehen wir Rauch oder Dampf aus spalten im Boden aufsteigen, aber die vulkanischen Besonderheiten besichtigen wir erst Morgen. Taupo ist außerdem ein Freizeitzentrum Neuseelands; perfekt für Wanderer, Mountainbiker und alle Varianten von Naturliebhabern und Freiluftsportlern.

Zunächst fahren wir über die Staumauer des Waikato River, der den Lake Taupo entwässert zum Aratiatia Kraftwerk. Das Kraftwerk öffnet jeden Tag mehrmals eine Schleuse im Stausee und lässt 15 Minuten Wasser ab; entsprechendes Wildwasser darunter ist die Folge und dieses Schauspiel besichtigen wir. Leider ist unser Platz auf der Brücke neben dem Kraftwerk nicht sehr geeignet die Wassermassen zu bestaunen - weiter oben wäre besser gewesen.

Vor der Schleusenöffnung

Während der Schleusenöffnung
Anschließend gehts zu den Huka Falls - DIE Sehenswürdigkeit von Taupo. Der See entleert sich durch ein "Nadelör" im Fels und das gibt ein unglaubliches Wildwasser - 200.000 Liter Wasser pro Sekunde stürzen auf etwa 100 Meter Länge 8 Meter bergab - perfekt für lebensmüde Wildwasserpaddler.




Anschließend wollen wir noch den Naturpark der Craters of the Moon besichtigen, aber es ist schon zu spät. Dafür entdecke ich den Start der Mountainbikestrecken, die dieses Gebiet durchziehen mit obigem Hinweis. Mountainbiken muss hier super sein. Also suchen wir uns den erwähnten Campingplatz und finden gegen 18:00 Uhr noch einen netten Fleck. Viele Camper kommen nach uns, aber die besten Plätze sind bereits besetzt - für gute Stellflächen muss man sich hier wirklich rechtzeitig einfinden.