Freitag, 22. März 2019

SAFAGA - RAS ABU SOMA

21.03.2019

Florian

Die Nacht war angenehm, aber um 5:00 Uhr - nach 9 Stunden Schlaf - bin ich putzmunter und guter Dinge. Frühstück und Aufbruch bei Sonnenaufgang. Ich will durch die schmale und seichte Durchfahrt zwischen Safaga und Geziret Safaga. Kurz vor der Einfahrt fängt mich ein Motorboot ab - Militär - ich darf nicht weiter. Ich erkläre ihm, dass ich nach Ras Abu Soma möchte und draußen am offenen Meer der Wind zu stark ist. Ich muss die Navy anfunken, erkläre ihnen meine Situation und erhalte eine Ablehnung. Jegliches Erklären und Biten ist sinnlos - ich darf da nicht durch!

Ich bitte den Soldat zu warten, und komme mit einem 20 USD-Schein zurück und bedeute ihm, dass ich bereit bin eine allfällige Transitgebühr gerne zu bezahlen. Daraufhin telefoniert er länger. Schließlich muss ich ihm meine Schiffspapiere geben und er bedeutet mir zu warten. Also lass ich den Anker fallen und warte. Nach einer guten Stunde werde ich wieder von der Navy angefunkt - ich darf durchfahren! Money Talks!


Safaga

Der Soldat fährt mit seinem Motorboot voraus und ich folge ihm und bin froh, dass er mich leitet, denn diese Durchfahrt ist sehr seicht. Allerdings verabschiedet er sich nach der Einfahrt und wünscht mir einen schönen Tag. Na gut, dann alleine weiter - Auge auf den Tiefenmesser. Bei der seichten Stelle taste ich mich Meter für Meter voran, 4 Meter, 3 Meter, 2 Meter - ich sende ein Stoßgebet zum Himmel und weniger als 1,8 Meter sehe ich nicht mehr am Tiefenmesser. Das war superknapp!


Die Navy voraus

Die Durchfahrt ist geschafft, in der Lagune pfeffern mir Wind- und Kitesurfer um die Ohren und nach einer Stunde fällt nach 9 sm der Anker an deren nördlichem Ende; Pos.: 26°50,970´N 033°58,707´E.

Ich nütze den Tag für ein Motorservice, mein Motor dankt es mir und schnurrt wieder fein. Der Wind legt bis auf 30 Knoten zu und ich kann nichts anderes tun als WARTEN!


Bis zu 30 Knoten am Ankerplatz

Aber die Surfer haben ihren Spaß (hätt ich auch an deren Stelle)

Donnerstag, 21. März 2019

EL QUSEIR - SAFAGA

20.03.2019

Florian

Die scheuernde Ankerkette weckt mich um 1/2 3 Uhr in der Nacht auf, und da ich nun wach bin, gehe ich Anker auf. So habe ich bei Morgengrauen bereits 10 sm zurückgelegt. Wieder aufkreuzen - natürlich - und eine blöde Welle dazu. Einmal überhitzt der Motor wieder, da er Luft ins Kühlsystem angesaugt hat durch die starken Wellen - naja, ich weiß ja bereits, was ich dagegen zu tun habe; Kühlschlauch abschrauben, Luft raus, wieder anschrauben fertig! (Aber lustig ist das nicht.)


Aufkreuzen gegen Wind und Welle


Es wird ein langer Tag, und zum Glück bin ich so zeitig aufgebrochen, denn sonst würde ich meinen Ankerplatz nicht bei Tageslicht erreichen. Um 16:30 Uhr fällt der Anker in Safaga (Pos.26°43,566´N 033°58,486´E) nach zurückgelegten 60 sm und Richtung Suez geschafften 40 sm. Der Hafenkapitän ruft mich gleich an und fragt mich nach dem Wohin? "Suez", teile ich ihm mit. Ich hoffe er kapiert, dass ich das nicht mehr heute in Angriff nehme, sondern mich hier vor Anker ausschlafen möchte.

Mittwoch, 20. März 2019

PORT GHALIB - EL QUSEIR

19.03.2019

Florian

Es ist nicht einfach die Entscheidung zu treffen, wann man nach Norden segelt. Der Wind kommt ausschließlich aus nördlicher Richtung und das bedeutet permanent aufkreuzen unter Motor und Segel. Aber das kenne ich ja bereits seit südlich von Suakin - also über 500sm. Dennoch - die Aussicht auf hartes Aufkreuzen lässt mich schlecht schlafen und bereitet mir Angst.

Aber wenn ich ins Mittelmeer zurück will, dann muss ich meine Angst überwinden und los - und zwar heute. Vor Angst gestorben ist auch hin. Es war zum Glück eine entspannende Zeit hier in Port Ghalib und meine "Batterien" sind halbwegs aufgeladen.

Die Coast Guard steht samt Agenten Mohammed um 8:00 Uhr pünktlich vor der ESPERANZA. Ein kurzer Check und die Coast Guard gibt mir das ok zum Auslaufen. Jetzt noch die Erlaubnis vom Hafenkapitän; auch die bekomme ich umgehend. Ich muss allerdings noch warten, bis das Tauchschiff neben mir ausläuft, denn der Wind kommt seitlich und würde mich bei "Leinen los" auf dieses drücken. Aber um 9:00 Uhr läuft das Tauchschiff aus und ich gleich hinterher. Draußen am offenen Meer empfangen mich 15 Knoten Wind und ca. 1m Welle - wie immer aufkreuzen unter Motor - wie gehabt. Anfangs mit lähmenden 3,5 Knoten, aber dann gehts immer besser und gelegentlich schaffe ich sogar über 5 Knoten. So kreuze ich dahin, versuche positiv zu denken und das ganze irgendwie zu genießen - schwierig, aber die Sonne hilft.

Am Nachmittag wird der Wind schwächer und schläft schließlich völlig ein, sodass ich die letzte 12 sm direkt Richtung El Quseir motoren kann. Um 20:30 Uhr fällt der Anker in der Bucht vor El Quseir (Pos.: 26°06,009´N 034°17,181´E);  ich habe 52 sm für die 40sm Luftlinie zurückgelegt - 12 Stunden motoren. Aber ich bin hier und bekomme hoffentlich guten Schlaf. Bei Tagesanbruch gehts weiter!


Müde aber zufrieden - und jetzt ab ins Bett!

FERTIG MACHEN

17.03.2019

Florian

Die ESPERANZA ist startklar. Ein wenig mühsam sind die Behörden. Ich will bei Sonnenaufgang los, aber die Küstenwache kommt erst ab 8 Uhr an Bord und danach muss man sofort auslaufen. Es geht auch nicht am Vorabend ausklarieren und bei Sonnenaufgang ablegen. Das kostet mich wertvolle Stunden Tageslicht, denn bis El Quseir sind es 40 sm; mit viel Glück schaffe ich das vor Einbruch der Dunkelheit.


ESPERANZA ready

Ich habe es geschafft auf dem Navigationscomputer Airmail und die Software für Iridium zu installieren - ich hoffe, also nun auch wieder am offenen Meer Wetter zu bekommen und Nachrichten absetzen zu können.


Airmail über Iridium - hoffentlich klappts!

Einfach wird mein Weg bis Suez jedenfalls nicht, denn der Wind kommt ausschließlich aus Nord - das  Rote Meer ist wirklich wirklich mühsam. Wie sagt Paolo so schön - Mare die Merda!

Dienstag, 19. März 2019

SIGHT SEEING

07.- 13.03.

Florian

In Ägypten will ich mir ein wenig das Land anschauen und auch weg vom Schiff kommen. Und wie der Zufall so spielt, lerne ich Mustafa kennen, der eine Reiseagentur hat. Er soll ein Auto von Kairo überstellen und ich arrangiere, dass ich mitfahren darf. So fliege ich bei Morgengrauen nach Kairo und fahren mit dem Auto wieder zurück nach Süden.

Kairo streifen wir nur und die Pyramiden sehe ich nur aus der Ferne aus dem Flieger; das habe ich mir ein wenig anders vorgestellt.


Ein bisserl Pyramiden

Aber vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit Kairo und die Pyramiden richtig zu besichtigen, wenn ich in Suez bin.


Mit bis zu 180 Sachen nach Süden, Auto überstellen

Egal - in Safaga, wo wir das Auto abliefern, buche ich eine richtige Tour. Mit dem Auto geht es diesmal quer durch die Wüste nach Luxor. Und diesmal sehe ich genug historische Stätten - Tal der Könige, Tempel der Hathsepsut, Luxortempel, Karnaktempel, etc, etc).


Was mich beeindruckt ist die Qualität dieser um die 3 - 4000 Jahre alten Gebäude, Malereien und Statuen.




Und die Größe - man hat damals geklotzt und nicht gekleckert.




Groß!

Mein Führer vor Ort - Amro - spricht tadellos Deutsch und kennt sich wirklich aus. Wer hierher kommen möchte, dem kann ich Amro nur empfehlen.


 Amro Kamel - Tel/Whatsapp: +201002842620


Um den Nil ist Ägypten grün und eine Wohltat für die Augen nach all der Wüste. Omnipräsent sind aber auch Polizei und Militär - und Straßenhändler, die einem unentwegt irgendetwas verkaufen wollen.


Am Nil - endlich Blumen und Farben!


Ich segle am Nil mit einer traditionellen Felucca; wirklich interessante Boote.


Felucca

Erfahrungsaustausch von Kapitän zu Kapitän


Vor allem aber genieße ich Land unter den Füßen zu haben, in Hotels zu übernachten, gut zu essen und nicht an Wind und Wetter denken zu müssen - das kommt eh in Kürze wieder auf mich zu.


Luxor




Sonntag, 17. März 2019

ÖSTERREICHER

14.03.2019

Florian

Reini Gelder, berühmter österreichischer Segler, hat seine MANGO ROA hier "geparkt" - eine Rennyacht. Er ist mit ihr die Strecke von den Malediven bis hierher in 18 Tagen gesegelt - gewaltige Leistung! Und ich habe ein Packerl Manner-Schnitten von ihm bekommen. Reini ist ein supernetter Kerl und Hut ab vor seinem seglerischen Können.




Das Wetter ist trüb, nördlicher Sandsturm verdunkelt den Himmel. Ich bleib noch ein wenig hier. So wie´s derzeit ausschaut komm ich nächste Woche weiter, da soll es sogar gegen Ende der Woche Südwind geben. Na ich werd´s beobachten.

Trüb vom Sandsturm


Ach ja, und bei meinem Kampf gegenan, als der Bug der ESPERANZA wieder einmal in die Welle gekracht ist, hat es mir einen Teil des Grätings am Bugspriet weggerissen. Das muss bis in die Türkei warten für die Reparatur. Hier in Ägypten gibt´s keinen geeigneten Tischler, der das nachbauen könnte.


Da brauch ich neues Gräting

Freitag, 15. März 2019

PORT GHALIB, DIE MARINA

13.03.2019

Florian

Einige Informationen für Segler über die Marina. Sie bietet guten Schutz, aber sonst nichts. Nicht einmal WC und Duschen gibt es. Die eingemietete Tauchschule lässt mich die Mitarbeiterduschen benützen und das WC des Hotelrestaurants ist immer offen. Man muss sich eben zu helfen wissen. Im Hotelrestaurant darf man um 200 ägyptische Pfund (umgerechnet 10 EUR) das Abendbuffet  genießen, das so-la-la ist - aber Weltklasse gegen Suakin. Im Einheimischenrestaurant gestern habe ich 80 ägyptische Pfund für das tolle Essen bezahlt.

Über die diversen Gebühren beim Einklarieren gab es einige Unzufriedenheit und die wurde heute gegenüber dem Geschäftsführer von Nascotours Mohamed Waleed geäußert, der zu einer Besprechung kam. Mr. Waleed kann aber nichts dafür, wenn die ägyptische Regierung die Gebühren anhebt bzw. die Gebühren nunmehr auch in Port Ghalib einhebt, wie in den weiter nördlich gelegenen Häfen (Hurghada), was bislang offenbar nicht üblich war. Mich hat das Einklarieren in Summe US$ 380 gekostet.





Die Marina kostet US$ 300 pro Monat (das ist die Winteraktion), 12 Tage kosten so viel wie ein ganzer Monat, also gleich Monat nehmen.#

Falls man einen anderen Hafen anläuft werden wieder Gebühren fällig - offenbar ausschließlich Agenturgebühren, da man sich bei der Küstenwache melden muss und das scheinbar von einem Agenten gemacht werden muss. Mr. Waleed meint Hurghada würde etwa 100 US$ kosten. Ankert man nur in Buchten, kostet es nichts extra - dafür bekommt man ja das Sailing Permit.

Und was das Ausklarieren und der Suezkanal-Transit kostet weiß ich noch nicht, werde ich aber auch berichten.

Also - Ägypten nicht billig - aber ich komme eben immer näher zu Europa. Und das ist ein gutes Gefühl!