Mittwoch, 17. August 2016

ABFLUG

Martina

Wir sitzen bereits am Flughafen und hoffen, dass die nächsten 26 Stunden rasch vergehen. Mit Air France geht es über Los Angeles nach Paris und dann mit der AUA nach Wien.

Nachdem wir so unverhofft nach Hause fliegen, kann ich einen Diavortrag nicht versprechen. Ich werde versuchen eine nicht so perfekte aber nette Diashow zu zaubern. Ende August sollte ich euch natürlich auf dem Blog Bescheid geben können, ob ich etwas zustande bringe.

Dienstag, 16. August 2016

USAIN BOLT?

Florian

Wir haben unsere ESPERANZA auf eine andere, bessere Boje verlegt mit dem Effekt, dass diese in der Nacht wieder gegen unsere Bordwand geklopft hat.


Nach bewährter Manier habe ich nun aber auch diese Boje vertaut, sodass sie nicht mehr zum Rumpf kommt - so sollte die ESPERANZA bis Ende September gut aufgehoben sein, wenn wir wieder zurück kommen. Außerdem werden Martin, Kathi und Wolfgang ein Auge auf unsere Esperanza werfen


Am Sonntag haben wir uns die Finali über 400m und 100m der Männer bei den Olympischen Spielen angesehen. Das Lokal in der Marina hat ein Angebot - seine Riesenpizza un 2.700,00 PF und eine 4 Liter Bierzapfsäule um 3.500,00 PF - also in Summe ca. EUR 50,00. Mit dieser Verpflegung konnten wir die Bewerbe gut verfolgen. Offenbar hat man irgendein neues Mittelchen gefunden, dass die Athleten noch schneller macht - die 43,03 über 400m sind ein Fabelweltrekord - ohne Doping geht das nicht. Als die Kellnerin kurz vor dem Start des 100m Finales unseren Tisch abräumen möchte, bitte ich sie zu warten, da Usain Bolt gleich laufen wird. "Usain wer?" Sie hat den Namen noch nie gehört. Wir sind hier wirklich am Ende der Welt.

Und heute habe ich endlich meine Dachluken fertig bekommen. Jetzt sollten sie dicht sein - und schön sind sie obendrein. Wir sind fertig für unseren Heimaturlaub.


Sonntag, 14. August 2016

TEAHUPOO

Martina

In Teahupoo auf Tahiti Iti findet in den nächsten Tagen der Surfweltcup statt. Heute Samstag treten die Polynesier in der Qualifikation an, und nur die besten Acht dürfen dann nächste Woche beim Hauptbewerb starten. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, obwohl Teahupoo ca 65 km von uns entfernt ist. Es gibt Busse, die selbst diese weite Strecke fahren, aber es gibt keinen Fahrplan, doch es ist klar, dass die Busse nur bis Samstag Mittag fahren.
Wir stehen um 10 h an der Busstation und warten, kein Bus, kein Bus. Nach einer halben Stunde kommt dann doch ein Bus, der aber nicht bis nach Teahupoo fährt. Wir entscheiden uns aber trotzdem einzusteigen und hoffen im Anschluss per Autostopp an unser Wunschziel zu gelangen.
Auf halber Strecke ist unsere Busfahrt zu Ende und ich stelle mich mit dem Daumen nach oben an den Strassenrand. Es dauert nicht lange, und es bleibt eine junge Frau stehen, ich öffne die Türe, und ich werde mit den Worten: " Hi, I know you", begrüßt. Die Wiedersehensfreude ist groß, es ist Paulina, eine junge Französin, der wir in Atuona/Hiva Oa sehr geholfen haben.
Sie will auch zum Surfwettbewerb, wir können diesen Zufall nicht fassen, da war wieder eine höhere Macht am Werk.


In Teahupoo endet die Strasse, hier sind wir umgeben von kleinen einfachen Häusern inmitten tropischer Gärten und Flüsse.


Die Topographie des Meeresboden ist hier in Teahupoo geradezu perfekt, denn die Welle kommt regelmäßig, ist langsam und baut sich immer höher auf.


Wir mieten ein Fischerboot für eine Stunde, um möglichst nahe an die Surfer heran zu kommen.


Es ist ein tolles Erlebnis so nahe am Geschehen zu sein, aber der Blickwinkel ist leider nicht perfekt. Zu früh verschwinden die Surfer hinter der Welle und wir sehen sie nicht mehr.


Am Nachmittag klettern wir auf ein Gerüst, das am Strand schon fürs Fernsehen nächste Woche aufgebaut ist und beobachten die Surfer von weitem, aber dafür genau von vorne.



Jetzt sehen wir alles perfekt - wenn auch mit dem Feldstecher. Mit meinem tollen Fotoapparat gelingt mir das perfekte Foto aus einer Entfernung von ca 500 Metern.


Samstag, 13. August 2016

UMS ECK

Florian

Wir brechen auf, um ums Eck zum Ankerplatz der Marina Taina zu fahren. Unter Motor und bei guter Sicht nehmen wir die enge Passage durchs Riff. Die Sonne von hinten ist unbedingt notwendig, sonst sieht man die Riffe nicht.

Sonne von hinten - Riffe sichtbar

Sonne von vorne - keine Riffe sichtbar

Zwar ist die Passage gut betonnt, aber ohne Sicht auf die Korallenriffe soll man sich trotzdem nicht durchtrauen.

Rot-Grün Farbenblind wäre schlecht
Ein Stück übers offene Meer, dann geht´s bereits hinein in den Hafen von Papeete. Ich rufe die Port-Air-Control auf Kanal 12 und erbitte die Genehmigung, um den Bereich vor der Rollbahn zu kreuzen.


Neben uns starten die Flugzeuge.


Der Flughafen in Papeete hat starken Betrieb. Beim südlichen Ende der Rollbahn angelangt muss ich neuerlich um Genehmigung anfragen, doch dann sind wir vorbei und biegen ins Ankerfeld ein.



Statt zu ankern legen wir uns diesmal an eine Boje der Marina, denn wir haben uns entschlossen Heimaturlaub einzulegen und da wollen wir unsere ESPERANZA gut verwahrt wissen.

Nachdem wir uns gut vertaut haben, verpasse ich meiner Salonluke (ich bin ja noch immer beim Lukensanieren) ihren heutigen Anstrich mit PU-Lack. Martina putzt einstweilen unsere Messingbeschläge mit einer Mehl, Salz, Essig - Lösung (vgl. Blog 15. April 2014).


In der Nacht  klopft es nervtötend an die Bordwand - die Boje "klopft" an - es ist 3 Uhr in der Früh!! Na super - ich muss mehrfach aufkrabbeln, um die Leinen zu adjustieren. Am Morgen vertaue ich uns so, dass die Boje nicht mehr an die Bordwand heran kann - wofür hat man einen Bugspriet!?


Donnerstag, 11. August 2016

YOKO KOCHT

Martina

Vor einigen Tagen ist die SY Pia neben uns vor Anker gegangen. Wir kennen die Yacht nur von der Funkrunde bei unserer Pazifiküberquerung. An Bord ist Bryan aus England und Yoko aus Japan, aber sie leben seit 25 Jahren in Kanada.
Technische Probleme bringen die Kapitäne immer rasch zusammen, denn man versucht so rasch als möglich so viel Information als möglich zu bekommen. Wo kann man was kaufen, wer repariert was, wo gibt`s Wasser? Dinge, die viel unnötige Zeit in Anspruch nehmen können, wenn man in einer fremden Stadt zu suchen beginnt. Wir helfen natürlich gerne und während die Männer über Technisches Fachsimpeln, unterhalten wir uns über praktische und nicht minder wichtige Dinge, z.B. wo ist die nächste Wäscherei, wo ist der nächste Carrefour, und wie kommt man zu einer Internetverbindung?
Yoko ist mir auf Anhieb sehr sympatisch und ich frage sie, ob wir gemeinsam auf der Esperanza japanisch Kochen könnten. Nachdem sie auch sehr gerne kocht, ist sie gleich begeistert, und wir treffen uns 2 Tage später, um gemeinsam einkaufen zu gehen.
Es ist herrlich, sie erklärt mir sehr viele japanische Produkte und wir entscheiden uns für Zutaten für Sushi, Maki, Futomaki, Misosuppe und gebratenem Tofu.


Yoko kommt mit einer vollen Tasche an Kochutensilien, mit dabei ist unter anderem ein extra scharfes japanisches Messer, ihre langen Kochstäbchen, ein Keramikmörser für die selbstgemachte Sesampaste und vieles mehr.


Einige Zutaten die man hier nicht bekommt hat sie auch mit dabei, wie z.B. Dried Kelp (getrockneter Seetang), Mirin (japanischer Kochwein) und salzige Pflaumen.
Yoko hat so schnell gekocht, dass ich mit dem Mitschreiben kaum nachkam. Lustig fand ich, dass ich beim Einrühren des marinierten Essigs in den heißen Sushireis den Essigdampf mit dem Fächer wegfächeln musste.


5 verschiedene Sushi und Maki Füllungen, die Suppe und der Tofu, alles in unserer kleinen Küche, das war eine Herausforderung und ein tolles Erlebnis.


Unsere Männer kamen etwas später an Bord und wir genossen ein original japanisches Abendessen. Es war einfach köstlich!



Dienstag, 9. August 2016

DICHT

Florian

Unsere Luken sind ja bereits seit Beginn unserer Reise undicht, weswegen wir immer die Überzüge aus Plastik darüber haben. Die Luke in unserem Schlafzimmer habe ich schon vor längerer Zeit saniert und ist jetzt dicht. Dennoch möchte Martina den Überzug nicht entfernen, da dieser lichtundurchlässig ist und es in der Früh dann länger dunkel bleibt.

Aber die Luken im Salon sind nach wie vor undicht und des tropft bei Regen herein. Ich habe also die Steuerbordluke ausgebaut, die alten Sikkaflex-Dichtungen mit dem Stanleymesser herausgeschnitten, losen Lack entfernt, alles abgeschliffen und dann gestrichen. 2 Anstriche mit Epoxy und dann drei Anstriche mit PU Lack, da Epoxy ja nicht UV-beständig ist.



Wenn das fertig ist, dann werde ich die Plexiglasscheiben – wie die Schlafzimmerluke auch - mit weißem 3M 5200 neu eindichten. Das macht eine wesentlich bessere Verbindung als Sikkaflex (ist ja auch ein Eck teurer) und weiß sieht auch netter aus. Eine mühsame Arbeit ist das aber schon mit den Trocknungszeiten und unser Cockpit ist natürlich ebenfalls blockiert. Ich hoffe, dass alles in einer guten Wochen fertig ist.





In der Trocknungspause am Sonntag waren wir dann noch am Saumriff, das Tahiti umgibt  und vor unserem Ankerplatz liegt Schnorcheln. Das Riff ist praktisch tot; keine Farben und fast keine lebende Korallen. Es verwundet, dass man dennoch Fische sieht.






Sonntag, 7. August 2016

LA CAGE AUX FOLLES

Martina

Schon seit unserer Ankunft in Französisch Polynesien, ist es mir ein Bedürfnis über den normalen, völlig integrierten und schönen Umgang mit Transvestiten, Homosexuellen und Transsexuellen zu schreiben.
Ich habe natürlich schon alleine durch meinen Beruf seit jeher einen anderen Zugang zu diesem Thema. Ich habe auch Personen erlebt, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, die in ihren Körpern unglücklich waren und versucht haben zu sein, was sie nicht waren, nur um der Gesellschaft gerecht zu werden. Ein Leidensweg, den ich niemandem wünsche.
In Frankreich ist die Ehe zwischen Gleichgeschlechtigen und deren Möglichkeit zur Adoption seit 2013 erlaubt. Dies führt wiederum dazu, dass sie sich auch nicht verstecken müssen und sie zeigen sich stolz, selbstsicher und glücklich. Eine Frau und ein Mann, der ebenfalls als Frau durch die Strassen spaziert, oder mit einem Kind an der Hand in der Katholischen Kirche sitzt, das alles ist selbst für mich ein ungewohntes Bild, aber dieses Glück berührt mich immer wieder.


Ich hatte eine nette Begegnung beim Fruitrun in Papeete. Da kam eine Frau mit ihrem wunderschön geschmückten Obst und Gemüsetragebalken in das Startgelände. Ich habe diesen bewundert und sie sagte mir, dass dieses Kunstwerk von ihrem Mann angefertigt wurde.


Kurz vor dem Start traf ich sie wieder und sie stellte mir voller stolz ihren Mann vor.


Ganz selbstverständlich arbeiten Männer in Frauenkleidern in öffentlichen Positionen wie zB im Tourismusbüro, in der Bücherei im Verkauf oder im Gaugin Museum.



Ich hoffe, dass wir in Österreich diese Akzeptanz auch bald schaffen. Es wäre ein sehr schönes Miteinander.
Hier sind die Menschen schon am Ende der Vorstellung "La Cage aux folles" angekommen.