Dienstag, 23. Mai 2017

ANGEKOMMEN

22.05.2017

Florian

In der Nacht dreht der Wind auf, es schüttet wie aus Schaffeln und wir liegen auf Legerwall vor der Zollmole. Daher stehen wir um 8:00 Uhr nass bis auf die Unterhose vor den Einreisebehörden. Zoll, Gesundheitsinspektorin, Umweltschutz sind rasch erledigt. Dann müssen wir zur regionalen Bezirksverwaltungsbehörde von Lomaiviti, um unser Cruising Permit (also unsere Segelerlaubnis) zu lösen. Dieses wird per e-mail aus der Hauptstadt Suva geschickt - und das dauert. Wir sitzen auf "Nadeln", denn unsere Esperanza galoppiert wieder einmal in den Wellen vor der Hafenmauer. Nach einer Stunde haben wir dann endlich die Genehmigung in der Tasche. Auffällig ist, dass sämtliche Behördenmitarbeiter hier sehr leise sprechen - fast flüstern; laute Worte oder Unmutsbekundungen werden höchst negativ aufgenommen.
Mit unserem Cruising Permit marschieren wir die 15 Minuten zurück durch den strömenden Regen zum Zollbüro. Beim benachbarten Hafenkapitän bezahlen wir die Hafengebühren und dann bekommen wir vom Zoll unsere Ausklarierungsbestätigung aus Levuka (wir sind doch eben erst eingereist??). Naja, wie auch immer - jetzt sind wir fertig und dürfen ablegen, müssen aber einmal wöchentlich unseren Aufenthaltsort und unsere Reiseplanung per e-mail an die Behörden bekannt geben. Es lebe die britische Verwaltungstradition!
Beim Bankomat "kaufen wir" Fijidollar und damit können wir uns eine Internet-SIM-Card und unser erstes Fiji Essen kaufen, dann aber gehts zurück zur Esperanza, die brav auf uns gewartet hat.
Anker auf um 13:00 Uhr und ab nach Nordwesten nach Viti Levu - wir wollen am 25. in der Vuda Point Marina bei Nadi sein.

Die Gewässer um Viti Levu sind gespickt mit Riffen. Dafür schüttet es und die Sicht ist sehr gering.


Hoffentlich stimmen unsere Seekarten. Wir konsultieren Navionics, Open CPN und die gute alte Papierkarte simultan und entschieden danach unsere Route.


Vorsichtig tasten wir uns vor, durch die Riffe hindurch. Die Stangen laut Seekarte zur Riffmarkierung fehlen alle, doch die Seekarten von Navionics sind korrekt. So tuckern wir einige Stunden durch flaches Wasser, um uns Riffe, die wir nicht sehen. Um 17:00 Uhr fällt der Anker im Schutz einer kleinen Insel


und wir fallen müde ins Bett - hoffentlich wird´s eine ruhige Nacht.



Montag, 22. Mai 2017

ÜBERFAHRT FIJI TEIL 2

20.+ 21.05.2017

Martina

Wenn man sich die zu segelnde Strecke auf dem Plotter oder auf den Seekarten anschaut, bekommt man Respekt vor diesen unzähligen Inseln und Untiefen. Wenn man diesen Passagen dann aber näher kommt, ist die Angst vorbei. Falls man sich nicht traut da durch zufahren, dann darf man in Kroatien schon gar nicht segeln.



Die Passagen haben wir nie unter einer Seemeile Abstand zu einer gefährlichen Stelle passiert.


Der Wind hat sich brav an die Vorhersage gehalten und so konnten wir bei angenehmen 15-20 Knoten bis zur Hafeneinfahrt der Insel Ovalau mit seiner ehemaligen Hauptstadt Levuka segeln. Die nach Osten offene Einfahrt ist gut betonnt und breit, stellt also selbst bei 20 Knoten aus Ost kein Problem dar. Der Ankerplatz muss laut Seglerinfos vor dem Zollgebäude gewählt werden.


Wir halten uns daran, rufen den Hafenkapitän drei Mal über Funk, da aber Sonntag ist, meldet sich niemand. Macht uns auch nichts, wir essen und trinken unser Ankunftsbier und dann fallen wir erleichtert und todmüde in unsere Kojen. Fiji wir sind da!

Freitag, 19. Mai 2017

ÜBERFAHRT FIJI TEIL 1

Florian

Noch in der Ausfahrt aus der Vava´u Gruppe von Tonga setzen wir unsere Segel Butterfly - Genua Backbord an Luv, Fock an Steuerbord, jeweils ausgebaumt - und so rollen wir los. Die Wellen gleich nach Vava´u sind unregelmäßig und daher rollen wir natürlich auch ganz gut, aber natürlich wesentlich angenehmer als am Weg von Niue nach Tonga. Der Wind bläst mit 20 Knoten, nimmt aber im Laufe des Tages auf 15 Knoten ab, und so gehts eigentlich recht entspannt dahin. Schon kurz nach der Ausfahrt fangen wir einen schönen Mahi Mahi (eine Golddorade) - endlich wieder frischer Fisch. Martina ist durch die Rollerei natürlich schlecht und sie liegt die meiste Zeit.


Auch am 19. gehts in dieser Art weiter - konstante 6 Knoten Fahrt bringen uns rasch unserem Ziel näher. Keine Squalls - eigentlich perfekt und auch die Welle legt sich ob des leichteren Windes. In der zweiten Nacht vom 19. auf den 20. Mai schläft der Wind noch mehr ein und so schaukeln wir bei gemütlichen 13 Knoten Wind mit 5 Knoten Fahrt Richtung Westen, gerade an der Grenze, dass die Segel noch nicht schlagen. Ich reduziere unsere Segelfläche, um nicht bei Dunkelheit die Lakemba Passage zu erreichen, die Durchfahrt durch die riffgespickte Lau Inselgruppe. Heute werden wir den 180. Längengrad überqueren und kommen wieder auf östliche Länge, ab dann zählen wir die Längengrade wieder hinunter bis in die Adria. Alles läuft gut! Daumen halten, dass wir gut durch sämtliche Riffe kommen!!

Unsere geplante Strecke nach Ovalau/FIJI


Unsere Position am 20.05.2017 um 06:00 Uhr: 17°51´S 178°13´W, Einfahrt Lakemba Passage


Mittwoch, 17. Mai 2017

WEITER GEHT´S

17.05.2017

Florian

Wir sind ausklariert und morgen Donnerstag 18. Mai legen wir ab nach Fiji; ca. 420 Seemeilen: 260 Seemeilen bis zur Lau Gruppe, dann bei Tag durch den Lakemba Pass, eine Nacht durch die Koro-See und dann unter Tags durch die letzten Inseln bis nach Ovalau zum Einklarieren in Levuka, der alten Hauptstadt von Fiji. Am Sonntag Nachmittag sollten wir dort sein (soweit der Plan).

Daumen halten...

Dienstag, 16. Mai 2017

SO ODER SO

16.05.2017

Martina

Heute war ich am Mast, die Tausendfüßler beginnen sich aufzulösen. Ich versuche sie zu retten und habe dabei einen wunderbaren Blick auf unsere Ankerbucht und auf die Ausfahrt, die wir morgen nach Fiji nehmen.



Bei Sonne schaut´s so richtig gemütlich aus, und bei Regen und 25 Knoten Wind bleibt man besser gut geschützt vor Anker.



Am späteren Nachmittag verlegen wir uns in die letzte Ankerbucht vor dem Ort Neiafu, denn morgen wollen wir für Donnerstag ausklarieren.

Hier treffen wir die Amerikanischen Charterer wieder, die auch beim tonganischen Abendessen waren. Sie fliegen morgen ab und überlassen uns viele ihrer Lebensmittel, die sie nicht mitnehmen möchten. Herrliche Leckereien am Ende der Welt, Olivenöl, Balsamicoessig, Dijonsenf und Kaffee aus der Schweiz.



p.s.:
IRIDIUM

Florian

Offenbar bin ich nun bei der richtigen Adresse angelangt, die mir helfen kann. Noch nicht alles perfekt aber ich bin guter Hoffnung, dass es klappen wird. Danke für alle eure e-mails - war sehr hilfreich!!

Montag, 15. Mai 2017

SWALLOWS CAVE

15.05.2017

Florian

Zunächst müssen wir heute einige Bordarbeiten erledigen. Martina näht die Lazybag und ich repariere unseren Autopiloten (das Wunderding vom Schwiegerpapa). Er hat uns gut durch die schwierige Überfahrt von Niue hierher gebracht, doch als wir in der geschützten Bucht nur noch motorten, hat er auf einmal den Geist aufgegeben. Des Rätsels Lösung habe ich heute gefunden - korrodierte Kabelverbindungen.Also alles neu gelötet und geschmiert und das Ding läuft nun wieder wie ein Glöckerl.


Nach getaner Arbeit fahren wir mit dem Dingi zum Swallows Cave am Eingang unserer Bucht, eine vom Meer aus befahrbare Höhle mit Tropfsteinen - sehr mystisch!


Im Schutz der Höhle tummeln sich Fischschwärme. Tausende kleine Fische umschwimmen einen, wenn man abtaucht - spektakulär und atemberaubend.


Vom Wetter her siehts derzeit so aus, als ob wir am Donnerstag unsere Überfahrt nach Fiji wagen könnten. Na hoffentlich wirds diesmal eine angenehme Passage.

p.s.:

IRIDIUM

Vorab: Danke, dass ihr alle  so fleißig e-mails an INMARSAT und SELEX schickt, aber BITTE schickt mir keine Kopien eurer e-mails - ihr verstopft meinen e-mail Eingang!

Wo stehen wir: INMARSAT hat mir die e-mail Adresse von SELEX übermittelt, an die ich gleich mein Anliegen geschickt habe. Diese meine e-mail kam retour - die von INMARSAT angegebene e-mail Adresse von SELEX existiert nicht?!? Zurück zu INMARSAT. Mit Entschuldigung erhalte ich eine neue - hoffentlich korrekte - e-mail Adresse.

Also bitte eure e-mails mit der Bitte mein IRIDIUM Guthaben aufzuladen nunmehr an diese Adresse: airtime@sirm.co.uk

Und BITTE KEINE Kopie an mich!

DANKE FÜR EURE HILFE!!!


Hier die für  mich wenig amüsante Korrespondenz:


"Dear Florian,

Thank you for your email.

I apologise that we had sent you an older email address for Selex, having contacted them directly this is now handled at the following email address:

airtime@sirm.co.uk

Please address further correspondence to the email address above to handle your Iridium Topup.
Kind regards,
Robert Seale
Customer Support Executive
Global Customer Operations
Inmarsat
99 City Road
London EC1Y 1AX
United Kingdom
T   +44 (0)20 7728 1020
W inmarsat.com

------------------- Original Message -------------------
From: Florian zeh
Received: 5/15/2017
To: Global Customer Support; Globalcustomersupport@inmarsat.com; LMRSales@selex-es.us; London Customer Support; Wendy SELEX
Cc: tedzeh@gmail.com
Subject: Re: 10410878: Iridium TopUp 500 min INMRST:00380009398; Undelivered Mail Returned to Sender
Ladies and Gentlemen,

you referred me to SELEX and gave me their e-mail address. I do atttach your
e-mail of May 15th below:


"Dear Florian,

Apologize for the late reply, however the only solution we can give is to
contact Selex as previously advised, unfortunately in this case Inmarsat
work as a wholesaler for the Iridium SIMs therefore you actual account/SIM
is under Selex.

Unfortunately I am not sure if Selex work on weekends however they will be
available to assist you tomorrow on the contact details previously provided.


airtime.support@selex-es.com

We will now proceed with closing your case, please contact us back if you
have any further questions or concerns.

Kind Regards,
Katey Davidson
Global Customer Operations
Inmarsat
99 City Road
London EC1Y 1AX
United Kingdom"


I did send an e-mail to trhe e-mail adress you gave me. The e-mail was
rejected! Please see below.

What now?????????????????

I do sincerely hope that you do not consider this case as being closed on
your side and I may inform you that our correspondence has and will be
published on my blog www.zeh.at.  I certainly hope to be able to inform my
many readers of a positive outcome in this matter. So far this matter has
only been extremely frustrating. It is surprising to me that an expensive
device such as my IRIDIUM phone is so badly supported. I am sure a company
like INMARSAT can do bettter than that.

Regards

Florian Zeh
SY ESPERANZA
www.zeh.at



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Mail Delivery System [mailto:MAILER-DAEMON@elcgepulmx07.selex-es.com]
Gesendet: Montag, 15. Mai 2017 17:33
An: florian@zeh.at
Betreff: Undelivered Mail Returned to Sender

This is the mail system at host elcgepulmx07.selex-es.com.

I'm sorry to have to inform you that your message could not be delivered to
one or more recipients. It's attached below.

For further assistance, please send mail to postmaster.

If you do so, please include this problem report. You can delete your own
text from the attached returned message.

                   The mail system

<airtime.support@exch2.priv>: host uksmtp1.selexgalileo.ukext[62.255.51.199]
    said: 550 #5.1.0 Address rejected. (in reply to RCPT TO command)"


_____________________

Sonntag, 14. Mai 2017

MUTTERTAG AUF TONGA

13.+ 14.05.2017

Martina

Florian lernt beim Laufen David kennen. Er lebt mit seiner Frau und drei seiner 11 Kinder auf der einsamen Insel Vakaeito. Er berichtet von einem tonganischen Fest, zu dem wir auch eingeladen sind. Wie sich etwas später klärt, sind wir nicht eingeladen, sondern wir können auch kommen und pro Person 50 Paanga bezahlen. Wenn wir vorab bezahlen, könnte er auch mit dem Geld noch schnell ein Schwein kaufen. Wirtschaftliches Denken in Tonga ist nicht sehr verbreitet. Das Essen kostet das selbe, ob mit oder ohne Schwein. Na dann nehmen wir natürlich mit Schwein.

Um 17 Uhr brennt das Feuer, das Schwein wird auf einen frisch zugespitzten Ast gesteckt und händisch 2 Stunden über dem Feuer gedreht.
Seine Frau Hika zaubert eine große Auswahl an verschiedensten Gerichten mit Oktopus, Huhn, Fisch, Reis, Salat und von allem reichlich. Getränke nehmen wir selbst mit.
Die reichlichen Reste bringt David noch in der Nacht zum Lehrer auf einer anderen Insel. Sie wollen teilen, und Kühlschrank haben sie auch keinen, um die Sachen gut aufheben zu können.

Für den nächsten Morgen ist eine Messe speziell für die Mütter auf der Insel Nua Papu angesagt und davor eine Kavazeremonie für die Männer. Wir spazieren mit David, Hika und 6 Seglern eines Charterschiffes vom Anleger in das Dorf Nua Papu, das ältere und größere der beiden Dörfer der Insel.

Die Männer gehen gleich Richtung Kavazeremonie und ich bitte um die Erlaubnis mitgehen zu dürfen, um diese Zeremonie fotografisch festhalten zu können. David dürfte einer der Einflussreicheren sein und er erlaubt mir dabei zu sein.
Habe mir eigentlich etwas besonderes erwartet, war aber nicht. Die Männer sitzen im Kreis am Boden, dann wird spirituell angehaucht etwas gesprochen, dann trinken alle reihum aus Kokosschalen Kava. Danach wird geplaudert, viele der Männer rauchen ihre Zigaretten, danach wird wieder etwas spirituelles verlautbart, noch eine Runde Kava und dann ist es auch schon vorbei. Laut Florian schmeckt Kava hauptsächlich nach Wasser mit einem leicht bitteren Geschmack. er hinterlässt eine leichte Taubheit im Mund. Bin beruhigt, hab nichts versäumt!



Danach gehen wir wenige Schritte zur Kirche. Die Frauen und Mädchen sind alle hübsch angezogen, geschminkt und frisiert.






Alle tragen die geflochtenen Matten um die Hüften und sie singen mit Begeisterung. Die Messe ist in der Methodistenkirche, sie wird ausschließlich auf Tonganisch gehalten, dauert 2 Stunden und danach geht es nahtlos in eine Muttertagszeremonie über. Die Kinder hängen ihren Müttern, Großmüttern, Schwiegermüttern unzählige Zuckerlhalsketten um.


Dabei weinen sie vor Rührung und holen immer weitere Ketten, bis die Hälse der Mütter unter den Ketten verschwunden sind. Ich bekomme auch zwei Ketten und Florian freut sich schon jetzt auf die Schokolade.


Die Kinder und Jugendlichen führen dann noch eine Art Muttertagsgeschichte auf, diese ist sehr tränenreich und sehr langatmig. Wir verabschieden uns etwas früher und verlegen uns in eine andere Ankerbucht. Heute koche ich mir etwas Wienerisches. Schnitzerl!!!!


p.s.:WICHTIG!!!

Florian

IRIDIUM

Danke für die Hinweise auf die diversen Homepages zum Iridium Aufladen. Die laden nur jene Karten auf, die sie auch verkauft haben. Habs etwa bei Cramer in Deutschland versucht; sie laden meine Karte nicht auf. Laut INMARSAT hat mir SELEX-ES meine Karte verkauft. Also kann nur SELEX meine Karte aufladen, wenn INMARSAT nichts ändert.

Irgendwie geht bei INMARSAT aber nichts und bei SELEX-ES schon gar nichts weiter. Täglich lesen über 1000 von euch diesen Blog - und so soll es auch bleiben, nur dafür brauchen wir oft auch mein Iridium Telefon. Wäre doch gelacht, wenn wir gemeinsam INMARSAT oder SELEX-ES nicht zum Reagieren bringen.

Ich bitte daher alle von euch und auch alle, die ihr kennt folgende e-mail an INMARSAT und SELEX-ES zu senden:

globalcustomersupport@inmarsat.com
LMRSales@selex-es.us

"Ladies and Gentlemen,
please sell and TopUp the IRIDIUM of Florian Zeh, florian@zeh.at, SY ESPERANZA (www.zeh.at) no. +88 163 153 6408, SIM-Card no. 8988 1693 1200 2147 308 before his number and units will expire on May 17th, 2017.
Thank you and Best Regards"

DANKE FÜR EURE HILFE!!!