Freitag, 20. Januar 2017

FLORIAN HAT EINEN VOGEL

18.01.2017

Martina

Florian ist heute gleich nach dem Frühstück zu Helmut gefahren, um den Außenborder zu reparieren. Es vergehen einige Stunden, doch dann vernehme ich das Motorgeräusch von Helmut´s Außenborder. Er unternimmt eine erfolgreiche Probefahrt. Erstes Problem gelöst. Im Anschluss bauen sie auch noch den 2,5 PS Außenborder zusammen. Am frühen Nachmittag sind die beiden Herren fertig und ich bin stolz auf meinen Mann.

Ich gehe in der Zwischenzeit mit Dagmar ans Außenriff um neue Schnecken und Muscheln zu suchen. Die Zeit verfliegt und wir kommen nach 3 Stunden mit einigen neuen Schätzen zurück.

Florian möchte noch laufen gehen und ich beginne zu kochen. Es ist sehr schwül an Bord und ich stehe wie Gott mich erschuf am Herd. Florian kommt zurück und er ruft: " Ich habe eine Gast mit zum Essen gebracht"! Darauf antworte ich: " Ist gut, aber ich muss mir schnell etwas anziehen", Doch er meint, das ist bei dem Gast egal. Komische Antwort denke ich und schaue ganz vorsichtig aus dem Salon.

Und da sitzt auch schon unser neuer Gast.


Florian hat ihn in der Mitte der Strasse gefunden und ihn gerettet. Er meint, dass ihn die Hunde sicher bald gefressen hätten.

Er hat den Namen Alvin bekommen, aber ich sage "Piepmatz" zu ihm, denn er piepst die ganze Zeit, außer man hat ihn in der Hand und bietet ihm einen Schutz, wie unter Mamas Flügel.

Er frisst nur Muschel, Krebs oder Schneckenfleisch. Brot, Fleisch oder Polenta ignoriert er vollkommen. Wir setzen ihn in ein Papiersackerl mit T-Shirt, Papierschnitzeln und Küchenrolle zum Verstecken.
Die Nacht hat er überstanden und Florian hat ihm gleich in der Früh wieder frisches Krebsfleisch vom Strand besorgt. Unseren Frühstückstisch hat er ausführlich erkundet und sich dabei in Florian´s heißes Teehäferl verliebt. Er ist so süüüüüüüüüüß



Wer weiß, was das für ein Vogel wird?


Donnerstag, 19. Januar 2017

HAPPY PERLEN

16.01.2017

Martina

Auf unserem Weg quer durch das große Atoll von Fakarava stoppen wir beim Perlen-Günter (Hinano Pearls) aus Deutschland. Er lebt mit seiner Polynesischen Frau seit 2000 hier auf Fakarava. Früher hatte er bis zu 18 Angestellte und tausende Perlenaustern.


Heute ist seine Farm viel kleiner und er hat nur noch einen gut ausgebildeten Facharbeiter der die kleiner Nuclei (Mississipi Perlenrohlinge) einsetzt, und ein zweiter der die Austern vorbereitet.
Seine Frau designt und stellt Perlenschmuck her und sie verkaufen nur noch privat. Früher gab es hier noch ein großes 5* Hotel und auch der Perlenpreis war viel besser, aber er ist zufrieden.
Er erklärt uns die Perlenzucht ganz genau und beantwortet all unsere Fragen.



Im Anschluss gehen wir natürlich in seinen Ausstellungsraum und ich frage nach günstigen Perlen. Günter kommt kurz darauf mit einer großen Plastikkiste und dann verschwinden Dagmars und mein Kopf für eine Stunde in der Box. Wir kaufen jede 200 Gramm Perlen und sind glücklich.




Im Anschluss geht es wieder Anker auf, denn ab morgen soll starker N bis NW Wind kommen und wir wollen uns ganz im Nordwesten von Fakarava verstecken. Beim Ansteuern unseres Ankerplatzes beginnt es aus einer dicken schwarzen Wolke so richtig zu schütten. Der Windmesser zeigt bis zu 30 Knoten und die Regentropfen stechen wie Nadelstiche auf der Haut. Der Anker hält auf Anhieb und wir nützen unser Ankerkettenlänge bis auf ein paar wenige Meter aus. Florian macht sich schnell ans Wassersammeln und wir haben binnen kürzester Zeit 10 Liter Wasser, dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei.
Am Abend versammeln wir uns mit SY Onotoa und SY Cinderella bei uns und spielen "American Train Domino".

Um 22 Uhr, das Meer ist spiegelglatt, rudern Helmut und Sylvia nach Hause. Ihr Außenborder geht wieder einmal nicht. Die unendliche Geschichte des Außenborders hat auch die SY Onotoa fest im Griff. Sylvia ist schon sehr gereizt und es ist besser das Thema nicht zu erwähnen. Keine 5 Minuten nachdem die beiden losgerudert sind, setzt heftiger Wind und Regen ein. Sie haben Glück, dass sie der Wind in die richtige Richtung bläst. Sie sind zwar auf der Onotoa angekommen, aber jetzt kann Sylvia das Thema Außenborder schon gar nicht mehr hören.

Mittwoch, 18. Januar 2017

WIEDER ZURÜCK

15.01.2017

Martina

Die Nacht ist sehr heiß und Florian schläft an Deck. Er weckt mich um 5:30 Uhr in der Früh auf und ruft: "Aufstehen, wir haben Wind, wir segeln los!"
Die Strömung im Pass ist nur leicht gegen uns, und so gleiten wir gemütlich um 6:00 Uhr ohne Welle aus dem Atoll von Faaite hinaus.


Plan A: wir setzen die Segel und versuchen Kurs auf Raraka zu nehmen. Rasch wird klar, dass wir nicht so hart am Wind segeln können und Raraka auf direktem Weg nicht zu erreichen ist. Aufkreuzen ist Aufgrund der Entfernung bei Tageslicht auch nicht möglich.
Plan B: nach Kauehi zu segel ist noch weiter weg und fällt auch aus.
Plan C (mein Wunschplan) : zurück nach Fakarava wird jetzt doch umgesetzt. Es bläst eine sehr angenehme Brise mit entzückenden Schäfchenwolken und wir segeln gemütlichst aber trotzdem mit 5-6 Knoten unserem Ziel entgegen.




Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit SY Cinderella und auf die Möglichkeit im Dorf etwas frischen Proviant kaufen zu können.
Wir rufen über Funk die Cinderella an und verabreden uns bei der Präsidentenvilla auf einen Grillabend. Dagmar und Franz bringen Rumpsteaks aus Neuseeland und 2 Sackerl Scampi mit.

Dieses Mal sind aber leider die Aufpasser der Villa anwesend und lassen uns nicht anlanden. Ist auch kein Problem für uns und wir finden einen netten Grillplatz gleich am Strand neben dem Herrn Präsidenten. Jetzt schätzen wir unseren Silvestergrillabend am Nobelanleger noch mehr!


Dienstag, 17. Januar 2017

FLUGTRAINING

14.01.2017

 Florian

Die Sonne hat uns wieder und so unternehmen wir heute einen Passtauchgang. Um 13:00 Uhr bei einlaufender Strömung tuckern wir mit unseren Dingies zur äußeren Passeinfahrt und steigen mit unseren Tauchgeräten ein. Auch Barney von der OCEAN FEVER begleitet uns.

Es gibt viele, viele Fische, keine Haie und wenige Farben – das ganze sieht nicht sehr freundlich aus. Aber dafür „fliegen“ wir von der Strömung getrieben 2 Meter über Grund durch den Pass – da geht’s wirklich dahin (geschätzte 5 km/h).



Ich muss aufpassen, dass ich nicht an den scharfen Korallen streife. Bis weit in das Atoll hinein lassen wir uns tragen – und dennoch sind beim Auftauchen lediglich 25 Minuten vergangen und wir haben auch noch 115 bar in den Tauchflaschen; wir waren auch nur maximal auf 9 Metern – ein lustiges Flugtraining.



Zurück am Schiff dreht der Wind binnen einer Stunde um 90° Grad nach Ost – und damit setzt Welle ein. Die Wettervorhersage war wieder einmal falsch bzw. kommt der Winddreher von West nach Ost um einen Tag früher. Für heute ist es zu spät um aufzubrechen, aber Morgen müssen wir uns einen neuen Platz suchen.


Montag, 16. Januar 2017

GRILLFEST

13.01.2017

Florian

Heute können wir das Grillfest von Martinas Geburtstag nachholen. Eine verfallene Fischerhütte m Strand mit einem alten Ölfass als Griller eignet sich dazu hervorragend. Auch Barney aus Pennsylvania von der OCEAN FEVER gesellt sich zu uns. Als uns die Grillglut vorzeitig zu schwach wird übernimmt seine thailändische Frau Meo das Feuer und in kurzer Zeit brennt wieder alles perfekt. Sie verwöhnt uns auch mit Trinkkokosnüssen, die sie fachgerecht mit ihrem Beil aufschlägt – sie ist damit aufgewachsen - gelernt ist eben gelernt.




Nach einem frugalen Mahl klingt der Tag bei Gitarremusik und heimatlichen wie amerikanischen Gesängen aus. War wieder einmal anstrengend…



p.s.: da ich mehrere Anfragen betreffend unsere weitere Route bzw. unseren Zeitplan erhalten habe hier unsere Pläne. Bis zur nächsten Taifunsaison (ab November) über Suwarrow (Cook Inseln), Tonga, Fidschi, Vanuatu und Neukaledonien nach Australien. Nach Ende der Taifunsaison ab ca. März 2018 die australische Ostküste hinauf durch die Torresstraße und ab Juli mit der Indonesien Rally ab Darwin über Indonesien, Borneo bis Oktober 2018 nach Singapur. Hinauf durch Malakkastraße über Malaysien und Tahiland nach Langkawi. Zu Weihnachten wahrscheinlich Sri Lanka. Februar/März 2019 Rotes Meer und im Heimathafen Nordadria Mai/Juni 2019. Ob das die ESPERANZA auch so sieht werden wir erl

PLATZWECHSEL

12.01.2017

Florian

Die ESPERANZA dreht sich an ihrem Ankerplatz wie wild in der wechselnden Strömung der Tide. Also Anker auf und einen neuen Ankerplatz gesucht. Bei der ONOTOA verhängt sich beim „Anker auf“ der Anker ganz hervorragend und Helmut will schon die Tauchflasche auspacken, da sein Anker auf 10 Metern liegt. Ich schnappe mir die Taucherbrille und übergebe Martina das Schiff – das macht sie einigermaßen nervös. Der Anker hat sich perfekt zwischen zwei Korallenblöcken verzwickt, aber nach einigem Ruckeln lässt er sich doch befreien und ich kann zurück Martina ablösen (die ihre Aufgabe übrigens hervorragend erledigt hat).

Der neue Ankerplatz liegt eine Meile nördlich, vor weißem Korallenstrand. Allerdings sind wir umzingelt von Korallenstöcken und können nicht näher als ¼ Meile vor dem Ufer ankern.

Als alles sicher liegt, erkunden wir die Insel. Ganz seicht liegt die Riffplatte vor dem Strand und so müssen wir die Dingis ziemlich weit durchs Wasser ziehen. Am Außenriff sieht es trostlos aus. Wir auf einer Schotterhalde – keine lebenden Korallen und auch sonst kein Leben; und daher auch keinerlei Schnecken oder Muscheln.


Und dann kommen wir zum Inselflughafen. Ein imposantes Flughafengebäude mit Hafenbecken und eine ca. 1,5 km lange betonierte Landepiste – nobel, nobel. 



Offenbar stammt dies aus bessern Zeiten, als Faaite voll von Perlenfarmen war – heute gibt es keine einzige mehr und die Farmen am Ufer sind verfallen. Die goldenen Zeiten von Faaite sind offensichtlich vorbei.



Sonntag, 15. Januar 2017

HIMMLISCHES GEBURTSTAGSGESCHENK

11.01.2017

Florian

Martina feiert heute ihren 53. Geburtstag. Das müssen wir natürlich entsprechend feiern. Gleich in der Früh bekommt sie von mir eine von mir selbst gefertigte Halskette, der Anhänger mit der Flex aus einer Muschel herausgeschliffen. Und von den ONOTOAS bekommt sie ein Stück Tiroler Speck – da strahlt sie übers ganze Gesicht.

Im Inselgeschäft gibt es Hühnerflügerl, und so wollen wir Martinas Geburtstag bei einer netten Grillerei feiern. In der Bäckerei haben wir Baguette bestellt. Die werden 7 Tage die Woche in der Früh bei Bestellung am Vortag frisch gemacht.

Davor gehen wir aber noch zur Post das Internet nützen. Die Post hat von 7:45 Uhr bis 9:45 Uhr geöffnet, aber wir dürfen nach 9:45 Uhr doch noch sitzen bleiben, denn die Angestellte hat eh noch irgendwelche Dinge zu erledigen. Als wir dort sind fängt es an zu schütten – aber wie aus Schaffeln.

Wir flüchten auf die ESPERANZA – Sichtweite bei der Fahrt mit dem Dingi durch die Korallenstöcke 20 Meter – aber zum Glück taucht dann doch die ESPERANZA aus der weißen Wand vor uns auf. Wir sammeln 50 Liter frisches Trinkwasser – ein himmlisches Geburtstagsgeschenk an Martina, die schon ganz nervös war, das wir verdursten könnten.


Mit dem Regenwasser im Dingi läutet Martina auch gleich einen Waschtag ein.


Schließlich sagen wir das Grillfest ab und feiern an Bord der ONOTOA. Als Geburtstagstorte gibt es zwei Biskuitroulladen aus dem örtlichen Geschäft – die teuerste Geburtstagstorte, die Martina jemals bekommen hat.


Und als Geburtstagsgeschenk bekommt sie von mir einen goldenen Tiki Anhänger mit Perle – jetzt strahlt sie noch mehr.