Mittwoch, 16. August 2017

ABSCHIED VON FIJI

Florian

16.08.2017

Heute also klarieren wir in der Vuda Marina aus. Die Behördenvertreter kommen um 10:30 Uhr und die selbe Beamtin, die gestern meinte, dass ich in Vuda ausklarieren müsse, da mein Boot dort sei und die Behördenvertreter an Bord kommen würden, bearbeitet unsere Unterlagen auch heute. Nach 15 Minuten ist der Papierkrieg beendet und wir sind ausklariert und "good to go". Die ESPERANZA will niemand sehen.


Das Wetter ist nicht angenehm; Regen, 15-20 Knoten aus Süd; aber wir werden jetzt auslaufen, denn wir sind bis heute Nachmittag eh noch im Schutz des Riffs und gegen Abend soll der Wind abnehmen, wenn wir dann hinaus auf den offenen Pazifik segeln. Daumen halten!!

Dienstag, 15. August 2017

AUSKLARIEREN IN LAUTOKA

Florian

15.08.2017

In der Marina bezahlt man F$ 75,00, wenn man hier ausklarieren möchte, damit die Beamten von Lautoka herüber kommen. Wir also - nicht blöd - hinüber nach Lautoka zum Ausklarieren. Alles klappt wunderbar, wir erhalten die Formulare und erwarten die Immigration Officer; die dann allerdings nach dem WO? unserer ESPERANZA fragt.


Auf meine Auskunft hin, dass diese in der Vuda Marina liegt meint sie, dass wir dann nur dort ausklarieren können, da ein Beamter an Bord kommen muss um uns auszuklarieren.  Ich teile mit, dass wir uns gerne die F$ 75,00 erspart hätten, die man in Vuda dafür bezahlt. Mit einem Lächeln teilt man und mit, dass wir ja mit dem Schiff nach Lautoka kommen könnten, dann dürften wir in den Hafen einfahren und hier ausklarieren. Das ist uns dann doch zu mühsam.

Wir machen eine letzte Runde durch den Obst- und Gemüsemarkt, kaufen noch ein für die Überfahrt und Martina bekommt endlich den "sagenumwobenen" 7 F$ Schein, der anlässlich des Olympiasieges von Fiji im 7 Mann Rugby eingeführt wurde.




Dann geht´s mit dem Bus zurück zur Marina und wir berappen wohl oder übel unseren Obolus fürs morgige Ausklarieren. Anschließend machen wir die ESPERANZA für die Überfahrt fertig: ich tanke voll, wobei mir der Diesel in die Bilge übergeht (dafür sind wir jetzt wirklich ganz, ganz voll getankt), wir füllen unsere Wassertanks und Martina kocht noch Essen ein.

Am Abend ist Pizza-Night im Marina Restaurant. Da lassen wir unseren Fiji Aufenthalt mit Freunden ausklingen.

MANTA POINT

14.08.2017

Martina

Das von mir am Vorabend zubereitete Sauerteigbrot ruht bis um 7 Uhr morgens im Backrohr. Ich stehe auf und zünde unseren Petroliumbackofen an, denn ich habe sooooo einen Gusto auf ein ofenfrisches, knuspriges Brot. 60 Minuten später wecke ich Florian mit einem herrlich Frühstück und duftendem, noch warmem Brot.


Im Anschluss machen wir uns fertig für den Mantaschnorchelgang. Mit dem Dingi fahren wir ungefähr 10 Minuten gegen Wind und Strömung bis wir die enge Durchfahrt der beiden Inseln unseres Ankerplatzes erreichen. Zu seicht, um mit unserem Schiff durch zu fahren aber für kleine Boote reicht die Wassertiefe. Hier finden sich die Mantas täglich zu Beginn des Hochwassers ein.


Wir lassen uns zwei Mal mit dem Dingi an der Hand durch das Nadelöhr der Inseln spülen. Einige imposante und wunderschön gezeichnete Mantas schwimmen unter uns auf und ab. Florian taucht ab und hält sich am Grund fest. Als er auftauchen will ist genau über ihm ein riesiger Manta. Er ist so erschrocken, dass er sogar aufs Filmen vergisst, aber ich habe zumindest ein Foto von oben.


Leider sind ungefähr 40 weitere Schnorchler zur selben Zeit wie wir unterwegs und die Mantas schweben nahe am Meeresboden. Das Wasser ist etwas trüb und auch die Sonne zeigt sich noch nicht, deshalb entstehen auch keine weiteren tollen Mantafotos, doch in unseren Köpfen bleibt es ein weiteres schönes Erlebnis mit diesen Majestäten.



Nach 30 Minuten ist uns trotz kurzem Tauchanzug frisch geworden und wir fahren zur Esperanza zurück. Jetzt heißt es rasch das Dingi an Bord heben, denn wir wollen noch die 35 Meilen in die Vuda Point Marina schaffen. Bei guten und angenehmen 15 Knoten Wind segeln wir Richtung Viti Levu. Leider schwächelt der Wind bereits nach einer Stunde und schläft dann gänzlich ein. Die Windvorhersage hat uns zwar konstanten Nordwind versprochen aber.......
Egal, wie auch immer, wir motoren 5 Stunden bis zur Marina damit wir noch vor Einbruch der Finsternis ankommen.


Ja, Fiji geht für uns zu Ende, wir wollen am Dienstag ausklarieren und am Mittwoch nach Vanuatu aufbrechen.
Die erste Überfahrt im 5. Jahr wartet auf uns, 4-5 Tage und ungefähr 520 Seemeilen liegen vor uns, und ich hoffe auf gute Bedingungen. Laut Windvorhersage sollte alles passen, aber wer glaubt schon an Windvorhersagen?!?

Montag, 14. August 2017

ZURÜCK

Florian

13.08.2017

Manchmal ergeben sich die Dinge auf einmal ganz logisch. Wir wollen bei den Mantarochen schnorcheln, in Lautoka noch einkaufen, ausklarieren und bei gutem Wind nach Vanuatu.

Heute Morgen schaut der Wind gut aus, damit wir zurück zum Manta Ankerplatz segeln. Also verabschieden wir uns von unseren Freunden vom Ankerplatz und segeln wieder nach Süden. Beim Ausfahren aus der Bucht pfeift es uns ordentlich um die Ohren. 20-25 Knoten treiben uns ordentlich voran. Im Lee der Inseln kommen manchmal Fallböen daher, dass die ESPERANZA sich ordentlich hineinlegt. Wir segeln im 1. Reff und dennoch pfeifen wir oft mit 6 bis 7 Knoten dahin.

Und da plötzlich - Peng! - die Angel fährt aus - FISCH!! FISCH!! Martina holt die Angel ein und da sehen wir schon das Prachtstück, das am Haken hängt. Bei voller Fahrt hieve ich den Fisch mit dem Käscher an Bord. Es ist ein schöner Crevally.

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Ich darf ihn von seinen Qualen erlösen; Alkohol hinter die Kiemen, Kiemenstich, Haken entfernen, Kopf ab, Ausnehmen, Schiff vom Blut reinigen - und dabei die ESPERANZA nicht vergessen, die in voller Fahrt unserem nächsten Ankerplatz entgegeneilt. Zum Glück haben wir Spuren von der SY ULANI bekommen, denen wir durch die Riffe folgen. Unsere Navinonics Karten sind hier leider unzuverlässig; es sind Riffe eingezeichnet, wo keine sind, dafür fehlen andere wieder - also ganz schlecht zum Navigieren. Aber wie steht es so schön am Plotter, wenn ich die Navionics Karten öffne: "Diese Karten sind nicht zum Navigieren geeignet".



Schneller als gedacht kommen wir wieder zum Manta Ankerplatz. Hoffentlich finden wir hier morgen Mantas.
Speiseplanänderung: Martina kocht uns eine herrliche Fischsuppe und danach zaubert sie ein köstliches thailändisches Fischfilet. Liebe geht durch den Magen!

Sonntag, 13. August 2017

ETWAS KULTUR

12.08.2017

Martina

Heute ist endlich der Tag an dem Florian seinen neuen Surfer auspacken kann. Während er seinen Surfer zusammenbaut mache ich einen kleinen Inselrundgang mit herrlichem Ausblick über Ankerplatz und Riffe rund um die kleine Insel Nathulla auf den Yasawas.



Ich bin rechtzeitig zu Florian´s Start wieder zurück und kann die ersten Bilder auf dem Surfer schießen. Hiermit allen Freunden, die dieses Geschenk finanziell unterstützt haben, ein herzliches Danke. Ich habe genau so viel Freude wie Florian, denn ich hoffe, dass ich ihn in Zukunft nicht mehr wegen eines Gebrechens von weit draußen mit dem Dingi abschleppen muss. Also auch von mir ein kräftiges und erleichtertes DANKE



In dem kleinen Resort Nanuya gibt es heute Abend Buffet und eine Tanzvorführung. Florian ist anfänglich nicht so begeistert, doch ich möchte vor allem die Tanzvorführung sehen. Florian meint, das ist ja nur für Touristen, aber ich entgegne, genau so etwas habe ich während meiner Tänzerlaufbahn auch in Wien gemacht, und er darf davon ausgehen, dass auch hier die Qualität auch gut ist. Ich habe ja auch immer mein Bestes gegeben.

Die SY Time Bandet, die wir seit unserer Pazifküberquerung nicht mehr gesehen haben, trifft auch in der Blue Lagoon ein und ist am Abend mit dabei. Wir laden sie, die Randivags aus Schweden  und die Plastik Planktons vor dem Buffetabend  noch zu einem Umtrunk auf der Esperanza ein und um 19h können wir Essen fahren. Im Restaurant sind wir maximal 30 Leute und genießen Truthahn, Hendl, Mahi Mahi, etwas Gemüse und Taro,  Bananen mit Papaya mit Kokosvanillesauce zum Dessert.
Die Tanzgruppe von der Nebeninsel steht schon mit ihren Kokospalmenröckchen in Warteposition, bis wir endlich fertig gegessen haben. Sowohl die Sänger als auch die Tänzer sind natürlich barfuss. Der Gesang ist dem von Französisch Polynesien sehr ähnlich, die Begleitung besteht aus Gitarre, Ukulele und Schlagstock. 


Der Tanz ist in seinen Körperbewegungen minimalistischer als wir ihn von Polynesien kennen. Die tollen und von den Männern so geliebten Hüftschwünge existieren hier nicht. Verstärktes Augenmerk liegt auf den Handbewegungen, die eigentlich die Geschichte des Tanzes vermitteln. Die Damen tanzen mit viel Freude und die Männer versuchen Stärke zu zeigen, was ihnen aber im Vergleich zu den Männern auf den Marquesas Inseln bei weitem nicht so gut gelingt.



Alles in allem ein tolles Erlebnis der ganz besonderen Art.

Samstag, 12. August 2017

ARBEITSTECHNIKEN

Florian

11.08.2017

Das Unterwasserschiff unserer ESPERANZA gehört dringend gereinigt. Während wir uns in Österreich den Bauch vollgeschlagen haben, haben die Unterwasserbewohner aus dem Rumpf der ESPERANZA ein Riff gemacht. Also ist Rumpfputzen angesagt. Mit der Spachtel schaben wir die kleinen Barnacles/Seepocken vom Rumpf wie mit einem Eiskratzer das Eis von der Autoscheibe im Winter. Danach müssen wir noch die Algen mit dem Scotchbrite (die raue Seite vom Abwaschschwamm) entfernen. Das geht recht einfach, nur bei den Seepocken muss man sehr aufpassen, die sind rasierklingenscharf.

Martina hat den Steuerbordrumpf über, ich Backbord und die Schraube. Ich gehe jeden Tag eine halbe Stunde Putzen. Martina hat da eine ganz andere Arbeitstechnik. Sie will alles auf einmal machen. Ich wünsche ihr viel Glück - sie ist alt genug zu wissen, was sie tut. Also schält sie sich in ihren kurzen Tauchanzug, packt die Tauchflasche und ist ca. 1 1/2 Stunden verschwunden; ich höre nur die Luftblasen im Inneren der ESPERANZA gegen den Rumpf plätschern.


Schließlich höre ich ein erschöpftes: "Ich bin fertig", hieve ihre Ausrüstung aus dem Wasser und sehe meine Martina blassblau aus dem Wasser klettern. Erschöpft - aber fertig mit der Arbeit. Ich gehe morgen wieder eine halbe Stunde, dann bin ich in zwei Tagen auch fertig.

Zur Belohnung besuchen wir das Nanuya Island Resort, vor dem wir ankern.


Dort bekommen wir ein erfrischendes Fiji Gold und ein Fiji Bitter zur Happy Hour - das haben wir uns redlich verdient. Beim Herausgeben verrechnet sich der Kellner wieder einmal dramatisch zu meinen Ungunsten (74 statt 86), aber ich weiß ja bereits, dass die Leute hier nicht rechnen können und der Fehler wird mit einem verlegenen Lächeln korrigiert.


Unsere ESPERANZA liegt ruhig im Ankerfeld, nur irgendetwas ist anders - wer erkennt den Fehler?


Ein guter Tag geht zu Ende!


Donnerstag, 10. August 2017

BLUE LAGOON

10.08.2017

Martina

Viel haben wir von der Blue Lagoon auf den Yasawa Inseln gehört. Es ist wunderschön, herrliches Wasser, ruhiger Ankerplatz, nette Menschen, also der perfekte Platz, um ein wenig zu verweilen.

Selbstverständlich sind wir schon sehr verwöhnt, und mit so vielen positiven Schilderungen ist die Erwartung auch sehr hoch. Eine Erwartung die nur schwer zu erreichen ist.


Es ist sehr nett hier, und wir konnten unseren Ankerplatz wechseln und ankern nun auf 11 m Wassertiefe. Das erleichtert einen ruhigen und guten Schlaf um einiges. Die Wassertemperatur ist im Moment - da Winter hier - spürbar kühl, und wir sollten dringend unser Unterwasserschiff von allem Bewuchs und Getier befreien. Florian hat heute schon begonnen, ich habe meine Seite auf den morgigen Tag verschoben.

Stattdessen bin ich mit unserer Augustine alleine quer über die Bucht geflitzt und habe mich auf Muschelsuche begeben. Ich konnte ein paar Neuzugänge finden aber vor allem war es nett am Strand zu spazieren und die Natur zu genießen.






Die Vorbereitungen für Vanuatu, Neukaledonien und Australien nehmen viel Zeit in Anspruch und wir sind froh, dass das Internet selbst auf den so abgelegenen Inseln perfekt funktioniert.