Freitag, 17. August 2018

ESPERANZA NEUER KAUFPREIS EUR 60.000

Florian

Die ESPERANZA kostet ab sofort nur noch EUR 60.000,00 samt perfekt funktionierender Lichtmaschine. Mögliche Übergabe Juni 2019 Adria. Bei Interesse einfach eine e-mail an mich schicken!

PROGRAMM

16./17.08.2018

Florian

Wir sind während eines Festivals in Lewoleba und Martina und ich werden gebeten als Repräsentanten von Sail Indonesia aufzutreten. Wir bekommen bei der offiziellen Begrüßung daher Betelnuss zu kauen, Palmwein zu trinken und eine traditionelle Zigarette (Tabak in einem Grasblatt) zu rauchen.  Anschließend gibt es Tänze und wieder werden die Kinder präsentiert; wir sitzen gleich hinter dem Inselgouverneur und dürfen die Darbietung genießen.

Lewoleba

Am Donnerstag gibts eine Ausflug vom örtlichen Tourismusverband organisiert. Wir besichtigen ein traditionelles Dorf, bewundern die Webkunst und natürlich will man uns Schals zu überteuerten Preisen verkaufen. Anschließend besichtigen wir eine Schnapsbrennerei, in der mit einfachsten Mitteln Palmschnaps destilliert wird. Auch die Cornflakeserzeugung ist faszinierend - mit Ehrfurcht werde ich hinkünftig Cornflakes essen.


Die Salzgewinnung in traditionellem Verfahren ist eigentlich unglaublich.


Blauwalskellet - 73 Wirbel

Ich melde mich für die Tour auf den Ile Lewotolok, den höchsten Vulkan auf Lembata an; 1423 m und 1951 zuletzt ausgebrochen.  Um Mitternacht des 17.08. - dem Unabhängigkeitstag von Indonesien (Unabhängigkeitserklärung 17.08.1945) - brechen wir auf und steigen in der Nacht auf tadellosem Weg zum Kraterrand auf. Es ist 4:00 Uhr als wir oben sind, eine Stunde zu schnell, also warten wir bei kalten Temperaturen auf den Tagesanbruch. Dieser stellt sich schließlich ab 5:15 Uhr ein und die Aussicht und die Farbenspiele sind prächtig; ebenso der Vulkan selbst, der noch ganz gut schwefelig raucht - er ist noch leicht aktiv.


Ile Lewotolok

Unser Aufenthalt auf Lembata geht dem Ende zu. Morgen gehts weiter nach Westen.Ich bin schon neugierig, was uns weiter erwartet.

Dienstag, 14. August 2018

LEMBATA, LEWOLEBA

13./14.8.2018

Martina

Wir sind eindeutig zurück in den Tropen. Es ist schwül und heiß, und Erkundungstouren sind nur mit VIEL Trinkwasser anzuraten.

Gleich beim Dingianleger von Lewoleba gibt es ein Tourismusbüro mit einer gut englisch sprechenden Dame. Sie empfiehlt uns den lokalen Markt, der zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erreichen ist. Auf gehts, und wir bleiben natürlich nicht unerkannt. Von überall rufen uns die Menschen zu "Hallo Mr., hallo Mrs.!", dann wollen sie uns gerne auf ihrem Moped "Ojek" mitnehmen. Wir lehnen dankend ab und spazieren entlang der staubigen, kaputten und dreckigen Strasse bis zum Markt. Dort angekommen sind unsere Trinkvorräte auch schon ausgetrunken, soviel zu VIEL!


Alles was man sich an Ramsch und Plastik vorstellen kann findet man hier. Gemüse eher wenig, das Obstangebot ist sehr spärlich, dafür ist das Angebot an getrocknetem Fisch beachtlich.



Außer einer Ananas kaufen wir nichts, aber wir machen viele Fotos, denn die Indonesier lieben es fotografiert zu werden und so erfreue ich mich an so manchen Schnappschüssen.



Auf dem Weg zurück nehmen wir dann doch ein Ojek und spazieren dann noch weiter in die "Stadt". Ehrlich gesagt macht das Leben hier einen deprimierenden Eindruck auf mich. Die Freundlichkeit der Menschen kann mich nur schwer von dem Schmutz, Abfall, Staub und dem Dritte-Welt-Bild ablenken. Nach ca. einer Stunde habe ich genug gesehen. Florian erliegt noch einem Massageangebot von einer Einheimischen. Ich kann darauf verzichten, denn sie findet in ihrem Bett statt. Alles muss ich nicht haben, vielleicht zu kapriziös? Macht nichts, damit kann ich leben.


Für heute Dienstag ist ein Besuch in einem Friseursalon geplant, während Florian sich um unsere Wäsche und um unsere Esperanza kümmert.
Franz aus dem Tourismusbüro bringt mich zu seinem Freund. Der Freund ist ein "Ladyman", hier ganz normal und nichts besonderes. Ein Mann in Frauenkleidern, er spricht ganz offen über sein Leben und er ist erstaunt, dass das bei uns in Österreich in der Öffentlichkeit nicht gelebt und gezeigt wird.



Im Anschluss darf ich zur Familie von Franz mitgehen, denn seine Mutter kann mir die hiesige Körbe-Flechtkunst zeigen. Die Dame wohnt mit ihrem Mann und ihren 7 Kindern, Schwiegerkindern und Enkelkinder auf einem kleinen Grundstück mit 7 kleinen Hütten zusammen.


Eines ist nach wenigen Minuten klar, das erlerne ich nicht so schnell.


Niemand der Kinder beherrscht diese Kunst, und ich werd`s leider in der kurzen Zeit auch nicht erlernen, aber ich war sehr bemüht. Spaß hatten wir auf alle Fälle, und morgen bekomme ich das fertige Körbchen.




Zum Abschied habe ich noch von einer ihrer Töchter einen Schildkrötenarmreifen geschenkt bekommen. Die Offenheit und die Freundlichkeit sind tatsächlich etwas ganz besonderes hier.

Sonntag, 12. August 2018

INDONESISCHE BERGWEISHEITEN

11.08.2018

Florian

Um 3:45 Uhr plärrt also der Muezzin vom Turm und uns aus dem Schlaf, keine allzu gute Vorbereitung auf eine Bergtour. Ich will auf den Ili Boleng, mit 1657m der höchste Berg von Adonara, ein Vulkan und 1991 zuletzt ausgebrochen (da hat er seinen halben Gipfel verloren).


Vulkane sind momentan ein wenig sensibel nach den Erdbeben auf Lombok - wird schon nichts schiefgehen. Martina bringt mich um 6:30 Uhr an den Strand und mit dem Mopedtaxi geht es 10 km nach Lamalota auf ca. 550 HM.

Mopedtaxi

Lamalota

Von dort an bin ich per pedes unterwegs. Der Weg ist abenteuerlich und ab 1000 HM nicht mehr vorhanden, so muss ich mich mit Händen und Füssen den Berg teilweise durch hüfthohes Gras hinaufarbeiten. Bei gefühlten 120 % Luftfeuchtigkeit zerrinne ich, aber schwitzen kann ich ja ganz gut.

Guter Weg

Kein Weg

Dann bin ich am Kraterrand und schaue in das tiefe Loch, das der letzte Ausbruch hinterlassen hat. Derzeit schlummert der Vulkan, also kein Rauch und nichts. Ich marschiere den Kraterrand hinauf zum Gipfel. Nach 1:30 Std. stehe ich ganz oben und habe von 1657 m einen fantastischen Ausblick auf die Inselwelt, den ich länger genieße.

Das große Loch

Hinauf zum Gipfel

Gipfelsieg
Tolle Inselwelt der kleinen Sundainseln

Zum Abstieg möchte ich auf der anderen Seite hinunter. Ich sehe Pferde in der Senke neben dem Gipfel, es muss also irgendeinen sinnvollen Weg hinunter geben. Gesagt getan - hinunter gehts wieder durch steiles Wiesengelände ohne Weg. Dann komme ich in den tropischen Regenwald und es wird weniger lustig. Überall dichteste Vegetation teilweise mit heftigen Stacheln - kein Spaß. Ich entschließe mich ein ausgetrocknetes Bachbett zu verfolgen - Bach, Wasser, Zivilisation - so stehts im Überlebenshandbuch der britischen Armee. Was dort nicht steht, ist dass man da auch Wasserfälle hinunterklettern muss - nicht ganz witzig. Auf 1200 HM wird es zu dicht und ich bin eh schon zerschunden. Also umdrehen. Eine alte indonesische Bergweisheit lautet: "Falls du in der indonesischen Wildnis einen Weg auf den Gipfel findest, dann suche keinen anderen Weg hinunter - so viel Glück gibt es nicht." Kluger Indonese - völlig zerschunden und blutig.

UMDREHEN!!

Mühsam arbeite ich mich also wieder hinauf; wenigstens die Wasserfälle sind einfacher hinauf- als hinunterzuklettern. Nach weiteren 45 Minuten stehe ich wieder am Gipfel - heute schon zum zweiten Mal.

Das große Loch zum zweiten Mal

Diesmal suche ich den Weg, den ich heraufgekommen bin. Aber so einfach ist das gar nicht, denn es gibt keinerlei Wegweiser, es sieht alles ziemlich ähnlich aus und so finde ich zweimal den falschen Abstieg. Dazu kommt noch, dass das Lavagestein Rollsplitt ist und sehr scharf. Meine Lauf/Wanderschuhe lassen Teile am Vulkan zurück. Gefährlich? Wenn man die Nerven verliert wahrscheinlich schon.

Schließlich finde ich dann aber doch meinen Abstieg und muss nicht am Gipfel auf die Bergrettung warten. Auf 1000 HM finde ich den Weg wieder, der eigentlich eine Holztrift ist. Ich begegne drei Männern, die mühsam Holzbalken bergab schleppen.

Holztrift
Um 12:30 Uhr bin ich wieder in Lamalota und falle erschöpft ins Gras. Die Beine sind ein wenig mitgenommen und ein Muskelkater vom Feinsten ist zu erwarten (das war aber eh klar). Jedenfalls ist der Ili Boleng ein tolles Abenteuer, ein wunderschöner Berg und wer ihn besteigen möchte sollte sich einen Farbspray für Markierungen mitnehmen.

Geschafft

...und meine Beine brauchen jetzt Pflege


Samstag, 11. August 2018

WAIWERANG

10.8.2018

Martina

Nach einer sehr erfolgreichen Muscheljagd gehen wir Anker auf, um nach Waiwerang auf der Nachbarinsel Adonara zu segeln. Wir ankern vor dem kleinen Dörfchen und Florian ist auf der Suche nach Dingisprit und nach einem TopUp für seine Internetsimkarte. Dank der automatischen Windows 10 Updates ist sein Internetguthaben verbraucht.

Waiwerang ist sehr abgelegen und die Menschen sprechen hier so gut wie kein Englisch. Mit Hilfe vom Google Übersetzungsprogramm schafft es Florian Sprit und Internetguthaben fürs Handy zu erwerben.


Anschließend spazieren wir durch den Ort und begeben uns auf die Suche nach einem "Restaurant".
Rasch werden wir fündig und bestellen einfach was wir so lesen und nicht verstehen. Kostet alles umgerechnet ca. 1 Euro pro Speise. Da kann man sich schon durchkosten und es schmeckt wirklich gut. Suppe mit Huhn und Reis, Nudeln mit Fleischbällchen in der Suppe und gebratener Reis mit Spiegelei. Wir sind satt und vertreten uns noch die Beine.



Der Umgang mit Müll und der Dreck auf und neben der Strasse machen mich traurig. Kinder werfen ganz selbstverständlich ihre leeren Getränkebecher in den Strassengraben. Die Menschen gehen über Müllteppiche, wie wir über eine herrlich saftige Wiese gehen.



Nicht auszudenken, wenn der ganze Müll in der Monsunzeit ins Meer gespült wird, aber genau so wird es sein! Ich bin entsetzt!

Die Frauen am Markt sitzen hinter ihren von Fliegen übersäten Fischen und versuchen mir immer wieder einen zu verkaufen. Alleine der Anblick macht mich schon krank. Das frisches Gemüse - das Angebot ist spärlich - schaut gar nicht so schlecht aus, aber ich hab noch alles an Bord.


Einer Marktfrau kaufe ich dann eines ihrer netten Körbchen ab, handeln ist immer gut, denn sie beginnen immer bei 100.000.- ( ca. 8 Euro) und das nächste Anbot ist dann gleich um die Hälfte billiger.


Unser Ankerplatz ist relativ ungemütlich, da schwellig, und um 3:45 Uhr Früh haut uns der Muezzin mit seinem 40 minütigem Gesang aus dem Bett. Ob wir hier länger bleiben ist die Frage, aber Florian möchte unbedingt auf den Vulkan, also bleiben wir noch!!

Donnerstag, 9. August 2018

SCHÄTZE

09.08.2018

Florian

Indonesien hat viele Schätze.  Zunächst das Essen - vielfältig, nicht zu scharf (wenn man aufpasst), abenteuerlich gewürzt - immerhin befinden wir uns ja in den Gewürzinseln (deswegen ist Magellan damals ja aufgebrochen - aber das ist eine andere Geschichte; nachzulesen in "Der Navigator").

Weiters die Menschen: sie sind alles sehr freundlich und tragen immer ein Lächeln auf den Lippen; zwar ein wenig schlitzohrig, aber damit kann ich umgehen. Als mir die Friseurin das 10-fache des üblichen Preises verrechnen will, lächle ich sie nur wissend und ein wenig vorwurfsvoll an und schon fragt sie mich, wieviel ich denn bezahlen möchte; und mit der Hälfte ist sie immer fürstlich entlohnt.

Und schließlich die Inselwelt - angeblich etwa 18000 Inseln; ausreichend zum Erforschen für mehrere Leben. Lembata präsentiert sich eher karg. Martina geht Muscheln suchen und ich mache einen Expeditionslauf, um die Gegend zu erkunden. Dünne Bäumchen und Gestrüpp, dazwischen abgebranntes Land mit kargen Feldern; eine winzige Bananenplantage, windschiefe Buschhütten (wobei Hütte eigentlich schon übertrieben ist) und dazwischen ein Trampelpfad - perfekt zum Laufen (und auch zum Verlaufen).

Der größte Schatz für einen Muschelsucher ist eine weiße Kauri - auch Porzellankauri (und natürlich ist die Kauri keine Muschel sondern eine Schnecke). Diese ist sehr selten. Wir haben sie bislang nur ganz vereinzelt bei Muschelhändlern gesehen und Martina hat sich eine in Vanuatu gekauft.
Auf meiner Expedition gehe ich also zunächst den Strand entlang - und siehe da, Indonesien hat diesen Schatz für mich - eine weiße Kauri, und dann noch eine und schließlich noch eine dritte  - was für ein Schatz!!

Weiße Kauri
Und weil Martina keine gefunden hat, schenke ich ihr natürlich auch eine weiße Kauri.

Mittwoch, 8. August 2018

ÜBERFAHRT LEMBATA

7.8./8.8.2018

Martina

Ein nicht vorhergesagter Wind bläßt über die Ankerbucht von Kupang. Wir packen diese Brise beim Schopf und machen uns auf den Weg nach Lembata.

Ganz bewußt lassen wir einige Staionen der Rally aus, denn wir vertreten die Meinung "weniger ist mehr". Extra Meilen machen wir ja sowieso schon lange nicht mehr, also machen wir uns auf direktem Weg nach Norden. Die Rally wird erst am 15.8. dort erwarten und so haben wir viel Zeit für den einen oder anderen schönen Ankerplatz.

Die ersten 66 Meilen haben wir guten Wind und machen schön Strecke. Gegen 1 Uhr Nachts schläft der Wind ein und wir lassen uns treiben. Nicht sehr gemütlich, denn es gibt noch immer genug Schwell, der uns wie einen Sektkorken herum wackeln läßt.


Um 5 Uhr in der Früh übergebe ich die Wache an Florian und er startet Gott sei Dank die Maschine, damit wir die restlichen 40 Meilen bis zu Mittag schaffen. Lichtmaschine funktioniert und unsere Batterien werden in den nächsten 9 Stunden gut geladen.

Kurz bevor wir die Insel Lembata erreichen, taucht ein Wal neben uns auf. Er ist knapp unter der ESPERANZA durchgetaucht. Bis mein Fotoapparat schussbereit ist, versucht Florian ihm auf den Fersen zu bleiben, aber er taucht ab und ward nicht mehr gesehen.
Schade, aber scheinbar sind wir, wie in den Reiseführern zu lesen ist, zu Beginn der Walsaison angekommen. Ich hoffe es war nicht der einzige Wal, den wir zu Gesicht bekommen.


Unser Ankerplatz im Südwesten von Lembata ist gut geschützt und wir sind das einzige Schiff hier. Ich freue mich schon auf Strandspaziergänge, Muscheln und endlich wieder Schwimmen ohne Quallen, Haie und Krokodile - zum ersten Mal seit April.