Mittwoch, 7. Dezember 2016

LANDPARTIE

05.12.2016

Florian

Es schaut ganz gut aus, dass ich die Gummifüsse für unseren Motor hier bekomme. Die Höhe muss ich noch abklären, aber dann sollte dem Wechsel - hoffentlich - nichts im Wege stehen. Wäre schön, wenn das zur Abwechslung einmal ohne größere Probleme ablaufen könnte.


Gemeinsam mit Helmut und Sylvia von der ONOTOA begeben wir uns auf Inselrundfahrt. Wir betätigen uns quasi als Fremdenführer, da wir diese Tour bereits unternommen haben.




Allerdings fahren wir auch nach Tahiti Iti hinüber (der kleine Inselteil der im Osten an Taahiti Nui dranhängt). Dort gibt es das Plateau de Taravao. die Straße führt stetig bergauf bis auf geschätzte  500 m; links und rechts Weiden mit Kühen - es sieht fast aus wie zu Hause (oder zumindest kommt uns das so vor).


Oben gibt es einen fantastischen Ausblick auf die Landenge zwischen den beiden Inselteilen. Nette Landpartie mit netten Menschen!

Dienstag, 6. Dezember 2016

NUSSKNACKER

04.12.2016

Martina

Heute am Vormittag sind unsere Freunde Helmut und Sylvia von der SY Onotoa in Papeete angekommen. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir bekommen einige Ersatzteile aus Wien, die bei unserem Abflug im September noch nicht fertig waren. Jetzt haben wir den starken selbstgebauten Autopiloten von meinem Papa wieder und einige andere Geheimnisse für Weihnachten.

Helmut und Sylvia haben ein Mietauto für die nächsten drei Tage und wir fahren gemeinsam zu dem netten Aussichtsrestaurant von Arue. Obwohl wir schon einmal hier waren, fasziniert der traumhafte Blick über das Riff und die nahe gelegene Insel Moorea.


Um 14 Uhr haben wir einen Pflichttermin für mich im Faa´a Plaza Shoppingcenter. Heute wird hier von der Tschàn Ballettschule das Ballett "Der Nussknacker" aufgeführt. Die Bühnendekoration irritiert mich etwas, besteht sie doch aus verschiedenen tropischen grünen Blättern mit Schneekristallen, und einem Christbaum, doch hier scheint diese Kombination niemanden zu stören.



Ich muss sagen, ich habe mir nicht all zu viel erwartet, aber ich konnte viele gute und richtige Ansätze der jungen Ballettratten sehen. Die Schule wird auch von einer Französin geleitet und es unterrichten auch nur französischen Lehrkräfte hier.


Danach fahren wir gemeinsam zum botanischen Garten, und obwohl wir auch schon zum dritten Mal hier sind, gibt es doch wieder viele tropische Pflanzen die wir hier in diesem Park noch nicht blühen sahen.







Montag, 5. Dezember 2016

EIN GUTER TAG

03.12.2016

Florian

Heute Morgen habe ich mich über den Motor hergemacht. Ich will ja die Gummifüsse (Vibrationsdämpfer) tauschen, da mir die Vibration des Motors doch etwas zu viel vorkommt. Zunächst muss ich die Welle aus dem Getriebeflansch schieben und natürlich verspießt sich da nach 2 cm irgendetwas und ich kriege die Welle weder vor noch zurück; also ab unter Wasser und mit dem Hammer von außen wieder die Welle in den Getriebeflansch zurückgeklopft. (Für die Nichttechniker - so wie mich, der sich das auch erst im Internet anlesen musste: der Getriebeflansch verbindet die Welle - das ist die Metallstange, auf der die Schiffsschraube montiert ist - und das Getriebe, das wiederum am Motor angeschraubt ist). Nach mehrfachem Rucken und Zerren plötzlich - zack - rutscht die Welle locker aus dem Flansch - erstes Problem gelöst.


Nun löse ich die Schrauben, mit denen der Motor auf seinem Sockel angeschraubt ist.


Danach muss ich den 290 kg schweren Motor ein wenig anheben - was mich gedanklich schon lange beschäftigt, wie ich das machen soll. Guter Tipp vom Schwiegerpapa - ich nehme einen Holzbalken und einige massive Holzklötze und heble den Motor nach oben aus, schiebe einen Holzklotz darunter, und - hält!! TRARAA!! Mir fällt ein großer Stein vom Herzen.

Nun schraube ich den Motorträger, an dem die Gummifüsse angeschraubt sind vom Motor ab und auf einmal kann ich die Gummifüsse samt Montageplatte wunderbar vom Sockel abschrauben. Als ich die Sache nun näher begutachte, stelle ich fest, dass ein Gummifuß bereits abgerissen und der andere auch schon recht locker ist. Und das war die gute Seite.


Jetzt heißt es neue Gummifüsse finden, die passen, diese Seite wieder montieren und dann die andere (schlechte) Seite abschrauben - da bin ich schon neugierig, wie die dann aussieht.

Nach getaner Arbeit laufe ich mit Martina als Fahrradgeleitschutz zum 2 km entfernten Einkaufscenter. Ich nehme am "Corrida de Faa´a" teil, einem 8 km Straßenlauf mit ca. 200 Startern; die Laufszene von Tahiti ist vollzählig versammelt.



Irgendwie wollen die Beine nach Start nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe und so hänge ich halt irgendwo an der 20. Stelle herum. Bei der Wendemarke verabschieden sich auf einmal die 4 Läufer von vor mir nach hinten und ich bin alleine unterwegs. Langsam aber stetig arbeite ich mich zu den Läufern weit vor mir heran und bei km 7 habe ich zu zwei Läufern aufgeschlossen. Da reißt der nächste ab und ich hoffe, dass bald die Zielgerade kommt. Auf einmal biegt der Läufer vor mir schon in diese ein - Endspurt - das kann ich und mein Konkurrent versucht nur ganz kurz mitzuhalten, dann steckt er zurück. 31:54 min über 8 km - das ist nicht gerade berauschend, aber unter den gegebenen Umständen bin ich zufrieden - mehr geht derzeit halt nicht. Und müde genug bin ich auch.


So werde ich Zweiter in meiner Altersklasse und Zwölfter insgesamt. Bei der Siegerehrung bekomme ich einen duftenden Blütenkranz und eine aus einer Muschel gefertigte Medaille aus Perlmutt umgehängt.


Es  war ein guter Tag!



Freitag, 2. Dezember 2016

500.000

01.12.2016

Florian

Unsere Regatta kommt nicht in die Wertung. CARINHO sind weite Strecken mit Motor gesegelt und Montag Nachmittag in Papeete angekommen und WINSOME haben am Dienstag am Vormittag in Moorea unterbrochen, nachdem sie auch mehrere Stunden gegen den heftigen Wind motort sind, nur um in die geschützte Cooks Bay zu gelangen. Nur wir sind alles gesegelt, was gesegelt werden konnte und haben von "Anker auf" zu "Anker fallen" insgesamt nur 3 Stunden den Motor laufen lassen. Wir sind ja ein Segelschiff.

Nach einem lockeren Läufchen und einer gut durchschlafenen Nacht sind wir wieder regeneriert. Daher gibt´s einige kleine Service- und Reparaturarbeiten an Bord. Zunächst pumpen und schöpfen wir ca. 30 Liter Salzwasser aus der Bilge - zunächst dachte ich ein Borddurchlass wäre undicht, aber alles dicht. Wo das Wasser hergekommen ist, bleibt ein Rätsel, aber die ESPERANZA hat ja bei der Überfahrt oft die Nase oder die Seiten unter Wasser gehabt; da kann schon einiges an Wasser hereinrinnen. Jetzt sind wir jedenfalls wieder trocken.

Martina näht den Zipp von der Lazy Bag nach; die Naht ist im UV Licht der Sonne zerfallen.


Ich kümmere mich um diverse Elektronikreparaturen. Wir sind mit unserem neuen starken Autopilot "Arnold" hierher gesegelt; der hat 500 kg Schubkraft aber ein altes externes "Gehirn" - einen Autohelm 3000. Dieses Gehirn ist bei Arnold offenbar defekt geworden vor lauter Kraft; jedenfalls steuert es nicht mehr nach Steuerbord sondern nur noch nach Backbord. Ich hoffe - frei nach Qualtinger: " Der (Schwieger-)Papa wird´s scho richten."


Am Samstag gibts einen Straßenlauf hier, also habe ich auch noch ein schnelles Abschlusstraining absolviert (pfuh ich bin alt!), bevor wir auf der PLASTIK PLANKTON bei Kathi und Wolfi zu Gast waren.

Heute Donnerstag 1. Dezember haben wir einen Tauchgang - den ersten richtigen Tauchgang mit unseren Geräten - unternommen; unmittelbar vor dem Beginn der Landebahn des Flughafens. Offenbar hatte da ein Flieger eine schlachte Landung.




Die restliche Luft aus den Flaschen habe ich anschließend verwendet, um unseren Rumpf wieder einmal komplett zu säubern.

Und (!) wir haben den 500.000 Besucher auf unserem Blogg gehabt - eine halbe Million - also fast tausend Mal mehr Menschen, als in Annaberg (das in Niederösterreich und nicht jenes in Salzburg) leben (das übrigens zum zweitschönsten Platz in Österreich gewählt wurde - nur falls jemand einmal einen Urlaub in einer wirklich schönen Gegend verbringen möchte).


Wir sind dankbar und fühlen uns geschmeichelt ob so viel Zuspruchs - das hätten wir uns nie erwartet, als wir diesen Blog gestartet haben.

(... und ein bisserl stolz sind wir auch.)

Mittwoch, 30. November 2016

HARTE ARBEIT

27.-29.11.2016

Martina

Kurz nach 9 h in der Früh gehen wir Anker auf und segeln Richtung Nordspitze Huahine. Es läuft sehr gut und wir haben genug Wind. Sobald wir Huahine hinter uns lassen, bekommen wir den Südoststrom voll zu spüren. Der versprochene NO Wind setzt nicht ein, und so wird sehr rasch klar, dass wir ein hartes Stück Arbeit vor uns haben, wir müssen aufkreuzen.
Die Wellenberge und die Gegenströmung sind mit schuld, dass wir nur einen Wendewinkel von 130°-150° zusammen bringen. Florian hofft auf ein Wunder und beruhigt mich mit den Worten: "Vielleicht haben wir ja Glück und der Wind dreht sich"
Ich glaube schon länger nicht mehr an Windwunder, und mir ist auch bald klar, dass wir die 100 Seemeilen sicher nicht mit einer Nachtfahrt hinter uns bringen werden.


Wir haben zwischen 15 und 22 Knoten Wind, und unsere Esperanza schneidet die 2 Meter hohen Wellenberge völlig unbeeindruckt. Immer wieder stellen sich die Wellen an der Luvseite auf und versetzten unserer Lady kräftige Ohrfeigen. Das Wasser kommt in regelmäßigen Abständen übers Deck geflogen, und wir verbringen die meiste Zeit drinnen.

Schräglage

Bei solchen Bedingungen helfen leider meine Pflaster nicht und ich begebe mich wieder in die Waagrechte. Nach jeder Wende baue ich mir mein Salonbett auf die andere Seite, damit ich mich gut an die Rückenlehne anpressen kann.
Ich bin froh, dass ich vorgekocht habe, denn schon das Aufwärmen ist anstrengend genug.

Noch schrägere Lage

Florian macht es auch keinen Spaß bei solchen Bedingungen zu segeln, und für mich ist das wieder eine Fahrt die sich in die Liste der hassenswerten Überfahrten einreiht.

52 Stunden segeln wir mit einer Schräglage von 20°-30° und wir legen 265 Seemeilen statt 100 Seemeilen zurück.


Mit einer dicken Salzkruste laufen wir vor der Marina Taina ein. Wer werfen den Anker auf 14 m Wassertiefe und sind glücklich, dass wir die Fahrt hinter uns haben. Jetzt machen wir ein ausgedehntes Entspannungs-Mittagsschläfchen.

Sonntag, 27. November 2016

ZWISCHENSTOP

26.11.2016

Florian

Unser Positionslicht am Masttop hat beim Einlaufen gestern nicht funktioniert. Also öffne ich heute als erstes die unendlichen Weiten unseres Elektroverteilerkastens, um das Problem zu suchen. Es ist auch bald gefunden - ein Kabel vom Schalter hat sich gelöst. Anlöten - jetzt sollte es wieder funktionieren.


Dann widme ich mich unserem Dingi, das immer Wasser im Zwischenboden hat, daher unnötigen Balast transportiert und Martina und ich nicht ins Gleiten kommen und nur so dahintuckern können. Ich entferne alle Borddurchlässe und verklebe sie neu mit 3M5200 - hoffentlich bleiben wir jetzt trocken bzw. dicht.



Schließlich treffen wir "J", Erwin von der SY WINSOME und Jean-Paul und Karen von der SY CARINHO, die eine schwierige Überfahrt von Raiatea hatten bei der Happy Hour im Huahine Yachtclub. "J" lädt und kurzentschlossen auf die WINSOME ein, und so verbringen wir einen netten Abend mit unseren Freunden.


"J" an Bord ihrer SY WINSOME
Die WINSOME ist Baujahr 1976, ESPERANZA 1977 und CARINHO 1978 - Morgen werden CARINHO und wir nach Tahiti aufbrechen und auch WINSOME ist am Überlegen. Es sind etwa 120 sm über Nacht, hoch am Wind bzw. Aufkreuzen; Ablegen Morgen 9:00 Uhr am Morgen. Und was hat man, wenn mehr als ein Segler unterwegs ist? Richtig - ein Rennen. Wird spannend zu sehen wie unsere Schiffe im reifen Alter sich gegeneinander schlagen. Daumen halten!!

SY CARINHO

SY WINSOME

Samstag, 26. November 2016

AUFKREUZEN

25.11.2016

Florian

Nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir um 10:00 Uhr Anker auf, um nach Huahine zurückzusegeln. Um 11:00 Uhr sind wir am nordöstlichen Pass von Raiatea und verlassen das schützende Riff. Draußen ist der Wind wieder einmal anders als vorhergesagt, von Südost anstatt von Ost - aber egal. Wir kreuzen unserem Ziel entgegen. Das ist bei Welle und Strömung gar nicht so einfach und man braucht Geduld bei 4 Knoten Geschwindigkeit. Die Zeit vergeht und es wird klar, dass wir nicht bei Tageslicht ankommen werden. Kurz überlegen wir gleich nach Tahiti weiterzusegeln, aber dann entscheiden wir uns doch für Huahine; wir kennen die Riffeinfahrt, den Hafen und den Ankerplatz - also keine Angst, wird schon schiefgehen.
Um 20:30 Uhr passieren wir das Riff und um 21:00 Uhr fällt nach 45 sm der Anker an unserem alten Ankerplatz vor Fare. 5 Minuten später kommt ein heftiger Regenguss - jetzt sind wir und die ESPERANZA auch frisch geduscht. Und jetzt habe ich mächtigen Hunger!

untere Spur nach Raiatea - obere Spur zurück nach Huahine