Samstag, 25. Mai 2019

AUGUSTE

24.05.2019

Florian

Auguste ist mein Außenbordmotor, Yamaha 8 PS, 2-Takter. Sie ist ein bisserl antiquiert - wie der Name schon andeutet - und gelegentlich verklemmt. Diesmal aber ist sie so richtig verklemmt. Konkret: die Welle hat sich im Motorblock so verklemmt bzw. festgefressen, dass ich sie nicht herausbekomme und daher den Impeller nicht wechseln kann und daher meine Auguste womöglich verlassen bzw. austauschen muss. Der Mechaniker in Nydri hat schon w.o. gegeben und nun versuche ich es eben selbst.

Hat irgendwer eine Idee, wie ich die Welle herausbekomme??

Bitte um g´scheite Ideen!!





Die Ursache des Übels

Wie krieg ich die Welle heraus???

Freitag, 24. Mai 2019

ITHAKA - LEVKAS

23.05.2019

Florian

Da ich den Außenbordmotor nicht selbst reparieren kann, gehts für mich nach Levkas, denn dort ist ein großes Charterzentrum. Der Wind ist angenehm, wenngleich zwischen den Inseln natürlich böig, und endlich kann ich wieder ein gutes Stück segeln.


Einfahrt Levkas

Blick zurück nach Ithaka

Vorbei gehts an Skorpios, der ehemals im Eigentum von Onassis stehenden Insel, die heute in russischem Eigentum ist. Nydri ist gleich gegenüber und zeichnet sich durch eine sehr geschützte Bucht aus, weswegen hier auch sehr viele Schiffe ankern. Als ich einlaufe, ruft mir jemand zu: "ESPERANZA, gratuliere, dass du es geschafft hast!" - Peter, ein österreichischer Segler hat meinen Blog lange verfolgt, und liegt hier ebenfalls vor Anker. Naja geschafft habe ich es erst fast; ca. 33.000 sm im Kielwasser und noch etwa 150 sm bis zum Kreuzen meiner Kurslinie, womit meine Weltumsegelung beendet wäre. Erst dort habe ich es wirklich geschafft.


Skorpios

Blick in die Bucht von Nydri

Peter kann mir hilfreiche Tipps betreffend Mechaniker geben und bei Nydri Marine gibt man mir die Telefonummer des Mechanikers Costa, der auch gleich kommt und den Außenborder mitnimmt. Jetzt heißt es abwarten, ob er die festkorrodierte Welle aus dem Motorkopf lösen kann, damit man den Impeller wechseln und alles wieder ordentlich zusammenbauen kann.


ESPERANZA vor Anker


Dingianleger von Nydri Marine vor deren Geschäft

Nydri ist jedenfalls ein netter Urlaubsort mit sehr belebter Ortsstraße. Hier hält man es schon eine zeitlang aus.


Nydri Hauptstraße

Donnerstag, 23. Mai 2019

MESOLONGI - ITHAKA

21./22.05.2019

Florian

Sonnenaufgang - eh klar - ich schiebe die ESPERANZA von der Mole weg und motore den Kanal hinaus. Es ist windstill. Ich habe mir angewöhnt abzulegen und dann während der Fahrt zu frühstücken. Wenn ich fertig bin, hab ich schon die ersten 10 Seemeilen hinter mir. Das Geheimnis vom Fahrtensegeln ist überhaupt das Schiff segeln zu lassen und man lebt einfach an Bord - und nicht aktiv zu segeln, denn dann dauerts ewig, bis man irgendwo hinkommt. Ich bin genug gesegelt und will eigentlich nur noch hinkommen.


Fischerhäuser an der Ausfahrt vom Kanal von Mesolongi






Und so motore ich bei glatter See hinüber nach Ithaka - der angeblichen Heimat von Odysseus. Ich will nach Frikes. 2 Seemeilen vor Frikes kommt auf einmal heftiger Wind auf - von einer Minute auf die andere bläst es mit bis zu 22 Knoten.


Ithaka voraus

Plötzlich kommt Wind auf

Der Hafen ist ziemlich voll und bei dem Wind will ich nichts riskieren, also laufe ich die Bucht gleich nördlich von Frikes an. Dort braucht man allerdings Buganker und Heckleine - schwierig alleine. Ich lasse also meine Ankerkette ausrauschen, während ich achteraus fahre. Kurz vor dem Ufer spannt die Kette, der Motor läuft weiter im Retourgang, damit das Schiff stabil bleibt, ich springe mit einer Leine ins Wasser, schwimme ans Ufer, mache die ESPERANZA an einem Baum fest, schwimme zurück und lege den Motor in Leerlauf. Recht abenteuerlich und ein wenig mulmig ist mir auch, wenn ich mein Schiff alleine unter Motor lasse, aber anders gehts nicht - und alles klappt. Es ist eine wunderschöne Bucht und hier bin ich sicher vor den Windböen.

Heute Morgen fahre ich hinüber nach Frikes und kann im Hafen festmachen. Ich bin noch keine 20 Minuten fest, da kommt Steve mit seiner CATALYST - nettes Wiedersehen!


Frikes mit CATALYST und ESPERANZA

Für heute habe ich mir vorgenommen meinen Außenbordmotor zu reparieren. Das ist natürlich wieder einmal nicht einfach. Er spuckt kein Kühlwasser. Eine verlegte Kühlwasserleitung ist es offenbar nicht, also Impeller überprüfen. Nach viel herumwerkeln schaffe ich es schließlich den Impeller auszubauen. Es ist kein einziger Gummiflügel mehr dran  - kein Wunder, dass ich kein Kühlwasser habe. Leider geht der Außenborder nicht so auseinander, wie ich das bräuchte. Die Welle sollte im unteren Teil stecken, um den Impeller daraufzustecken und alles wieder zusammenzubauen. Leider steckt die Welle im oberen Teil fest, sodass ich den Impeller nicht montieren kann. Es hilft alles schlagen und ölen nichts, die Welle ist im Motorkopf festgefressen. Also werde ich versuchen das in Levkas reparieren zu lassen.


Außenbordmotor bei der (versuchten) Reparatur

Mittwoch, 22. Mai 2019

TRIZONIA - MESOLONGI

20.05.2019

Florian

Lebt man am Schiff, dann lebt man mit der Sonne. Ich wache also wieder beim ersten Tageslicht auf, und da das Wetter akzeptabel aussieht lege ich ab und motore weiter. Es ist ein trüber Morgen und vor mir ist weißer Nebel, in den ich hineinfahre - hab ich so noch nicht erlebt.


Nebel voraus

Bald schon taucht die Brück von Patras auf - angeblich die längste Hängebrücke der Welt - und ich rufe auf Kanal 13 VHF "Rion Control", um um die Durchfahrtsgenehmigung zu ersuchen. Alles klappt perfekt und ich werde auf die nördliche Durchfahrtsspur gebeten. Kurz vor der Brücke treten ganz plötzlich ziemliche Wellen auf und die Strömung nimmt auf 2 Knoten zu, die mich unter der Brücke durchspült. Eine viertel Meile nach der Brücke ist alles wieder vorbei - eigenartig.


Die Brücke von Patras

... und durch


Schließlich wird das Wasser spiegelglatt, der Motor schnurrt und ich komme gut voran, bis schließlich die Einfahrt in den Kanal von Mesolongi vor mir liegt. Knapp drei Meilen muss man im ausgebaggerten Kanal bis in das Hafenbecken motoren, wo ich am Kai festmache. Die Marina ist nicht in Betrieb.


Hafen von Mesolongi

Es lohnt sich vom Hafen den einen Kilometer ins Zentrum von Mesolongi zu spazieren, denn dieses mit seinen engen Gassen ist sehenswert.





Mesolongi Zentrum - nett!

Montag, 20. Mai 2019

ITEA - TRIZONIA

19.05.2019

Florian

Bernd fährt zeitig am Morgen mit dem Bus zurück nach Athen und fliegt nach Hause - es war sehr nett einige Tage einen guten Freund an Bord zu haben!


Bernd nimmt Bus

Anschließend lege ich gleich ab, denn das Wetter ist günstig und ich muss weiter nach Westen. Unter Motor und schließlich auch segelnd mit ganz gutem Wind lege ich die 21 sm zur Insel Trizonia zurück. In der geschützten Bucht von Trizonia befindet sich eine nie in Betrieb gegangenen Marina, in der viele Schiffe wunderbar geschützt liegen.


Trizonia voraus

Gut geschützt!


Die Ortschaft von Trizonia, mit Blick auf das Festland, liegt malerisch in einer Bucht und die Insel ist üppig mediterran bewachsen, wie ich bei meinem Insellauf erkunde. Es duftet wunderbar nach Mittelmeer und fühlt sich fast wie Urlaub an.





Malerisches Trizonia




Im Hafen - da kostenlos - liegen viele Schiffsleichen. Wer also eine billigen Schiff sucht - hier wird er fündig.


Hafen von Trizonia

Schiffsleiche

Viele Schiffsleichen eng zusammengepfercht

Fender? Werden nicht mehr benötigt


Sonntag, 19. Mai 2019

KIATO - ITEA/DELPHI

17./18.05.2019

Florian

Heute gehen wir´s gemütlich an, starten den Tag mit einem kleinen Morgenlauf und legen erst gegen 9 Uhr ab. Es ist zumeist windstill und wir motoren den größten Teil der Strecke bis Itea. Itea liegt in einer großen Bucht an der Nordseite des Golf von Korinth und ist quasi der Hafen für Delphi.


Hafen von Itea

Itea selbst ist unspektakulär, eine Bergbaustadt, aber wir mieten ein Auto und fahren hinauf nach Delphi. Das Panorama ist prächtig und Delphi liegt begnadet schön an schroffen Berghängen über einer Ebene, die die größte Olivenplantage Griechenlands bedeckt.


Mietauto mit Reiseführer Bernd

Ebene von Itea mit riesigen Olivenplantagen

Die moderne Stadt Delphi ist ein Touristenmekka. Jedes zweite Gebäude ist ein Hotel oder ein Restaurant. Hier muss es sich im Sommer unglaublich abspielen.


Das moderne Delphi - Touristenort

Wir besuchen das Heiligtum der Athina Pronaia, bevor wir ein hevorragendes Abendessen mit prachtvoller Aussicht genießen.


Delphi - traumhafte Lage am Berghang

Das Heiligtum der Athina Pronaia


Am Samstag gehts gleich wieder hinauf, den Rest des antiken Delphi besichtigen. Heute ist Weltmuseumstag - alle Museen und historischen Stätten Griechenlands sind bei freiem Eintritt zu besichtigen - sehr nett. Wir spazieren vorbei am Nabel der Welt und dem Apollontempel, der das Orakel von Delphi beherbergt hat.


Der Nabel der Welt - hier war einmal das Zentrum der Welt

Apollontempel mit dem Orakel

Apollontempel

Darüber am Hang liegt das Amphietheater und darüber das Stadion, in dem die pythischen Spiele abgehalten wurden. Diese waren nach den olympischen Spielen die wichtigste Sportveranstaltung im antiken Griechenland. Körper und Geist wurden im antiken Griechenland offensichtlich sehr gefördert.



Das Amphietheater

Das Stadion - da juckts mich gleich in den Beinen


Schließlich besuchen wir natürlich auch noch das Museum von Delphi mit seinen prächtigen Statuen.





Der Wagenlenker


Anschließend erkunden wir noch die Bergwelt um Delphi und "stolpern" über das Schigebiet Parnass, das von einer etwa 1000 m hohen Hochebene hinauf auf etwa 2500 m führt. Die Schisaison hier dauert drei Monate von Dezember bis Februar und angeblich gibt´s immer genug Schnee. Schifahren in Griechenland - witzig!


Hinauf, hinauf!!

Hochebene, dahinter der Parnass mit Schigebiet

Schilifte - Made in Austria