Sonntag, 17. Februar 2019

IN EIGENER SACHE

17.02.2019

Florian


Nachdem ich nun wieder in der Zivilisation bin...

Zivilisation
... und die Kommentare zu meinem Blog zur Kenntnis genommen habe, möchte ich ausnahmsweise doch dazu Stellung nehmen.

1. Dass mir die ESPERANZA unter dem Hinter weggerostet wäre, kann man nicht behaupten, denn: a) ist sie aus Polyester und kann daher nicht rosten und 
b) hat sie im Vergleich zu den anderen Schiffen, die mit mir von SRI LANKA losgesegelt sind, die geringsten Schäden gehabt.

2. Was dem Verkaufspreis betrifft, ist sie so viel wert, wie jemand zu bezahlen bereit ist. Sie wird in wenigen Monaten das einzige Schiff in Österreich sein, das drei Mal um die Welt gesegelt ist und voll einsatzfähig für die vierte Runde zurück kommt. Wer ein Schiff für solche Zwecke sucht, wird sie zu schätzen wissen und um diesen Preis (EUR 49.900,00) kein vergleichbares Schiff in dieser Qualität finden. Wer eine Weltumsegelung noch nicht hinter sich hat, kann das nicht beurteilen.

3. Tanja: jeder darf gerne einmal einen Menschen, den er eine halbe Stunde kennt mit einem Segelschiff von Sri Lanka nach Sudan mitnehmen. Warum ich das gemacht habe? Weil sie mich darum mit Tränen in den Augen inständig gebeten hat (um - wie sie mir später mitgeteilt hat - ihren letzten großen Ozean zu überqueren und das als Segellehrerin verwerten möchte) und ich ihr schlicht helfen wollte. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Bei Angelo ging das gut (und der ist seit Phuket dabei). Bei Tanja nicht. Ich habe es trotzdem geschafft und mein Schiff und meine Crew gut und sicher nach Suakin in den sicheren Hafen gebracht - und dabei viel gelernt.

4. Wie sag ich immer: "Es ist einfach daheim im warmen Wohnzimmer Weltmeister zu sein." 

Ich danke in jedem Fall für die vielfältigen Kommentare. So habe ich endlich auch einmal etwas Amüsantes zu lesen und wie ihr seht, haben mir die Strapazen meinen Humor nicht geraubt.


p.s.: Der (hervorragende) Skipper der befreundeten französischen Yacht L´ETOILE, der mit uns aus Sri Lanka aufgebrochen ist, hat vor wenigen Tagen kurz nach Bab el Mandeb Blut erbrochen. Seine französischen Begleitschiffe BICHE DU VENT und ORION haben einen "Mayday"-Notruf abgesetzt. Der Skipper wurde von einem Rettungsschiff aus Saudi Arabien abgeborgen und sein Schiff von Einsatzkräften nach Saudi Arabien verbracht. Sein Zustand ist mir nicht bekannt.
Worüber soll ich mich da aufregen???

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 24.TAG


16.02.2019

Florian

Nach 11 Stunden Schlaf wache ich um 6 Uhr auf, 5 Minuten vor dem Wecker. Um 6:30 Uhr geht es Anker auf. Der Wind ist leider nicht schwächer geworden, es pfeift mit 20-25 Knoten. Es hilft alles nichts, wir wollen nach Suakin. Ein kleiner Eklat mit Tanja hilft mir bei meiner Entscheidungsfindung, ob sie weiter an Bord der ESPERANZA bleiben darf – NEIN, es reicht. 

Angelo und ich kreuzen den ganzen Tag zwischen Riff und Festland gegen Wind und Welle. Ich versuche uns mit dem Motor zu helfen, aber der überhitzt, weil die Wasseransaugöffnung für das Kühlwasser aus dem Wasser kommt, wenn wir kreuzen – so  schief liegen wir. Also kein Motor, dafür 20-25 Knoten Wind, und Welle und Riffe – ein echter Spaß.  Nach 23 Tagen auf See kann ich allerdings nicht mehr so wirklich darüber lachen.

Für die 16 sm bis Suakin segeln wir 35 sm. Um 15 Uhr sind wir endlich in der Hafeneinfahrt. Links und rechts Sand, Sand, und Sand – uns erscheint es aber wie das Paradies; endlich Schutz! Das alte Suakin ist zwar nur noch ein Trümmerhaufen, aber der Hafen bzw.  die Lagune ist wunderbar geschützt und ruhig. Es war der letzte Sklavenhafen Afrikas - aktiv bis zum zweiten Weltkrieg - und zu den Blütezeiten von Suakin waren hier 600 Schiffe vor Anker.

Unsere Freunde, die bereits gestern angekommen sind, begrüßen uns freudig. Wir haben es geschafft. 2910 sm seit Sri Lanka – jetzt wird ausgespannt, Diesel, Wasser und Lebensmittel aufgebunkert und die ESPERANZA gewartet. Schäden auf der Überfahrt? Der Holzgriff vom Motorkasterl ist abgebrochen und die Tasche von der Winschkurbel am Mast ist aufgerissen und muss neu genäht werden – das wars. ESPERANZA hat ihre Qualitäten wieder einmal bewiesen!

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 23.TAG


16.02.2019

Florian

Der Shubuk Kanal verläuft zwischen dem Festland und einem ausgedehnten Riffbereich. Die Navionics Karten sind leider falsch und wir müssen sehr genau schauen, wo die Riffe verlaufen. Zum Glück kommt rechtzeitig die Sonne heraus und wir sind zu Mittag im schwierigsten Bereich – also perfekt! Markierung für Markierung passieren wir und suchen die nächste – es ist ein Vorantasten, denn der Wind pfeift uns auf die Nase. Tanja will mich einmal an einer Boje falsch vorbeischicken, da wäre ich am Riff gelandet. Deshalb verlasse ich mich lieber auf mich, und so komme ich rechtzeitig drauf, dass da was nicht stimmen kann.

Irgendwann sind wir durch und damit leider auch aus dem schützenden Riff heraus. Die Welle wächst und die ESPERANZA arbeitet sich unter Vollgas mit 1,5 – 2 Knoten gegen die Welle und den Wind. Fast zwei Stunden brauchen wir für die 3,6 sm zu unserem Ankerplatz in der Marsa Sheikh Ibrahim. Wir sind glücklich, dass wir einen guten Ankerplatz gefunden haben. Zwar pfeift der Wind, aber es gibt keine Welle und wir sollten eine ruhige Nacht haben.

Wir liegen vor Anker, als ich zweimal von UKMTO angerufen und nach unserem Verbleib gefragt werde. Es ist nett, wenn man Freunde hat, die jemanden von UKMTO kennen und sich um einen sorgen – die Welt ist manchmal wirklich klein!

Morgen soll es in aller Früh die letzten 16 sm nach Suakin gehen – hoffentlich spielt der Wind mit, sonst wird es eine Knüppelei gegenan!

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 22.TAG


15.02.2019

Florian

Es ist schon wieder ein Rennen gegen die Zeit. Morgen soll Nordwind aufkommen und wir wollen davor noch so viel nach Norden segeln wie nur irgendwie möglich, denn wir haben einen ungeschützten Küstenabschnitt vor uns, keine Möglichkeit irgendwo Schutz zu finden.

Um 14:00 Uhr  schläft der Wind ein und ich starte den Motor. So geht es durch die ganze Nacht und schön langsam dreht der Wind, sodass wir motorsegeln. Gegen Mitternacht dreht der Wind dann auf Nord und wir müssen ganz hart am Wind dagegen arbeiten. Es ist ein ewiges auf und ab – extrem mühsam, aber wir haben keine Alternative. Noch 40 sm bis zu einem Riffabschnitt. Das schaffen wir bis 8 Uhr mit 3,5 – 4 Knoten – zermürbend.

Endlich sind wir innerhalb des Riffes und die Welle läßt nach. Wir wollen durch den Shubuk Kanal, der ist nicht ganz einfach und mit vielen Riffen bestückt. Wir haben zwar Sudan erreicht, aber noch sind wir nicht in Suakin und heute werden wir es sicher nicht mehr schaffen. Aber jetzt müssen wir erst einmal durch den Kanal.

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 21.TAG


14.02.2019

Florian

Wir hoffen auf den vorhergesagten Südwind, damit er uns in den Sudan bringt. Bei leichtem Ostwind bahnen wir unseren Weg aus den Untiefen hinaus. Die Karten stimmen ganz gut, aber ich möchte hier keine Grundberührung erleben. Bald kommt sinnvoller Wind auf und wir können mit guten 5 Knoten segeln. Gegen Abend schläft der Wind dann allerdings wieder ein und  ich muss motoren – die ganze Nacht. Viele Schiffe passieren uns und ich muss mit einem Funkkontakt aufnehmen, damit wir besprechen, wie wir einander ausweichen – „port to port“.

Es ist nervenaufreibend. Sobald Nordwind aufkommt besteht, die Gefahr, dass wir festsitzen – eine ganze Woche! Also studiere ich alternative kürzere Routen, schaue, wo schwierige Riffpassagen sind und wo wir gegebenenfalls ankern können. Wir wollen wenn irgend möglich jedenfalls bis Suakin/Sudan kommen.

Heute Morgen kommt ein Lüfterl auf, das langsam zunimmt. Noch 160sm – noch ist nichts geschafft, ich arbeite an den Segeln, um keinen Wind zu „verschenken“ und meine Nerven sind weiterhin angespannt. Urlaub ist das keiner!

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 20.TAG


13.02.2019

Florian

Aucan ist Mondlandschaft – Sand, Geröll, abgestorbenes Gestrüpp, aber auch einige Vögel, die am Boden nisten. Um 10 Uhr haben wir eine Skipperbesprechung am Strand angesetzt und so erörtern wir die Windvorhersage und die dementsprechenden Routenpläne. Wir sollen zwei Tage mehr oder weniger Südwind haben, dann dreht der Wind für längere Zeit wieder auf Nord. Wir müssen also schauen, dass wir weiter kommen, denn bis zum nächsten brauchbaren Ankerplatz an der Südgrenze des Sudan sind es ca. 240 sm. Wir beschließen daher noch heute ein Stück nach Norden zu motoren, da der Nordwind  nachgelassen hat, dort zu ankern und beim ersten Tageslicht loszufahren, wenn auch unter Motor, bis der Südwind das Motoren überflüssig macht und dann hoffen, dass der Südwind lange genug bläst, damit wir bis Khor Nawarat am Südende des Sudan kommen. Dort wollen wir Schutz suchen vor der nächsten Nordwindphase.
Gesagt – getan, um 12:00 Uhr gehen wir Anker auf und motoren durch die Inselwelt von Eritrea. Flache Sandinseln, die kaum über das Wasser ragen, Gegenströmung von bis zu 1,5 Knoten, aber wir arbeiten uns nach Norden. Bei Sonnenuntergang fällt der Anker im Schutz von Hawatib Kebir. Fischer ankern nebenbei und besuchen uns. Ich tausche einen schönen Fisch gegen zwei Feuerzeuge und zwei Kugelschreiber und die Augen der Fischer leuchten. Ich bereite den Fisch gleich zu und so haben wir heute ein zweites ausgiebiges Essen.
Die Nacht ist ruhig und windstill. Bei Sonnenaufgang gehen wir Anker aufg. Die nächsten zwei Tage soll Südwind herrschen und den brauchen wir wie einen Bissen Brot, um nach Suakin/Sudan zu kommen. 240sm – klingt nicht weit, ist es aber, wenn man keinen oder den falschen Wind hat.

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 19.TAG


12.02.2019

Florian
Wir können bis 13 sm vor Aucan segeln, dann ist der Wind komplett weg. Wir starten den Motor – wieder kein Kühlwasser aus dem Auspuff. Ich schraube einen Schlauch vom Wärmetauscher ab, heißes Wasser schießt heraus und verbrennt mir die Hände, aber der Auspuff „spuckt“ wieder.  Das heftige Schaukeln beim starken Seegang der letzten Tage hat womöglich irgendwelche Luftblasen ins System gedrückt und die Wasserzirkulation blockiert.  Im nächsten Hafen werde ich einmal sämtliche Schläuche kontrollieren. So ist es mühsam.
Um 17:00 Uhr fällt der Anker im Schutz von Aucan, eine vegetationslose Sand- und Geröllinsel – für uns das Paradies – LAND!! Und schon kommt auch schon ein Motorboot mit drei nicht sehr vertrauenserweckenden Gestalten, einem Maschinengewehr und einer großen Flagge – Militär. Sie fragen, ob wir eine Genehmigung für diese Gewässer haben und ich erkläre ihnen, dass wir aus Sri Lanka kommen und man dort keine Genehmigungen für Eritrea ausstellt und wir drei Wochen auf hoher See waren und über 2500 sm zurückgelegt haben. Sie schauen unglaubwürdig, Sri Lanka kennen sie sowieso nicht. Dann fragt einer, ob ich Shorts für ihn hätte – habe ich – und schon sind sie superfreundlich, versichern uns ihren Schutz und alles ist gut.
Wir lassen das Dingi zu Wasser, um Land unter den Füssen zu spüren. Als ich unsere Auguste anstarten möchte, kann ich die Startschnur nicht ziehen – irgendetwas hat sich festgefressen. Also Werkzeugkiste heraus, Startschnur abbauen, Aufschrauben, Schauen, viel WD40 in sämtliche Öffnungen sprühen, mit einem Schraubenschlüssel schaffe ich es den Motor vorsichtig zu drehen, dann geht es immer besser. Zusammenbauen – Anstarten – Auguste Lebt wieder!!
Für das Land ist es nun zu spät und so besuche ich nur unsere Freunde von SANGANEB auf ein kaltes Bier. Da zieht eine riesige schwarze Wolke auf und kurz darauf pfeift der Nordwind mit Spitzen über 20 Knoten – unser Timing war perfekt. Mit Ankeralarm schlafen wir alle gut und ich 11 Stunden durch.  Ausgeschlafen sind wir bereit Aucan zu erkunden.

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 18.TAG


11.02.2019

Florian

Die Strömung schiebt uns gut nach Norden. Die Welle ist hoch und manchmal verschlägt es uns, sodass der Wind von der Vorderseite in die Genua bläst und dann der Autopilot w.o. gibt. Dann müssen wir per Hand die ESPERANZA wieder auf Kurs bringen; Angelo und Tanja hängen mehrfach am Ruder, um ESPERANZA zu bändigen. Ich vergrößere schließlich die Genua ein wenig, damit wir mehr Zug vorne haben und schon ist das Problem behoben. So geht es in die Nacht hinein. Der Wind lässt nach und wir können entspannen.
Ich bin gerade im Halbschlaf, als ich das Piepsen des Autopiloten höre, wenn er den Kurs verliert. Tanja ruft um Hilfe, da sie das schwere Ruder nicht alleine bändigen kann. Der Grund für den Kursverlust ist gleich ersichtlich: der Metallstift vom Autopiloten, der ihn an der einen Seite verankert ist abgebrochen. Die schwere Arbeit hat das Material offensichtlich ermüdet. Zum Glück passiert das erst heute und nicht gestern in schwerem Wetter. Ich wechsle wieder auf „Arnold“ meinen starken Autopiloten und in 5 Minuten sind wir wieder auf Kurs und alles ist gut. Zum Glück  habe ich auch noch eine Ersatzhalterung für den anderen Autopiloten, die austauschen werde – die ESPERANZA hat wahrlich genug Ersatzteile.
Um Mitternacht haben wir in den letzten 24 Stunden 195!! sm zurückgelegt – der 10.02.2019 wird der ESPERANZA Rekordtag bleiben, da bin ich sicher.
Die Nacht ist ruhig und wir bekommen gut Schlaf. Der Wind wird immer schwächer und ich hoffe, dass er noch lange genug bläst, bevor er auf Nord dreht, damit wir noch gut nach Aucan kommen.  Noch sind es 40 sm; das sollten wir schaffen.

SRI LANKA – ÄGYPTEN, 17.TAG


10.02.2019

Florian

Diesmal müssen wir auf SANGANEB2 warten, dessen Großsegel gerissen war. Er hat es zwar in Sri Lanka reparieren lassen, aber die Reparaturnaht war so schlecht, dass sie aufgegangen ist und SANGANEB jetzt nur das 3. Reff verwenden kann. ESPERANZA wird tatsächlich ersucht ihr Tempo zu drosseln – wer hätte das gedacht, dass wir einmal auf jemanden warten müssen!
Beim Frühstück beiße ich mir ein Stück Backenzahn am harten selbstgebackenen Brot aus. Mit der Nagelfeile kann ich mir die scharfe Kante vom restlichen Zahn zwar abschleifen, aber im nächsten Hafen muss ich zum Zahnarzt. Auch der Laptop gibt endgültig auf und zeigt nur noch einen schwarzen Bildschirm, weshalb dieser und die folgenden Blogs mit Verspätung kommen. Ich brauche Internet im nächsten Hafen und hoffe dort die notwendigen Programme auf meinem anderen Laptop installieren zu können. Derzeit bekomme ich nicht einmal eine Wettervorhersage.
Zu Mittag verabschieden wir uns von unseren französischen Freunden, die nach Djibouti segeln. Wir sind gemeinsam 2220sm gesegelt; nicht immer ganz einfach, aber wir sind noch beisammen. Der Korridor ist zu Ende und wir 4 verbleibenden Schiffe – YEMAYA  und DRIFTER aus den Niederlanden SANHGANEB2 aus Italien und ESPERANZA – zweigen nach Norden ab zum Bab el Mandeb, die Einfahrt ins Rote Meer – eine Düse!
Es geht schnell voran und der Wind wird immer stärker. Wir halten uns knapp an der Schifffahrtsstraße, aber diesmal außerhalb und westlich davon. Knapp nach Mitternacht sind wir beim Bab el Madeb – leb wohl Indischer Ozean, willkommen Rotes Meer!!
Der Wind legt zu, die Strömung ist mit uns  und wir fliegen durch die Nacht. Um 6 Uhr früh haben wir ein neues Rekordetmal 178 sm in 24 Stunden!! Die Wellen wachsen mit dem Wind, der mittlerweile auf 25-30 Knoten angewachsen ist. Da heißt es höllisch aufpassen, denn die Kräfte sind enorm und ein Fehler sollte nicht passieren. Ich übernehme daher sämtliche Wachen; dieses Wetter ist zu schwierig für  meine Crew. Dafür kennen sie die ESPERANZA zu wenig.
Wir sehen die ersten Inseln – das erste Land seit 17 Tagen! Nun fliegen wir das Rote Meer hinauf. Heute zu Mittag haben wir ein neues korrektes Rekordetmal (12-12) von 185sm und in den letzten 12 Stunden haben wir 103 sm zurückgelegt – das gabs noch nie!!
Der Wind soll allerdings bald zu Ende sein und Nordwind einsetzen. Auf 15° N ist die High Risk Area zu Ende, das sollten wir spätestens Morgen erreichen. Damit erübrigen sich auch meine Positionsberichte an UKMTO, die ich für unsere Gruppe jeden Tag absetze.  Alle sind sichtlich entspannter. Wir müssen uns lediglich vor dem Nordwind in Sicherheit bringen und hoffen die Insel Aucan, die zu Eritrea gehört, rechtzeitig bis Morgen abend zu erreichen, um in deren Schutz den Wind abzuwarten und uns eine willkommene Pause zu gönnen. Wir haben seit Sri Lanka 2424sm zurückgelegt!!


Samstag, 9. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 16. TAG

09.02.2019

Florian

Tanja hat mich gestern zur Rede gestellt, warum ich die Probleme mit ihr auf meinen Blog stelle. Also eigentlich hat sie zunächst ja nicht mir Vorwürfe gemacht, sondern die Frage in den Raum gestellt: "Warum stellt jemand etwas ins Netz, das das Fortkommen eines anderen gefährdet?". Ich dachte nur: "Achtung Fangfrage?". Weiß sie eigentlich, dass ich Rechtsanwalt bin? Für wie blöd hält sie mich, dass ich ihre Frage nicht durchschaue? Natürlich hat sich daraus wieder eine Diskussion entsponnen. Also: Warum stelle ich all das auf meinen Blog?: 1. Weil es mein Tagebuch ist und die Sachen, über die ich schreibe, tatsächlich passiert sind. 2. Weil es der Beweissicherung dient. Falls irgendetwas Ungewöhnliches an Bord passieren solte, dann hat das aller Voraussicht nach mit Tanja zu tun. Das soll und muss mein Umfeld wissen.

Im Übrigen bin ich sehr bemüht die Situation ruhig zu halten und das ist sie derzeit auch. Wir segeln gut dahin, müssen diesmal aber auf unsere Freunde vom Katamaran SANGANEB2 warten, da ihr Grossegel beschädigt ist und sie nur mit dem 3. Reff segeln können. Ich nehme an, das wird im Bab el Mandeb eh passen. Wir sind jedenfalls mit dem 2. Reff im Groß und mit einer gerefften Genua unterwegs - mit gut 6 Knoten.

Heute Morgen haben wir noch 37 sm bis zum Ende des Korridors, wo wir uns von unseren französischen Freunden, unserem Teamleader von BICHE DU VENT und den Schiffen ORION und L´ETOILE verabschieden werden, die nach Djibouti segeln. Für uns gehts dann hinauf zum Bab el Mandeb, der Einfahrt ins Rote Meer, wo wir irgendwann in den frühen Morgenstunden des Sonntag ankommen sollten. Morgen ist also Starkwindtag.

Freitag, 8. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 15. TAG

08.02.2019

Florian

Mein Laptop arbeitet einmal, dann wieder 10 Mal nicht, also nur kurze Nachrichten, bevor er wieder abstürzt. Ich bekomme auch - hoffentlich - gelegentlich Wetter.

Tanja ist mit offensichtlich schlechtem Gewissen aufgewacht. Wir haben Frieden geschlossen und sie ist wieder als Crew tätig. Da bei ihrer Persönlichkeit der nächste Streit kein "ob" sondern nur ein "wann" ist, geht sie im nächsten Hafen von Bord.

Es läuft derzeit hervorragend. Seit gestern 7 Knoten Schnitt und wir halten gut mit der Gruppe mit. Noch 183 sm bis Ende Korridor, also morgen Nachmittag sind wir hier raus. Dann gehts hinauf zum Bab el Madeb, der Einfahrt ins Rote Meer, Düse und Starkwindgebiet (warum sollte es einfacher werden). Danach sind es 550 sm bis Port Sudan und falls der Wind passt und wir noch genug Diesel haben versuchen wir direkt bis Port Ghalib/Marsa Alam/Ägypten (nochmals ca. 400sm) zu kommen. Wir haben bislang 90 Stunden unter Motor und Diesel für etwa noch einmal so viel.

Gestern haben wir 49° Ost überquert, damit habe ich noch 36° bis nach Hause - 10 % der Welt sind also noch übrig, dann bin in ich herum!!

Aktuell sind wir vor Somalia auf 47° Ost - es läuft gut! Weiterhin Daumen halten!

Donnerstag, 7. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 14. Tag

07.02.2019

Florian

Im Internet sind die AIS Positionen unserer Schiffe ersichtlich, also muss ich kein Geheimnis mehr daraus machen, wo wir sind. Um 05:00 Uhr in der Früh erreichen wir den Korridor. Wir segeln jetzt 500sm Kurs 253° auf dem Verkehrstrennungsgebiet zwischen den beiden Fahrstreifen für die Grossschifffahrt. Militärhelikopter,Überwachungsflugzeug, Kriegsschiff wir bekomen mehrfach Besuch und werden angefunkt. Ein gutes Gefühl bewacht zu werden.

Der Wind ist schwach und wir müssen motoren. Das Problem daran ist, dass wir vor dem Wind segeln. Wenn wir unser Tempo durch den Motor beschleunigen, reduzieren wir die Windgeschwindigkeit im Segeln - ein Teufelskreis. Und wir bekommen das voll zu spüren, denn alle anderen Schiffe sind leichter oder mit Spinnaker ausgerüstet und ziehen uns davon. Die 5 Knoten Mindestgeschwindigkeit, die wir vereinbart haben, sind vergessen. Mehrfach ersuche ich die anderen ihre Geschwindigkeit zu drosseln, aber bekomme nur den Rat den Motor laufen zu lassen. Das können wir nicht über vier Tage, dann ist der Motor kaputt und der Diesel leer, und das nur wegen 1/2 Knoten schnellerer Geschwindigkeit. Nachdem wir uns dreimal mühsam an das Feld herangekämpft haben und in Kürze unter Segel wieder Boden verloren haben, obwohl wir die vereinbarte Mindestgeschwindigkeit einhalten, teile ich der Gruppe entnervt mit, dass wir das Tempo nicht durchhalten und uns verabschieden. Entweder sie reduzieren das Tempo oder sie lassen uns eben zurück, obwohl wir die vereinbarte Mindestgeschwindigkeit einhalten. Sofort entspinnt sich eine Diskussiion, welche Mindestgeschwindigkeit wir vereinbart hätten - nie weniger als 5 Knoten oder 5 sm/Stunde - meines Erachtens muss das dasselbe sein, nicht so allerdings für die anderen schnelleren Schiffe. Wenn die auf dem Plotter einmal eine 4 aufscheinen sehen, dann beschleunigen sie, was am Ende zu mehr als 5 sm/Stunde hinausläuft. Und dieser Unterschied bringt uns um.

Als ich meine Mitteilung gemacht habe, dreht Tanja vollkommen durch. Sie meint wir hätten vereinbart, dass wir mit der Gruppe durch den Korridor segeln, Auf meine Vorhalt, dass wir das nicht schaffen, meint sie nur, ich hätte halt früher den Motor aufdrehen müssen, etc., etc. Ich kann mir Zynismen ohne Ende anhören, süffisantes Grinsen ansehen, vollkommene Panik erleben und sie verlangt im nächsten Hafen abgesetzt zu werden. Sie verweigert jegliches Gespräch, verweigert jegliche Unterstützung, die gearde jetzt wichtig wäre, weil mein Laptop abgestürzt ist und ich keinen Internetzugang mehr habe. Sie könnte eine Wettervorhersage herunterladen, ich kann das nicht - und ohne Gruppe sind wir auf uns alleine gestellt. Auch das verweigert sie. Tanja Koster aus den USA, ihres Zeichens Segellehrerin - eine absolute Gefahr! Angelo und ich sind fassungslos!!

Ich enthebe Tanja aller ihrer Aufgaben als Crew für den Rest der Überfahrt. Ab jetzt ist sie Passagier. Angelo und ich schupfen die ESPERANZA wieder alleine.

Mittwoch, 6. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 13. TAG

06.02.2019

Florian

Der Sicherheitskorridor beginnt auf 14°24`N 053°01´E ist etwa 3 sm breit und 500 sm lang und bildet den Mittelstreifen der Grossschifffahrtsstraße zwischen Somalia und Jemen. Die südliche Fahrbahn führt nach Osten die nördliche nach Westen. Wenn wir dort ankommen, müssen wir also zunächst die Grosschiffahrtsstraße überqueren und dann auf dem Mittelstreifen Richtung Djibouti segeln - 500 sm, also etwa 4 Tage, dann noch ca. 60sm nach Nordwest und wir erreichen Bab el Mandeb, die Einfahrt ins Rote Meer. So weit die Theorie. Wir werden in einigen Tagen ja sehen, ob das der Realität entspricht.

Auf der ESPERANZA ist alles ok, wir kämpfen um jeden zehntel Knoten Geschwindigkeit und das ist stressig. Wir hoffen auf mehr Wind. Die Temperaturen sind kühler geworden und ich trage mittlerweile meinen Trainingsanzug in der Nacht, sonst wäre es zu kalt. Und bei der Essensgestaltung müssen wir kreativ sein. So habe ich uns ein Mohn-,Mandel-,Sauerteig-Mischbrot mit Sonnenblumenkernen und Rosinen gebacken. Das Müsli ist aus und jetzt gibts zum Frühstück eben Brot, das wir jeden zweiten Tag backen müssen.

Dienstag, 5. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 12. TAG

05.02.2019

Florian

Es ist schwierig und stressig das Tempo der anderen Schiffe beizubehalten. Wir wechseln die Segel fast im Stundentakt und schauen, permanent, wie wir unsere Geschwindigkeit verbessern können. Wir haben einfach zu wenig Wind. Und Wind könnten wir auch aus anderem Grund gut brauchen, denn bei starkem Wind und stürmischer See können die Piraten mit ihren kleinen Booten nicht schnell genug fahren, um anzugreifen. Starker Wind wäre also ein guter Schutz für uns, sobald wir uns im Piratengebiet befinden.
So wechseln wir zwischen Segeln und Motoren, um bei der Gruppe zu bleiben. Bei Leichtwind ist die ESPERANZA das langsamste Schiff, insbesondere weil wir keinen Spinnaker haben. Ich bin froh, wenn wir das hinter uns haben, wir nur noch segeln je nach Wind und nicht mehr permanent gehetzt werden.
Die beiden Organisationen zuständig für den Schutz von Schiffen vor Somalia sind MSCHOA (Maritime Security Center Horn Of Africa) und UKMTO (United Kingdom Maritime Trade Organisation), bei denen wir registriert sind. UKMTO berichten wir täglich unsere Position und hoffen, dass sie uns im Fall eines Überfalles rasch militärische Hilfe schicken.

Montag, 4. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 11. TAG

04.02.2019

Florian

Der Wind ist gut und wir kommen gut und schnell voran. Leider müssen wir nochmals bremsen, damit das eine Schiff endlich das gesamte Fischernetz aus seiner Schiffsschraube entfernt und mit uns mithalten kann.
Beim Frischobst sind wir bei Orangen und Pomelos angelangt. Einen Tag bekommt jeder eine Orange, einen Tag teilen wir eine Pomelo untereinander auf. So sollten wir bis zuletzt ein wenig Frischobst haben.
Die Nacht ist mühsam, der Wind spinnt sich aus und kommt von überall. Ich muss oft aufstehen, da meine Crew mit den schweren Bäumen nicht hantieren kann und wir müssen die Segeln mindestens zehn Mal umbauen, da der Wind sich nicht entscheiden kann, ob er von der Seite oder von hinten kommen soll. Dann reichts und ich drehen den Motor auf - nur der spuckt wieder kein Wasser! Also um 3 Uhr früh ab in den Motorraum alle Schläuche überprüfen - nichts. Doch dann spritzt der Auspuf wieder ganz normal. Es dauert nach dem heftigen Segeln offensichtlich einfach länger, bis das System voll ist und der Auspuff zu spucken anfängt. So wird es Morgen - und ich habe mir wieder einmal eine Nacht um die Ohren geschlagen. Hoffentlich normalisiert sich der Wind bald.

Sonntag, 3. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 10. TAG

03.02.2019

Florian

Die letzte Ananas ist gegessen und die letzten Bananen zu Bananenkuchen verarbeitet. Ich beginne zu überlegen, ob sich unsere Vorräte ausgehen. Die Küche wird wohl kreativ sein müssen, um aus dem Vorhandenen ausreichende Mahlzeiten zu produzieren. Ich war gestern wieder dran zu kochen: Sojabohnen mit scharfem Sprimpsgeschmack mit scharfem Mi-Goreng, extra Mi und Bambusschoten; die scharfen Gewürze soweit als möglich weggelassen; dazu wurde Salat aus drei Paradeisern und Kraut darüber ein raffiniertes Dressing gereicht - das klingt doch wie in einem Haubenrestaurant. Es sieht allerdings anders aus. Aber wir sind satt geworden. Bei Angelo bin ich mir nicht ganz sicher, denn er isst etwa 1 1/2 mal so viel inder halben Zeit wie ich (wie macht er das blos?).

Ein anderes Schiff hat uns gestern aufgehalten, denn seine Genua ist verhängt und er kann sie nicht ganz ausrollen. Und natürlich das andere Schiff mit dem Netz in der Schraube auch. Die Nacht verläuft ruhig und der Wind wird schwächer und dreht mehr auf Ost. Bei meiner Morgenwache um 6 Uhr haben wir 7,5 Knoten aus 120° - nicht gut; der Baum beginnt zu schlagen.

Zwei Schiffe drehen um und versuchen das Netz aus der Schraube des "Bremsers" zu entfernen; keine ungefährliche Aufgabe bei Wellengang, aber so ist er langsam und kann seinen Motor nicht starten, denn er kann den Gang nicht mehr in den Leerlauf legen. Der Skipper des betroffenen Schiffes ist schon zu alt und kann die schwierige Aufgabe rein körperllich nicht mehr bewältigen. Währenddessen wechselt der andere "Bremser" seine Genua; auch nicht witzig auf einem wackeligen Schiff. Aber hoffentlich sind wir dann wieder voll einsatzfähig und hoffentlich dreht der Wind nicht weiter auf Ost oder wird wieder stärker. Man weiß nie, was als nächstes kommt und kann nur hoffen, jedes Problem lösen zu können. Bislang waren wir ganz gut darin. Die ESPERANZA hält sich aber auch vorbildlich!

Samstag, 2. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 9.TAG

02.02.2019

Florian

Der Wind hat uns endlich gefunden und wir machen gute 6,5 Knoten Fahrt. Die Zeiten, als wir gezittert haben, ob wir mit den anderen mitkommen sind vorüber. Wir segeln mit 80 % und das macht alles einfacher. Auch die Stimmung an Bord hat sich massiv gebessert. Ist es der Druck der wegfällt, ist es die CD zum Tag (nur eine aus Stromspargründen und damit es etwas Besonderes bleibt), die immer ein anderer aussuchen darf, oder dass ich zu Gunsten von Tanja auf mein tägliches Müsli verzichte und stattdessen mein selbstgebackenes Sauerteigbrot esse. Jedenfalls geht es nun harmonisch zu und die abgesteckten Grenzen werden akzeptiert.

Früh am Nachmittag bemerken wir, dass ein Schiff zurück bleibt. Auf entsprechende Nachfrage erfahren wir, dass es in ein Fischernetz geraten ist und sich der Motor zwar starten lässt, aber die Schraube blockiert ist. Die Besatzung schafft es das Fischernetz los zu werden, aber die Schraube sitzt weiterhin fest. Es ist zu gefährlich bei den vorherrschenden hohen Wellen unter das Schiff zu tauchen.
Wir warten, ich drehe bei und wir nützen die Zeit für ein Bad im Meer und eine kurze Süßwasseerdusche (die erste seit 9 Tagen) zum Abwaschen des Salzwassers. Das tut soooo guuuut!!

Weiter gehts mit halb angezogener Handbremse, aber die Gruppe bleibt zusammen. Die Nacht wird ein wenig stürmisch und wir bekommen eine ordentliche Salzdusche durch die Gischt, aber jetzt am Morgen ist alles wunderbar. Ganz dünne Cirruswolken am Himmel, die weiterhin Wind vorhersagen, eine strahlende Sonne, die angenehm wärmt, denn es ist kühl gewowrden. Ohne ein T-Shirt gehts in der Nacht nicht mehr.

Freitag, 1. Februar 2019

SRI LANKA - ÄGYPTEN, 8.TAG

01.02.2019

Florian

Zwischen mir und Tanja gibt es eine Aussprache. Nachdem sie zynisch gefragt hat, ob nun auch vorgeschrieben sei, wann sie ihren Karottenkuchen essen darf und mir breit und präpotent ins Gesicht grinst, platzt mir der Kragen. Ich mache ihr klar, dass sie Gast und Crew ist, ich der Skipper und verantwortlich für meine Crew und das Schiff bin und ich weder Zynismus noch Psychoterror an Bord dulde. Seither ist sie umgänglicher und hat offenbar ihren Platz an Bord akzeptiert. Eine solche Überfahrt ist eine körperliche und eine mentale Herausforderung; beides werden wir bewältigen, damit ich mein Schiff und meine Crew gut nach Ägypten in den Hafen bringe.

Der Wind weht leicht aber er weht. Wir tun, was wir könnnen und die anderen Schiffe warten auf uns. Auf einem Schiff geht ein schöner Thunfisch an den Haken und wir bekommen auch ein Stück ab - Übergabe bei voller Fahrt; kleine James-Bond-Aktion. Als alles verarbeitet ist, bittet Angelo mich, ihm kurz zu helfen. Als ich mich zu ihm drehe, hält er einen 60 cm Blauen Thunfisch an der Schwanzflosse - wir bekommen morgen also unsere Eiweisration im Übermaß.

Der Wind frischt auf und wir fliegen mit 6 Knoten durch die Nacht. Heute Morgen ein "negativer" Squall - kein Wind. Ich starte den Motor und - kein Wasser kommt aus dem Auspuff. Schock!! Also ab in den Motorraum Impellerpumpe zerlegen. Mittlerwiele ist wieder Wind und Tanja und Angelo machen ihre Sache gut. Mit dem Impeller ist alles in Ordnung, aber bei heftig wackelndem Schiff die kleinen Schrauben vom Pumpendeckel seitwärts liegend wieder anzuschrauben ist eine Herausforderung und beleidigt einige meiner Rippen - Zähne zusammenbeißen, raunzen hilft jetzt nichts! Als alles wieder zusammengebaut ist, starte ich den Motor erneut und - JUHUU! - Wasser spritzt - Patient gesund!

Der Wind bläst mittlerweile mit 16 Knoten und wir machen 7 Knoten Fahrt. Ich teile der Gruppe mit, dass wir aus Sicherheitsgründen unsere Geschwindigkeit auf 6,5 - 7 Knoten halten, denn sonst wird das hier zu einer Regatta, bei der wir nicht mitkönnen. Ich will mein Schiff und meine Crew gut und sicher ans Ziel bringen.