Freitag, 14. April 2017

ALLTAG IN MAUPIHAA

Florian

Ich nehme die Flex mit an Land und schleife alles, was so zu schleifen ist - allem voran das Werkzeug von Faimanu und Karinha für ihre Koprabewirtschaftung: Macheten, Hacken, Kopramesser (Pa´aro) und ein starker Ast mit einer Art Nagel daran, den ich zuspitze (damit werden die Kokosnüsse vom Boden aufgesammelt). Faimanu und Karinha testen die neuen scharfen Werkzeuge und bedanken sich mit einem breiten Lächeln - funktionieren nun viel, viel besser!


Das Wetter hat sich beruhigt und es herrscht sonnige Windstille. Hio und ich gehen seine Austern retten. Mit Säcken tauchen wir an den Leinen entlang - maximale Tiefe 32 m - schneiden die bereits großen Austern von den Schnüren, legen sie in die Säcke und bringen sie zum Boot. Maximal 15 Austern schafft man mit einer Fuhre, dann werden die Säcke zu schwer. 2 Tauchgänge unternehmen wir, dann ist die Luft in den Pressluftflaschen zu Ende und wir tuckern mit 50 Austern zurück. Hio wird die Austern nun säubern und die Perlenrohlinge in die Austern "hineinoperieren", diesen chirurgischen Eingriff nennt man in französisch Polynesien "greffée". Mit unserem Trauchkompressor kann ich unsere Tauchflaschen wieder füllen - für Hio natürlich eine große Hilfe.

Nach getaner Arbeit packe ich meine Laufschuhe und möchte ans Südende der Insel. Als die Straße nach 7 km zu Ende ist, liegt noch Insel vor mir, also arbeite ich mich über den Strand und dann durch das Dickicht bis ans Südzipfel der Insel weiter; das ist Schwerstarbeit in der hüfthohen Botanik, aber irgendwie komme ich doch durch und stehe schließlich am südöstlichen Außenriff. Von dort laufe ich über das Riff zurück nach Norden und sehe dabei viele große Kaurischnecken, allerdings bereits stark abgescheuert - egal, ich kann sie beim Laufen eh nicht mitnehmen. Schließlich finde ich einen Weg, der mich quer über die Insel zurück zur Straße bringt und laufe wieder nach Norden. Ich bin schon sehr müde und erbitte mir bei einem Haus eine grüne Kokostrinknuss, die mir mit einem Lächeln gerne gegeben wird. Vom Kokoswasser erfrischt schaffe ich nun die letzten 4 km zurück zum Haus von Faimanu und Karinha. Das Bad im Meer nach 2 Stunden Expedition ist göttlich!

Ich habe mein Klavier mitgebracht und trotz meiner müden Beine gibt es ein kleines "Klavierkonzert" - das erste Klavierkonzert überhaupt auf und in der Geschicht von Maupihaa. Faimanu und Karinha ist zunächst neugierig, verlieren aber rasch ihr Interesse am Klavier - das ist dann doch zu Anders für sie; Gitarre und Ukulele kommt besser an.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen