Donnerstag, 23. Juli 2015

SOMMERPAUSE

Wir danken euch für euer Interesse, eure vielen e-mails und Kommentare, aufmunternde Worte in schwierigen Momenten und technischen Rat bei Problemen - es ist schön zu wissen, dass "da draußen" jemand ist, der einen in Gedanken unterstützt und begleitet.

Wir machen jetzt "Urlaub im alten Leben" - zu Hause in Österreich. Am 22. September sind wir wieder zurück in Panama, dann geht es weiter. Da wir ja durch den Panama Kanal und den Pazifik wollen, ist für Spannung gesorgt - aber - es soll ja nie fad werden...

Alles Liebe und FAIR WINDS

Florian & Martina


R U N D U M A D U M
FLORIAN & MARTINA SEGELN UM DIE WELT
V O R T R Ä G E   2 0 1 5


·        18. August, 18 Uhr: „Schmausen und Staunen“
Das erste Jahr – Von Italien in die Karibik
mit Karibischem Buffet, EUR 29,00,
Aggsteiner Hof, Aggstein 13, 3642 Schönbühel-Aggsbach,
Anmeldung 02753/8350

·        3. September, 19 Uhr: Das zweite Jahr – Durch die Karibik
Raiffeisen-Forum, F.-W. Raiffeisenplatz 1, 1020 Wien
Eintritt frei!


·        18. September, 19 Uhr: Das zweite Jahr – Durch die Karibik
Naturparkzentum Ötscher-Basis, 3223 Wienerbruck Annaberg/Niederösterreich
Eintritt frei!

Mittwoch, 22. Juli 2015

GOODBYE PANAMA

Martina

Am 20.7. wurde unsere Esperanza aus dem Wasser gehoben. Es war eine Perfektionsarbeit wie wir sie noch nie hatten. Der Kranfahrer ist, nachdem wir in der Box lagen und die Gurten bereits unter unserer Esperanza durchgeführt waren, höchst persönlich ins Wasser und hat die Position der Gurten noch einmal genau überprüft. Dann wurden die beiden Gurten noch mit einem Seil verbunden, damit sie auf keinen Fall mehr verrutschen können. Erst dann wurde die Esperanza vorsichtig gehoben. Der Kran hatte auch eine Waage, und wir haben unserer Esperanza immer unrecht getan, sie hat nicht 16 Tonnen sondern nur 13,8 t. SORRY, so etwas sollte man bei einer älteren Dame nicht tun, ich hoffe sie verzeiht uns!!



Unter dieser professionellen Betreuung haben wir uns sehr schnell entspannt, und warteten, bis das Unterwaserschiff abgespritzt war und wir an unserem Zwischenstandort im Arbeitsbereich gut abgespreizt geparkt wurden.


Ab diesem Moment ist uns die Zeit davon gelaufen, wir hatten noch jede Menge vor unserer Abreise zu tun. Motor spülen, Seeventile schmieren, Auspuffschlauch demontiert, Segel geborgen, Dingi an Deck gut verstaut und abgedeckt, Bilge trocken gelegt, Leinen spülen und trocknen. Aufgrund der extremen Luftfeuchtigkeit müssen wir die Wäsche waschen und sehr gut trocknen und dann in Vacuumsäcken verpacken. Nach Recherchen im Internet soll es auch helfen, wenn man die Oberflächen im Schiff mit Essigwasser abwischt und ansprüht, das soll Schimmelbildung verhindern. Leider kämpfen wir seit Panama/San Blas mit Schimmelbildung.



Das Großsegel war leider durch den vielen Regen ganz nass. Wir haben es zwei Tage lang zwischen 2 Palmen aufgehängt um es trocknen zu lassen. Jedes mal, kurz bevor es trocken war, hat es wieder geschüttet. Am letzten Tag hatten wir dann das Glück, dass es für ein paar Stunden trocken war, und das war dann die Chance das Segel rasch zu bergen und einzupacken.

Gestern waren wir dann noch schnell mit dem Mietauto in Panama City um ein SIGMA ECOFLEET 530 Antifouling, und sonst noch einige Ersatzteile für die Esperanza zu kaufen. Das Sigma war zwar Blau und nicht rot, außerdem war es eine angefangene halbe Tonne und keine Ganze, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Wenn es sich bis zum Anstrich im September hält, haben wir uns viel Geld erspart.Willkommen in Panama!


Wir haben alles geschafft, heute um 10 h  wurde unsere Esperanza in den Sicherheitsbereich verlegt, und dort muss sie jetzt 2 Monate auf uns warten. Wir haben sie etwas schräg nach hinten geneigt abstellen lassen, damit das Regenwasser sofort und komplett abrinnen kann. Mehr können wir nicht mehr für sie tun!





Montag, 20. Juli 2015

PANAMAKANAL, p.s.

Florian

Wir sind zwar durch den Panamakanal durch, aber einige "Kleinigkeiten" hat Martina gestern verschwiegen.

Der Advisor vom zweiten Tag war wirklich schlecht. Kommt verspätet, weswegen der ursprüngliche Fahrplan durcheinander geraten ist. Auch seine Anweisungen waren eher planlos und haben sich permanent geändert. Als wir zur vorletzten Schleuse zum Hinunterschleusen kamen, wollte er, dass wir anlegen und auf das nachkommende Schiff warten und nicht gleich in die Schleusenkammer einfahren. Und dabei ist es passiert. Da er nicht klar erklärte, wo wir anlegen sollten, war die Kaimauer plötzlich zu nahe und die ALIEN krachte dagegen - es ist uns allen durch Mark und Bein gegangen. Die Scheuerleiste wurde ordentlich verbogen und einige große Kratzer sind an der Bordwand entstanden. Die Stimmung war danach eher am Tiefpunkt und Martin war entsprechend wütend auf den Advisor.

Ich hatte außerdem für 16 Uhr ein Mietauto bei FOX Rent a Car am Flughafen in Panama City gemietet. Als sich abzeichnete, dass wir Verspätung haben würden, versuchte ich die Mietwagenfirma auf deren Hotline anzurufen - 3 mal ca. 25 Minuten - alles was ich hörte war die Warteschleife mit sanfter Klaviermusik. Als wir schließlich um 18:45 Uhr am Flughafen waren, war kein Mitarbeiter von FOX mehr da und als er von einer Kollegin angerufen wurde, teilte er mir mit, dass er kein Fahrzeug mehr habe. Ich sei ein "no show" - also unentschuldigt nicht erschienen. Na ich war satt! Alle Erklärungen waren sinnlos. Schließlich musste ich bei einer anderen Mietwagengesellschaft ein Auto mieten - natürlich erheblich teurer; aber wenigstens konnten wir zurück nach Colon.

Es war also eine abenteuerliche Panamakanal-Durchquerung.


Samstag, 18. Juli 2015

SUPER, SPANNEND, AUFREGEND

Martina

Ein Erlebnis, das für viele unerreichbar ist: Eine Fahrt durch den Panamakanal.

Zur Erklärung: Jedes Schiff muss 4 x 40 m Festmacherleinen,  4 Linehandler die die Festmacherleinen bedienen (wir waren Linehandler), und einen Steuermann schleusen. Es gibt viele Möglichkeiten geschleust zu werden. Entweder man wird im Paket bis zu drei Yachten zusammen gehängt, dann müssen nur 2 Linehandler arbeiten, oder man hat das Glück und liegt längsseits an einem größeren Schiff, dann hat man gar nichts zu tun. Oder man schleust alleine in der Mitte des Hafenbeckens!
Martin und Conny von der SY Alien haben uns gebeten ihnen bei der Durchfahrt durch den Panamakanal als Linehandler zu gehen. Wir haben sehr gerne zugesagt, denn so wissen wir was kommendes Jahr auf uns zukommt.
Martin hat uns am Nachmittag aus der Shelter Bay Marina abgeholt und dann ging es sofort zum zugewiesenen Ankerplatz, um auf den Panamakanal Advisor zu warten. Kurz vor 16 h kam Fernando an Bord und es hieß sofort: "Are you ready to go?"


Anker auf und hinter einem dicken Brummer hinein in die erste Schleuse. Es gibt jeweils 3 Schleusen hinauf und drüben wieder 3 Schleusen hinunter. Dazwischen liegt der riesige Gatunsee!


Nachdem jetzt absolute Nebensaison für Segelschiffe ist, wurden wir alleine geschleust. Das bedeutet, dass alle 4 Linehandler zum Einsatz kommen und jeder eine große Verantwortung hat.
Unsere Aufgabe als Linehandler war die 40 m Leinen beim Hinaufschleusen immer wieder gut dicht zu nehmen, damit das Schiff schön in der Mitte der Schleusenkammer gehalten wird. Die 305 m lange Schleusenkammer wird in ca. 5 Minuten mit unglaublichen 100.000.000 l Wasser gefüllt. Dabei entsteht eine starke Strömung in der Schleusenkammer und die beiden Linehandler am Bug müssen ihre Muskelpakete ganz schön spielen lassen.



Übernachtet wird dann am Gatunsee, und am nächsten Morgen kommt ein neuer Advisor an Bord.



Für die Bordfrau ist das ebenfalls eine Herausforderung. Nicht nur, dass sie die Verantwortung um Ruder hatte, musste sie auch die Mannschaft 2 Tage verköstigen. Es gab Gulasch und Apfelstrudel, welch ein Luxus in der Karibik, DANKE CONNY!


Der neue Advisor war für 6 h in der Früh angesagt, doch wer nicht kam, war er! Endlich um 9:15 kam er dann, hatte gleich einen riesen Stress und forderte den Kapitän auf, die 30 Seemeilen nach Möglichkeit mit 6 Knoten zu fahren, da wir in Zeitnot sind. Na super, er kommt zu spät, und dann macht er Stress. Die angeblich letzte Chance für die Schleusung hinunter in den Pazifik ist gemeinsam mit einem Containerschiff um 16 Uhr. Dieses Containerschiff ist ein richtiger "Panamax", max 32,3 m breit und max.12 m Tiefgang. Für die Schlepper ist es eine Millimeterarbeit diesen Dicken in die Schleusen zu manövrieren.


Nach der Pedro-Miguel-Schleuse und dem Miroafloressee, sowie den beiden Miraflores Schleusen wird man in den Pazifik entlassen.


Was für ein Gefühl, wir sind alle glücklich und erleichtert, dass alles gut gegangen ist. Unser Blick fällt noch auf die Bridge of the Americas, und dann wird es Zeit, dass wir uns von Martin und Conny verabschieden. Ein Abschied auf  unbestimmte Zeit, möglicherweise gibt es ein Wiedersehen in Französisch Polynesien. Dann geht´s mit dem Taxi und Mietauto wieder zurück auf unsere Esperanza. Um 1/2 2 h in der Nacht fallen wir zufrieden in unsere Kojen.


Freitag, 17. Juli 2015

WARTUNGS- UND ABSCHLUSSARBEITEN

Florian

Ich bin noch immer auf der Suche nach Sigma Ecofleet 530 als Antifouling für unsere ESPERANZA. Wenn man hier keinen Tanker hat, bekommt man die Dinge nur sehr schwierig.

Dafür gehen die notwendigen "Einsommerungsarbeiten" gut voran. Alles wird mit Süßwasser gewaschen: die Ankerkette, der Außenbordmotor, der Innenbordmotor, das Deck, die Segel -  und wir selbst.



Der Wasserfilter wird auch getauscht.


Martinas Stabmixer geht kaputt und ich muss mit einer Notlösung aushelfen.


Wir haben die Panamaleinen (4 Stück zu je 40 Metern) und die Autoreifenfender für die SY ALIEN übernommen, denn morgen geht es durch den Panamakanal! Das wird sicherlich ein tolles Erlebnis.


Donnerstag, 16. Juli 2015

GUT ANGEKOMMEN

Martina

Das Anker - auf  Manöver hat heute wieder einige Zeit in Anspruch genommen, denn der Ankergrund in Portobelo ist fester Schlamm. Die Ankerkette war ein einziger Gatschhaufen. Mit Kübel und Bürste bewaffnet habe ich Meter für Meter der Kette von Schlamm und Dreck befreit.
Freudig ging es dann um 10 h los Richtung Panamakanal. 20 Seemeilen lagen vor uns bis in die Shelterbay Marina die gleich hinter dem Wellenbrecher der Kanaleinfahrt liegt. Dort haben wir unserer Esperanza schon vor Wochen ein Platzerl reserviert, damit wir in aller Ruhe nach Hause fliegen können.
Es wurde ein herrlicher Leichtwindsegeltag mit 8-10 Knoten aus der richtigen Richtung, wenig Welle und und zartem Sonnenschein. Irgend jemand wollte, dass uns der letzter Segeltag bis zu unserer Rückkehr im September in bester Erinnerung bleibt.
Mit der Annäherung an die Panamakanaleinfahrt stieg auch unser Adrenalinspiegel. Viele Tanker, Frachter und Pilotboote stehen, fahren oder treiben vor der Einfahrt herum. Zuerst schaut alles etwas unübersichtlich aus, doch je näher man kommt desto klarer wird die Lage.




1 Seemeile vor der Hafeneinfahrt musste sich Florian noch einmal bei der Cristobal Signalstation über Funk melden und um Einfahrtserlaubnis bitten. Wir werden gebeten noch ein großes, hinausfahrendes Containerschiff abzuwarten, aber danach dürfen wir den großen Einfahrtsbereich Richtung Shelterbay Marina kreuzen. Machen wir gerne, denn zu nahe wollen wir die dicken schnellen Brummer sowieso nicht haben.




Jetzt liegen wir wie in Adams Schoss und freuen uns riesig, dass wir unser 2.Segeljahr sicher und mit bedeutend weniger Reparaturen gesund geschafft haben.


Mittwoch, 15. Juli 2015

T-REX

Florian

Unser Aufenthalt in Portobelo neigt sich dem Ende zu. Am Mittwoch wollen wir in die Shelter Bay Marina in Colon, da wir unseren Freunden von der SY ALIEN am Freitag bei ihrem Transit durch den Panama Kanal als Linehandler helfen. Am Dienstag Abend war daher Einsatzbesprechung bei uns an Bord. Und wir haben die neue Decksbeleuchtung genossen, die ich montiert habe; eine große LED unten am Radar und das Deck ist hell ausgeleuchtet.


Die Highlights in Portobelo: die Walfahrtskirche mit Jesus Negro einer schwarzen Christusstatue.


Und auch die Schreie der Brüllaffen im Dschungel werden mir in Erinnerung bleiben. Sie schreien ganz besonders, wenn Regen im Anmarsch ist. Und es klingt so wie bei Jurassic Park, wenn ein T-Rex sich ankündigt; oder wie aus einem Horrorfilm - entrisch!


Und übrigens - wenn eine Glühbirne zwei Kontakte unten am Sockel hat, dann ist das der Plus und der Minuspol - und die Fassung ist in diesem Fall keine Kontaktstelle für den Strom. Fast alle unserer Glühbirnen funktionieren jetzt wieder (obwohl wir sie eh nicht mehr brauchen). Und bei LED Leuchtkörpern weiß ich nun, dass man die nicht falsch anschließen soll - da gehen sie gerne kaputt (aber dafür gibt´s dann eben eine neue LED Decksbeleuchtung).