Donnerstag, 10. April 2014

HANDYMEN & WOMAN

Martina

Unsere 9 Monate alten Fender sind leider von den starken UV Strahlen schon teilweise ganz pickig geworden. Wir haben uns jetzt eine Farbe gekauft, die Plastikboote und Fender schützen soll. Also zuerst gut abschrubben, dann mit Schmirgelpapier anschleifen, und danach 2 x streichen. Jetzt schauen sie wieder fast wie neu aus, und sie kleben nicht mehr. Hoffentlich hält das einige Zeit, denn so ein blöder Fender kostet über 45 Euro, und wir haben 8 Stück plus einen großen Kugelfender.



Florian macht sich in der Zwischenzeit an die Arbeit an Bord, und repariert kunstvoll unser Gräting. Es wird sicher wieder wunderschön, und wir sparen uns 500 US$.




Mittwoch, 9. April 2014

FORTSCHRITTE

Florian

Ich habe die Ersatzteilliste für die Reparatur an den Volvo Penta Mechaniker in der Wiener Kuchelau geschickt und hatte am nächsten Tag die Preise – das ist ein Service! Jetzt geht endlich was weiter. Martinique darf weiter schlafen. Die Teile habe ich also jetzt in Wien bestellt – das geht schneller – verrückt, aber so ist es.
Martin (mein Qualitätsmanager) wird mit seiner SY ALIEN nächsten Dienstag herausgekrant. Dann sollte er mit den Arbeiten an seinem Schiff fertig sein, wenn seine Dienste bei meiner Motorreparatur benötigt werden. 
Übrigens habe ich angefragt, wie viel das Streichen des äußeren Oberwasserschiffes (also nur das weiße) kosten würde (die Farbe ist 10 Jahre alt und gehört erneuert). Man hat gemeint man können mir ein günstiges Angebot machen, da sie derzeit keine Arbeit hätten. Antwort: USD 11.800,00 – kein Scherz; und sie müssten dazu den Mast legen, da das Schiff sonst nicht unter ihr Flugdach passt.

Wir werden uns also die Malerlatzhosen anziehen und die Sache wieder einmal selber machen.

Dienstag, 8. April 2014

DIE KEHRSEITE

Martina

Jetzt sind wir schon wieder eine Woche in der Grenada Marine, und es geht nur sehr schleppend weiter. Manchmal habe ich das Gefühl die Zeit läuft rückwärts. Die versprochenen Termine mit dem Mechaniker werden entweder nicht eingehalten, weil der Mechaniker nicht anwesend ist, und es gibt noch immer keine Preise aus Martinique. Wir haben das Gefühl der Volvo Penta Chef aus Martinique hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben uns einen Motor zu verkaufen. Lassen wir sie noch ein wenig zappeln, dann kaufen sie vielleicht doch noch einen neuen Motor!!!!
Der Tischler würde für das Gräting 500 US$ verlangen also auch total verrückt, ja und so geht es weiter.
Jetzt haben wir die Kehrseite der schönen Karibik, wer Hilfe braucht der zahlt!!
Die Stunden am Computer mit den diversesten Recherchen verfliegen, und somit ergeben sich dann doch immer wieder neue Möglichkeiten den Herrschaften nicht völlig ausgeliefert zu sein.
Diese Lage kostet uns einige Nerven, und wenn´s dann noch viel regnet, ist es auch in der Karibik nicht mehr sooooooooooooo schön. Da kann es dann schon ganz schön eng auf unserem Schiff werden.



Montag, 7. April 2014

TISCHLER

 Florian

Heute habe ich endlich das in Reggia di Callabria beim Motorausfall durch die Hafenmole „angebissene“ Gräting am Bugspriet abgebaut und zum hiesigen Tischler zwecks Kostenvoranschlag getragen.





Mal sehen, was der denn so dafür haben will. Wenn´s realistisch ist, dann lege ich mich lieber an den Strand und lass ihn werken. Falls nicht, dann werde ich wohl in den Holzkeller der ESPERANZA müssen, ein passendes Stück Teakholz suchen, die Hobelmaschine anwerfen und das Ding selbst zusammenbasteln.


In Sachen Motor warten wir noch immer auf die Information von Volvo Penta Martinique (ja genau, die, die mir den neuen Motor verkaufen wollten), ob, wann und zu welchem Preis es die benötigten Ersatzteile gibt. Eigentlich hätte ich dies ja bereits letzten Donnerstag haben sollen, aber in der Karibik gehen die Uhren eben ein wenig langsamer. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Samstag, 5. April 2014

821. HASH RUN

Martina

Seit Florian über den wöchentlich stattfindenden "Hash run" bescheid weiß, war klar, dass er dabei sein möchte. Ein Hash ist ein durch Papierschnitzel markierter Pfad durch den Dschungel. Jede Samstag um 16h findet dieser Lauf an einem anderen Ort auf Grenada statt. Es ist keinerlei Anmeldung notwendig, wer da ist macht mit, ob jung ob alt, laufend oder gehend, alle haben ihre Freude an der Bewegung. Hasher sind laut Eigendefinition "Drinkers with a running problem".


Florian hat das eher sportlich gesehen, wobei ich das ganze vorsichtig angegangen bin, denn ich wollte nur gesund ins Ziel kommen. Heute war es laut Hash house harriers (das ist der Club) eine eher kurze aber anspruchsvollere Strecke. Steil bergauf und wieder steil bergab, über Buschwerk und durch ausgetrocknete Bachbette und unter Bäumen durch, durchs Unterholz und wieder steil, und wieder steil, und wieder steil......... Florian brauchte für die 3,69 km lange Strecke 37 Minuten - das sagt wohl alles. Ich habe schon befürchtet einen Abschleppdienst zu brauchen, meine Knie waren am Ende schon sehr beleidigt, aber ich hab`s geschafft.



Florian war natürlich bei den Ersten dabei, es gab dafür aber keine extra Belohnung, er hatte nur einen Biervorsprung zu mir ;-))
Anschließen gab`s natürlich laute Musik, kühles Carib Bier und Oil down.
Eine sehr nette Veranstaltung, die es leider in Österreich nicht gibt.


Donnerstag, 3. April 2014

GRENADA MARINE

Florian

Grenada Marine ist einer von zwei Werften hier auf Grenada. Man kann hier sein Schiff aus dem Wasser heben und Reparaturen durchführen oder es aufbewahren lassen. Das Areal wurden aus dem Dschungel gehackt und daher gibt er hier natürlich Mosquitos aber auch Sandflöhe (Sandflies) - das nehme ich zumindest an, denn es juckt am Abend an den Beinen, obwohl ich noch nie so eine Sandfly gesehen habe. Mit dem örtlichen Insektenschutz - Citronella - lässt sich das Problem aber ganz gut bekämpfen. Martina hat jetzt auch ein Gelsennetz für unseren Niedergang genäht.


Wir haben hier Duschen sogar mit Wasserdruck und Warmwasser (welch Luxus) ein nettes Strandlokal,


Münzwaschmaschinen und ein Geschäft für Yachtzubehör und natürlich alle Gewerke, die man für Yachten braucht, so auch unseren Volvo Penta Mechaniker.


Wir warten derzeit auf die Information ob und zu welchem Preis sie die Ersatzteile bekommen, die wir für unsere Motorreparatur benötigen. Lieferant ist Volvo Penta Martinique, also jener Frank Agren, der mir den neuen Motor verkaufen wollte. Die Preise waren mir von Stefan - dem örtlichen Leiter der Volvo Werkstatt - bis gestern 15:00 Uhr zugesagt. Heute hat er urgiert und hofft die Informationen bis Montag Nachmittag zu bekommen. Als ich mit einem Lächeln hinzufügte "so Gott will" - musste auch er lachen. Hier ist nichts sicher oder fix - wir sind in der Karibik.



Dienstag, 1. April 2014

KEIN APRILSCHERZ

Florian

Als wir mit dem Dingi von unserer Grillparty am Strand zur ESPERANZA zurückkehrten – Schock! – die ESPERANZA liegt längsseits von ALIEN, allerdings ihr Heck beim Bug von ALIEN. Als wir ankerten war eine Strömung von ca. 1-2 Knoten und ESPERANZA und ALEIN lagen mit 10m Abstand ruhig nebeneinander. Die Strömung hatte offensichtlich gedreht, allerdings der Wind gegen die Strömung gearbeitet. Das Heck der ESPERANZA wurde offenbar durch die Strömung in Richtung Anker geschoben, der Bug durch den Wind allerdings gegen die Strömung, die SY ALIEN hat sich offenbar als ganzes mit der Strömung bewegt, sodass schlussendlich die ESPERANZA vor den Bug der ALIEN vorbeigeschrammt ist und sich in entgegen gesetzter Richtung längsseits gelegt hat. Dabei hat ALIEN an der Scheuerleiste der ESPERANZA „geknabbert“





und die Halterung vom Relingdraht ausgerissen bzw. abgebrochen, und das Bimini ist durch die Spannung gerissen.



Bei der ALIEN ist die Abdeckung des grünen Positionslichtes, das am Bugkorb befestigt war, aus dem Rahmen gedrückt worden und das Glas lag am Deck der ESPERANZA.

Die Sache hat glücklicherweise glimpflich geendet. Beim Gewicht der beiden Schiffe hätte der Schade wesentlich größer sein können.

Martin verlängerte die Ankerkette der ALIEN und diese entfernte sich von der ESPERANZA. Wir hielten Ankerwache und mussten die beiden Schiffe mehrfach voneinander wegdrücken, damit diese nicht wieder kollidierten. ESPERANZA lag quer zum Wind (15-18Kn), ALIEN drehte munter ihre Runden in der Strömung. Um ca. 1 Uhr früh kippte die Strömung wieder und beide Schiffe legten sich wieder parallel zueinander und der Spuk hatte ein Ende.
Ich konnte endlich ein paar Stunden schlafen. Bei Sonnenaufgang knapp vor sechs entschieden wir allerdings sofort nach Grenada zur Werft der Grenada Marine in St.Davids Harbour aufzubrechen.
Die Überfahrt war wieder geprägt von Strömungen, die uns bei jeder Insel zittern ließen, ob wir genügen Höhe segeln konnten, um in Luv vorbeizukommen. Mit Motorunterstützung schafften wir es schließlich östlich an der Inselgruppe beim Unterwasservulkan „Kick´em Jenny“ vorbeizusegeln und ebenfalls östlich von Bird Island an der Nordspitze von Grenada. Bei hoher Welle ging`s entlang der Küste nach Süden und schließlich bogen wir zwischen Brechern in die Bucht St. Davids Harbour ein (die eigentlich gar keinen Hafen hat und ihren Namen noch von den Gewürzseglern hat).
Geschaffft!!! Der Anker fällt im hinteren Winkel der Bucht auf 6 Meter.



Jetzt können wir ESPERANZAs Wunden der letzten Nacht reparieren und endlich den Motor ein für – hoffentlich – alle Mal bzw. lange Zeit sanieren.