Freitag, 21. März 2014

ENTSCHEIDUNG

Florian

Der örtliche Techniker hat uns heute die unangenehme Wahrheit präsentiert. Er kann die Arbeiten realistisch nur bis 7.April fertig stellen, sodass wir es nicht mehr rechtzeitig in die BVIs schaffen, um Martinas Trauzeugin zu treffen, und der Tischler verlangt EUR 4.500,00 statt ursprünglich geschätzter EUR 1.200,00 für die Holzarbeiten (insbesondere neues breiteres Fundament für den neuen Motor). Auch benötigen wir jedenfalls eine neue Schraube und eine neue Welle. Tutti - completto kommen wir also auf ca. EUR 23.000,00.

Allerdings haben wir eine sinnvolle – und vom technischen Endergebnis womöglich auch bessere – Alternative. Wir werden nach Grenada segeln, dort das Schiff bereits jetzt aus dem Wasser heben, den Motor ausbauen und einer kompletten Renovierung unterziehen. Einerseits teilen mir diverse Mechaniker mit, dass unser Motor ein „alter Büffel“ ist, bei dem noch alles überdimensioniert ist – also ein Motor für die Ewigkeit. Anderseits wäre der Motor nach einer Komplettrenovierung quasi wie neu. Einziges Fragezeichen ist, ob wir alle Ersatzteile noch bekommen. Aber auch da hat mir der Volvo Penta Mechaniker in Wien eine eher positive Rückmeldung gegeben. Also wenn wir die Teile nicht auf Grenada bekommen, dann werde ich sie eben im Sommer in Österreich kaufen. Bei dieser Variante besteht kein Zeitdruck, da das Schiff dann bis Ende September – also 6 Monate - aus dem Wasser wäre, und kostet nur ca. ¼ der Variante mit einem neuen Motor.

Unsere fact finding mission hier auf St. Lucia hat uns also von Variante 1 :„mir wird schlecht“ zu Variante 2: „das klingt ja gar nicht so schlecht“ geführt. Wieder einmal hat das Schicksal anderes mit uns vor, als wir geplant hatten.

Zur Entspannung werden wir uns morgen eine Inselrundfahrt mit einem Mietauto gönnen und am Sonntag Abend – da sollte der Wind optimal sein - geht’s dann ab Richtung Süden, zurück nach Grenada in die Tyrell Bay auf Carriacou als Zwischenstopp.

Mittwoch, 19. März 2014

RODNEY BAY MARINA

Martina

Wir haben Case Pilote gestern um 9h verlassen. Unser Ziel ist die Rodney Bay Marina, wo möglicherweise ein neuer Motor eingebaut wird. Möglicherweise deshalb, weil es vom Werkstättenleiter abhängt, ob er einen neuen Motor in unser Schiff bis 31.3. einbauen kann. Falls nicht, würden wir gleich zurück nach Grenada segeln, und uns in aller Ruhe dort einen neuen Motor einbauen lassen.
Dies würde aber bedeuten, dass wir jetzt nicht auf die BVI segeln können, denn ohne verlässlichen Motor durch die Riffe zu navigieren wäre viel zu riskant.
Unsere Überfahrt war wieder gespickt von Fallböen, hoher Welle und teilweise starker Gegenströmung. Aber unsere Esperanza konnte das nicht erschüttern, mit einer unglaublicher Zielstrebigkeit schneidet sie sich durch die Wellenberge. Ohne zu ächzen, zu knarren oder zu stöhnen. Es wurde uns erst gestern so richtig bewusst, dass sie uns seglerisch noch nie im Stich gelassen hat.
Unser Motor hat uns dann die letzte Seemeile in der Bucht und im Kanal zur Marina auch nicht im Stich gelassen. Vielleicht hat er ja doch eine Seele und verabschiedet sich mit aller Ehre. Aber für uns ist fix, es hat seine letzte (Motor)Stunde geschlagen.
Planmäßig haben wir die Marina um 17h erreicht und warten auf die morgige Begutachtung des Mechanikers.
Detail am Rande: Eigentlich wollten wir St.Lucia so wie auch damals Barbados auslassen, aber wie man sieht bestimmt unsere Esperanza wo`s hin geht!!



Frische Früchte vom Bootverkäufer


MOTOR

Florian

Frank von Volvo Penta war unseren Motor besichtigen. Eine Renovierung des Motors würde er nicht machen; es gäbe keine Ersatzteile mehr dafür. Also neuer Motor - damit hatten wir irgendwie eh gerechnet. Der Einbau könnte in der Rodney Bay Marina auf St. Lucia durchgeführt werden; er würde die Kosten grob kalkulieren und uns am nächsten Tag Bescheid geben.

Heute um 10:00 Uhr kam Frank also wieder und machte weitere Vermessungen.



Zu den Kosten konnte er noch nicht sehr viel sagen - lediglich der Kaufpreis für den Motor (ein Volvo Penta D2-55) würde EUR 11.900,00 betragen. Um 14:00 Uhr würde er mehr wissen.

Um 14:00 Uhr standen wir bei ihm im Büro. Die Kosten addierten natürlich entsprechend: Kupplung, Welle und Propeller ca. EUR 1.400,00, neues Auspuffsystem EUR 600,00, Installationskosten für den Motor EUR 2.800,00 und Kosten für die Holzarbeiten 1.200,00, mit den Kleinigkeiten würden sich die Kosten auf insgesamt EUR 18.700,00 belaufen.

Wir dankten uns sagten eine Entscheidung bis morgen Früh zu - über so etwas muss ich schlafen.

Montag, 17. März 2014

KREOLISCHE SHRIMPS

Ein 10 Minuten Gericht!!

Große tiefgekühlte King Prawns mit Schale auftauen, die Schale und den Darm entfernen - salzen, pfeffern und mit Zitrone beträufeln.
3-4 Jungzwiebeln fein schneiden, 2-3 grüne Paprika in ganz kleine Würfeln schneiden, 2-3 Knoblauchzehen klein schneiden.

Zuerst die Shrimps in Olivenöl kurz aber scharf anbraten und herausnehmen, in der selben Pfanne die Jungzwiebeln und den Paprika durchrösten, dann den Knoblauch dazu. Mit Petersilie, frischem Thymian, Salz und einem halben Suppenwürfel würzen.
Eine Dose geschälte Tomatenstücke dazu geben, mit Tabasco je nach Schärfegrad abschmecken ( es sollte aber doch scharf sein), ca 5 Minuten köcheln lassen, und dann die Shrimps für ca 3 Minuten oben drauf legen, Deckel drauf und bei geringer Hitze durchziehen lassen.


Uns hat´s geschmeckt, und Florian hat geschwitzt!!

Sonntag, 16. März 2014

HILFE

Martina

Meine Lieben,
wieder ein Mal könnten wir Hilfe gebrauchen.
Wir liegen vor der Volvo Penta Werkstätte in Case-Pilote auf Martinique, und haben den Geschäftsführer Frank aus Schweden um Hilfe gebeten. Er meinte, sie  hätten sehr viel zu tun, und wir sollten doch nach Le Marin fahren. Florian erklärt ihm, dass wir die lange Einfahrt ohne Motor nicht schaffen würden. Er wird überlegen, und einen Mechaniker heute um 15h bei unserem Schiff vorbei schicken.

Kennt irgend jemand von euch jemanden "Wichtigen" bei Volvo Penta, der für uns intervenieren könnte, damit sie uns hier helfen!!

D A N K E



Samstag, 15. März 2014

MOTOR DA CAPO 2.TEIL

Florian

Um 6 Uhr früh werden wir von Fischern geweckt. Wir haben in deren Fangbereich geankert. Ich erkläre ihnen mühsam, dass unser Motor kaputt ist und wir daher den Anker nicht aufziehen und uns verlegen können. Daraufhin holen sie händisch unseren Anker in ihr Fischerboot und führen uns zweihundert Meter weiter aus ihren Fischereigründen und werfen unseren Anker wieder ins Wasser.


Da wir also schon munter sind mache ich mich sofort an die Reparatur unseres Motors. Ich zerlege den gesamten Kühlwasserkreislauf und baue den Wärmetauscher (Süßwasser - Salzwasser) aus. Wir schrauben ihn auf und finden viele kleine und größere Kalksteinchen. Danach spülen wir ihn mit 33 % Salzsäure – es schäumt und sticht in der Nase – meine Badehose bekommt auch einiges ab – dies ist nun endgültig kaputt.


Schließlich als alles gut gereinigt erscheint baue ich alles wieder zusammen. Der Motor läuft wieder, aber wir trauen ihm nicht mehr, da aus dem Vorratsbehälter der Kühlflüssigkeit Rauch kommt – der gehört dort nicht hin; womöglich eine Zylinderkopfdichtung undicht? Mein lieber Schwiegervater – Daniel Düsentrieb ist ein Lehrbub gegen ihn – teilt meine Vermutung. Wir haben uns bereits entschieden unseren Motor einer eingehenden Überprüfung bei einer Volvo Penta Fachwerkstätte zu unterziehen. Glücklicherweise befindet sich 4 sm südlich (also dort wo wir gestern vorbei gesegelt sind) in Anse de Case-Pilote die Regionalvertretung von Volvo Penta.

Zunächst motoren wir wie auf rohen Eiern, dann kommt Wind auf – natürlich auf die Nase – und wir kreuzen – dafür ohne Motor. Schließlich sind wir dort und legen uns längsseits in den kleinen Hafen unmittelbar vor das Transparent von Volvo Penta Inboardmotor Service. Wir sind mit den Nerven fertig. Martina und ich sind einig, dass wir – falls notwendig – eine neuen Motor kaufen werden; wir haben genug von diesen Basteleien und wollen eine zuverlässige Maschine (und unsere Nerven schonen). Am Montag wissen wir mehr!



Zur Entspannung – und da wir jede Hilfe brauchen können – gehen wir in die Samstagabendmesse in die kleine Kirche. Diese ist gesteckt voll. Anschließend findet man an mehreren Plätzen der kleinen Ortschaft Grillstände mit einigen Tischen, an denen die Einheimischen ihren Samstagabend verbringen. Und am Hauptplatz gibt es aus Lautsprechern – laute und euphorische Reden der Bürgermeisterkandidaten zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl.



Zuletzt noch eine gute Nachricht – der Kühlschrank läuft noch immer!!


Freitag, 14. März 2014

MOTOR DA CAPO

Florian

Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden auf Angicamaro und Muck und richteten unseren Bug nach Norden Richtung Saint Pierre. Der Wind war zu schwach zum Segeln, und so motorten wir – natürlich gegen die Strömung – langsam unserem Ziel entgegen.

Uns war bereits aufgefallen, dass die Temparatur unseres Motors höher war als sonst – bei 90° - aber noch im „grünen“ Bereich. Doch auf einmal roch es wieder nach Kühlflüssigkeit – ich schoss zum Motorraum - der Vorratsbehälter der Kühlflüssigkeit brodelte. MOTOR STOP!

Na super – schon wieder dieser sch… Motor. Ich begann sofort mit der Fehlersuche, da wir antriebslos auf eine Fischzucht zutrieben. Nach einigem hin und her fand ich die Ursache – Sicherung der Kühlwasserpumpe kaputt. Also austauschen und neuer Versuch – Sicherung wieder kaputt. Also Kühlwasserpumpe ausbauen, testen – funktioniert nicht – Ersatzpumpe einbauen. Geschafft – Motor läuft wieder. Erleichterung macht sich breit.





Wir setzten unsere Fahrt fort und hatten Saint Pierre fast schon im Blickfeld – da neuerlich der Motor kocht – MOTOR STOP! Schon wieder! Wir segelten in der aufgekommenen leichten Brise weiter und entschieden noch bei Tageslicht zwei Seemeilen vor unserem Ziel zu ankern. Der Motor war zwischenzeitlich wieder kühler; mit Motor auf Standgas ließen wir den Anker fallen. Unsere Nerven lagen blank. Für den nächsten Tag war Reparatur angesagt und wir fielen um 19:30 Uhr müde von der Anspannung ins Bett.