Donnerstag, 15. Oktober 2015

PAPA IST DA

Martina

Wir sind um 7:15 Uhr mit dem öffentlichen Bus nach Colon gefahren. Um 9:30 Uhr - kaum in Colon ausgestiegen - ging es auch schon mit dem nächsten Bus nach Panama City. Es war dann bereits 12:15 Uhr, als wir in der Albrook Mall ankamen. Schnell ein paar Bissen gegessen, ein paar LED Ersatzlampen käuflich erworben, und dann ging es schon mit dem nächsten Bus weiter zum Flughafen.
Wir hatten noch genug Zeit, um das reservierte Mietauto von Avis zu übernehmen. Hatten noch einige Schrecksekunden, da uns die Angestellten ohne Pass kein Auto geben wollten. Wir haben aber keine Pässe eingesteckt, so dachten wir. Erst als sich unsere Verzweiflung zugespitzt hatte, ist Florian eingefallen, dass wir unsere Pässe ja bei den Schiffspapieren haben. Ja und unsere Schiffspapiere hatten wir mitgenommen, da wir bei möglichen Problemen mit den Ersatzteilen beim Zoll vorweisen wollten, dass unser Schiff in Transit ist. Tatsächlich, die Pässe waren in der Mappe, und dann gab´s auch das Mietauto. Das hätte uns jetzt noch gefehlt!
Der Flieger war überpünktlich, und wir sind überglücklich, dass wir Papa mit all seinen Schätzen in Empfang nehmen konnten.
Um 19 Uhr waren wir dann endlich wieder am Schiff. Gemeinsam haben wir noch etwas gegessen und ein, zwei Biere getrunken. Morgen geht es dann los!

Dienstag, 13. Oktober 2015

ISLA MAMEY

Martina

Mitten im Werken klopft es an unsere Bordwand. John und Medea, nette Segler vom selben Steg, fahren mit dem Dingi zu einem sehr netten Strand und fragen, ob wir nicht auch etwas Abwechslung brauchen könnten.
Florian sagt kurzentschlossen zu, und so entkommen wir dem Wahnsinn für zwei Stunden. Ach das tat wirklich gut.






WICHTIGE HILFSDIENSTE

Martina

Dank technischer Auskunft, Ratschlag von Papa und einer vorübergehenden Überbrückung des elektronischen Temperaturreglers (TEC) durch Florian haben wir seit Montag wieder einen kühlenden Kühlschrank. Papa hat schon einen Plan, wie er das repariert, denn diesen TEC konnte er anscheinend in Österreich nicht so schnell bekommen.



Florian hat das AIS an seinen Laptop angehängt und versucht herauszufinden, was noch funktioniert und was wirklich kaputt ist. Am Laptop sieht das AIS in Ordnung aus, doch es überträgt kein Signal an unseren Plotter - also sind keine fremden Schiffe am Plotter sichtbar. Viele Fakten werden gesammelt, und dann wird hoffentlich mit Hilfe von Yachtelektronik Ober und Papa das Rätsel gelöst werden.

Ich versuche allzeit bereit zu sein, um den Schraubenzieher, Zange, Schraubenschlüssel, Kabel, Nussensatz etc zu halten, holen, auszutauschen und dabei hilfsbereit, positiv, aufmunternd und bewundernd zu sein.
Zwischendurch räume ich immer wieder zusammen, putze den Dreck im Schiff weg, schrubbe die verschimmelten Griffe vom Dingi und zaubere ein köstliches Abendessen damit wir dann glücklich den Abend ausklingen lassen können.



In der Drecksuppe rund um unser Schiff, machte ich dann zwei nette Fischschnappschüsse!





Unglaublich aber wahr, dies ist unser 600er Blogeintrag!! Ich wünschte es wäre irgend eine tolle Palmeninsel!

Montag, 12. Oktober 2015

EIN ERLEUCHTETER SONNTAG

Florian

Gestern habe ich ja das neue Ankerlicht für das Masttop gebaut. Heute war alles getrocknet und so ging es nach dem Frühstück ab nach oben. Das schaukelt natürlich ganz gut so auf 17 Metern Höhe. Und dann oben Kabel abschneiden, abisolieren, Ankerlicht mit winzigen Beilagscheiben und Muttern verschrauben, Kabel verbinden und isolieren - und nichts fallen lassen! Es ist schon eine mühsame Sache und man darf nicht hudeln. Aber schließlich habe ich alles geschafft.

Wieder an Deck gab´s noch das vordere Positionslicht (also die rot/grün Laterne) zu reaktivieren; Fassung umpolen (denn den alten Glühbirnen war egal, wo plus und minus ist - ganz anders die LEDs), alles zerlegen und wieder zusammenbauen. Auch das war schließlich geschafft.

Also war sonntagnachmittägliches Ausruhen angesagt. Wir haben unser Dingi ins Wasser gekrant und wollten einen kleine Ausflug machen - weg von der Stätte der Arbeit. Außenborder springt super an - und stirbt ab. Also Motor zerlegen und Vergaser entleeren. Nach 20 Minuten neuerlicher Versuch mit Vergaserspray - und schnurrt wieder. Ist schon ein gutes Gefühl, wenn die Sachen wieder funktionieren.

Und am Abend konnte ich sämtliche neu montierten Lichter ausprobieren - ein erleuchteter Moment!


Sonntag, 11. Oktober 2015

SCHRITT FÜR SCHRITT

Florian

Die Situation ist natürlich alles andere als einfach, doch ich fühle mich nur dann hilflos, wenn ich nicht weiß, wie ich eine Situation lösen soll. Anfangs gleich nach dem Blitzeinschlag waren wir schon sehr niedergeschlagen und haben unser ganzes Abenteuer in Frage gestellt. Allerdings ist ein Abbruch auch nicht so einfach zu bewerkstelligen (jedenfalls ein geordneter Abbruch).
Wir haben uns dann also zusammengesetzt und haben unsere Möglichkeiten und die weitere Vorgangsweise erörtert. Der wichtigste Punkt war zunächst einmal in Sicherheit zu kommen. Wir lagen ja in Brandungsnähe in Portobelo; glücklicherweise ließ sich der Motor am Morgen nach dem Blitzeinschlag noch starten und wir konnten uns nach Puerto Lindo in die halbfertige Marina verlegen,
Dann haben wir Martinas Vater Helmut gefragt, ob er zu uns fliegen und uns helfen würde. Als er zugesagt hat, war das eine große Erleichterung; denn wir haben ja vor allem elektrische Probleme und Helmut ist ein begnadeter Elektrotechniker.

Dann also war Schadensfeststellung angesagt. Ich will gar nicht alles aufzählen; an jedem Eck "spinnt" irgendetwas, so zeigt unser Amperemeter etwa Minus 20 an??? Die wesentlichen "Baustellen" sind die Stromerzeugung (Lichtmaschine samt Laderegler defekt); Solarladeregler defekt, UKW-Funkgerät tot, Kühlschrank defekt, AIS defekt. Da muss der Fachmann - also Schwiegerpapa - ran.



Und dann bin ich bei Morgengrauen aufgestanden und habe mich ans Reparieren gemacht. Die LED-Glühbirnen, die durchgebrannt sind, habe ich so gut als möglich ersetzt. Die Decksbeleuchtung und das Dampferlicht habe ich komplett erneuert. Die Positionslichter musste ich teilweise umbauen.


Heute ging es schließlich in den Masttop. Na dort sieht es ein wenig wild aus. Ich habe die Zellone vom Toplicht und den Rest von der UKW Antenne abgebaut.


Zwar gibt es UKW Funkgeräte hier, aber dort, wo man diese kaufen kann gibt es keine Antennen - und sie wissen auch nicht, wo man eine solche bekommt (panamesisches "Fachpersonal"). Das Toplicht habe ich umgebaut, sodass wir nur noch ein Ankerlicht und keine Dreifarbenlaterne mehr oben haben. Da war Fantasie angesagt, damit aus den Fragmenten und irgendwelchen Teilen ein neues Ankerlicht entsteht. Anstatt des abgesprengten Deckels haben wir nun den Deckel einer Pringlesdose und darüber den Deckel eines Marmeladeglases epoxiert und mit 3M 5200 abgedichtet - hält 1000 Jahre.



Durch das Arbeiten verschwindet die schlechte Stimmung und wir haben jeden Tag ein kleines Erfolgserlebnis - wenn man sich "tief unten" fühlt, geht es umso steiler bergauf. Die Wunden der ESPERANZA verheilen Stück für Stück...



Freitag, 9. Oktober 2015

SCHÖN FREUNDE ZU HABEN

Martina

Vielen Dank für eure lieben Worte.
Es ist mir schon klar, dass es viel schlimmer ausgehen hätte können. Wir hatten sicher auch sehr viel Glück im Unglück, denn dass wir das gesund überlebt haben ist sicher das Beste an der ganzen Misere.

Florian ist dauernd am messen, löten, schrauben und Fehler suchen. Wir haben bereits wieder Strom in unseren Bordbatterien und somit haben wir Licht.
Unser Kühlschrank dürfte ganz kaputt sein, und so mussten wir rasch eine Lösung für unsere voll verproviantierte Kühlbox finden. Das meiste Fleisch habe ich rasch in Gläser eingekocht, und teilweise haben wir Lebensmittel bei anderen Schiffen im Kühlschrank untergebracht.

Gestern entdeckten wir, dass es auf der Marinabaustelle Eis zu kaufen gibt, somit kommen wir mit unseren restlichen zu kühlenden Sachen über die Runden.
Gekocht wird sowieso nicht viel, denn der Appetit ist uns vergangen.


Florian ist heute um 7 h mit dem Bus nach Colon gefahren, und versucht einiges an Ersatzteilen zu besorgen. Ich hüte das Schiff und beobachte und messe unsere Batterien damit wir nicht zu viel Strom in die Batterien laden da ja unser Solarregler durchgebrannt ist.



Donnerstag, 8. Oktober 2015

BLITZSCHLAG

Martina

Leider gibt es wirklich schlechte Nachrichten.
Wir sind überglücklich und voller Vorfreude aus der Shelter Bay Marina ausgelaufen. Unsere neue Genua läßt uns viel höher am Wind segeln, und deshalb konnten wir bis Portobelo hin und her kreuzen und haben nach 7 Stunden kurz vor Sonnenuntergang den Anker geworfen. Kurz darauf ist ein unglaubliches Gewitter über die Ankerbucht gezogen.
Ich habe gerade gekocht und Florian hat hat geschaut ob alles dicht ist. Dann ein Blitz und ein Kracher und alles war finster.
SCHOCK!!
Ein Blitz hat unsere Pläne in einer Sekunde zerstört.
Wir stehen wie gelähmt da und können es nicht fassen. Was ist schon wieder los, warum trifft es gerade uns, wie soll es jetzt weitergehen. Viele Teile unserer Bordelektrik und Elektronik sind zerstört.
Nach einer schlaflosen Nacht wird erst am nächsten Tag das Ausmaß der Zerstörung klarer.

  • unser AIS ist kaputt
  • der Kühlschrank geht nicht mehr
  • der Solarregler ist kaputt und dadurch können wir unsere Bordbatterien nicht laden
  • 50% der Lampen sind kaputt
  • das Radio ist leblos
  • die komplette Navigationsbeleuchtung ist kaputt
  • unser UKW Funkgerät geht nicht mehr
  • unser Toplicht ist verkohlt
  • die UKW Antenne am Mast ist weg 
Das ist der momentane Stand der Dinge, wer weiß was noch dazu kommt!

Wie es uns geht könnt ihr euch vorstellen, es fehlen die Worte um meine Verzweiflung zu beschreiben!
Werden euch versuchen am Laufenden zu halten, wird aber möglicherweise nicht so regelmäßig sein, wir haben wirklich viel zu tun!
Muss schon sagen, Florian ist unglaublich positiv und motiviert wieder alles zu schaffen, ich kann da leider nicht mithalten. Stehe noch immer unter Schock und könnte einfach nur weinen.
Die gute Nachricht ist, dass mein Papa mit Ersatzteilen und seinem Wissen zu uns nach Panama fliegt.
Ein Licht am Horizont!!!!