Freitag, 14. September 2018

WIEDERAUFBAU

13.09.2018

Florian

Der Kindergarten im Ort neben der Marina ist komplett zerstört. Das Seglerpaar Kimi und Patrick - er Ex-Bauunternehmer aus Seattle - hat im Auftrag des örtlichen Rotary Club die Neuerrichtung übernommen, und Freiwillige helfen dabei - und so natürlich auch wir.

Hier war der alte Kindergarten


Das schwierigste ist den Schutt zu entfernen, denn mit der Schaufel kommt man da fast nicht durch und wir müssen viele Ziegel, Bodenfliesen und Betonstücke händisch ausklauben. Bei brütender Hitze arbeiten wir uns also mühsam voran, um zunächst einen Graben für die Wasserleitung für die Toiletten sowie die Senkgrube auszuheben.

Schwerstarbeit


Heute brauch ich kein Training mehr

Anschließend müssen wir die Löcher für die Eckpfeiler des neuen Kindergartens ausheben und schließlich stellen wir die Eckpfeiler auf. Ich lerne betonieren (5 Schaufeln Sand 2 Schaufeln Zement am Boden mit Wasser gleichmäßig verrühren, bis eine homogene Masse entsteht - ist ja wie Kochen) und darf die Ecksteher einbetonieren.




Der Schweiß rinnt in Strömen. dafür haben wir am Abend unser Tagessoll erfüllt, denn in 9 Tagen soll der Kindergarten stehen - ambitioniert!

Mittwoch, 12. September 2018

TIEF BETROFFEN

12.9.2018

Martina

Die Medana Bay Marina bietet im Moment einen etwas ramponierten Schwimmsteg und zahlreiche Mooringbojen an. Florian wählt eine Boje ganz nahe am Schwimmsteg und so benötigen wir keinen Dingimotor, um an Land zu gehen.


Kaum haben wir an der Boje fest gemacht, rufen uns schon Segelfreunde zum allabendlichen Treffen in der Marina. Das trifft sich gut, denn ich habe sowieso keine Lust zu kochen. Wie das Sprichwort sagt: "Durchs Reden kommen die Leute zusammen" ergibt sich die Möglichkeit mit Terry und Carol von der SY Little Dove gemeinsam ein Mietauto für einen Tag zu nützen.

Wir organisieren 300 Liter Wasser, denn unser Wassertank ist beinahe leer. Die Wäsche können wir ebenfalls in der Marina abgeben und wir bekommen sie morgen gewaschen und gebügelt zurück. Florian kümmert sich noch um seine Visumverlängerung und dann geht es los.

Kaum haben wir die Zufahrtsstrasse der Marina verlassen, sehen wir das Ausmaß der jüngsten Erdbeben. Ich habe so etwas noch nicht gesehen, Schutt wo früher Häuser standen, Frauen die mit bloßen Händen versuchen Schutt von verwendbarem Baumaterial zu trennen und zu entfernen. Die wenigen Baumaschinen versuchen etwas Ordnung in das Chaos zu bringen, während Kinder mit Nichts auf den Geröllhalden spielen.


Die Not, aber auch die bereits angelaufene Hilfe ist nicht zu übersehen.


Beschämend ist das Lächeln auf ihren Lippen, sie haben ihr Schicksal angenommen und begrüßen uns, egal wo wir hinkommen als wäre nichts schreckliches passiert.

Wir fahren eine Stunde Richtung Südosten ins Inland. Auf dem Weg zu einer Tempelanlage stoppen wir bei einem großen lokalen Markt. Die Markthalle ist so gut wie leer, alles wird im Freien verkauft. Ich nehme an, dass die Leute sich vor weiteren Beben fürchten, denn angeblich war gestern schon wieder ein Beben zu verspüren. Der Markt ist ein Erlebnis, und das in vielerlei Hinsicht. Das Angebot an Gemüse, Fleisch und Obst ist vielfältig, es stinkt und es ist schmutzig, aber auch hier sind die Menschen unglaublich freundlich.


Ich erstehe einen Indonesischen Hut und habe somit das erforderliche Outfit für einen Job bei der Reisernte.

Unsere Fahrt geht weiter nach Lingsar, dort wartet eine Tempelanlage auf die Besucher. Der Pura Lingsar Tempel aus dem Jahr 1714 wird von Hindus und Moslems besucht.




Neben dem Tempel ist ein großes Wasserbecken, die Menschen waschen sich und ihre Wäsche hier, und entnehmen ihr Trinkwasser direkt aus der Quelle.




Auf dem Heimweg bleiben wir noch bei einem Geschäft für Kunsthandwerk stehen. Es ist nur eine einfache Halle mit verschiedensten fertigen Holzarbeiten und gleich im Nebengebäude können wir den Männern zuschauen, wie sie diese Kunstwerke herstellen.


Nachdem unsere Vorräte schon sehr geschrumpft sind, müssen wir auch noch den Einkauf erledigen. Wir besuchen einen Supermarkt in Mataram, der Hauptstadt von Lombok, und besorgen alles, was an Bord bereits gefehlt hat.

Je näher wir wieder zur Marina kommen, desto zerstörter sind die kleinen Häuser der Indonesier. Es ist ein trauriger Anblick und ihr Schicksal macht uns sehr betroffen.

Dienstag, 11. September 2018

ERSTENS KOMMT ES ANDERS ....

10./11.09.2018

Florian

Wir brechen bei Tagesanbruch auf und haben Glück. Der Wind meint es gut mit uns und wir biegen in die Alas Straight - die Durchfahrt zwischen Sumbawa und Lombok - unter Segel ein. Ich bin etwas nervös, denn die Strömung hier soll bis zu 5 Knoten betragen. Der Wind frischt in der Düse zwischen den beiden hohen Inseln gut auf, und so segeln wir bei 15 Knoten schnell Richtung Lombok und kommen mit der leichten Strömung gut zurecht. Mount Rinjani - mir 3726 m der zweithöchste Vulkan in Indonesien - grüßt von weitem. Gleich schmiede ich Pläne, wie ich diesen besteigen könnte und schicke e-mails an Trekkingunternehmen aus.

entspannnte Überfahrt

Mount Rinjani
Wir erreichen die kleine Insel Gili Lawang an der Ostsseite von Lombok, die einen guten Ankerplatz aufweist. Dieser ist eine kleine Bucht, von Riffen eingeschlossen - ein Ententeich. Lediglich eine halb versunkene Perlenfarm ist in der Mitte verankert, aber bei dem ruhigen Wetter keine Problem.

Gili Lawang Ankerplatz
Wir genießen einen ruhigen Abend - und dabei bleibts auch. In der Nacht dreht der Wind auf und ich finde keine Schlaf mehr, denn wir sind nah an diesem Perlenfloß und nah am Riff. Wieder einmal lernen wir, dass man beim Ankern IMMER von Wetterverschlechterung ausgehen muss. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Der Anker hält und wir brechen bei Tagesanbruch auf.  Wir segeln ein Stück die Nordküste von Lombok entlang. Rinjani "bewacht" uns. Leider finden wir auch hier wieder viel Plastikmäll im Meer treiben.

Lombok Nordküste

Überall Plastikmüll
Ich habe mittlerweile Antwort von einem Trekkingunternehmen erhalten. Mouunt Rinjani ist wegen der Erdbeben geschlossen -  vielleicht gehts nächstes Jahr wieder - schade!

Um die Nordseite von Lombok herrscht im Windschatten Windstille. Wir müssen mehrere Stunden motoren, bis im Nordwesten der Wind - natürlich - auf die Nase kommt. Wir kreuzen also auf und schließlich erreichen wir am späten Nachmittag die Medana Bay Marina.  Ich bin schon neugierig, wie schlimm es nach den Erdbeben aussieht.

Medana Bay Marina

Montag, 10. September 2018

SEGELFREI

09.09.2018

Martina

Bei unserem Strandspaziergang haben wir einige neue Lebewesen entdeckt. Das Riff fällt über weite Teile trocken und so retten wir den ein oder anderen kleinen Fisch und bringen ihn zu einer größeren Wasserpfütze.


Unzählige Seesterne dürften sich durch das Einrollen ihrer Arme in den Trockenperioden gut schützen.


Wer kann mir sagen was das für ein süßes weißes ca 4 cm große Krabbeltier ist.


Unser Ankerplatz erinnert mich an Französisch Polynesien. Weißer Sandstrand, Palmen, herrlich blaues und ruhiges Meer und dieser Strand ist noch dazu menschenleer. Nachdem wir die letzten Tage meistens nur eine Nacht an einem Ankerplatz verbracht haben, möchte ich wieder einmal einen segelfreien Tag haben.

Trifft sich gut, denn heute ist Sonntag und da soll man ja ruhen.

Abgesehen, von Brot backen, Sonnenschutznähte und -befestigungen nachnähen, saugen, wischen und herumräumen mach ich heute blau.

Ich sauge diesen wunderschönen Ausblick von meinem Frühstücksplatzerl auf, und es kommt etwas Wehmut in mir auf. Wer weiß, wieviele von diesen paradiesischen Plätzchen wir noch sehen werden. Angeblich nicht mehr allzu viele.



Die Vorräte in meiner Lebensmittelzauberlade schmelzen dahin, alle Zwiebeln und Kartoffel sind verkocht. Jetzt geht es schön langsam wirklich ans Improvisieren und Kochen mit geringen Mitteln. Fleisch, Obst, Gemüse gibt es nur noch aus der Dose an Bord, aber ich nehme die Herausforderung an.

selbst eingekochte Hühnerfilets mit Fisolen, getrocknete Tomaten in Curkuma Sauce

Ich nehme an, dass meine derzeitigen Lebensmittelvorräte nicht vielfältiger als die eines  Langzeitsingelhänders sind. Und trotzdem schmeckt es uns täglich sehr gut.
Vielleicht schreib ich ja doch noch ein Bordkochbuch , " Überraschungsbordküche", denn manchmal beginne ich zu kochen und hab noch keine Ahnung was es werden wird, so wie in diesem Fall!

Sonntag, 9. September 2018

SEGELN IN INDONESIEN

06.-08.09.2018

Florian

Wir haben ausreichend vom Komodo Nationalpark gesehen und es zieht uns weiter. In Badas auf Sumbawa soll ab 09.09. der nächste Stop der Sail Indonesia Rally sein, und dort wollen wir hin.

Bei Tagesanbruch brechen wir von Gili Lawa Laut auf und der Wind meint es gut mit uns; 12 Knoten Wind aus Süd. Ein Barracuda geht uns an den Haken - wir essen wegen Ciguatera ja keine Rifffische mehr, sondern nur solche, die wir auf hoher See fangen.  Der Barracuda geht daher in Ordnung.

Gegen Mittag sind wir bereits beim Vulkan Sangeang und er produziert auch alle paar Minuten eine nette Rauchwolke.

Vulkan Sangeang
Danach gibts Flaute - eh klar Windschatten. Also motoren, bis wir wieder Wind haben. Diesmal ist er aus Ost und wir gehen Butterfly in die Nacht. Und die begrüßt uns mit Flaute. Also Segel runter - und wir treiben zurück nach Osten. Um 4 Uhr Morgens dreh ich den Motor auf, denn wir wollen doch irgendwohin kommen. Unsere Schweizer Freude von der SY ALLURE funken uns an, 5 Seemeilen von uns entfernt haben sie 9 Knoten Wind - so ist Indonesien!

Irgendwann kommt dann doch wieder Wind, doch wir erkennen rasch, dass wir unser erwünschtes Ziel Moyo Island heute nicht erreichen werden. Wir gehen vor Kananga vor Anker und besichtigen den Ort - viel ist da allerdings nicht zu besichtigen, aber wir können einen Bananenstaude kaufen - ich bin also mit Bananen für die nächste Zeit eingedeckt.

Kananga
Bei Tagesanbruch gehts heute Samstag los. Wir wollen nach Moyo Island, um den berühmten Wassserfall zu besichtigen (den auch bereit Lady Diana besucht hat), aber zunächst müssen wir sämtlichen Fischern von Kananga ausweichen.


Der Wind pfeift und wir fliegen dahin. Die Fallböen von Moyo schießen uns mit bis zu 27 Knoten ab; dazwischen 8 Knoten und die Segel schlagen. Endlich kommen wir um das Kap und hoffen auf konstanteren Wind. Und der kommt - allerdings mit über 25 Knoten und blöder Welle. Es ist ein wilder Ritt und die See kommt übers Deck. Bald erkenne ich, dass wir uns Moyo erkämpfen müssten und ebenso Badas, also wird beides aus der Wunschliste gestrichen und wir laufen vor dem Wind ab - und das bedeutet Lombok. Wir "fliegen" mit 7 bis 8 Knoten dahin; in 5-6 Stunden sollten wir dort sein.

Sollten, denn nach etwa 2 Stunde flaut der Wind wieder ab. So ist Segeln in Indonesien - immer was los. Neuer Plan: Wir steuern Pulau Kramat an am Westende von Sumbawa. Zwar ist die Welle höchst unangenehm, aber wir kommen gegen 14 Uhr endlich an und der Ankerplatz ist paradiesisch - gegenüber den vergangenen Wochen; weißer Sandstrand, Palmen - Herz was willst du mehr.

Pulau Kramat
Nach einer kleinen Inselexpedition....


 ....gibts unseren hervorragenden Barracuda an ungarischem Paprika - man gönnt sich ja sonst nichts.


Samstag, 8. September 2018

NEUER TAG - NEUE CHANCE

4./5.9.2018

Martina

Mit den ersten Sonnenstrahlen versuchen wir heute wieder unser Glück, um die 18 Seemeilen bis zum Pink Beach zu segeln. Wir segeln durch wilde Strömungsabschnitte, die Esperanza macht unaufgefordert mehrere 90° Kurven und so segeln und motoren wir schön langsam unserem Ziel entgegen.
Auf der Höhe von Pulau Padar vernehme ich einen Schlag im Bereich des Ruders, worauf sich auch das Motorengeräusch verändert. Ich teile Florian mit, dass ich einen Schlag am Ruder vernommen habe. Florian untersucht unseren Motor, meint alles ist in Ordnung und so motoren wir weiter. Ich bin nicht überzeugt, dass alles in Ordnung ist, aber als brave Bordfrau habe ich ja gelernt nicht so viel zu reden und dem Kapitän nicht unnötige Sorgen zu machen.

Ich beobachte unsere Genuaschot, die jetzt auf einmal sehr auffällig vibriert und begebe mich auf die Suche nach der Ursache. Ich lehne mich über die Bordwand und bekomme so ein Blick auf unseren Propeller. Jetzt ist alles klar, wir haben ein großes Stück Plastik in der Schraube.  Motor Stopp - Florian springt ins Wasser und befreit unsere Schraube, und es kann schon wieder weitergehen.

So gegen 14 Uhr erreichen wir unseren Ankerplatz im Komodo Nationalpark vor dem Pink Sand Beach. Wir haben Glück, denn es gibt 2 freie große Bojen und aufgrund unzähliger Korallen ist es erstrebenswert, an einer Boje zu hängen, um die Korallen zu schützen und auch kein Problem mit einer verkeilten Ankerkette zu bekommen.


Es kommt ein Ausflugsboot nach dem Anderen und der kleine Sandstrand ist im Nu mit Touristen überfüllt. So beschließen wir erst am nächsten Morgen, wenn noch niemand da ist den Strand zu erkunden. Es gibt nicht viel zu erforschen, aber ich hab mir als Andenken etwas rosa Sand mitgenommen.


Um 9 Uhr begeben wir uns weiter Richtung Norden zum Manta Tauchplatz. Leider müssen wir diesen auslassen, denn hier darf man nicht ankern und somit müssen wir auf diesen Tauchgang verzichten. Aber es gibt ja noch andere Plätze. Auf "Gilli Lawa Laut" werfen wir auf einer 7 Meter Untiefe unseren Anker und dann machen wir einen Strömungstauchgang durch den "Gunshot". Das Dingi hat Florian an einer langen Leine, denn gegen die Strömung könnten wir nicht zur Esperanza zurück tauchen.




In 15 Minuten sind wir durch die Passage durchgespült und die Tauchflaschen sind für einen zweiten Tauchgang noch voll genug. Der Platz ist nicht schlecht, aber auf Rinca war es viel schöner. Wir segeln auf die Nordseite von Gilli Lawa Laut, denn dort werden wir auch übernachten. Hier treffen wir auf einige Sail Indonisia Segler, und Patrick von der SY Allure empfiehlt uns einen Tauchgang gleich vor unserem Schiff zu machen. Brav wie wir sind machen wir das auch, und wir erleben wirklich ein schönes intaktes Korallenriff  mit vielen Fischen.



Mittwoch, 5. September 2018

KOMODOWARANE

2./3.09.2018

Martina

Jede Segelstrecke muss für die gewünschten Strömung gut geplant werden. Wir mit unserem alten PS schwachen Motor tun gut daran mit der Strömung zu segeln oder zu motoren, denn sonst fahren wir rückwärts oder wir kommen nicht vor Einbruch der Nacht an.

Wir nehmen die schmale Durchfahrt gleich neben Padar Island, haben leichte Gegenströmung, und nehmen Kurs auf Rinca Island.


Den Wind haben wir genau auf die Nase und so kreuzen wir wieder einmal hart am Wind auf. Immer wieder ändert sich das Wellenbild, mal glatt, dann wild und eine Seemeile später haben wir kleine spitze Strömungswellen, die auf größeren Windwellen herumtanzen. Es ist wieder einmal ein uneinschätzbares Strömungsdurcheinander. Unser Glück ist, dass wir genug Wind haben, und so erreichen wir 2 Stunden nach unseren Freunden, die die Strecke auf direktem Weg unter Motor bewältigt haben, auch unser Tagesziel.


Hinein in die tief eingeschnittene Südbucht Dasami von Rinca, denn dort soll es angeblich die seltenen Komodowarane geben.



Der Komodowaran ist die größte giftige Echse der Welt. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf wenige Inseln der kleinen Sundainseln. Rinca ist eine davon und angeblich sieht man hier mehr Prachtexemplare als auf der Nebeninsel Komodo.


Unser Anker fällt auf 14 Meter Wassertiefe genau vor dem Strand der Warane. Dingi ins Wasser und Neugierde stillen. Mit den Echsen ist nicht zu spaßen, denn sie erlegen sogar Wasserbüffel und Wildschweine, an einen Landgang ist daher nicht zu denken. Aus sicherer Entfernung und mit laufender Auguste bestaunen wir vier dieser mächtigen Tieren.



Ich würde sie als nicht sehr hübsch bezeichnen, aber das ist natürlich nur meine Meinung, imposant sind sie jedenfalls. Ihr Blick wirkt überlegen und angsteinflößend, ihr Gangbild bedingt durch ihre O-Beinen ist langsam und gemächlich. Sie sind keine schnellen Läufer und spüren ihre Beute mit der züngelnden Zunge auf. Ein Gift in ihrem Unterkiefer erleichtert ihnen ihre Beute erfolgreich zu töten.





Am Nachmittag feiern wir auf der Wind of Change den Geburtstag von Cleide. Wir werden verwöhnt, denn auf dem Kat gibt es einen Tiefkühler mit kulinarischen Vorräten noch aus Australien, einen Bordgriller und Eiswürfel. Ja bei so viel Luxus wird auch dementsprechend gefeiert.


Starke Fallböen während der Nacht und eine wild in der Strömung tänzelnde Esperanza lässt uns mehrmals in der Nacht nach dem Rechten schauen.

Am nächsten Vormittag fahren wir mit dem Dingi zu der unweit unseres Ankerplatzes gelegenen Untiefe. Nachdem die Wassertemperatur etwas kühl ist, gehe ich nur mit der 5 Liter Tauchflasche auf Unterwasserexpedition während Florian oben im Dingi aufpasst. Ich habe mir eigentlich nicht viel erwartet, aber ich wurde eines Besseren belehrt. So eine bunte und intakte Unterwasserwelt habe ich bislang nur im Roten Meer gesehen. Jetzt ärgere ich mich, weil ich meinen Fotoapparat nicht mitgenommen habe, aber ich mache unzählige Kopfbilder.

Um 14 Uhr entschließt sich Florian kurzfristig aufzubrechen und zum "Pink Sand Beach" zu segeln. Raus aus der Bucht und ab Richtung Norden. Die Strömung wird immer stärker und nach 1 1/2 Stunden haben wir gerade einmal 3 Seemeilen geschafft. Ich sitze am Vordeck und genieße die Sonnen, als Florian plötzlich den Kurs um 180° ändert. Zu viel Gegenströmung, das macht keinen Sinn. Wir segeln wieder zurück und liegen 30 Minuten später wieder vor Anker.
Macht nichts, wir haben ja Zeit.