Samstag, 12. August 2017

ARBEITSTECHNIKEN

Florian

11.08.2017

Das Unterwasserschiff unserer ESPERANZA gehört dringend gereinigt. Während wir uns in Österreich den Bauch vollgeschlagen haben, haben die Unterwasserbewohner aus dem Rumpf der ESPERANZA ein Riff gemacht. Also ist Rumpfputzen angesagt. Mit der Spachtel schaben wir die kleinen Barnacles/Seepocken vom Rumpf wie mit einem Eiskratzer das Eis von der Autoscheibe im Winter. Danach müssen wir noch die Algen mit dem Scotchbrite (die raue Seite vom Abwaschschwamm) entfernen. Das geht recht einfach, nur bei den Seepocken muss man sehr aufpassen, die sind rasierklingenscharf.

Martina hat den Steuerbordrumpf über, ich Backbord und die Schraube. Ich gehe jeden Tag eine halbe Stunde Putzen. Martina hat da eine ganz andere Arbeitstechnik. Sie will alles auf einmal machen. Ich wünsche ihr viel Glück - sie ist alt genug zu wissen, was sie tut. Also schält sie sich in ihren kurzen Tauchanzug, packt die Tauchflasche und ist ca. 1 1/2 Stunden verschwunden; ich höre nur die Luftblasen im Inneren der ESPERANZA gegen den Rumpf plätschern.


Schließlich höre ich ein erschöpftes: "Ich bin fertig", hieve ihre Ausrüstung aus dem Wasser und sehe meine Martina blassblau aus dem Wasser klettern. Erschöpft - aber fertig mit der Arbeit. Ich gehe morgen wieder eine halbe Stunde, dann bin ich in zwei Tagen auch fertig.

Zur Belohnung besuchen wir das Nanuya Island Resort, vor dem wir ankern.


Dort bekommen wir ein erfrischendes Fiji Gold und ein Fiji Bitter zur Happy Hour - das haben wir uns redlich verdient. Beim Herausgeben verrechnet sich der Kellner wieder einmal dramatisch zu meinen Ungunsten (74 statt 86), aber ich weiß ja bereits, dass die Leute hier nicht rechnen können und der Fehler wird mit einem verlegenen Lächeln korrigiert.


Unsere ESPERANZA liegt ruhig im Ankerfeld, nur irgendetwas ist anders - wer erkennt den Fehler?


Ein guter Tag geht zu Ende!


Donnerstag, 10. August 2017

BLUE LAGOON

10.08.2017

Martina

Viel haben wir von der Blue Lagoon auf den Yasawa Inseln gehört. Es ist wunderschön, herrliches Wasser, ruhiger Ankerplatz, nette Menschen, also der perfekte Platz, um ein wenig zu verweilen.

Selbstverständlich sind wir schon sehr verwöhnt, und mit so vielen positiven Schilderungen ist die Erwartung auch sehr hoch. Eine Erwartung die nur schwer zu erreichen ist.


Es ist sehr nett hier, und wir konnten unseren Ankerplatz wechseln und ankern nun auf 11 m Wassertiefe. Das erleichtert einen ruhigen und guten Schlaf um einiges. Die Wassertemperatur ist im Moment - da Winter hier - spürbar kühl, und wir sollten dringend unser Unterwasserschiff von allem Bewuchs und Getier befreien. Florian hat heute schon begonnen, ich habe meine Seite auf den morgigen Tag verschoben.

Stattdessen bin ich mit unserer Augustine alleine quer über die Bucht geflitzt und habe mich auf Muschelsuche begeben. Ich konnte ein paar Neuzugänge finden aber vor allem war es nett am Strand zu spazieren und die Natur zu genießen.






Die Vorbereitungen für Vanuatu, Neukaledonien und Australien nehmen viel Zeit in Anspruch und wir sind froh, dass das Internet selbst auf den so abgelegenen Inseln perfekt funktioniert.

Dienstag, 8. August 2017

SPORTSEGELN

Florian

08.08.2017

Eigentlich wollten wir ja bereits gestern in der Blue Lagoon sein, doch da hat uns das Reisebüro offenbar falsch vermittelt und wir sind stattdessen beim Manta Point gelandet. Wir haben bald erkannt, dass wir nicht in der Blue Lagoon vor Nacula Island sind, also brechen wir heute bald wieder auf und segeln weiter nach Norden. Im Windschatten der Inseln müssen wir motorsegeln und die Fallböen beuteln uns ordentlich durch. Ich habe alle Hände voll zu tun und Martina meint, dass ich deshalb heute nicht abwaschen brauche.


Dann kommen wir aus dem Windschatten aufs offene Meer und es pfeift mit 20 -25 Knoten. Ich lege das erste Reff ein und dennoch "fliegt" die ESPERANZA mit bis zu 7 Knoten durch das recht glatte Wasser. Die überall vorhandenen Riffe brechen die Welle und es gibt daher höchst sportliches Segeln. Für Martinas Geschmack legt sich die ESPERANZA gelegentlich zu stark um, aber wir kommen gut in den Windschatten der Inseln um die Blue Lagoon.


Segel runter und gegen den Starkwind (22 Knoten) - natürlich auf die Nase - zum Ankerplatz motoren. Dort stellt sich das Ankermanöver als schwierig heraus, da die besten Plätze bereits belegt sind.


Nach dem vierten Ankermanöver und einem leichten Disput mit einem amerikanischen Bootsnachbar, der meint, dass wir zu knapp neben ihm ankern, finden wir schließlich auf 18 Metern Wassertiefe einen Platz weit genug weg und doch noch sicher genug im Windschatten. Hier wollen wir uns vor den angesagten Starkwinden verstecken und einige Tage ausspannen (wir waren noch nicht einmal im Wasser). Und schön langsam beginnen wir unsere Überfahrt nach Vanuatu zu planen.

SEGLERBEINE

07.08.2017

Martina

Wie schon erwähnt, war der Ankerplatz sehr schwellig. Florian hat um Mitternacht die Bugkabine verlassen, weil es ihm zu sehr geschaukelt hat. Für mich war´s ok, hab ich jetzt gar schon Seglerbeine in Österreich bekommen?

Die Nächte sind hier im Moment echt kühl, wir lassen die Dachluken geschlossen und decken uns gut zu. Hier ist jetzt "Winter" also Trockenzeit. Die Hügel sind mit vertrocknetem Gestrüpp bedeckt und nur vereinzelt sieht man etwas Grünes. Ein Erscheinungsbild, das nichts mit unseren Vorstellungen der Tropen zu tun hat.



Nach einem kurzen Schaukelfrühstück verlassen wir den Ankerplatz  und segeln gemütlich Richtung Norden weiter.


Segeln ohne Welle im geschützten Innenriff beschert mir einen weiteren Segeltag ohne Seekrankheit.


Auf der täglichen Funkrunde um 8 h melden sich viele alte Segelfreunde, die wir von der Pazifiküberquerung kennen. Einige haben die Hurrikansaison in Neuseeland verbracht und sind vor kurzem zurück in die Südsee gesegelt. Andere, die erst heuer über den Pazifik gesegelt sind und nicht nach Neuseeland segeln werden, kommen jetzt auch schon schön langsam, denn der Weg bis Australien ist noch weit. In ein paar Tagen werden wir uns in der "Blue Lagoon auf den Yasawas treffen und dann gibt es viel zu erzählen.

Um 13 h fällt unser Anker auf 18 m Tiefe. Flughafen oder Bootsanleger gibt es hier keine. Die Touristen werden entweder mit einer kleinen Fähre oder mit dem Wasserflugzeug hertransportiert. Dann müssen sie in ein kleines Fischerboot umsteigen und werden so bis an den Strand geführt.



Wir hoffen auf eine ruhigere Nacht, denn der Wind soll bis auf 25 Knoten zunehmen.

Montag, 7. August 2017

WIR SEGELN WIEDER

Florian

06.08.2017

Als ich gestern nach mehrfachen Startproblemen unser Auto bei Hertz am Flughafen zurückgegeben habe, war gerade ein neuer Kunde mit zwei Kindern da, dem man ebenfalls mitgeteilt hat, dass seine Reservierung nicht funktioniert und man kein Auto für ihn hat. Er hat unser Auto bekommen - natürlich ebenfalls ungereinigt und ohne Bedienungsanleitung. Ich habe ihn vor dem Fahrzeug gewarnt. So etwas ist mir noch bei keinem Mietwagenunternehmen passiert. Ich wäre nicht verwundert, wenn man bald von der Insolvenz oder Übernahme von Hertz lesen würde.

Danach haben wir in der ESPERANZA letzte Arbeiten verrichtet. Martina hat Melanzani eingekocht und ich habe unser Waschbecken wieder einmal abgedichtet - diesmal allerdings mit Epoxy, das sollte jetzt endgültig und auf ewig dicht sein.



So verlassen wir heute Morgen also die Vuda Marina und segeln nach Norden zu den Yasawas, die Inselgruppe nördlich der Mamanucas.


Der Wind ist ein Lotteriespiel, aber es ist ein netter Segeltag, bei dem wir alle Systeme einem Test unterziehen können - alles funktioniert, nur wir finden ein Wespennest im Großsegel. Gestern hat in der ESPERANZA eine Wespe Martina in die Zehe gestochen, woraufhin sie so geschrien hat, dass ich schon geglaubt habe, jetzt hat ihre letzte Stunde geschlagen. Wespen gibt es jetzt jedenfalls keine mehr an Bord.


Gegen 17 Uhr nach 30 Seemeilen lassen wir den Anker in der Südbucht von Waya auf 18 Meter fallen. Die Bucht ist leider nicht optimal zum Ankern und es steht die Welle herein, aber es ist schon zu spät, um uns einen besseren Platz zu suchen.


So werden wir also vom Pazifik gleich gebührend wieder in Empfang genommen bzw. in den Schlaf geschaukelt.

Samstag, 5. August 2017

ES LÄUFT GUT

04.08.2017

Martina

Die erste Nacht ist etwas mühsam. Der Jetlag läßt mich um 3 Uhr früh nicht mehr schlafen. Ich überbrücke die Zeit mit Computerspielen und Lesen im Bett, bis mir die Augen dann doch noch für ein paar Stunden zufallen.

Zum Frühstück genießen wir ein Imperialtörtchen, ein heimatliches Geschenk von unserer lieben Conny. Danke, die Mozart Edition ist herrlich.


Heute steht Obst, Gemüse und Allerleiprovianteinkauf für die nächsten 4 Wochen am Programm. Ich habe von einem Fleischhauer in Nadi gehört, der erstens eine gute Qualität hat und alles vakuumiert wenn man möchte. Unser erster Weg führt uns also dort hin. Ich gebe meine Wünsche bekannt und kann das Fleisch dann später abholen.
Danach fahren wir zum Obst und Gemüsemarkt nach Nadi. Dieser ist etwas kleiner als der in Lautoka, aber wir bekommen alles was das Herz begehrt.



Unser Mietauto erweist sich beim Starten immer wieder zickig. Er will und will nicht starten, es blinken alle Lichter, Bedienungsanleitung gibt es nur auf japanisch und die Firma Hertz ist nicht erreichbar. Für uns ist klar, dass wir auf die Autovermietungsfirma Hertz in Zukunft verzichten werden.


Die Zuckerrohrernte ist auf Fiji in vollem Gang. Die kleine Transporteisenbahn ist wieder in Betrieb und fährt mit vielen kleinen voll beladenen Anhängern nach Lautoka zur Zuckerrohrfabrik.



Wir haben alles was wir wollten eingekauft und können so morgen die Esperanza segelfertig machen.

Donnerstag, 3. August 2017

DIE NEBEL LICHTEN SICH

Florian

02./03.08.2017

Wir fliegen um 23:30 Uhr von Los Angeles los. Der Flug ist angenehm und so kommen wir nach gut 11 Stunden am 03. August (wir fliegen über die Datumsgrenze und verlieren einen ganzen Tag) um 05:50 Uhr in Fiji/Nadi an.


Bei der Einreise gibt es natürlich Unklarheiten über die Berechtigung unserer Einreise und wir werden in ein Hinterzimmer gebeten. Dort kann ich die Situation erklären und auf Grund unseres Rückflugtickets geht die Einreise in Ordnung. Den Facilitation Letter bekommen wir jedoch nicht. Was ich da alles zu hören bekommen, wie und wann der zu erlangen ist, zeigt mir, dass die Behörden nicht wirklich wissen, was sie tun. Egal wir sind einmal da.

Unser Gepäck ist vollzählig angekommen, doch werden wir beim Zoll nach dem Durchleuchten unseres Gepäcks an die Seite gebeten und die Beamten der Biosecurity nehmen Martina den vakuumverpackten Speck - 7 Stück - aus ihrem Handgepäck. Das ist behördlich jedoch kein Problem, da wir alles brav deklariert haben. Interessanter Weise werden die weiteren 15 Stück Speck und Wurst in unserem Großgepäck nicht beanstandet; unser Verlust hält sich also in Grenzen.

Weiter gehts zur Mietwagenzentrale - ich habe bei Hertz einen VW Polo für zwei Tage gemietet. Als ich die bezahlte Reservierung vorlege, meint man nach längerer telefonischer Rücksprache mit deren Zentrale, die Reservierung sei storniert und der abgebuchte Betrag zurück überwiesen. "Na super", denke ich - kein Auto - als das Telefon nochmals läutet. Auf einmal haben wir doch ein Auto, das Geld wurde doch nicht zurück überwiesen - Willkommen in Fiji! Wir bekommen einen Toyota Prius Hybrid, der Surfer passt mit dem "Schuhlöffel" hinein.



Und jetzt zu Fiji Airways. Als ich das Rückflugticket von Fiji nach Los Angeles storniere, dass ich gestern zwecks Einreiseerlaubnis gebucht habe, fragt man mich lediglich nach dem Grund. Ich teile mit, dass wir mit dem Schiff ausreisen und der Flug ist storniert. Noch habe ich das Geld vom Ticket nicht am Konto, aber wenn, dann scheint das Einreisesystem von Fiji doch ein wenig verbesserungsfähig.

Unser Mietauto erweist sich ohne Bedienungsanleitung ein wenig widerspenstig und will sich nicht bewegen. Dafür sind die Bedienungselemente in japanisch angeschrieben. Irgendwann rollt das Auto dann doch an - spannend.

Schlussendlich kommen wir gut in der Vuda Marina an, unsere ESPERANZA liegt brav an ihrem Platz. Alles ist da, alles in Ordnung, alles funktioniert, alles springt an - schon angenehm, wenn einmal etwas gleich funktioniert.


Nachdem wir alles ausgeräumt haben fahren wir noch nach Lautoka, um unsere Mobiltelefone und Internet für Fiji zu aktivieren. Wir sind also ab sofort am Handy unter +679 8355385 erreichbar. Fiji du hast uns wieder!