Samstag, 30. Juli 2016

TE AITO

Florian

Am Samstag ist Te Aito - das größte Ausleger-Kanurennen in Französisch Polynesien, und da das Ausleger-Kanu - hier Pirogue genannt - DAS Sportgerät ist, hat dieses Rennen eine ähnlich Bedeutung wie für uns Österreicher österreichische Schi Meisterschaften.

Es gab Männer Masters und Damen Klassen und schließlich um 11:00 Uhr den Start der Herren Allgemeine Klasse. Bei dieser stärksten Klasse waren geschätzte 500 Pirogues am Start. Und da ist nichts mehr mit Volklore und Baströckchen; Carbonfaser und sonstiges High Tech steht im Vordergrund.


Auch auf die richtige Verpflegung während des Rennens wird geachtet - wie bei einem Marathon: Kohlehydrate, Elektrolythe, etc. - denn die Strecke ist 28 km (!) lang.


Die Spannung vor dem Start ist spürbar und ansteckend.



Und dann geht´s los - Massenstart, die Athleten tragen ihre Kanus ins Wasser und paddeln mit ihren Stechpaddeln - begleitet von dutzenden Motorbooten - los.





Die Strecke führt hinaus vor das Riff, wo die richtige Surftechnik wichtig ist. Die Athleten surfen mit ihren Pirogues mit der Welle, wobei auch so mancher kentert oder sich das Pirogue mit Wasser anfüllt, das er ausschöpfen muss. Dann biegt der Pulk in den Pass hinter das Riff und nun geht es ohne Welle im Flachwasser zurück zum Start - 2 Runden zu je 14 km sind zurückzulegen, wobei - wie bei Marathons auch - die Athleten, die zu rasch gestartet sind bald ihrer Übermotivation Tribut zollen müssen und zurückfallen.

Das ganz wird live im Fernsehen und auf einer Großbildleinwand im Startbereich übertragen - rundherum Volksfest mit Verkaufsständen. Insbesondere die übliche Verpflegung an den vielen Rolottes ist gewöhnungsbedürftig - Baguettes gefüllt mit Pommes Frites und Huhn oder Baguette gefüllt mit Nudeln und Fleisch - nicht sehr passend zu einer Sportveranstaltung; es gibt weder Obst noch gesunde Getränke - kein Wunder, dass viele Polynesier aus ihrem Gewand platzen. Die Stimmung ist jedoch locker und fröhlich.

Schließlich kommt der Sieger nach 2:20 Stunden - ordentlich bejubelt von den Zuschauern - ins Ziel. Der Sieger heißt Kevin Ceran-Jerusalemy, hat dieses Rennen heuer zum dritten Mal in Serie gewonnen und ist hier bereits eine Legende wie bei uns ein Marcel Hirscher - den hier allerdings auch niemand kennt.


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