Sonntag, 8. April 2018

IRIS GEHT, WIR AUCH

7.4./8.4.2018

Martina

Nachdem Florian unsere beiden Autopilotengehirne per UPS nach Österreich versendet hat, verabschieden wir uns von der SY OUT OF THE BAG. Die Worte von Bill: "Schaut euch noch einmal das Wetter an!" brennen sich natürlich gleich in mein Gehirn und in dem Moment ist mir auch die nächste Diskussion mit dem Kapitän klar. Egal wie ich die Sache angehen werde, es wird eine harte Nuss!

Wir gehen Anker auf und entdecken einen gebrochenen Schäkel, der die Ankersicherung mit dem Schiffsrumpf verbindet - guter Chinesischer Stahl verweigert weitere Dienste. Kein Problem, wir haben ja noch einige an Bord!


Mein wieder aufgenommenes Thema: Wind, Wetter und unser Abfahrtszeitpunkt löst wie vermutet einen gewissen Grant bei Florian aus. Trotzdem beharre ich auf Grund meiner Recherchen auf meinen Wunsch, dass ich erst in der Nacht auf Montag los segeln möchte.

Nach über einer Sunde flussabwärts Motoren kommen wir wieder gut bei der Marina an und lassen unseren Anker gleich außerhalb der Wasserstrasse neben der Marina auf 6 m Tiefe fallen.


Der Wind pfeift, die Strömung dreht in dieser kleinen Bucht ihre Strudeln, aber der Anker hält gut und so können wir gleich von Bord gehen. In der Marina wartet bereits Philippe und Sandra von der SY ULANI, die beiden sind extra 400 Kilometer gefahren, um sich unter anderem von uns zu verabschieden. Wir sitzen in der Marina auf dem SY JEAN MARIE und trinken einen Kaffee. Ich habe immer wieder ein Auge auf die Esperanza und sehe sie ganz gemütlich in der Bucht hin und her tänzeln. Philippe, Sandra, Werner und Jacky bestärken mich in meiner Meinung, dass ein Lossegeln Morgen viel besser ist als heute in der Nacht. Florian nimmt es mit einem leichten Zähneknirschen zur Kenntnis.


Ein weiterer Kontrollblick zu unserer ESPERANZA entreißt mir einen Schrei: "Wo ist unser Schiff, gerade war es noch da, jetzt ist es weg?" Florian noch immer die Ruhe in Person meint: "Sie schwojt sicher nur herum!" Ich traue dem Frieden nicht und schaue mir die Lage etwas genauer an. Ein kurzer Blick aus einer anderen Perspektive verlangt ein schnelles Handeln. Ab ins Dingi und ESPERANZA einfangen!!!
Scheinbar ist sie mit meiner Meinung bezüglich des Abfahrtstermins nicht einverstanden und sie wollte alleine los. Sie hat sicher schon 20 Meter den Anker geschleppt und schön langsam wäre sie mit der Strömung stromaufwärts gefahren. Ein neuerliches Ankermanöver etwas näher am Ufer und 10 Meter Ankerkette mehr sollte jetzt aber reichen. Jetzt haben wir bei 5 Meter Wasssertiefe 45 Meter Kette gesteckt.

Im Anschluss an die Rettungsaktion bestehe ich darauf die Abfahrt um 24 Stunden zu verschieben und Florian nimmt das auch widerspruchslos an.

Somit haben wir Zeit und laden Philippe und Sandra am Abend zu uns auf die ESPERANZA ein. Ende gut alles gut, und so werden wir heute in der Nacht hier hinaus fahren und endlich zum Lady Musgrave Atoll segeln!


1 Kommentar:

  1. ......und Florian nimmt das auch widerspruchslos an.....
    Das glaub ich NICHT!
    Helmut

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