Schiff


Unsere Esperanza

Baujahr 1977
Type Seal 37 von William Garden (Kanadischer Yachtkonstrukteur)


gebaut in Taipeh/Taiwan von Globe-Yacht


Slup mit Kutterbesegelung
Langkieler
Spitzgat
Rumpf GFK (Epoxy ummanteltes Polyester)
Besegelung: Groß 31m²
Genua: 44m²
Fock:20m²
Anker.: CQR 30kg mit 70m Kette, CQR 25kg, CQR 20kg, Stockanker 25kg
Pinnensteuerung mit Selbsteuerungsanlage: Selbstbau mit Horizontalantrieb von ServoCity 500kg Schubkraft, Schubstangenselbstbau von Martina´s Papa
Wassertank: 400l
Dieseltank:300l
Motor: Volvo Penta 3 Zylinder, 36PS
Gewicht: 13,8t
Batterien: 450Ah
Solarpaneele 250W
Raymarine C Plotter mit AIS
Kurzwellenfunkgerät: ICOM M-802
UKW Funkgerät: Horizon Explorer
Schiffslänge: LÜA 14,50m
Rumpflänge: 11,60m
Wasserlinie: 10,60m
Breite: 3,50m
Tiefgang: 1,83m
Masthöhe: 16,50m
1 Bugkabine
4 Kojen im Salon
Herd: Tailor´s Parafin




1. Weltumsegelung von 1980 - 1988 von Ing.Walter und Ing.Karoline Luser Hackenberg 
2. Weltumsegelung von 2005 - 2010 von Helmut und Ilse Biberle













2002 VORENTSCHEIDUNG

Kaum zu glauben, es ist schon 10Jahre her, als sich die "ESPERANZA" uns als neue Schiffseigentümer ausgesucht hat. Doch wie hat es wirklich begonnen?
Mein Vater, Helmut Biberle spricht seit ewigen Zeiten von seinem Traum um die Welt zu segeln. Nachdem Florian und ich ebenfalls die Liebe zum Segeln entdeckt hatten, verbrachten wir viele unserer Urlaube in Kroatien auf dem Familienkatamaran "C7" der Familie Zeh. Dabei bummelten wir durch Marinas, ankerten in traumhaften Buchten, kämpften gegen Wind und Wellen und schön langsam wurden wir zu Seeleuten.

Eines Tages hörten wir von einem Schiffsverkauf eines Weltumseglers, mein Vater und wir spitzten die Ohren und kurzerhand wurde ein Besichtigungstermin in der Marina Sukosan vereinbart.
Herr Luser, der Besitzer musste sich aus gesundheitlichen Gründen schweren Herzens von seiner ESPERANZA trennen, nachdem er selbst 8 Jahre mit seiner Frau gemeinsam um die Welt gesegelt war. Deshalb war es ihm auch ein großes Anliegen einen Eigner zu finden der "sein Schiff" liebevoll und seinem Zweck entsprechend segeln würde.
Florian und mein Vater inspizierten das Schiff zwei Tage von vorne bis hinten und von oben bis unten. Fazit, ein gutes Schiff, aber vieeeeeeeel zu reparieren.

Wieder in Wien wird der Kriegsrat einberufen Florian, Martina, Papa und Ilse: Was jetzt? Traum leben oder doch nur träumen, das war jetzt die Frage! Wie soll man eine so schwerwiegende Entscheidung treffen! Wie können wir unser jetziges Leben einfach über Bord werfen und ganz neu beginnen. Tausende Gedanken machen mich ja jetzt schon seekrank! Schlafen, einfach ein paar Tage darüber schlafen und nicht gleich schlottrige Knie bekommen. Wie sagt Florian immer:
"Wichtige Entscheidungen im Leben soll man überschlafen".



Ja, die Würfeln sind gefallen - das Schiff wird gemeinsam gekauft
18.10.2002




2 Jahre Renovierungsarbeiten in Sukosan - Kroatien
















Wir sind uns einig, zuerst werden Papa und Ilse die Welt erkunden, und wenn die Beiden wieder zurück sind fahren wir. Bis dahin haben wir ja noch viel Zeit für unsere Vorbereitungen, denn unsere Lebensziele haben sich jetzt gewaltig verändert.

Wie soll das gehen, Florian führt seine Anwaltskanzlei, Roman unser Sohn steckt noch in der Schulausbildung, will danach studieren, und ich, ja das ist natürlich ein Glück, ich werde bis dahin in Pension sein, und so werde ich zur Not meinen lieben Mann erhalten.


Papa stürzt sich 2 Jahre lang jede freie Minute in die Renovierung der Esperanza. Jede Schraube, jeder Nagel wurde geprüft und ausgetauscht, der Motor serviceiert, der Mast und der Baum wurden saniert, der Rumpf geschliffen, poliestert und lackiert, und das sind nur einige der unzähligen Arbeiten die das Schiff 2004 in neuem Glanz erscheinen ließen. Auf Wunsch der Damen wurde noch eine Kühlbox eingebaut und neue Matratzen angefertigt.

Dann ging es endlich für Papa und Ilse auf einen mehrwöchigen Segel -Testurlaub.


Auch wir verbrachten 2 Lernwochen mit meinem Papa auf unserem Schiff .







27. Juni 2005 

für Papa und Ilse heißt es "LEINEN LOS"









Wir verabschieden Papa und Ilse in Bibinje - Kroatien


















Esperanza geschmückt mit allen Flaggen



5 Jahre später - August 2010


Die Esperanza kommt beflaggt in der Stella Marina in Italien an.  Voller Freude über eine gesunde Heimkehr wird mit Familie und Freunden gefeiert, viel gefragt und erzählt.



Die Esperanza wird sofort aus dem Wasser gehoben und schon bald werden notwendige Renovierungsarbeiten begonnen.

kranen, immer wieder spannend














3 Jahre lang fahren wir gemeinsam mit meinem Papa viele verlängerte Wochenenden nach Italien um zu arbeiten.

Der Mast wird gezogen, der Baum demontiert, die alten Glasfasermatten entfernt, gekittet, geschliffen und mit neuen Polyestermatten laminiert. Dann heißt es stundenlang schleifen. Nach langen Überlegungen entschließen wir uns den Holzmast und Holzbaum wegen der starken UV Belastung weiß zu streichen. Das Schanzkleid im Heck muss erneuert werden, ständige leichte Wassereintritte erfordern diese Maßnahmen. Die Solarpanele ist kaputt, der Kühlschrankkompressor will nicht mehr, das Steuerungsseil ist korrodiert, das Seeventil hat sich festgefressen und lässt sich nicht mehr schließen. Das Großsegel hat seine 2.Weltumsegelung hinter sich gebracht und muss erneuert werden etc, ect, ect.........aber wie Papa immer sagt, "es gibt immer etwas zu reparieren"

VIELEN DANK PAPA WIR HABEN SEHR VIEL VON DIR GELERNT !

Nach einem 2wöchigen Segeltörn ohne Landberührung kommen wir zu dem Entschluss, dass wir es auch wagen wollen. Aussteigen, Welt anschauen und die Zweisamkeit genießen. Ein Schlachtplan wird erstellt und langsam beginnen sich die Räder in eine völlig neue Richtung zu drehen. Wir entschließen uns die Wohnung in Wien auf zu geben, die Kanzlei von Florian an einen Anwalt zu übergeben, Job zu kündigen also die Nabelschnur mit Österreich zu durchtrennen. Das klingt vielleicht ganz einfach aber was das bedeutet weis man Gott sei Dank erst wenn man schon mitten drin ist. Je näher die Abreise kommt, desto größer wird der Wahnsinn - Augen zu und durch - nicht mehr lange überlegen - machen.

Marina Stella

Ende Mai 2013 fahren wir voll bepackt für 2 Wochen auf`s Schiff. Wir liegen nach wie vor in der Marina Stella am Trockendeck, nicht sehr gemütlich aber perfekt für unsere Arbeiten. Maria, Florian`s Schwester, kommt ebenfalls auf ein paar Tage um zu helfen.



Maria hilft uns sehr

Natürlich haben wir auch ihr Auto mit Schachteln und Werkzeug voll beladen, wie das alles in unser neues zu Hause passen wird, ich habe noch keine Ahnung. Hunderttausend Sachen, auf die ich im Moment noch nicht verzichten kann, doch Weltumsegler Freunde schmunzeln und meinen: "Das wird sich sicher ändern"



unser neues zu Hause - ESPERANZA
schlichten und verstauen






suchen und finden



Täglich entsteht binnen weniger Minuten das perfekt organisierte Werkzeugchaos. Wir bewegen uns wie die Störche im Spinat durch Hammer, Zangen Schraubenschlüssel, Bohrer, Schleifmaschinen usw. Wir räumen von Steuerbord nach Backbord, von oben nach unten, von Bug zum Heck, wenn irgend etwas nicht mehr auf seinen Platz zurück geräumt wird findet man das begehrte Stück erst Stunden später wieder. Also selig ist wer das perfekte Chaos überblickt!

besprechen und erklären
Nach einer Woche kommt auch mein Papa wieder um zu helfen, jetzt geht`s an die Elektronik und ans Schanzkleid. Nachdem wir mit schlechtem Wetter zu kämpfen haben ergibt sich der Arbeitsbereich von selbst.

rätseln und verstehen







Großer Florian in kleinem Motorraum
Bei sehr häufigem Regen wird die neue Bordelektronik installiert und bei jedem Sonnenstrahl wird sofort wieder außen weiter gearbeitet.

altes Schanzkleid abstemmen

Von 9h Früh bis 19h Abends wird zwei Wochen  lang durch gearbeitet. Abends fallen wir tot müde und mit Schmerzen in Armen und Beinen in unsere Bugkabine.
völlig erledigt


Am 7. Juni 2013 fahren wir, möglicherweise das letzte Mal nach Wien. Noch wissen wir nicht wann wir die Leinen los machen können, im Büro gibt`s für Florian noch vieles zu erledigen und auch Martina schult noch eine neue Ordinationskraft ein. Unser Sohn Roman feiert noch seine Sponsion zum Diplom Ingenieur, und unsere Wohnung muss auch noch fertig ausgeräumt und aufgelöst werden.

Die Emotionen sind bereits deutlich zu spüren, das letzte Mal über die Grenze nach Österreich einreisen, wann werden wir wieder kommen, in unser geliebtes Österreich?

Das letzte Monat - jetzt geht`s so richtig los, neben Rechtsanwaltskanzlei und Ordinationseinschulung gilt es jetzt einen kühlen Kopf zu behalten. Medizinisch durchchecken, Bankgeschäfte auf eine lange Abwesenheit vor zu bereiten, Versicherungen kündigen, Impfplan einhalten, Wohnung kündigen und 100 m² zweier Leben in Schachteln verpacken - der ganz normale Wahnsinn. Ich hoffe die Weisheiten von Feng Shui treffen auch bei uns zu - sich von überflüssigen Dingen zu befreien reinigt Geist und Seele - denn das tun wir mit Sicherheit.

wohnlich ist anders !!!















Im Lager hat alles seine Ordnung

aber von Schuhen zu trennen - sehr schwierig